Sergej Larin gestorben
Die Nachricht kam für viele überraschend. Aber sie ist leider wahr: Der russische Heldentenor Sergej Larin ist im Alter von 51 Jahren in Bratislava gestorben. Schwerpunkte im Repertoire des in Dangaupils (Lettland) geborenen Sängers waren große Tenorpartien in Opern Verdis, Tschaikowskys und Puccinis. Sein Debüt hatte Larin 1990 als Lenski in «Eugen Onegin» an der Wiener Staatsoper gegeben; diesem Haus blieb er fortan verpflichtet. Auch an zahlreichen anderen internationalen Opernhäusern war er danach zu erleben, unter anderem an der Met in New York, bei den Salzburger Festspielen, an der Mailänder Scala, der Berliner Lindenoper, an der Operá national de Paris, an Covent Garden in London sowie an der Bayerischen Staatsoper in München. Für das Frühjahr waren Auftritte in einer Neuinszenierung von «Andrea Chenier» in Nancy sowie in Braunfels' «Heilige Johanna» an der Deutschen Oper Berlin avisiert. Larin war Träger des Verdi-Preises der Giuseppe-Verdi-Gesellschaft in Parma.

Detlef Krauss gestorben
Ebenfalls tot ist der Pianist Detlef Krauss. Im Alter von 88 Jahren starb Krauss in seiner Heimatstadt Hamburg. Über siebzig Jahre währte die Karriere des am 30. November 1919 geborenen Künstlers. Sein Repertoire reichte von Bach bis Bartók, Schwerpunkte waren allerdings die Werke Mozarts, Schumanns, Beethovens und vor allem das Klavier?oeuvre von Johannes Brahms, welches Krauss häufig komplett aufführte. Seit 1982 war er Präsident der Hamburger Brahms-Gesellschaft, gründete dort 1983 den Brahms-Wettbewerb, edierte Urtexte und schrieb schließlich 1986 eine lesenswerte Brahms-Monografie. Von 1958 bis 1988 leitete Krauss zudem eine Klavierklasse an der Essener Folkwang Hochschule.

Andreas Reinhardt gestorben
Im Alter von 70 Jahren ist der Bühnenbildner Andreas Reinhardt in München verstorben. Seit 1996 war Reinhardt, der aus Meißen stammte und Meisterschüler von Karl von Appens war, Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. Vor allem als Bühnenbildner von Ruth Berghaus machte er sich auch international einen Namen. So entwarf er die Bühnenbilder für den «Freischütz» 1970 an der Staatsoper Unter den Linden. 1975 siedelte Reinhardt in den Westen über, wo er am Schiller-Theater eine zweite Laufbahn begann. Fast alle bedeutenden Opernhäuser in Europa und in den USA luden ihn ein, an ihren Häusern zu arbeiten.

Rudolf Bockholdt gestorben
Der Musikwissenschaftler Rudolf Bockholdt ist tot. Der 1930 in Amsterdam geborene Schüler von Thrasybulos Georgiades hatte von 1977 bis 1996 eine Universitätsprofessur in München inne und prägte das fachliche Profil des Münchener Instituts für Musikwissenschaft maßgeblich. Im Zentrum seines musikologischen Wirkens standen die Musik der Wiener Klassik sowie musikphilosophische Fragen.

Andras Szöllözy gestorben
Der ungarische Komponist und Musikwissenschaftler Andras Szöllözy ist im Alter von 86 Jahren nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Neben György Ligeti und György Kurtag zählte er zu den bedeutendsten Tonsetzern seines Landes.

Willy Sommerfeld gestorben
Der Stummfilmpianist Willy Sommerfeld ist im Alter von 103 Jahren in Berlin gestorben. 1904 in Danzig geboren, wirkte Sommerfeld bei Aufführungen von zahllosen Filmen mit, so etwa von Ernst Lubitsch. 1996 erhielt er das Bundesfilmband in Gold.

Spaniens Hymne ohne Text
Der Streit um die Frage, wer den fehlenden Text zur Nationalhymne Spaniens beisteuern soll, erregt die Gemüter jenseits der Pyrenäen. Das Spanische Olympische Komitee hatte zunächst den Text des Dichters Paulino Cubero erwählt, dann aber nach starkem öffentlichen Protest die Entscheidung revidiert. Cubero sprach daraufhin vom «Elend des Vaterlandes» und bedauerte die Kehrtwendung des nationalen Gremiums. Er habe die Hymne für das
alltägliche Vaterland geschrieben, «für jenes, das schwitzt und dafür arbeitet, dass das Vaterland schön ist». Placido Domingo, der den Text bei einer Gala singen sollte, nun aber für diesen Anlass ohne Stimme bleibt, war da anderer Meinung. «Spanien hat sehr gute Schriftsteller, die in der Lage wären, einen Hymnentext mit etwas mehr Substanz zu schreiben als jener, der zunächst ausgewählt und jetzt zurückgezogen wurde.» Radikaler noch, nachgerade von Wittgenstein'scher Härte, zeigte sich die beste Zeitung des Landes: «Im Zweifelsfall ist Schweigen das Beste», empfahl «El Pais».

Plattenfirmen verlieren Rechtsstreit gegen chinesische Suchmaschine
Als wäre dies noch nicht schlimm genug für die kriselnde EMI, nun muss sie auch noch eine juristische Niederlage hinnehmen, ist aber dabei nicht alleine. Die Schallplattenfirmen Universal, EMI, Warner und Sony/BMG haben ihren Prozess gegen eine chinesische Internetsuchmaschine wegen Urheberrechtsverletzungen auch in zweiter Instanz verloren. Der Hohe Gerichtshof in Beijing (Peking) entschied, die Suchmaschine Baidu verstoße nicht gegen die Autorenrechte der Musikkonzerne. Diese hatten 2005 gegen Baidu geklagt, weil dort 137 Musikstücke kostenlos zur Verfügung gestellt wurden.

Akademie der Künste übernimmt Archiv von Rodion Shchedrin
Die Berliner Akademie der Künste hat das Archiv des russischen Komponisten Rodion Shchedrin übernommen. Der 1932 in Moskau geborene Shchedrin zählt zu den bedeutenden Tonsetzern seines Landes in der Nachfolge von Dmitri Schostakowitsch. 1973 wurde er zum Präsidenten des russischen Komponistenverbandes ernannt, seit 1989 ist er dessen Ehrenpräsident.

Neue Internetseite des Bonner Beethoven-Hauses für Kinder
Ein Laptop wird bei diesem Happening ganz gewiss vonnöten sein. Und ist es auch, wenn man die Website des Beethoven-Hauses in Bonn besuchen will. Dies lohnt sich seit Neuestem vor allem für Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 13 Jahren. «Hallo Beethoven» heißt die neue Internetseite des Beethoven-Hauses, und darauf findet der interessierte musikalische Nachwuchs alles Wissenswerte über Leben und Werk von Ludwig van Beethoven. Die Adresse lautet «www.beethoven-haus-bonn.de».

Felsenstein-Edition zum 60. Geburtstag der Komischen Oper
Anlässlich des 60. Jahrestages der Komischen Oper Berlin bringt die Firma Arthaus eine Edition heraus, die dem Gründer und langjährigen Leiter des Hauses, Walter Felsenstein, gewidmet ist. Auf 12 DVDs ist die Arbeit des Regisseurs, der 1975 starb, dokumentiert; darunter finden sich sieben Opernfilme und umfangreiches Bonusmaterial. Die Edition erscheint im Februar 2008.

Jeffrey Tate geht nach Hamburg
Jeffrey Tate wird mit Beginn der Spielzeit 2009/2010 Chefdirigent der Hamburger Symphoniker. Es ist seine erste Chefposition in Deutschland. Der 64-jährige Dirigent tritt die Nachfolge von Andrey Boreyko an.

Carl Philip von Maldeghem geht nach Salzburg
Hinaus aus dem Schwäbischen, nämlich an die Salzach, zieht es Carl Philip von Maldeghem. Der 38-Jährige, seit 2002 Chef des Alten Schauspielhauses und der Kömödie im Marquardt in Stuttgart, übernimmt ab der Spielzeit 2009/10 die Intendanz des Salzburger Landestheaters, das ein Dreispartenhaus ist.

Österreichischer Staatspreis an Komponist Haas
Wo wir schon mal in der weiland k. u. k. Donaumonarchie sind, darf auch diese Meldung nicht fehlen: Der Komponist Georg Friedrich Hass hat den Großen Österreichischen Staatspreis erhalten. Ausgezeichnet wurde Haas für seinen Beitrag zur zeitgenössischen Musik.

Auszeichnung für Adrienne Pieczonka
Eine Auszeichnung erhielt auch Adrienne Pieczonka. Die kanadische Sopranistin wurde in ihrer Heimat zum «Officer of Order of Canada» ernannt.

Uwe Gronostay Ehrendirigent
Und weiter geht es mit den Auszeichnungen: Uwe Gronostay, von 1972 bis 1986 Chefdirigent des RIAS Kammerchors, ist zum ersten Ehrendirigenten des Vokalensembles ernannt worden.

Händel in Göttingen
Die Zukunft der Göttinger Händel-Festspiele ist gesichert. Grundlage ist eine Zielvereinbarung für die Jahre 2008 bis 2012, die vom niedersächsischen Kultusministerium, dem Landkreis und der Stadt Göttingen, der Göttinger Händel-Gesellschaft sowie der Stiftung Internationale Händel-Festspiele Göttingen unterzeichnet wurde. Die Zielvereinbarung sieht vor, dass die neu gegründete Internationale Händel-Festspiele GmbH als gemeinnütziges privatrechtliches Unternehmen gemeinsam von der Göttinger Händel Gesellschaft, der Stiftung, der Stadt und dem Landkreis Göttingen geführt wird.
Die Landesförderung wird aufgestockt. Die Festspiele GmbH erhält für die Jahre 2008 bis 2012 jeweils eine Projektförderung in Höhe von 150 000 Euro. Die Stadt Göttingen hat sich verpflichtet, jährlich einen Zuschuss von 138 800 Euro zu gewähren. Der Landkreis Göttingen zahlt 50 000 Euro.

Hans Otte ist tot
Der Komponist und Pianist Hans Otte ist nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Bremen gestorben. Otte, der am 3. Dezember 1925 im sächsischen Plauen geboren wurde, erwarb sich mit musikübergreifenden Kunstprojekten international einen Namen; vor allem sein Klavierzyklus «Das Buch der Klänge», zwischen 1979 und 1982 entstanden, erregte großes Aufsehen. Von 1959 bis 1984 war Otte Hauptabteilungsleiter Musik bei Radio Bremen, wo er die Konzertreihen «pro musica antiqua» und «pro musica nova» initiierte. Danach arbeitete der studierte Pianist intensiv an eigenen Klavierkompositionen.

Paganini-Uraufführungen
In Genua sind mehrere bislang unveröffentlichte Kompositionen von Niccolo Paganini erstmals öffentlich aufgeführt worden. Dabei handelt es sich um die sechs «Cantabili e Valtz für Violine und Gitarre (M. S.-Verzeichnis 124-129) aus dem Jahr 1823, die vor einigen Jahren in einem Archiv entdeckt worden waren.

Gedenktafel für Alfred Schnittke
Eine von dem russischen Künstler Leonid Mogilevsky geschaffene Gedenktafel erinnert in Hamburg an den Komponis­ten Alfred Schnittke, der mit seiner Familie von 1990 bis zu einem Tod in der Elbmetropole lebte und als Professor an der Hamburger Musikhochschule tätig war.

Wilfried Hiller zu «Musica sacra»
Ab 2009 wird Wilfried Hiller neuer Künstlerischer Leiter der Internationalen Orgelwoche Nürnberg – «Musica sacra» (ION). Dies beschloss der Stiftungsrat der ION auf einer Sitzung Mitte November. Der Komponist ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und seit 2005 Präsident des Bayerischen Musikrates.

Auszeichnung für Trio Ovid
Das Trio Ovid hat den mit 10 000 Euro dotierten Boris-Pergamenschikow-Preis für Kammermusik der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik «Hanns Eisler» und der Eisler-Hochschule erhalten. Verbunden ist die Auszeichnung mit einem Förderpreis in Höhe von 3000 Euro für einen Kompositionsauftrag, den die Forberg-Schneider-Stiftung gestiftet hat.

Musikrat kritisiert Förderung von Computerspielen
Grundsätzlich sind sich alle einig, dass die Erhöhung des Kulturetats des Bundes um 400 Millionen Euro eine gute Sache ist. Kritik gab es jedoch an der Entscheidung von Kulturstaatsmi­nister Bernd Neumann (CDU), sogenannte «wertvolle Computerspiele» mit einer Summe von 300 000 Euro zu fördern. Christian Höppner, Präsident des Deutschen Musikrats, sagte, diese Förderung bedeute, «das Pferd von hinten aufzuzäumen». So hilfreich Computerspiele als mediales Handwerkszeug auch für Kinder und Jugendliche sein könnten, so abstrus sei es, Fördermittel hierfür bereitzustellen, so lange viele Kinder keine qualifizierte und durchgängige musikalische Bildung erhielten. «Die unverzichtbare Impulsfunktion des Bundes wie zum Beispiel bei dem Projekt ‹Jedem Kind ein Instrument› in Nordrhein-Westfalen sollte im Inte­resse kultureller Teilhabe für unser ganzes Land wirksam werden», sagte Höppner. Für das Musikland Deutschland bedürfe es weiterer Investitionen in diesem Bereich, damit Deutschland Modellland für «Jedem Kind sein Instrument» werden könne. Die musikalische Bildung insbesondere bei Kindern und Jugendlichen unterliege auch im Förderalismus einer gesamtstaatlichen Verantwortung. Zustimmung erhielt Neumann dagegen vom Deutschen Kulturrat. Es sei «absolut vernünftig», wenn der Kulturstaatsminister erstmals die Vergabe eines von ihm geförderten Computerspielpreises plane, sagte Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Kulturrates. Man könne und müs­se gute Computerspiele fördern, damit sie sich positiv absetzen könnten von den schlechten Spielen.

Sendesaal droht Abriss
Nach Ansicht nicht weniger prominenter Künstler ist der Raum ein akustisches Wunderwerk. Dennoch droht dem 1952 erbauten Sendesaal von Radio Bremen, der sich auf dem Ge­lände befindet, wo 1950 die ARD gegründet wurde, der Abriss. Das Gebäude soll Wohnhäusern weichen. Ein Investor wurde bereits gefunden. Grund ist die nach der Neuordnung der ARD-Budgets drastisch angeschlagene Finanzlage des ohne­hin nicht üppig bestückten Senders. Der Intendant von Radio Bremen hat Fernsehen und Hörfunk in einem neuen Funkhaus in der Bremer Innenstadt zusammengeführt. Finanziert wurde diese durch einen Zuschuss der ARD und den Verkauf des Rundfunkgeländes an einen Investor. Um den geplanten Abriss des Sendesaals noch zu verhindern, hat sich ein Verein gegründet, an dessen Spitze der ehemalige Musikchef von Radio Bremen, Peter Schulze, steht. Schirmherr des Vereins ist der Pianist Alfred Brendel.



Leonard Rosenman gestorben
Im Alter von 83 Jahren ist der Filmkomponist Leonard Rosenman gestorben. In den 1950er Jahren gab Rosenman, seinerzeit angehender Tonsetzer, Klavierunterricht. Einer seiner Schü­ler war James Dean, der ihn mit dem Regisseur Elia Kazan zusammenbrachte. Rosenman komponierte die Musik zu den Filmklassikern «East of Eden» und «Rebel without a Cause». Oscar-prämiert wurden seine Kompositionen zu Stanley Kubricks «Barry Lyndon», für die er unter anderem Musik von Händel verwendete, sowie für den Woody-Guthrie-Streifen «Bound for Glory». Für das Leinwand-Opus «Cobweb» schrieb Rosenman eine Partitur, die auf den Gesetzen der Dodekaphonie basiert. Er gilt als einer der Pioniere, die in Hollywood die Moderne einführten.

Neue Musiker-Autographen in Berlin
Die Musiksammlungen der Staatsbibliothek Berlin haben ihren Bestand erweitert. Sie erwarben das Partitur-Autograph der «Jubel-Messe» von Carl Maria von Weber und eine frühe Abschrift von Mozarts «Don Giovanni». Die Missa Nr. 2 in G-Dur von Weber aus den Jahren 1818/19 ist eines der vier Kirchenmusik-Werke, die er während seiner Zeit als Dresdner Hofkapellmeister für den sächsischen Hof komponierte. Mit dem ersteigerten Autograph befinden sich jetzt drei dieser Kompositionen aus Webers Dresdner Zeit in der Berliner Weber-Sammlung. Nach Angaben der Staatsbibliothek in Berlin ist das Autograph in einer gut lesbaren, sauberen Schrift erhalten; auch unter konservatorischen Gesichtspunkten befindet es sich in einem guten Zustand. Die Abschrift der Mozart-Oper, zwischen 1788 und 1790 angefertigt, befand sich zuletzt im Besitz des 2004 verstorbenen Oxforder Professors Albi Rosenthal.

Weltkulturerbe Hamburger Speicherstadt
Die Hamburger Speicherstadt soll zum Weltkulturerbe ernannt werden. Spätestens im Jahr 2014 soll sie zusammen mit dem Kontorhaus-Viertel auf die entsprechende Liste gelangen. Die Stadt Hamburg will, wie Kultursenatorin Karin von Welck mittteilte, bis 2011 ein umfassendes Gutachten erstellen lassen, das den «herausragenden universellen Wert der möglichen Welterbestätte dokumentiert und im internationalen Vergleich bewertet». Die Bewerbung durch das in der Hafencity geplante Bauvorhaben sei nicht gefährdet, sagte die Kultursenatorin. Unterdessen ist bekannt geworden, dass der Bau der Elbphilharmonie in der Speicherstadt teurer wird, als ursprünglich veranschlagt. Wie hoch die Mehrsumme exakt ist, steht jedoch in den Sternen. Es ist von mehr als zehn Millionen Euro die Rede.

Neue DVDs in Salzburg
Die Salzburger Festspiele und die Produktionsfirma Unitel haben ausgehend von den gelungenen Projekten der jüngeren Vergangenheit – unter anderem den DVD-Produktionen «Mozart 22» und «La traviata» mit Anna Netrebko und Rolando Villazon – eine neue Kooperation vereinbart. In den kommenden vier Jahren werden rund zwölf audiovisuelle Aufnahmen von Opern- und Konzertproduktionen der Festspiele im Sommer und zu Pfingsten hergestellt. Die Aufnahmen umfassen neben künstlerischem auch dokumentarisches Material über die Entstehung der jeweiligen Produktionen sowie Künstlerinterviews. Ziel der Zusammenarbeit ist es, eine umfassende Anthologie der bei den Salzburger Festspielen von 2008 bis 2011 aufgeführten Werke zu gestalten.

Cappella Coloniensis mit neuem Domizil
Die Philharmonie Essen hat die Cappella Coloniensis unter ihre Fittiche genommen und als Residenz-Orchester verpflichtet. Damit hat das 1954 gegründete Ensemble für Alte Musik, eines der ersten, das sich der historischen Aufführungspraxis verschrieb, wieder einen festen Aufführungsort sowie einen Schirmherrn. Die Cappella Coloniensis war ein halbes Jahrhundert lang Klangkörper des Westdeutschen Rundfunks in Köln; 2004 kündigte der Sender die Zusammenarbeit auf. Die neue feste Verbindung mit der Philharmonie Essen, die zuvor schon mit verschiedenen Auftritten locker bestand, ist auf mindestens fünf Spielzeiten angelegt, soll fünf bis sechs Konzerte per annum umfassen und beginnt in der Spielzeit 2008/09.

Marcus Everding nach Andechs
Marcus Everding ist neuer Künstlerischer Leiter der Carl-Orff-Festspiele in Andechs. Everding, der nach festen Engagements unter anderem am Bayerischen Staatsschauspiel und am Landestheater Coburg seit 2005 Schauspieldirektor des Landestheaters Detmold ist, tritt die Nachfolge von Hellmuth Matiasek an, der die Leitung der Festspiele «Orff in Andechs» nach zehn Jahren abgibt. Zur Nachfolgerin für die scheidende Geschäftsführerin des verantwortlichen Vereins Andrea Scheithe-Erhardt wurde Regine Koch benannt, die dreizehn Jahre lang das von August Everding gegründete Ressort «Theater + Schule» an der Bayerischen Theaterakademie im Prinzregententheater geleitet hatte.

Constantin Trinks nach Darmstadt
Constantin Trinks wird ab der Spielzeit 2009/10 neuer Generalmusikdirektor des Staatstheaters Darmstadt und tritt damit die Nachfolge des aus dem Amt scheidenden Dirigenten Stefan Blunier an, der ab August dieses Jahres Generalmusikdirektor des Bundesstadt Bonn wird. Trinks, der 1975 in Wiesbaden geboren wurde, war seit 2000 Kapellmeis­ter am Badischen Staatstheater in Karlsruhe, danach als Zweiter Kapellmeister in Saarbrücken und dort seit der Spielzeit 2005/06 Erster Kapellmeister und Stellvertretender Generalmusikdirektor. Sein Opernrepertoire umfasst Werke vom 18. bis 20. Jahrhundert. Auch als symphonischer Dirigent hat sich Trinks bereits ­einen Namen gemacht.

Neuer Konzertsaal für Dresden
Die Dresdner Philharmonie soll in ihrer bisherigen Spielstätte, dem Kulturpalast im Herzen der sächsischen Metropole, einen neuen Konzertsaal erhalten. Der neue Saal wird nach den vorliegenden Plänen, die der parteilose Dresdener Oberbürgermeister Lutz Vogel dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt hat, eine Kapazität von 1800 Plätzen haben. Die Bauarbeiten für den neuen Saal sollen im Jahr 2011 beginnen. Die Dresdner Philharmonie spielt seit 1969 im sogenannten Kulturpalast am Dresdner Altmarkt. Das Gebäude weist gravierende akustische Mängel auf.

Neuer Master-Studiengang
Mit Beginn des Wintersemesters 2008/09 wird an den vier Musikhochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Detmold, Köln, Essen, Dortmund) der viersemestrige Master-Studiengang «Orchesterspiel» eingerichtet. Mit der Umwandlung des bisherigen Zertifikats für Orchesterspiel in einen Master of Music soll der Studiengang attraktiver auch für Studenten aus dem Ausland gestaltet werden und sich den international geltenden Lehrangeboten anpassen.

h-moll Messe unter dem Mikroskop
Nachdem sein Kopf in die (wissenschaftlichen) Schlagzeilen geraten war, ist nun ein Werk Johann Sebastian Bachs Gegenstand der Forschung. In der Restaurierungswerkstatt der Staatsbibliothek zu Berlin haben Experten das Autograph der h-moll Messe sprichwörtlich unter die Lupe genommen, um herauszufinden, welche Teile des Werks, das vom Tintenfraß bedroht ist, von Bach selbst und welche von seinem Sohn Carl Philipp Emanuel geschrieben worden sind. Möglich wurde dies vermittels einer Röntgenfluoreszenzanalyse. Die Ergebnisse der Untersuchung finden ihren Niederschlag im ersten Band der revidierten Neuen Bach-Ausgabe, die 2009 erscheinen soll.

Ehrungen in Nürnberg
Für ihre herausragenden Verdienste um das Staatstheater Nürnberg hat Bayerns Kunstminister Thomas Goppel die Sänger/innen Frances Pappes, Anne Lünenbürger, Silbrand Basa und Bernd Hofmann mit dem Titel «Bayerische/r Kammersänger/in» ausgezeichnet.

Ehrenmitgliedschaft
Gertraud Wagner und Hans Sojer sind zu Ehrenmitgliedern des Niedersächsischen Staatstheaters Hannover ernannt worden. Beide Sänger waren dem Haus mehr als 25 Jahre als Ensemblemitglieder verbunden.

Authentisches Mozart-Porträt entdeckt
Wissenschaftler in London haben ein bislang unbekanntes Ölgemälde als Porträt Wolfgang Amadeus Mozarts im Alter von 27 Jahren identifiziert. Und sind zu Recht stolz darauf. «Dies ist wohl das bedeutendste Mozart-Porträt, das seit dem Tod des Komponisten 1791 entdeckt wurde, und erst das vierte bekannte authentische Porträt von ihm aus seinen Wiener Jahren», sagte Cliff Eisen vom Londoner King's College. Das 35 mal 48 Zentimeter große Bild sei «ohne Zweifel» (Eisen) um 1783 vom damaligen Wiener Hofmaler Joseph Hickel angefertigt worden. Der Komponist ist darauf im Profil zu sehen. Er trägt einen auffallend roten Rock, der mit der Beschreibung eines solchen Kleidungsstückes in einem Brief von 1782 an Baroness Martha Elisabeth von Waldstätten übereinstimmt. Cliff Eisen schätzt den Wert des Gemäldes auf mehrere Millionen Dollar. Ursprünglich stammt es aus dem Besitz der Familie Johann Lorenz Hagenauers, eines engen Freundes der Mozarts in Salzburg. 2005 kaufte ein amerikanischer Sammler das Bild, ohne den darauf Dargestellten zu erkennen.

Giuseppe di Stefano gestorben
Giuseppe di Stefano, einer der bedeutendsten Tenöre des 20. Jahrhunderts, erlag in seinem Haus unweit von Mailand im Alter von 86 Jahren am 3. März 2008 einem langen Leiden. Seine größten Erfolge auf der Opernbühne erzielte di Stefano an der Seite der göttlichen Maria Callas; von seinen Fans wurde er daraufhin «der Tenor der Callas» genannt. Sein Debüt gab der am 24. Juli 1921 auf Sizilien geborene Sänger im Jahr 1946 in Reggio Emilia als Des Grieux in Massenets «Manon». Zwei Jahre später verkörperte er die gleiche Rolle an der Scala. Es folgten Engagements unter anderem an der Met (als Herzog von Mantua in «Rigoletto») und an Covent Garden (als Cavaradossi in «Tosca») – und eine steile Karriere. Ende der achtziger Jahre beendete Giuseppe di Stefano seine sängerische Laufbahn, blieb der Bühne jedoch als Regisseur treu. 2004 wurde er in seinem Haus an der kenianischen Küste südlich der Hauptstadt Mombasa überfallen und dabei so schwer verletzt, dass er ins Koma fiel. Eine lebensgefährliche Operation überstand Giuseppe di Stefano noch, von seinen Verletzungen indes erholte er sich nicht mehr.

Peking-Oper für China
Zwar nicht nach Hollywood, doch immerhin nach Deutschland sollte auch eine Peking-Oper-Produktion aus China kommen. Doch nun wurde das für den Sommer dieses Jahres geplante Tournee-Gastspiel abgesagt. Wie eine Sprecherin des Veranstalters mitteilte, seien die Gründe produktionstechnischer Natur. Politische Gründe für die Absage gebe es nicht. Entscheidend für die Stornierung des Gastspiels sei der Umstand, dass nach der vom Veranstalter vorgeschlagenen Kürzung der ursprünglich fünfstündigen Fassung auf eine zweistündige Version diese nicht mehr den Erwartungen entsprochen habe. Um die Peking-Oper muss man sich deswegen aber keine Sorgen machen, jedenfalls nicht auf den ersten Blick: Das chinesische Erziehungsministerium will diese besondere Form des Musiktheaters versuchsweise zum Unterrichtsstoff machen. In landesweit 200 ausgewählten Schulen sollen die Schüler in Gesang und Tanz der traditionellen, unter chinesischen Jugendlichen aber kaum mehr bekannten Kunstgattung unterwiesen werden. Und dies aus gewichtigem Grund: Die Maßnahme, so heißt es im Ministerium, solle Chinas nationalen Geist stärken und den Patriotismus der Schüler kultivieren. Aber genau darin liegt die Krux. Denn die amtliche Nachrichtenagentur Yinhua wies darauf hin, dass die Pläne in verschiedenen Internet-Umfragen überwiegend auf Ablehnung gestoßen seien. Bezweifelt wird insbesondere die Qualifikation der Musiklehrer für diese Aufgabe. Andere Kritiker sind der Meinung, dass zum Kulturerbe auch die Yue-Oper und viele andere Operntraditionen des Landes zählten. Der Unterricht solle sich mehr an den Gattungen der jeweiligen Region orientieren.

Webers Jubel-Messe und «Don Giovanni» für Berlin
Die Musiksammlungen der Staatsbibliothek Berlin haben ihre Bestände erweitert. Sie erwarben das Partitur-Autograph der «Jubel-Messe» von Carl Maria von Weber und eine frühe Abschrift von Mozarts «Don Giovanni». Die Missa Nr. 2 in G-Dur von Weber aus den Jahren 1818/19 ist eines der vier Kirchenmusik-Werke, die er während seiner Zeit als Dresdner Hofkapellmeister für den sächsischen Hof komponierte. Mit dem ersteigerten Autographen befinden sich jetzt drei dieser Kompositionen aus Webers Dresdner Zeit in der Berliner Weber-Sammlung. Nach Angaben der Staatsbibliothek in Berlin ist das Autograph in einer gut lesbaren, sauberen Schrift erhalten; auch unter konservatorischen Gesichtspunkten befindet es sich in einem guten Zustand. Die Abschrift der Mozart-Oper, zwischen 1788 und 1790 angefertigt, befand sich zuletzt im Besitz des 2004 verstorbenen Oxforder Professors Albi Rosenthal.

«Public viewing» in Bayreuth
Wer nicht Villazon, sondern Wagner hören will, sollte im Sommer nach Bayreuth fahren; es lohnt sich selbst dann, wenn man keine Karte hat. Die Bayreuther Festspiele planen für die neue Saison die Übertragung einer Vorstellung aus dem Festspielhaus auf einen öffentlichen Platz in der Innenstadt von Bayreuth. Mit dem «public viewing» wolle man Wagners Willen erfüllen, die Festspiele allen Freunden seiner Kunst zugänglich zu machen, teilte Peter Emmerich, Pressesprecher der Bayreuther Festspiele, mit. Welche Aufführung übertragen werden soll, steht jedoch noch nicht definitiv fest. Favorisiert werden die Eröffnungspremiere «Parsifal» in der Regie von Stefan Herheim und die «Meistersinger», mit denen Katharina Wagner im vergangenen Jahr ihr Bayreuther Regiedebüt gab. Die 29-jährige Tochter von Gudrun und Wolfgang Wagner hat derweil nach Medienberichten Verträge zwischen der von ihr gegründeten BF Medien GmbH und den Festspielen über die Videoverwertung künftiger Inszenierungen abgeschlossen. Das wiederum bedeutet, dass sich die neue Festspielleitung auf Jahre hinaus mit Katharina Wagner arrangieren muss.

Ivan Rebroff ist tot
Ivan Rebroff, jener Sänger, der über eine Tessitura von viereinhalb Oktaven verfügte und dessen bürgerlicher Name Hans-Rolf Rippert war, starb im Alter von 76 Jahren in Frankfurt am Main. Weltweit berühmt wurde er als Milchmann Tevje im Musical «Anatevka». Im Verlaufe seiner Karriere gab der Bassbariton rund 8000 Konzerte. Unterdessen hat der Bruder des Verstorbenen, Horst Rippert, angegeben, im Sommer 1944 den französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupery abgeschossen zu haben. Es sei «in der Nähe von Toulouse» passiert, sagte Rippert, seinerzeit Mitglied der Abfangjägergruppe 200 der deutschen Luftwaffe, der Zeitung «La Provence». Hätte er gewusst, wer in dem Flugzeug gesessen hätte, so Rippert, hätte er niemals geschossen.

Paul-Hindemith-Preis für Gerd Albrecht
Der Dirigent Gerd Albrecht hat den mit 10 000 Euro dotierten Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau erhalten. Albrecht, der als Musikchef unter anderem an der Deutschen Oper Berlin, beim Zürcher Tonhalle-Orchester, an der Hamburgischen Staatsoper und bei der Tschechischen Philharmonie in Prag wirkte, war zuletzt Musikdirektor des Yomiuri Nippon Symphony Orchestra in Tokio.

Thomas Bockelmann verlängert in Kassel
Das nennt man dann wohl Kontinuität: Bis zum Jahr 2015 bleibt Thomas Bockelmann Intendant des Kasseler Staatstheaters, wie jetzt bekannt wurde. Stadt und Land hätten sich entschieden, schon zu diesem recht frühen Zeitpunkt den Vertrag um weitere fünf Jahre zu verlängern, weil Bockelmann «Bemerkenswertes geleistet habe», teilte der hessische Kunstminister Udo Corts mit. Bockelmann, der zuvor die gleiche Position in Münster/Westfalen innehatte, war es gelungen, den Zuschauerrückgang aufzuhalten und einige interessante junge Regisseure an sein Haus zu holen, die überregionale Aufmerksamkeit sicherten.

Franz Xaver Ohnesorg bleibt an der Ruhr
Überregionale Aufmerksamkeit wird auch dem Klavierfestival Ruhr seit Jahren zuteil. Und nicht zuletzt weil das so ist, wurde der seit 2005 amtierende Intendant des Musikfestes, Franz Xaver Ohnesorg, für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Gleichzeitig wurde Ohnesorg, der für kurze Zeit auch mal Intendant der Berliner Philharmoniker war, als Geschäftsführer des Initiativkreises Ruhrgebiet, dessen Leitprojekt das Festival darstellt, bestätigt.

Frankfurter Musikpreis an Paquito D'Rivera
Der kubanische Saxofonist und Komponist Paquito D'Rivera erhält den diesjährigen Frankfurter Musikpreis. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung, gestiftet vom Bundesverband der Musikinstrumentenhersteller und der Musikmesse, wurde am 11. März im Frankfurter Römer überreicht. Zu den bisherigen Preisträgern zählten unter anderem die Komponisten György Ligeti und Peter Eötvös, der Multimediakünstler Brian Eno, der Jazzmusiker Klaus Doldinger und der Rockmusiker Peter Gabriel.

Verschollene Vivaldi-Oper in Prag
Der Titel des Stücks von Olga Neuwirth passt, leicht abgewandelt, auch zu einer Oper von Antonio Vivaldi: «Argippo». Nun wird das lange Zeit als verschollen geltende Werk Anfang Mai in Prag erstmals wieder aufgeführt. Der tschechische Dirigent und Cembalist Ondrej Macek hatte die Notenblätter der Oper 2006 in Bayern gefunden; ihre Echtheit wurde von Forschern inzwischen bestätigt.

Bachs h-moll-Messe unter dem Mikroskop
Nachdem sein Kopf in die (wissenschaftlichen) Schlagzeilen geraten war, ist nun ein Werk Johann Sebastian Bachs Gegenstand der Forschung. In der Restaurierungswerkstatt der Staatsbibliothek zu Berlin haben Experten das Autograph der h-moll-Messe sprichwörtlich unter die Lupe genommen, um herauszufinden, welche Teile des Werks, das vom Tintenfraß bedroht ist, von Bach selbst und welche von seinem Sohn Carl Philipp Emanuel geschrieben worden sind. Möglich wurde dies vermittels einer Röntgenfluoreszenzanalyse. Die Ergebnisse der Untersuchung finden sich im ersten Band der revidierten Neuen Bach-Ausgabe, die 2009 erscheinen soll.

Markus Stenz wird Gastdirigent in Manchester
Markus Stenz, gegenwärtig Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Gürzenich-Kapellmeister, ist zum Ersten Gastdirigenten des Halle-Orchestra ernannt worden. Ab der Spielzeit 2009/10 wird er pro Konzertsaison mindestens drei Wochen das älteste Symphonieorchester Großbritanniens, das in Manchester beheimatet ist und in diesem Jahr sein 150-jähriges Jubiläum feiert, dirigieren und Projekte verantworten.

Mikel Dean gestorben
Der amerikanische Bariton Mikel Dean, eine der tragenden Säulen des Mannheimer Nationaltheaters, ist nach kurzer und schwerer Krankheit im Alter von 53 Jahren verstorben. Noch im Dezember 2007 wurde Dean vom Publikum als Giorgio Germont bei der Premiere von Achim Freyers Neuinszenierung der «Traviata» gefeiert. Der Sänger war seit 1995 festes Ensemblemitglied in Mannheim und stand unter anderem als Don Giovanni, Simon Boccanegra, Friedrich Barbarossa (in Detlev Glanerts «Der Spiegel des großen Kaisers»), Eugen Onegin und Telramund und Rigoletto auf der Bühne. Neben seinem festen Engagement war der Sänger Gast an den Opernhäusern von Bonn, Düsseldorf, München, Turin, Hamburg, Triest und Nancy.

Theater- und Orchesterstiftung für Heidelberg
Heidelberg hat seit Mitte Februar eine Theater- und Orchesterstiftung. Aufgabe der Stiftung, zu der die Stadt Heidelberg als Verwalterin ein Grundkapital von acht Millionen Euro beisteuert, ist die Übernahme des sogenannten unbeweglichen Vermögens der Städtischen Bühne, sprich der Theatergebäude und Grundstücke sowie deren Sanierung und die künftige langfristige Bereitstellung für den Theater- und Konzertbetrieb. Faktisch ist die neu gegründete Stiftung somit Hausherr wesentlicher Teile des Heidelberger Theaters. Der künstlerische Betrieb untersteht dagegen weiter der Regie des Theaters selbst sowie des Philharmonischen Orchesters der Stadt Heidelberg.

Verdienstmedaille für Heiko C. Reissig
Der Berliner Opernsänger und Regisseur Heiko C. Reissig hat die Verdienstmedaille der Europäischen Kulturwerkstatt erhalten. Reissig, Gründer und langjähriger Intendant der Elblandfestspiele, wurde auf Vorschlag der Stadt Wittenberge ausgezeichnet. Gewürdigt wurden seine herausragenden Leistungen beim Aufbau der Festspiele im Land Brandenburg. Gegenwärtig ist Reissig am Theater in Koblenz engagiert.

Mehr Ruhm für Renzo Piano
Renzo Piano, hierzulande vielen als Architekt eines Gebäudes am Potsdamer Platz in Berlin geläufig, ist vom Board der Direktoren der Stavros Niarchos Stiftung auserkoren worden, das neue Kulturzentrum der Stiftung in Athen zu bauen. Im Innnern des neuen Gebäudes sollen unter anderem Produktionsstätten für die Griechische Nationaloper sowie die Nationalbibliothek untergebracht werden. Die Kosten für den Neubau werden auf rund 300 Millionen Euro geschätzt.

Medienkooperation zwischen Chemnitz und CD-/DVD-Labels
Der Trend zu Medienpartnerschaften hat nun auch die ostdeutsche Provinz erfasst. Gleich über mehrere Jahre haben die Oper Chemnitz und die Robert-Schumann-Philharmonie derlei Verbindungen geknüpft. So wird die Premiere von Otto Nicolais kaum je aufgeführter Oper «Il templario» nicht nur nur live von MDR Figaro und als Aufzeichnung von DeutschlandRadio Kultur übertragen, sondern erscheint danach auch als Gesamtaufnahme bei dem Label cpo. Die gleiche Plattenfirma produziert die Einspielung von Werken des Komponisten Hermann Hans Wetzler mit der Robert-Schumann-Philharmonie. Beim DVD-Label Arthaus erscheint im Herbst dann eine DVD der «Manon Lescaut» aus Chemnitz.

Osnabrücker Symphonieorchester nimmt Foerster-Symphonien auf
Das Theater Osnabrück floriert, in letzter Zeit hört man nur Gutes aus der niedersächsischen Stadt. So auch jetzt wieder: Das Osnabrücker Symphonieorchester hat unter Leitung seines Generalmusikdirektors Hermann Bäumer die beiden ersten Symphonien des tschechischen Komponisten Josef Bohuslav Foerster aufgenommen. Es ist die erste Einspielung dieser beiden Symphonien.

Oper für Bayern
Münchens Opernliebhaber kennen das schon. Nun kommt die Reihe «Oper auf bayrisch», eine seit Jahren ausverkaufte Opernpräsentation der besonderen Art im Münchner Gärtnerplatz-Theater, bei der mehrere Opern gleichsam in eins gesetzt (man könnte auch sagen: parodiert) werden, auch nach Füssen, ins dortige Festspielhaus Neuschwanstein. Wie in der bayerischen Landeshauptstadt, zeichnet auch für Füssen Paul Schallweg verantwortlich. Will sagen: Er fügt die Stoffe bajuwarisch zusammen.

Camerata Nuova wird Stiftung
Die Camerata Nuova wird in eine Stiftung umgewandelt. Damit wird der einzige Opernregiepreis, der zurzeit in Deutschland existiert – der Europäische Opernregie-Preis – finanziell auf eine sichere Grundlage gestellt. Der entsprechende Wettbewerb wird alle zwei Jahre von der Camerata Nuova in Zusammenarbeit mit der «Opera Europa», einem Zusammenschluss von 100 europäischen Opernhäusern, ausgerichtet. Die Ausschreibung für das Jahr 2009, also für den insgesamt mit 30000 Euro dotierten 5. Europäischen Opernpreis, ist seit dem 1. März heraus, diesmal zeichnet das Theater im schweizerischen Bern verantwortlich. Bewerben können sich Nachwuchsregisseure und Regieteams bis zu einem Alter von 35 Jahren. Schon in diesem Jahr plant die Stadt Wiesbaden auf Anregung der «Camerata Nuova» in den Sommerferien ein neues Festival. Vier Aufführungen sind ab Ende Juli 2008 vorgesehen. Regie führt Katharina Thoma, derzeit Regieassistentin und Abendspielleiterin an der Oper Frankfurt, in der Ausstattung von Julia Müer.

Orgel für die Elbphilharmonie
Residenzorchester der gegenwärtig noch im Bau befindlichen Elbphilharmonie wird das NDR-Sinfonieorchester. Die Hamburger Symphoniker werden Residenzorchester der Laeiszhalle. Im Wettbewerb um den Bau der Orgel in der Hamburger Elbphilharmonie hat sich eine Werkstatt aus Bonn gegen fünf Konkurrenten durchgesetzt. Das Instrument des Orgelbauers Philipp Klais ist mit rund 65 Registern und einem zweiten Spieltisch geplant. Das Unternehmen hat unter die Langhausorgel im Kölner Dom und die Konzertsaalorgel für die Twin Towers in Kuala Lumpur errichtet. Unterdessen hat Matthias Pintscher den Auftrag erhalten, für die Hamburger Philharmoniker ein neues Werk zu komponieren, das zur Eröffnung der Elbphilharmonie im September 2010 aus der Taufe gehoben werden soll. Etwa zwei Jahre vor der offiziellen Eröffnung hat die Elbphilharmonie ihren ersten Hauptsponsor gefunden. Die Automobilfirma BMW, die schon die Laeiszhalle per annum mit 50 000 Euro fördert, wird ihr finanzielles Engagement erheblich verstärken und ihre Unterstützung auf jährlich rund 350 000 Euro aufstocken.

Inga Nielsen tot
Insider wussten schon länger um die Schwere der Erkrankung. Nun hat der Krebs die dänische Sopranistin Inga Nielsen endgültig besiegt. Anfang Februar starb sie im Alter von 61 Jahren in Kopenhagen. Ihre Ausbildung erhielt Inga Nielsen in Wien, Stuttgart und Budapest, Hilde Güden und Herbert von Karajan förderten sie früh. Christoph von Dohnányi war es dann, der sie 1975 an die Oper nach Frankfurt engagierte, wo sie sich erste Lorbeeren erwarb. Danach war Inga Nielsen zu Gast an allen bedeutenden Opernhäusern der Welt, zunächst vorwiegend mit Mozart-Partien von der Konstanze bis zur Elettra, dann, nach ihrem Wechsel ins jugendlich-dramatische Fach, insbesondere als Salome und Chryothemis, als Agathe und Leonore und schließlich als Elsa. Ihren letzten großen Erfolg errang sie als Sopran in dem Schönberg-Monodram «Erwartung».

Lore Wissmann gestorben
Die Sängerin Lore Wissmann ist im Alter von 75 Jahren in Uffing am Staffelsee gestorben. Nach ihrem Studium an der Musikhochschule Stuttgart debütierte die Sopranistin 1942 an der dortigen Staatsoper. Mehr als dreißig Jahre gehörte sie zum Ensemble des Hauses und sang unter anderem die Puccini-Partien Liu, Manon Lescaut und Minnie sowie die Marie in Smetanas «Verkaufter Braut». In Bayreuth verkörperte Lore Wissmann die Woglinde in «Rheingold» und 1956 die Eva in den «Meistersingern». An der Seite ihres Mannes Wolfgang Windgassen sang sie die weibliche Hauptrolle in Debussys «Pelleas et Melisande».

Tenor Giuliano Ciannella gestorben
Und noch einen Toten gibt es zu beklagen. Im Alter von 64 Jahren ist in Ferrara der italienische Tenor Giuliano Ciannella verstorben. Der Schüler des legendären Carlo Bergonzi debütierte 1976 an der Mailänder Scala als Cassio in «Otello» und trat in dieser Rolle auch erstmals an der Met in New York auf. Vor allem an der Wiener Staatsoper sang Ciannella in der Folgezeit die großen Partien des italienischen Fachs, so Cavaradossi, Rodolfo, Manrico, Edgardo, Alvaro und Riccardo. Nach seinem Rückzug von der Opernbühne war der Sänger als Professor an den Konservatorien in Parma und F


Abschrift eines verschollenen Stückes von Johann Sebastian Bach gefunden
Musikwissenschaftler der Universität Halle-Wittenberg haben im Nachlass des späteren Leipziger Thomaskantors Wilhelm Russ eine auf das Jahr 1877 datierte Abschrift eines bislang verschollenen Bach-Werks entdeckt. Es handelt sich dabei um die etwa sieben Minuten lange Orgelfantasie «Wo Gott der Herr nicht bei uns hält». Die beiden Entdecker schätzen, dass diese Fantasie zwischen 1705 und 1710 geschrieben wurde.

Bundesverdienstkreuz für Roman Kofman
Und tun dies, weil es so schön ist, gleich noch einmal: Der Kiewer Dirigent Roman Kofman erhält nämlich das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. In der Begründung für diese Ehrung hieß es, der Künstler habe in Deutschland dazu beigetragen, osteuropäische und im Besonderen ukrainische Musik in Deutschland bekannt zu machen. Gleichzeitig sei Kofman einer der bedeutendsten Interpreten deutscher klassischer Musik.

Maximiliansorden für Peter Jonas und Zubin Mehta
Und es folgt sogleich die nächste Gratulation: Für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Kunst sind Sir Peter Jonas und Zubin Mehta in München mit dem Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet worden. Jonas hatte als Intendant des Hauses von 1993 bis 2006 das Profil der Bayerischen Staatsoper maßgeblich geprägt, Mehta stand von 1998 bis 2006 dem Orchester als Generalmusikdirektor vor.

Kein erster Preis beim Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv
Nicht gratulieren können wir dem ersten Preisträger des Arthur-Rubinstein-Klavierwettbewerbs in Tel Aviv.
Es gibt nämlich keinen. Doch immerhin zwei zweite Preise war die Jury bereit, zu verleihen. Sie gingen an die Chinesin Ching-Yun Hu und den Israeli Roman Rabinowitsch. Mit der Bronzemedaille musste sich die in Wien studierende Georgierin Khatia Buniatischwili begnügen, die zuvor als Favoritin auf den Sieg bei diesem Kontest gegolten hatte.

Luisi sieht Orchester in Gefahr
Fabio Luisi, GMD in Dresden, sieht die deutsche Orchesterlandschaft in einem akuten Existenzkampf. «Die Orchester erfahren zurzeit nicht nur eine schleichende Krise, sondern noch viel schlimmer eine Infragestellung», sagte Luisi im Rahmen der ersten internationalen Orchesterkonferenz in Berlin. Es sei absurd, dass Orchester immer mehr durch Reduzierung, Fusionierung oder sogar Schließungen bedroht seien, so Luisi.

Stiftung Mittelsächsisches Theater gegründet Namhafte Firmen und Persönlichkeiten haben in Freiberg/Sachsen die «Stiftung Mittelsächsisches Theater» ins Leben gerufen. Mit den Erträgen sollen vor allem junge Künstler gefördert werden.

Band 7 der Schriften zur Wiener Operngeschichte ist erschienen
Der Titel ist wunderschön: «Svanholm war wieder himmlisch» - so ist der siebte Band der von Michael Jahn edierten Schriften zur Wiener Operngeschichte überschrieben, der nun im Teesalon der Wiener Staatsoper feierlich präsentiert wurde.

Orchester des Bayerischen Rundfunks setzt Stück ab
Nicht mehr spielen wollten die Musiker des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.
Nachdem sie das Stück «Halat Hisar» (Belagerungszustand) des schwedischen Komponisten Dror Feiler zwanzig Minuten lang geprobt hatten, erklärten die Musiker zunächst, dieses Opus nur mit Ohrenstöpseln spielen zu können. Da dies nicht möglich war, wurde das Stück offiziell wegen zu hoher Lautstärke vom Konzertplan genommen. «Das Stück», erläuterte der Orchestermanager Trygve Nordwall, «beginnt mit Schüssen aus Maschiengewehren, die vom Band zugespielt werden», und das sei noch die leiseste Stelle. Ein Orchestermusiker habe nach der Probe drei Stunden lang permanente Ohrgeräusche gehabt, sagte Nordwall. Kein Verständnis für die Absage hatte der Komponist. Er sei empört, ließ Dror Feiler mitteilen. Unterdessen hat Lothar Zagrosek, der Chefdirigent des Konzerhausorchesters Berlin (das in Ulf Werner seit Anfang März einen neuen Orchesterdirektor hat), erklärt, er wollte «Halat Hisar» in der Hauptstadt aufführen.

Juan Diego Florez ist vergeben
Nicht ganz so laut ging es in Lima zu, wo einer der besten Tenöre der Welt, Juan Diego Florez, in Anwesenheit des peruanischen Staatspräsidenten und zahlreicher geladener Ehrengäste den Weg unter die Haube antrat und von einer großen Schar von Fans gefeiert wurde. Die Dame des Herzens heißt übrigens Julia, ist blond und sieht wirklich bezaubernd aus. Ob sie am 21. Juni bei der Premiere von Verdis «Rigoletto» an der Semperoper in Dresden dabei sein wird, wenn ihr Juan Diego den Herzog von Mantua verkörpert, darf zumindest angezweifelt werden. Denn wie singt der Herzog so treffend: «La donna e mobile». Zu deutsch: Frauen sind wankelmütig.

Kammerkonzerte für Kinder in Salzburg
Erstmals in ihrer Geschichte bieten die Salzburger Festspiele Kammerkonzerte für Kinder an. Entschieden haben sich die Verantwortlichen dabei ausschließlich für Produktionen der Edition «See-Igel». Das neueste Opus mit dem zauberhaften Namen «Schmetterlingsküsschen» wird bei den Festspielen sogar uraufgeführt.

Ehrung für Jonathan Nott
Der britische Dirigent Jonathan Nott ist mit der goldenen Ehrennadel der «Freunde der Bamberger Symphoniker ausgezeichnet worden. Geehrt wurde der Chefdirigent des Orchesters für seine künstlerischen Leistungen, die dazu geführt hätten, dass das über ein glänzendes Renommee verfüge, so Bayerns Kulturminister Thomas Goppel (CSU).

Camilla Nylund ist Sächsische Kammersängerin
Camilla Nylund ist von Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva-Maria Stange, zur Sächsischen Kammersängerin ernannt worden. Gewürdigt wurde die finnische Sopranistin für ihre herausragenden künstlerischen Leistungen und ihre regelmäßige Mitwirkung in den Inszenierungen der Sächsischen Staatsoper Dresden.

Sibelius-Gedenktafel in Berlin
In der Marienstraße 4 in Berlin-Mitte gibt es nun eine Gedenktafel zu Ehren von Jean Sibelius. Der finnische Komponist hatte in dem Haus Ende der 1880er Jahre zu Beginn seines Studiums bei Albert Becker in Berlin gewohnt.

Beratungsstipendium für «Kinder Musik Menschen» e.V.
Der gemeinnützige Verein «Kinder Musik Menschen», der sozial benachteiligten Grund- und Hauptschülern die Türen zur klassischen Musik öffnet, ist bei dem Projekt «Startsocial 2008» mit einem Stipendium ausgezeichnet worden. «Startsocial» fördert unter dem Motto «Hilfe für Helfer» seit 2001 den Wissenstransfer zwischen Wirtschaftsunternehmen und sozialen Unternehmungen.



Ehrung für Führungskräfte

Der interimistisch agierende Generaldirektor der Dallas Opera, John T. Cody, Jr., ist mit dem diesjährigen «National Opera Trustee Recognition Award» ausgezeichnet worden. Die Ehrung wird für besondere Leistungen als Führungskraft verliehen. Weitere Preisträger sind Richard Holland von der Opera Omaha, Beth Ingram von der Lyric Opera of Kansas City und Guy Rudisill III. von der Piedmont Opera.

Oper im Fernsehen

In einem Brief an Ioan Holender, den Direktor der Wiener Staatsoper, hat das österreichische Staatsfernsehen (ORF) den Vertrag über Opernübertragungen aufgekündigt. Der ORF will nun mit der Staatsoper für einzelne Übertragungen Individualverträge aushandeln.

Europäische Musikbörse

Zur Förderung des Dialogs zwischen den verschiedenen Regionen Europas hat die Projektgesellschaft des Deutschen Musikrats die «Europäische Musikbörse» initiiert. Es handelt sich dabei um eine interaktive Informations- und Austauschplattform für Musikschaffende in den Regionen Europas. Unter der Adresse «www.europaeische-musikboerse.de» informiert die Website ihre Besucher und Nutzer über aktuelle musikalische Aktivitäten, vermittelt Wissenswertes über regionale Musikkulturen und bietet Möglichkeiten des Austauschs über nationale Grenzen hinweg.

Jürgen Flimm geht an die Lindenoper
Jürgen Flimm wird Intendant an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Flimm übernimmt die Leitung des Hauses zum 1. September 2010. Der Vertrag mit dem Theater- und Opernregisseur hat eine Laufzeit von fünf Jahren und umfasst damit die 2010 beginnende Phase der Sanierung des maroden Knobelsdorff-Baus, die dreijährige Bespielung der Ersatzbühne Schiller Theater und die Wiedereröffnung der Lindenoper zur Saison 2013/14. Flimm wird dem Haus bereits ab 1. Januar 2009 beratend zur Verfügung stehen und gemeinsam mit dem derzeitigen kommissarischen Intendanten, Ronald H. Adler, die Zukunft planen und mitgestalten. Unterdessen hat sich der scheidende Intendant der Salzburger Festspiele zu den Gründen für seine Demission geäußert. In einem Interview mit der Wochenzeitung «Die Zeit» sagte Flimm, er habe das Gefühl, die Festspiele sollten sich weiter kommerzialisieren. Es gehe dem Kuratorium darum, die Einnahmen noch weiter in die Höhe zu treiben. Das wolle er nicht mitmachen. Wenn die Finanzen auf diese Weise optimiert werden sollen, wären, so Flimm, Produktionen wie eine Nono-Oper oder eine Rihm-Uraufführung fürderhin nicht mehr möglich. Seine Auseinandersetzung mit dem vor ihm abtretenden Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele, Thomas Oberender, habe mit seinem eigenen Fortgang aus der Salzach-Stadt nichts zu tun, sagte Flimm.

Umzugsziel geklärt
Nicht alle Fälle sind geklärt an der Deutschen Staatsoper Unter den Linden. Aber zumindest die Frage des Asyls ist geklärt. Die Oper zieht nun definitiv im Juni 2010 in das Schillertheater um. Bereits Anfang Januar 2009 beginnen die dafür nötigen Sanierungsmaßnahmen, wie der kommissarische Intendant der Lindenoper, Roland H. Adler, erklärte. Das Gebäude, einst Stätte ruhmreicher (West)Berliner Theaterabende, wird für 20 Millionen Euro als Übergangsspielort hergerichtet. Allein acht Millionen davon gehen in die Bühnentechnik. Nach dem Umbau werden 1000 Besucher Platz finden. Das Gebäude Unter den Linden wird von 2010 bis 2013 grundsaniert – wobei bislang nicht feststeht, wie der Innenraum aussehen wird. Sicher ist nur dies: Am 31. Mai 2010 fällt der Vorhang im Knobelssdorff-Bau. Die Eröffnungspremiere im Schillertheater ist für den 3. Oktober 2010 avisiert: den Tag der Deutschen Einheit.

Bühnen Krefeld/Mönchengladbach droht Konkurs
Die Existenz der Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach ist akut bedroht. Bei einer Sitzung Mitte Dezember verweigerte der Rat der Stadt Mönchengladbach dem vom Theaterkuratorium bereits beschlossenen Nachtragshaushalt für die laufende Spielzeit seine Zustimmung. Die Aufstockung war nötig geworden, weil durch die Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst ein Loch von einer Million Euro im Etat der Doppelbühne entstanden war. Aus Krefeld war die Zustimmung für diese Aufstockung zuvor gekommen. Die Ratsmehrheit von CDU und FDP in Mönchengladbach stimmte nun gegen die Gewährung der Summe von 485 000 Euro. Wenn es bei dem Nein bleibt, sei das Theater ab Anfang Juli 2009 zahlungsunfähig, sagte Generalintendant Jens Pesel, der das Gemeinschaftstheater seit zwei Jahren recht erfolgreich leitet. Er bezeichnete den Mönchengladbacher Ratsschluss als «nachgerade absurd». Was er wohl auch ist, wenn man weiß, dass die gleichen Politiker von CDU und FDP den Beschluss fassten, für mehrere Millionen Euro eine Bundeswehr-Depothalle zu einem Ausweichquartier für das Theater Mönchengladbach herzurichten, das wegen Sanierungsmaßnahmen und brandschutzbedingter Umbauarbeiten im kommenden Sommer schließen muss.

Erfolg mit Stockhausen
Die Zeitschrift «New Yorker» hat in ihrer jährlich erscheinenden Jahresrückschau die Aufführungen von Stockhausens Opus «Gruppen» mit den Dirigenten Simon Rattle, Michael Boder und Daniel Harding und den Berliner Philharmonikern im Hangar II des Flughafens Tempelhof in die Liste der zehn besten Konzertaufführungen aufgenommen.

Finanzkrise: Sondertarife an der Met
Die Metropolitan Opera New York greift angesichts der veritablen Finanzkrise in den USA zu ungewohnten Maßnahmen. Um auch Menschen, die nicht gar so viel Geld haben, den Besuch des Hauses zu ermöglichen, verkauft die Met eine Saison lang beste Plätze, die gewöhnlich zwischen 140 und 295 US-Dollar kosten, zum Wochenendtarif von 25 US-Dollar. Chapeau!

Gemeinschaftsopus
Schön ist auch diese Nachricht. Acht englische Opernkompagnien haben sich darauf geeinigt, ein brandneues szenisches Chorwerk in Auftrag zu geben, dass speziell von jungen Sänger aufgeführt werden soll. Das Opus heißt «On the Rim of the World», geschrieben hat es Orlando Gough auf ein Libretto von Jehane Markham. Die ersten Vorstellungen finden im März 2009 statt.

US-Provinzorchestern geht die Luft aus
Nicht so schön ist diese Nachricht: Die Finanzkrise in den USA verlangt weiteren Tribut von den Orchestern des Landes. Laut amerikanischen Pressemitteilungen musste die südkalifornische Stockton Symphony geplante Frühlingskonzerte ganz streichen und sich auch für die kommende Spielzeit erheblich einschränken.  Auch die Orchester von Pasadena strichen ihr Programm zusammen. Ganz von der Bildfläche verschwindet – zumindest für die laufende Saison – die Santa Clarita Symphony. Unterdessen hat eine Debatte darüber begonnen, ob die 1,6 Millionen US-Dollar, die Michael Tilson Thomas als Chef des San Francisco Symphony Orchestra per annum einstreicht, vielleicht nicht doch des Guten etwas zu viel seien.

Claudio Abbado verlängert in Luzern
Claudio Abbado hat seinen Vertrag als Musikalischer Leiter des Lucerne Festivals um weitere vier Jahre bis 2014 verlängert. Abbado hatte das Festival, das einen hohen Ruf genießt, 2003 gemeinsam mit dem Intendanten Michael Haefliger ins Leben gerufen und eigens dafür das Lucerne Festival Orchester gegründet. Mit diesem Klangkörper gastiert der italienische Dirigent im September 2009 voraussichtlich in Peking.

Komponist Ramón Barce gestorben
Der spanische Komponist Ramón Barce ist im Alter von 80 Jahren in seiner Heimatstadt Madrid gestorben. Barce, der mehr als 120 Kompositionen verfasste, galt als der wichtigste Vertreter der «Generation von 1951», die sich nach dem Spanischen Bürgerkrieg und dem Zweiten Weltkrieg die Neubelebung des Musiklebens in Spanien zum Ziel gesetzt hatte. Zu den von Barce komponierten Werken zählen Symphonien und Stücke für Streichquartett und Kammerorchester sowie Klavier- und Orgelstücke. Ein Werk für Musiktheater komponierte Barce nicht.

Die Kirchenmusikerin Elisabeth Roloff ist tot
Ebenfalls gestorben ist Elisabeth Roloff, die über Jahrzehnte Organistin der evangelischen deutschen Kirche in Jerusalem war. Die 1937 in Bielefeld geborene Musikerin machte sich durch zahlreiche Auftritte bei Festivals einen internationalen Namen als Interpretin barocker Musik.

Staatsoperette Dresden trauert um Werner Heintzsch
Auch Werner Heintzsch ist tot. 36 Jahre lang war der Buffo-Tenor Ensemblemitglied an der Staatsoperette Dresden und dort in mehr als 80 Inszenierungen zu erleben. Nach seinem Abschied von der Bühne 1994 wurde er zum Ehrenmitglied des Hauses ernannt, in dem er unter anderem den Füsten Ypsheim in «Wiener Blut», den Fürst Basil in «Der Graf von Luxemburg» und den «Fledermaus»-Frosch verkörpert hatte.

Schallplattenpreis für Andreas Spering
Für seine Einspielung des Oratoriums «Il ritorno di Tobia» von Joseph Haydn ist der Dirigent Andreas Spering mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet worden. Die Aufnahme ist beim Label Naxos erschienen, unter dessen Dach künftig auch das Label Bayreuther Festspiele Medien (BFM) residieren wird.

Schwedischer Rosenberg Preis vergeben
Die Komponistin Victoria Borisova-Ollas hat den «Society of Swedish Composers Rosenberg Prize» gewonnen. Die Ehrung wurde 1982 von der Gesellschaft der schwedischen Komponisten ins Leben gerufen und ist mit 75 000 Schwedischen Kronen dotiert.

Brett Dean erhält Grawemeyer Award
Der Komponist Brett Dean hat den Grawemeyer Award for Music Composition 2009 für sein Violinkonzert «The Lost Art of Letter» erhalten. Die Ehrung, die jährlich von der Universität Louisville vergeben wird, ist mit 200 000 US-Dollar dotiert. Mit Brett Dean wird erstmals ein australischer Komponist geehrt.

Australische Musikakademie bleibt offen
Noch einmal Australien. Wie gemeldet, sollte die Australian National Academy of Music nach dem Willen der Regierung dieses Landes zum Ende des Jahres eigentlich ihre Türen schließen. Nun aber hat sich die Bundesregierung nach heftigen Protesten laut australischen Presseberichten dazu entschlossen, die Akademie für ein weiteres Jahr zu unterstützen – solange, bis Pläne für eine Alternative an der University of Melbourne konkretere Gestalt angenommen haben.

Bolschoi-Theater: Renovierung dauert länger
Die Renovierung des Moskauer Bolschoi-Theaters dauert länger als bisher angenommen. Entgegen der ursprünglichen Pläne, die die Wiedereröffnung auf das Jahr 2009 terminiert hatten, soll das ruhmreiche Haus nun laut einer Mitteilung aus dem russischen Kultusministerim im Jahr 2011 feierlich seine Tore öffnen.

Sacher Stiftung erhält Archiv von Steve Reich
Die Paul Sacher Stiftung ist mit dem Komponisten Steve Reich übereingekommen, sein Musikarchiv zu übernehmen. In Kürze werden der in Basel ansässigen Stiftung sämtliche Dokumente zur Verfügung stehen.

Arvo Pärts vierte Symphonie im Internet
Schon vor ihrer Uraufführung ist die vierte Symphonie von Arvo Pärt wenn nicht zu hören, dann aber doch schon zu sehen. Auf einer speziellen Publikationsplattform kann das Werk, das den Titel «Los Angeles» trägt und am 10. Januar in der titelgebenden Stadt aus der Taufe gehoben wird, online abgerufen, kostenlos durchgeblättert und sogar ausgedruckt werfen. Es ist die erste Symphonie Pärts seit etwa vierzig Jahren.

Ingo Metzmacher will in Berlin bleiben
Ingo Metzmacher wird aller Voraussicht nach seinen Vertrag als Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters verlängern. Die Intendanz der aus den vier Gesellschaftern DeutschlandRadio Kultur, Bund, Land Berlin und Rundfunk Berlin Brandenburg bestehende Rundfunkorchester- und Chöre Gmbh, kurz ROC, bekräftigte in einer Pressemitteilung, dass man an einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Dirigenten sehr interessiert sei. Metzmacher ist zudem als Nachfolger des aus dem Amt scheidenden Generalmusikdirektors der Züricher Oper, Franz Welser-Möst, im Gespräch.

Berliner Philharmoniker spielen jetzt auch online
Die Berliner Philharmoniker spielen jetzt auch im Netz. Vom neuen Jahr an können Musikfreunde in der ganzen Welt Zeuge eines Konzerts dieses Orchesters werden, und zwar in der so benannten «Digital Concert Hall». Zugänglich ist die Internetplattform unter der Adresse www.berliner-philharmoniker.de ab sofort. Am 6. Januar werden dann Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker als erste Live-Übertragung ein Sonderkonzert unter anderem mit der ersten Symphonie von Johannes Brahms geben. Rund dreißig Konzerte pro Saison sollen künftig per Mausklick auf dem heimischen Sofa zu erleben sein, verspricht das Orchester. Die Mitschnitte sind anschließend in einem Video-Archiv abrufbar. Umsonst ist der Spaß allerdings nicht: Für Besucher der Digital Concert Hall stehen unterschiedliche Eintrittskarten zur Verfügung. Man kann wählen zwischen einem Ticket für 9,90 Euro (für eine einzelne Live-Übertragung oder für ein Konzert aus dem Archiv) oder einem Saisonticket. Dieses kostet 149 Euro und ermöglicht den unbegrenzten Zugang auf sämtliche Live-Konzerte und Archiv-Mitschnitte. Für die bereits laufende Spielzeit 2008/09 ist dieses Ticket zum Sonderpreis von 89 Euro erhältlich.

Stiftung Mozarteum erwirbt Originalhandschrift
Die Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg hat von der Deutschen Mozartgesellschaft in Augsburg eine besondere Mozarthandschrift erworben. Nach offiziellen Angaben handelt es sich dabei um das erste Blatt des unvollständig erhaltenen Autographs der Variationen über «Ah, vous dirai-je Maman» für Klavier,  Köchelverzeichnis 265, dessen eingängige Melodie vielen auch durch das Weihnachtslied «Morgen kommt der Weihnachtsmann» bekannt ist.

New Yorker Philharmoniker: Aufstand gegen Hobby-Dirigenten
Die New Yorker Philharmoniker haben in harschen Worten gegen Gilbert E. Kaplan, den Gründer des Finanzmagazins «Institutional Investor» protestiert, der mit dem Orchester zuvor Mahlers Auferstehungs-Symphonie aufgeführt hatte. Laut einem Bericht der «New York Times» löste der Aufritt Kaplans am Pult der New Yorker heftige Debatten aus, weil einzelne Musiker die Ansicht vertraten, Kaplan sei der Aufgabe nicht gewachsen. Der Finanzexperte, der zugleich Besitzer des Originalmanuskripts der Symphonie und Koeditor einer neuen, von der Internationalen Mahler Gesellschaft herausgegebenen Werkausgabe Mahlers ist, dirigiert, wenn er dirigiert, nur die zweite Symphonie des Komponisten. Zwei Mal hat er das Werk bereits eingespielt; einmal mit dem London Symphony Orchestra, einmal mit den Wiener Philharmonikern. Die Aufnahme mit den Londonern zählt zu den am meisten verkauften Mahler-Interpretationen aller Zeiten.

Peter Kuhn wird GMD in Remscheid/Solingen
Peter Kuhn, gegenwärtig Generalmusikdirektor der Bielefelder Philharmoniker, ist in gleicher Funktion ab der Spielzeit 2009/10 von den Bergischen Symphonikern berufen worden. Der Vertrag mit dem Orchester der Städte Remscheid und Solingen ist vorerst auf vier Jahre beschränkt. Die derzeitige GMD, Romely Pfund, wechselt als Oberspielleiterin und Operndirektorin ans Theater und Orchester Neubrandenburg/Neustrelitz.

Jonathan Seers übernimmt GMD-Posten in Würzburg
Anstelle des geschassten Chefdirigenten Jin Wang (wir berichteten) leitet seit Anfang Dezember  der Dirigent Jonathan Seers als Generalmusikdirektor die Geschicke des Mainfranken Theaters Würzburg. Seers soll das Amt bis zum August 2010 innehaben.

Österreich verbessert Künstlerversicherung
Die österreichische Kulturministerin Claudia Schmied zieht die Konsequenzen aus einer kürzlich veröffentlichten Studie zur sozialen Lage der Künstler in ihrem Land und erhöht zum 1. Januar 2009 den maximalen Beitragszuschuss, der bislang 1026 Euro betragen hatte, um 20 Prozent auf 1230 Euro. Konkret bedeutet diese Maßnahme die volle Abdeckung der Sozialversicherungsbeiträge in die Pensions-, Unfall- und Krankenversicherung bei geringen Einkommen bis 4800 Euro im Jahr. Bei allen Einkommen, die darüber liegen, wird die Zuschussleistung um 200 Euro erhöht. Insgesamt steigt damit das Zuschussvolumen des Fonds ab dem Jahr 2009 von fünf auf sechs Millionen Euro.

Mannheim: Operndirektor und Schauspielchef bleiben
Am Nationaltheater Mannheim bleibt alles beim Alten: Sowohl die Verträge mit Operndirektor Klaus-Peter Kehr als auch mit Schauspieldirektor Burkhard C. Kosminski wurden bis verlängert. Kehr erhielt einen Kontrakt bis August 2011, Kosminskis Amtsdauer ist bis zum August 2013 festgelegt.

Decca vermarktet Marcelo Alvarez als Verdi-Tenor
Nicht alles beim Alten bleibt beim Label Decca. Denn seit Kurzem ist der Tenor Marcelo Alvarez bei dieser Plattenfirma, die Teil von Universal ist, unter Vertrag. Das erste Album trägt – nicht ganz überraschend angesichts des Repertoires dieses Sängers – den Titel «The Verdi Tenor». Alvarez singt 2009 an der Met die Titelrolle in «Il trovatore» und an der Deutschen Oper den Riccardo in «Un ballo in maschera». 2010 gibt er sein Debüt als Radames in «Aida». Im Lauf der kommenden fünf Jahre will Decca unter Beteiligung von Alvarez einige der bekanntesten Verdi-Opern auf DVD veröffentlichen; darunter «Luisa Miller» und «Un ballo in maschera». 2013 ist Verdi-Jahr.

Mortier geht nach Madrid
Gerard Mortier geht ans Teatro Real. Laut spanischen Medienberichten soll Mortier sein Amt als Künstlerischer Leiter des Opernhauses mit Beginn des Jahres 2010 antreten. Der Kulturmanager, der mit Ende dieser Spielzeit Paris verlässt, sein avisiertes Engagement an der New York City Opera jedoch wegen Unterfinanzierung stornierte und mit einem Job auch in Berlin geliebäugelt hatte, unterschrieb in Madrid einen Fünfjahresvertrag.

Richard Hickox gestorben
Der Dirigent Richard Hickox ist im Alter von 60 Jahren in seiner Heimat England kurz vor der Premiere von Ralph Vaughan Williams’ Einakter «Riders To the Sea» an der English National Opera, die er dirigieren sollte, gestorben. Nach seinem Studium gründete Hickox 1971 die City of London Sinfonia und die Richard Hickox Singers. Mit Aufführungen von Werken der britischen Komponisten Edward Elgar, Benjamin Britten und Michael Tippett erwarb er sich hohes Ansehen über die Landesgrenzen hinaus. Hickox gab Gastspiele in Tokio, Washington, Köln, Wien, Los Angeles und New York und war zuletzt Musikdirektor von Opera Australia.

Strawinsky erst ab 18
In Wien ist erstmals eine Operninszenierung auf den Index geraten. Martin Kusejs Regiearbeit «The Rake´s Progress» am Theater an der Wien sei «nicht jugendfrei» und musste mit diesem offiziellen Hinweis versehen werden, um nicht ganz verboten zu werden. Der Grund: Kusej hatte eine Nacktszene eingebaut, die nach dem Wiener Jugendschutzgesetz verboten ist. Der Regisseur sagte dazu, es sei eine Bordellszene, und in einem Bordell sei man schließlich nackt.

Chorfestival in Aachen
Die Stadt Aachen erhält ein neues Chorfestival. Die Internationale Chorbiennale soll im kommenden Jahr in der Karlsstadt Premiere haben. Teilnehmen werden unter anderem vier Aachener Kammerchöre, allen voran «Carmina Mundi» unter der Leitung von Harold Nickoll. Als Gäste sollen internationale Spitzenchöre verpflichtet werden.

«Ring»-Festival in Los Angeles
Eitel Sonnenschein herrscht dagegen in Los Angeles. Mehr als fünfzig kulturelle und edukative Einrichtungen wollen sich im Jahr 2010 am «Ring Festival LA» beteiligen, das auf den bis dahin gezeigten Produktionen der «Ring»-Opern an der Los Angeles Opera basiert. Regie führt Achim Freyer, die musikalische Leitung hat James Conlon. Bestandteile des Festivals sollen neben den Opernaufführungen mehrere Symposien, Ausstellungen und so genannte special events sein. Das «Ring Festival LA» ist das erste seiner Art in der kalifornischen Stadt.

Washingtons Oper storniert den «Ring»
Trübe hingegen scheint die Lage in der Nähe des Weißen Hauses zu sein: Die Washington National Opera (WNO) muss wegen der Finanzkrise auf eine für die Spielzeit 2009/10 geplante integrale Wiedergabe von Wagners «Ring des Nibelungen» verzichten. Laut einem Bericht der «Washington Post» will das Haus erst dann wieder auf das Projekt zurückkommen, wenn sich die Lage auf den Finanzmärkten beruhigt hat. Das Risiko, erklärte Geschäftsführer Mark Weinstein, sei gegenwärtig zu groß. Mit der vorübergehenden Stornierung spart das Opernhaus, dessen Jahresbudget rund 32 Millionen US-Dollar beträgt, rund sechs Millionen US-Dollar.

Met streicht teure Wiederaufnahme
Wolken auch über Manhattan: Die Metropolitan Opera New York hat wegen der akuten Finanzmisere in den USA die für März 2010 geplante Wiederaufnahme der Oper «The Ghosts of Versailles» von John Corigliano, in der Broadway-Star Kristin Chenoweth ihr Met-Debüt hatte geben sollen, gestrichen und durch die kostengünstigere Wiederaufnahme einer «Traviata»-Produktion ersetzt. Darin sollen sowohl Angela Gheorghiu als auch Thomas Hampson zum Zuge kommen, die beide für die Corigliano-Wiederaufnahme vorgesehen waren.

Opera Pacific droht das Aus
Noch schlimmer als um die New York City Opera steht es um die Opera Pacific: Die seit 22 Spielzeiten bestehende kalifornische Kompagnie hat sämtliche noch auf dem Spielplan stehenden Produktionen der laufenden Saison abgesagt, darunter eine «Salome» mit Deborah Voigt. Als Grund gaben die Verantwortlichen das schlechte Wirtschaftsklima in den USA an. Auch für die kommende Spielzeit hat die in Santa Ana beheimatete Opernkompagnie nach Angaben ihres Geschäftsführers Robert C. Jones gegenwärtig keine Pläne. Wie der «Orange County Register» berichtet, hat die Opera Pacific bereits ihren Personalbestand reduziert; die verbliebenen Mitarbeiter sollen sich um den Verkauf der eigenen Immobilie kümmern. Der Künstlerische Direktor und Dirigent John DeMain wurde entlassen.

Edition der Wagner-Briefe wird fortgesetzt
Endlich einmal eine gute Nachricht: Die Zukunft der Wagner-Briefausgabe, die an der Universität Erlangen-Nürnberg erarbeitet wird, ist gesichert: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) stimmte einer Förderung des Projekts für weitere drei Jahre zu. Ziel des Vorhabens ist es, erstmals eine wissenschaftlich-kritische Edition sämtlicher verfügbarer Briefe des Komponisten vorzulegen. Die Arbeitsstelle der Wagner-Briefausgabe ist ein dem Erlanger Institut für Musikwissenschaft angegliedertes Drittmittelprojekt. Gegenwärtig liegen 17 von 34 geplanten Bänden vor. Die neuesten Bände erscheinen im Musikverlag Breitkopf & Härtel.

Würzburg wirft Opern-GMD hinaus
Der Generalmusikdirektor des Würzburger Mainfranken-Theaters, Jin Wang, ist mit sofortiger Wirkung bei vollen Bezügen beurlaubt worden. Zudem erhielt der Dirigent nach einer entsprechenden Entscheidung des Würzburger Stadtrats Hausverbot. Wang wird unter anderem vorgeworfen, eine Studentin sexuell belästigt zu haben. Während dieser erklärte, er habe «nichts Falsches getan», wurde bekannt, dass sich das Philharmonische Orchester in einer geheimen Abstimmung bei lediglich zwei Gegenstimmen gegen eine Vertragsverlängerung des chinesischen Dirigenten mit österreichischem Pass ausgesprochen hatte. Das Verhältnis zwischen den Musikern und ihrem Chef galt bereits seit geraumer Zeit als gestört. Wang ist seit 2006 im Amt, sein Vertrag läuft bis Herbst 2010.

Rockoper in Phnom Penh
In der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh kommt erstmals in der Geschichte des Landes eine Rockoper auf die Bühne. Die Oper mit der Musik des in Russland ausgebildeten Komponisten Him Sophy ist eine Produktion des Bostoner Projekts «Cambodian Living Arts», das die während der kommunistischen Schreckensherrschaft fast vollständig ausradierten traditionellen Künste in dem südostasiatischen Land wiederbeleben will. Geschildert wird in der Romeo-und-Julia-Adaption «Where Elephants Weep» das Schicksal eines amerikanischen Nachfahren eines Opfers des Roten Khmer-Regimes.

Christel Goltz gestorben
Für Ioan Holender war sie die «letzte hochdramatische Sopranistin». Nun ist Christel Goltz im Alter von 96 Jahren verstorben. Vor allem als Strauss-Interpretin war die aus Dortmund stammende Sängerin weltweit gefragt, sie reüssierte aber auch in einigen Verdi- und Wagner-Partien sowie als Bergs «Wozzeck»-Marie. Ihre wichtigsten Häuser waren die Dresdner Semperoper, an die sie ihr Förderer Karl Böhm 1936 engagierte, sowie die Wiener Staatsoper, an die sie 1950 mit Böhm wechselte. Gastspiele führten sie unter anderem nach London, Paris, New York und Mailand. Ein Nachruf folgt in «Opernwelt» 1/2009.

Jean Fournier gestorben
Der französische Dirigent Jean Fournier ist im Alter von 95 Jahren im niederländischen Weesp gestorben. Fournier, der sich zeitlebens vorwiegend für die Symphonik und Oper seines Landes einsetzte und unter anderem auch an der Met dirigierte, erlernte sein Handwerk am Pariser Konservatorium bei Philippe Gaubert. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ Fournier sich in den Niederlanden nieder. Von 1961 bis 1978 war er Leiter des Philharmonischen Radio Orchesters von Hilversum, von 1968 bis 1973 Chef der Rotterdamer Philharmonie, und zwischen1974 und 1982 leitete er die Geschicke des seinerzeit neu gegründeten Orchestre d’Ile-de-France.

Serge Nigg gestorben
Der Serialismus-Pionier Serge Nigg ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Der ehemalige Schüler von Olivier Messiaen, der zudem bei René Leibowitz und Simone Plé-Caussade studierte, war neben seiner kompositorischen Tätigkeit auch in offiziellen Ämtern des französischen Musiklebens aktiv. 1978 folgte er seinem Lehrer Messiaen als Professor für Komposition am Conservatoire National Supérieur de Paris.

Jukka-Pekka Saraste geht zum WDR
Jukka-Pekka Saraste soll neuer Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters Köln werden. Der Finne, der seit der Saison 2006/07 in gleicher Position beim Oslo Philharmonic Orchestra tätig ist und zuvor von 1987 bis 2002 Musikdirektor des Finnischen Radiosinfonieorchesters, tritt damit die Nachfolge von Semyon Bychkov an, der das Orchester nach elf Jahren verlässt. Sein Vertrag läuft zum Ende der Spielzeit 2009/10 aus.

Polar-Musikpreis mit neuer Regelung
Der schwedische Polar-Musikpreis wird im nächsten Jahr von einer neuen Jury und ohne die gewohnte royale Umgebung vergeben. Wie das Organisationskomitee in Stockholm mitteilte, gehört der zwölfköpfigen Jury in Zukunft die Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter an. Der Polar-Musikpreis ist mit umgerechnet 200 000 Euro dotiert und wurde bislang jeweils an einen Preisträger aus der Unterhaltungsmusik und der ernsten Musik vergeben.

Videoaufnahmen im Leipziger «Holländer» sind nicht strafrechtlich relevant
Die umstrittenen Kampfhund- und Schlachthof-Videos in der Leipziger Inszenierung des «Fliegenden Holländers» sind keine strafrechtlich relevanten Gewaltdarstellungen. Videoaufnahmen mit Gewalt gegen Tiere oder zwischen ihnen würden von diesem Tatbestand nicht erfasst, teilte die Staatsanwaltschaft der sächsischen Provinzstadt mit. Seit Ende November ist die Inszenierung von Michael von zur Mühlen dennoch in einer entschärften Variante zu sehen – ohne die inkriminierten Videos.

Essen beruft neuen Philharmonie-Intendanten – Kontroverse um Michael Kaufmann hält an
Die Stadt Essen hat mit dem Musikmanager Johannes Bultmann einen Nachfolger für den Ende September entlassenen Philharmonie-Chef Michael Kaufmann benannt. Der 47-Jährige soll die Leitung des mit 1900 Plätzen größten Konzertsaales der Region bereits am 1. Dezember übernehmen. Unterdessen ist die Kontroverse um Ex-Intendant Kaufmann in die nächste Runde gegangen. Wie die Theater und Philharmonie Essen GmbH (TUP) mitteilte, kam eine von der Stadt Essen beauftragte Rechnungskommission zu dem Ergebnis, das in den Spielzeiten 2006/07 und 2007/08 aufgelaufene Defizit des Konzerthauses betrage mehr als 1,7 Millionen Euro, mithin 200 000 Euro mehr als ursprünglich angenommen. Im Gegenzug legte das Kuratorium der Philharmonie, in dem sich mehrere Sponsoren der regionalen Wirtschaft zusammengefunden haben, ein Zahlenwerk vor, aus dem hervorgeht, dass es zwar ein Defizit gibt, dass aber in dem künstlerischen Bereich, den Kaufmann zu verantworten hatte, ein Überschuss erwirtschaftet worden sei. Von den 6,4 Millionen Euro, die dem Intendanten zur Verfügung gestanden hatten, habe er nur 5,7 Millionen ausgegeben; das wiederum entspräche einem Plus von 700 000 Euro. Das entstandene Defizit in Höhe von 1,87 Millionen Euro, so das Kuratorium, gehe zurück auf Quersubventionen, Fehlbuchungen und Fehlplanungen. Kein Wunder, dass Michael Kaufmann vor diesem Hintergrund seine fristlose Kündigung gerichtlich anficht. Für den Fall, dass das Gericht Kaufmanns Darstellung folgt, wäre der Rausschmiss unwirksam – und Essen hätte bis auf Weiteres zwei Philharmonie-Intendanten zu finanzieren.

Shizuo Kuhawara gewinnt Dirigentenwettbewerb
Shizuo Kuwahara hat den 3. Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti gewonnen. Der in Tokio geborene US-Amerikaner erhielt für seinen Sieg ein Preisgeld von 15 000 Euro und darf nun die Frankfurter Spitzenorchester dirigieren.

Harmonia Mundi weitet sich
Das Musiklabel Harmonia Mundi hat sich mit Musicora, einem der wichtigsten Schweizer CD-Vertriebe, zusammengeschlossen. Damit ist das Label, das schon in Los Angeles, Den Haag, London, Antwerpen, Barcelona und Heidelberg Dependancen hat, nun auch in Zürich vertreten.

Bayreuth-Justiziar Stefan Müller gestorben
Der Syndikus der Bayreuther Festspiele, Stefan Müller, ist im Alter von 32 Jahren an den Folgen einer Herzmuskelentzündung gestorben. Der Anwalt starb am Steuer seines Wagens, als er von Berlin nach Bayreuth unterwegs war. Auf dem Beifahrersitz saß eine der beiden Leiterinnen der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner. Ihr gelang es, den Wagen zum Halten zu bringen. Frau Wagner blieb unverletzt.

Brandenburger Symphoniker: neue Intendantin
Die bisherige Orchesterdirektorin der Komischen Oper Berlin, Ulrike Range, ist seit Anfang November neue Orchesterintendantin der Brandenburger Symphoniker. Sie soll das Orchester zu einem international anerkannten Klangkörper entwickeln.

Veronica Simeone gewinnt Gian Battista Viotti-Kontest
Die italienische Mezzosopranistin Veronica Simeone hat den ersten Preis beim Internationalen 59. Gian Battista Viotti Operngesangswettbewerb gewonnen. Sie erhielt dafür ein Preisgeld in Höhe von 15 000 Euro. Außerdem erhielt sie den mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis. Auf den Rängen zwei (4000 Euro) und drei (3000 Euro) folgten die koreanische Sopranistin Sang Eun Kim  und die japanische Mezzosopranistin Ikuko Nakajima.

Christoph Schlingensief plant Festivalhaus in Afrika
Christoph Schlingensief plant ein Festspielhaus in Afrika. Was genau dort zu sehen und zu hören sein wird, steht derzeit noch in den Sternen.

Angesichts der anhaltenden Banken- und Finanzkrise in den USA hat Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) vor einer zunehmenden privaten Finanzförderung für die Kulturinstitutionen des Landes gewarnt. Die Krise zeige, so Neumann, «wie riskant die Auslagerung der Kulturförderung auf den privaten Sektor, auf Firmensponsoring und Spenden ist». Deutschland stehe mit seinem hohen öffentlichen Finanzierungsanteil «sehr gut da». Die Fördersumme von acht Milliarden Euro, die Kommunen, Länder und der Bund jährlich aufbringen, sei in der Welt einzigartig.

Laut Meldungen in der französischen Presse steht das von Pierre Jourdan gegründete Théâtre Français de la Musique im Théâtre Impérial des Compiègne vor dem Aus. Das 1991 von dem im August 2007 gestorbenen Jourdan ins Leben gerufene Musiktheater befindet sich laut diesen Meldungen in einer schweren Finanzkrise, die dazu führt, dass ab sofort die Arbeit an weiteren Produktionen abgebrochen werden müsse. Das Theater bestreitet zwar die finanziellen Engpässe nicht, widerspricht aber auf seiner eigenen Webseite den Gerüchten, das Haus müsse schließen. Eine dementsprechende  «alarmistische Meldung» der Nachrichtenagentur AFP sei mit der Theaterleitung nicht abgesprochen gewesen. Das Programm werde weitergeführt, über die weiteren Schritte zur Rettung der Truppe werde man zu einem späteren Zeitpunkt informieren.

Anselm Rose hat seinen Vertrag als Intendant der Dresdner Philharmonie bis zum Jahr 2014 verlängert. Er hatte im Januar 2005 die Nachfolge von Olivier von Winterstein angetreten und war zuvor Geschäftsführender Intendant der Münchner Symphoniker.

Die Bayerische Akademie der Schönen Künste hat den Komponisten, Autor und Musiker Peter Michael Hamel mit dem Gerda und Günter Bialas Preis ausgezeichnet. Die mit 10 000 Euro ausgestattete Ehrung wird von der GEMA-Stiftung finanziert und seit 1998 alle zwei Jahre vergeben.

Der Termin der Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie verzögert sich weiter. Wie der Generalintendant des im Bau befindlichen Hauses, Christoph Lieben-Seutter, in einem Interview mit dem «Hamburger Abendblatt» verlauten ließ, lässt sich der avisierte Termin, das Jahr 2011, vermutlich nicht einhalten. Die Elbphilharmonie soll nun im Verlauf der Spielzeit 2011/12 ihrer Bestimmung übergeben werden. Hamburgs parteilose Kultursenatorin Karin von Welck kündigte bis Ende November eine verlässliche Kosten- und Terminplanung an.

Geboren wurde er in einer Stadt im Kaukasus, in Nalchik. Zentrum seines Lebens wurde dann lange eine Stadt, die zwei Namen trug. Als Yuri Temirkanov 1967, ein Jahr nach seinem Sieg beim Allsowjetischen Dirigierwettbewerb, als Dirigent debütierte, stand er vor den Leningrader Philharmonikern, deren Erster Gastdirigent er im Jahr darauf wurde. Als er 1988 die Chefposition bei diesem Orchester übernahm, hieß es St. Petersburger Philharmoniker. Sein Schwerpunkt lag auf dem symphonischen Repertoire und hier besonders auf russischer Literatur. Aber Temirkanov machte sich auch in seiner Funktion als Musikdirektor der Kirov-Oper einen Namen und dirigierte Bühnenwerke von Schostakowitsch, Prokofjew und Strawinsky. Am 10. Dezember feiert er seinen 70. Geburtstag.

Seinen Nachnamen entnahm er einem Städtchen an der Loire. Gérard Souzay, anno 1918 geboren als Gérard Marcel Tisserand, machte sich in der Folge vor allem als Liedsänger einen großen Namen. Kernpunkte seines Repertoires waren die Lieder von Fauré, aber vor allem auch von Schubert und Schumann. Souzay war ein Sprachtalent, er konnte in dreizehn Sprachen singen. Und auch auf der Opernbühne erlebte man den geschmeidigen Bariton, der 2004 im Alter von 85 Jahren verstarb, in Werken von Cimarosa, Monteverdi, Mozart, Massenet und Berlioz. Am 8. Dezember wäre Gérard Souzay 90 geworden.

Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) in Bonn feiert sein zehnjähriges Bestehen. 1998 gegründet, maßgeblich vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt und unter dem Dach des Deutschen Musikrates beheimatet, hat sich das MIZ seitdem als wichtige Informationsquelle für alle Fragen des Musiklebens erwiesen. Es stellt Daten, Fakten und Hintergrundinformationen zu zentralen Feldern bereit und dokumentiert Strukturen sowie kulturpolitische Entwicklungen der bundesdeutschen Musiklandschaft. Die Bandbreite der Informationen reicht dabei von der musikalischen Bildung und Ausbildung über das Laienmusizieren, die professionelle Musikausbildung und das Veranstaltungswesen bis hin zu den Medien der Musikwirtschaft. Fast alle diese Informationen werden auch im Internet – unter der Adresse «www.miz.org» – zur Verfügung gestellt.

Das Archiv Frau und Musik vergibt in Kooperation mit dem Institut für zeitgenössische Musik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main ab 2009 jährlich ein dreimonatiges Arbeitsstipendium für Komponistinnen aller Altersstufen und Nationalitäten. Die Auswahl wird von einer unabhängigen Jury getroffen.

Mendelssohn-Denkmal für Leipzig
Es gibt auch schöne Nachrichten aus der sächsischen Provinz: In Leipzig ist das nach Entwürfen von Werner Stein geschaffene neue Mendelssohn-Denkmal eingeweiht worden. Das Denkmal, dessen Aufstellung den Beginn der Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn im Jahre 2009 bildet,  steht am Dittrichring in der Innenstadt gegenüber der berühmten Thomaskirche.

Nikolaus Bachler will Münchner Opernball abschaffen
Der unter Kent Nagano, Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, begründete Münchner Opernball soll nach dem Willen des neuen Intendanten Nikolaus Bachler nicht mehr stattfinden. Er glaube nicht, dass man einen Opernball brauche, sagte Bachler in einem Interview. «Wir überlegen aber, ob wir im übernächsten Jahr vielleicht ein Künstlerfest im Nationaltheater machen.» Der Opernball war 2007 erstmals als «Ball der Künste» im Haus der Kunst veranstaltet worden. Mit dem exklusiven Ereignis wollte die Bayerische Staatsoper die Tradition der Münchner Kunstbälle wiederbeleben.

Katharina Wagner sucht Sponsoren
Die Bayreuther Festspiele sollen nach dem Willen der neuen (Ko-)Leiterin Katharina Wagner für Sponsoren geöffnet werden. «Das ist an anderen Häusern gang und gäbe; dann dürfen sich die Festspiele nicht verschließen», sagte die 30-Jährige. Sponsoring-Gelder seien aber nicht sicher. Der Grundstock der Finanzierung, so Frau Wagner, müsse auch künftig über öffentliche Finanzmittel gewährleistet sein. Die Festspiele dürften aber nicht zu einem Markenzirkus verkommen. Die Besucher sollen nicht «einen bestimmten Klingelton anhören müssen, damit sie wissen, von wem diese Vorstellung gesponsert ist». Der Kreis der privaten Geldgeber werde sehr sorgfältig ausgewählt. Ein Mitspracherecht in künstlerischen Belangen stehe außer Frage. «Die künstlerischen Entscheidungen ... sind unantastbar», betonte Frau Wagner.

Detlev Gojowy gestorben
Im Alter von 74 Jahren ist Detlev Gojowy verstorben. Der 1934 in Freital bei Dresden geborene Musikpublizist, der mit seiner Dissertation «Moderne Musik in der Sowjetunion» erstmals auf sich aufmerksam machte, erwarb sich vor allem als Verfasser einer Monografie ü


April 2009

Kaspar Holten verlässt Kopenhagener Oper

Der Künstlerische Direktor der Königlich Dänischen Oper Kasper Holten hat angekündigt, dass er seinen Vertrag, der ihn bis Ende der Spielzeit 2010/11 an das Haus bindet, nicht verlängern wird.

Kapriolen an der Oper Rom
Kaum hatte der italienische Kulturminister Sandro Bondi Roms Bürgermeister Gianni Alemanno für drei Monate zum kommissarischen Verwalter des Teatro Nazionale ernannt, entließ Alemanno die gesamte Direktion des Opernhauses, inklusive Nicola Sani, unter dessen Intendanz das Haus gerade aus langjährigem Dornröschenschlaf zu erwachen begann. Das wiederum sorgte bei der Belegschaft für derart großen Unwillen, dass Teile von ihr, darunter auch der geschasste Sani, in den Streik traten, so dass unter anderem drei Vorstellungen mit zeitgenössischem Musiktheater nicht stattfinden konnten. Der Bürgermeister brachte unterdessen Riccardo Muti als neuen Künstlerischen Leiter ins Gepräch.

Erstmals eine Frau an der Spitze eines italienischen Orchesters
Einen schweren Schlag haben die Machos des Landes hinnehmen müssen. Erstmals hat eine Frau ein italienisches Orchester dirigiert. Die chinesische Dirigentin Xian Zhang wurde vom Mailänder Orchestra Sinfonica Giuseppe Verdi zur Musikdirektorin ernannt. Sie folgt auf Riccardo Chailly, der das Orchester bereits 2005 verlassen hatte. Zhang ist laut italienischen Presseberichten Mutter eines zwei Monate alten Babys. Was die Machos, die ja immer auch Muttersöhne sind, vermutlich trösten wird. Bis dato war Xian Zhang «Associate Conductor» der New Yorker Philharmoniker. In Deutschland ist sie ebenfalls bekannt: Als erste Frau überhaupt dirigierte sie die Staatskapelle Dresden.

Professur für Christoph Schlingensief
Der Regisseur und Performancekünstler Christoph Schlingensief hat nicht nur ein Buch über seine Krebserkrankung geschrieben, er hat auch eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig für das Fach «Kunst in Aktion» erhalten. Künftig soll in es Kooperation mit dem Staatstheater Braunschweig jährlich eine öffentliche Veranstaltung geben, die von Studenten gemeinsam mit Schlingensief konzipiert wird. Die Professur ist auf fünf Jahre befristet.

Keine teuren Karten mehr für Bayreuth
Die neuen Bayreuth-Herrscherinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier, die unlängst ihre Verträge unterschrieben haben, wollen dem Verkauf völlig überteuerter Karten für die Bayreuther Festspiele im Internet einen Riegel vorschieben. Nach Angaben von Festival-Sprecher Peter Emmerich hatten Internetanbieter zum Teil das Vier- bis Fünffache für Bayreuth-Tickets verlangt – und erhalten. Das stelle eine Bereicherung dar, die man nicht gutheiße und dem Image der Festspiele schade, sagte Emmerich. Wie diese Anbieter an die Karten gekommen sind, ist unklar. Möglicherweise stammen sie aus Kontingenten, die der frühere Festspiel-Chef Wolfgang Wagner an Reiseveranstalter vergeben hatte. Solche Vereinbarungen soll es in Zukunft nicht mehr geben.

Neue Programmbücher für den Grünen Hügel
Was es aber in Zukunft geben soll, sind neue Programmhefte für den Grünen Hügel. Um das zu ermöglichen, streben die Bayreuther Festspiele und das Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth eine enge Zusammenarbeit an. Erstmals seit 1993 werden in der Spielzeit 2009 wieder Programmhefte für die einzelnen Produktionen angeboten. Sie sollen zwar nicht das bisherige Programmbuch für die gesamten Festspiele ersetzen, aber deutlicher als zuvor inszenierungsbezogen sein. In einer Lehrveranstaltung unter Anleitung von Professor Anno Mungen und betreut von Festspiel-Pressesprecher Peter Emmerich sollen Studenten entsprechende Programmbuchkonzepte entwickeln.

Komposition für hohen Druck
Kinder, schafft Neues! Anlässlich eines Hypertonie-Kongresses schreibt die Deutsche Hochdruckliga einen mit 5000 Euro dotierten Kompositionswettbewerb aus. Künstlerische Vorgaben und Einschränkungen gibt es nicht, der Wettbewerb ist offen für alle Besetzungen, vom Solo bis zum Kammerorchester. Nur das Thema der Neuschöpfung ist vorgeschrieben, es lautet «Blutdruck und Lübeck». Die prämierte Komposition soll beim 33. wissenschaftlichen Kongress «Hypertonie 2009» Mitte November in Lübeck uraufgeführt werden. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.hochdruckliga.de

Berliner Philharmoniker geehrt
Für ihre Videoplattform «Digital Concert Hall» sind die Berliner Philharmoniker bei den diesjährigen Lead Awards in der Kategorie «Web-TV» mit einer Goldmedaille ausgezeichnet worden. In der Digital Concert Hall überträgt das Orchester seit Beginn des Jahres Konzerte aus der Philharmonie – live und in High Definition-Qualität.

Studie über die wahre Opernleidenschaft
In drei Spielzeiten, von 2002 bis 2005, hat der amerikanische Professor Claudio Benzecry von der University of Connecticut versucht herauszufinden, was die Opernleidenschaft entfacht. Zu diesem Zweck beobachtete er Opernfans aus der Mittelschicht, die im Colón Opera House in Buenos Aires auf den oberen Rängen stehen. Die daraus resultierende Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es mit der Oper im Grunde so ist wie mit der Liebe. Es gibt sie häufig auf den ersten Blick. Und das ist doch wirklich schön.

Alexander Iljinskij gestorben
Der frührere Intendant des Berliner Friedrichstadtpalastes, Alexander Iljinskij, ist im Alter von 61 Jahren in Potsdam gestorben. Der studierte Theaterwissenschaftler und Philosoph leitete das größte Revuetheater Europas zwischen 1993 und 2004 und wurde seinerzeit als «Retter des Friedrichstadtpalasts» gefeiert, nachdem das Theater nach dem Ende der DDR in große Schwierigkeiten geraten war. Mit seinem Konzept, klassische Revue und theatrale Elemente zu verknüpfen, sorgte Iljinskij für steigende Zuschauerzahlen.

Cecilia Bartoli Ehrenmitglied in Halle /Saale
Anlässlich des 250. Todestags von Georg Friedrich Händel ist Cecilia Bartoli zum Ehrenmitglied im Fachbeirat der Stiftung Händel-Haus Halle berufen worden. Das Gremium steht dem Stiftungskuratorium in künstlerischen Fragen beratend zur Seite.

Nathan Currier verklagt Orchester
Weil sie die Erstaufführung seines Stücks «Gaian Variations» mitten im Konzert abbrach, hat der Komponist Nathan Currier die Brooklyn Philharmonic verklagt. Currier will eine Entschädigung von 250 000 US-Dollar erwirken, weil das Orchester seinen Ruf geschädigt habe. Der Klangkörper hatte die Aufführung im Lincoln Center abgebrochen, weil man sonst Überzeiten hätte beanspruchen müssen, teilte ein Sprecher des Orchesters mit. Currier will seine Klage fallenlassen, wenn das Orchester sein Stück, das – als Torso – von der New York Times verrrisen wurde,  vollständig aufführt.

Philippe Jordan dirigiert in Paris Wagners «Ring»
Philippe Jordan, der demnächst an der Opéra de Paris die Nachfolge von James Conlon als Musikalischer Direktor antritt, wird an der Seine Wagners «Ring» dirigieren. Es ist die erste zyklische Aufführung seit einem halben Jahrhundert. «Das Rheingold» und «Die Walküre» stehten im Frühling 2010 auf dem Programm, «Siegfried» und «Götterdämmerung» sollen in der Spielzeit 2010/11 folgen.

Margreta Elkins gestorben
Die australische Mezzosopranistin Margreta Elkins ist im Alter von 78 Jahren in Brisbane gestorben. Sie debütierte im Alter von 17 Jahren bei der National Opera Company of Australia. 1956 war sie mit Verdis Aida erstmals im Londoner Covent Garden zu hören und zu sehen. In der Folge trat Margreta Elkins mit den großen Sängerinnen ihrer Zeit auf die Bühne, darunter Maria Callas und Joan Sutherland. 1976 kehrte sie nach Australien zurück, wo sie nach ihrem Bühnenabschied am Queensland Conservatorium der Griffith University unterrichtete.

Jonathan Pell wird Künstlerischer Leiter der Dallas Opera
Der Direktor der Künstlerischen Administration, Jonathan Pell, wird Künstlerischer Leiter der Dallas Opera. Pell folgt in diesem Amt auf den Dirigenten Nicola Rescigno, einen der Mitbegründer der Operncompagnie.

Komposionswettbewerb für Kinder- und Jugendoper
Das sind doch mal gute Nachrichten: Das Landestheater Schwaben schreibt erstmals einen Komponistenwettbewerb für eine Kinder- und Jugend-Kurzoper aus. Weitere Informationen zu dem Wettbewerb gibt es im Internet unter der Adresse www.landestheater-schwaben.de

Lothar Zagrosek erhält Kritikerpreis und will Berlin verlassen
Der Dirigent Lothar Zagrosek, Chef des Konzerthausorchesters Berlin, hat den Kritikerpreis für Musik 2009 erhalten. Die Ehrung wird Mitte Juni im Kammermusiksaal der Philharmonie zu Berlin erfolgen. Zugleich hat Zagrosek mitgeteilt, dass er seinen Vertrag als Chefdirigent des Konzerthausorchesters nicht über die Spielzeit 2010/11 verlängern wird.  Der 66-Jährige hatte das Amt erst 2006 angetreten. In einer Mitteilung seiner Künstleragentur hieß es, dass Zagrosek seine Entscheidung bedaure, aber für «eine Fortsetzung seiner seit drei Jahren von großer öffentlicher Zustimmung begleiteten inhaltlichen Neupositionierung des Konzerthausorchesters aufgrund der fehlenden Unterstützung seiner Arbeit keine Perspektive mehr sieht».

YouTube-Orchestra spielt Tan Duns «Eroica» in New York
Event oder Kunst? Entscheiden Sie selbst. Und vernehmen folgende Kunde: Das von Michael Tilson Thomas geleitete YouTube Symphony Orchestra hat im Rahmen eines Konzerts in der New Yorker Carnegie Hall Tan Duns mächtig aufgeblasenes Orchesterwerk «Eroica» mit dem Untertitel «Internet Symphony Nr. 1» uraufgeführt. Wenig später landete das Ereignis im Netz.

52 Jahre Wagners «Parsifal» in Mannheim
Geradezu romantisch mutet dagegen die folgende Gewissheit an: Seit 52 Jahren wird am Nationaltheater in Mannheim der «Parsifal» unverändert in der Regie von Hans Schüler gespielt. Damit löst diese Produktion, die ihre Premiere am 14. April 1957 feierte, als Rekordhalter die Bayreuther Uraufführungsinszenierung ab, die von 1882 bis 1933 gegeben wurde.
 

März 2009

Christopher Alden gewinnt Preis für beste neue Opernproduktion
Für seine Inszenierung von Händels Oper «Partenope» an der English National Opera ist der Regisseur Christopher Alden mit dem Award of Best New Opera Production ausgezeichnet worden. Der Musikdirektor der ENO, Edward Gardner, erhielt für sein Dirigat in der nämlichen Produktion für Outstanding Achievement einen Opera Award.

Anna Prohaska gewinnt Daphne Preis
Anna Prohaska, Ensemblemitglied der Berliner Staatsoper Unter den Linden, hat für herausragende sängerische und darstellerische Leistungen den Daphne-Preis 2008 der Theatergemeinde Berlin erhalten. Der Preis wird seit 1976 verliehen und an junge Talente vergeben. Preisträger waren bisher unter anderem Christina Drechsler (2005), Michael Banzhaf (2006) und Anna Samuil (2007). Die Preisträgerin erhält eine von dem Bildhauer Karl-Heinz Krause geschaffene Skulptur.

Mahler Chamber Orchestra: Residenz in Nordrhein-Westfalen
Das Mahler Chamber Orchestra, eines der vielseitigsten Kammerorchester, das auch als Opernorchester sehr gefragt ist, kommt für eine mehrjährige Residenz nach Nordrhein-Westfalen. Drei der großen Musikinstitutionen des bevölkerungsreichen Bundeslandes – das Konzerthaus Dortmund, die Kölner Philharmonie und die Philharmonie Essen – haben sich zu einer Kooperation  zusammengeschlossen, um mit Konzerten des Mahler Chamber Orchestra an den drei Spielorten das musikalische Profil Nordrhein-Westfalens international zu schärfen. Darüber hinaus zielt die Residenz des MCO auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Orchesterzentrum/NRW in Dortmund, um der Ausbildung professioneller Orchestermusiker Impulse zu geben.

Theater Mönchengladbach zieht um
Mit Beginn der Spielzeit 2009/10 residiert das Theater Mönchengladbach, das mit dem Theater Krefeld schon lange eine Ehe führt, im Theater im Nordpark, einer ehemaligen «Wehrbereichsverpflegungshalle» der Bundeswehr, in unmittelbarer Nähe des Hockey- und des Borussia-Parks. Grund für den außergewöhnlichen Ortswechsel der Theater- und Opernmacher ist die dringende Sanierung des Stammhauses an der Odenkirchener Straße. Diese wird mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen. Im Ausweichquartier wird in zwei Sälen mit einer Kapazität von 558 bzw. 278 Plätzen gesungen, gespielt und getanzt.

Neugegründetes US-Orchester sucht neue Märkte
Man glaubt es nicht, es ist aber wahr: In Washington D. C. hat sich ein Orchester mit dem Namen «DC Philharmonic Orchestra» gegründet. Am 9. April gibt der Klangkörper seinen Einstand mit Werken von Torke, Barber und Mahler («Auferstehungssymphonie»). Geleitet wird es von dem afroamerikanischen Dirigenten John Baltimore. Dieser will vor allem die in der Region  von Washington gewichtige obere Mittelklasse der Afroamerikaner in den Konzertsaal locken. Baltimore hofft, dass sich das Orchester schon bald selbst trägt. Ein ehrgeiziges Projekt, schon die ersten Konzerte verschlingen eine Viertelmillion Dollar. Vorfinanziert hat sie Baltimore höchstselbst mit Darlehen von Freunden und Familienmitgliedern.  Im Juni soll die «DC Philharmonic» eine halbszenische Aufführung von Gershwins «Porgy and Bess» realisieren.

Baltimore Opera ist am Ende
So weit die schönen Träume, die Wirklichkeit werden. Nun zu den Alpträumen. Die Wirtschaftskrise in den USA fordert ein prominentes Opfer. Die vor knapp sechzig Jahren gegründete Baltimore Opera muss ihren Spielbetrieb einstellen und wird aufgelöst. Alle noch vorhandenen Sachwerte werden laut einem Bericht der Washington Post verkauft, um offene Rechnungen zu bezahlen. Wie berichtet, musste das zwischen New York und Washington gelegene Opernhaus schon vor drei Monaten Gläubigerschutz beantragen. Wie zahlreiche andere Kulturinstitutionen in den USA hatte die Baltimore Opera mit einem starken Einbruch bei den Sponsorengeldern und Ticketverkäufen kämpfen müssen. Nun ist der Kampf endgültig verloren.

Finanzkrise beschert Met schlechte Zahlen
Noch nicht ganz so weit ist es in Manhattan. Doch einhundert Millionen US-Dollar, das ist ganz schön viel Geld. Und genau diese Summe fehlt der legendären Metropolitan Opera New York. Der Grund ist – wie sollte es anders sein – die anhaltende Finanzkrise in den USA, die auch Barack Obama noch nicht beenden konnte. Die Sponsoren sitzen auf ihrem Geld, die Tickets verkaufen sich nicht gut. Als erste Maßnahme hat die Leitung der Met nun die Sänger des Hauses gebeten, auf zehn Prozent ihrer Gagen zu verzichten. Außerdem bot das Opernhaus zwei Gemälde von Marc Chagall, die in der Lobby hängen, der Bank JP Morgan Chase an. Doch nicht zum Verkauf, sondern als Sicherheit für einen Kredit in Höhe von zirka 35 Millionen US-Dollar.

Zubin Mehta bittet um Geld für serbische Philharmonie
Nicht ganz so viel Geld, aber auch ein bisschen was will der Dirigent Zubin Mehta haben, um das Philharmonische Orchester Serbiens besser ausstatten zu können. Mehta wandte sich in einem offenen Brief, der in sämtlichen Zeitung des Landes veröffentlicht wurde, mit einer entsprechenden Bitte an den serbischen Staatspräsidenten Boris Tadic. Nur mit einer finanziellen Besserstellung könne der internationale Ruf des Orchesters, das erst im Jahr 2000 gegründet worden war, gehalten werden, heißt es in dem Schreiben. Erst vor Kurzem war Ivan Tasovac als Direktor der Philharmonie zurückgetreten, weil sich die Spitzenmusiker mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von rund 38 000 Dinar zufrieden geben müssen – das sind umgerechnet 420 Euro!

Hamburg kümmert sich um seine Symphoniker
Berlin, hör gut hin: Um das Niveau der kommunalen Orchester kontinuierlich zu verbessern, wird die Stadt Hamburg den Etat des drittgrößten Klangkörpers, der Hamburger Symphoniker, bis zum Jahr 2010 um anderthalb Millionen Euro aufstocken, das entspricht 50 Prozent. Durch diese Anhebung der Subventionen wird eine Höherstufung des Orchesters zur Orchestertarifstufe «A» möglich. Den designierten Chefdirigenten des Orchesters, Jeffrey Tate, dürfte die Nachricht freuen.

Radio France plant neuen Konzertsaal für Paris
Freuen dürfen sich auch die Pariser Klassikfans. Anfang 2013 soll ein neuer Konzertsaal mit 1400 Plätzen eingeweiht werden, den Radio France errichten lassen will. Die Arbeiten an dem Saal, der auch über eine Orgel verfügen soll und im Pariser Maison de Radio France realisiert wird, sollen im Februar 2011 aufgenommen werden. Der Saal soll in der Folge als Heimat für die beiden großen Klangkörper der französischen Kapitale dienen, für das Orchestre National de France und das Orchestre Philharmonique de Radio France. Das Design der Akustik übernimmt laut Aussagen der Verantwortlichen die japanische Spezialfirma Nagata Acoustics. Budgetiert sind für das Projekt 32 Millionen Euro.

Verzögerungen bei Renovierung des Bolschoi Theaters
Während in Paris die Zeichen auf Erneuerung stehen, stehen sie in Moskau auf Erstarrung. Das traditionsreiche Bolschoi Theater kann vermutlich erst 2013 wiedereröffnet werden. Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax werden die Sanierungsarbeiten überdies rund 1,5 Milliarden  Dollar teurer als bislang geplant. Wie berichtet, war noch im vergangenen Dezember mitgeteilt worden, das Bolschoi Theater solle 2011 seiner Bestimmung übergeben werden.

Kurt Weill Fest in Dessau mit steigenden Besucherzahlen
Nach Angaben des Veranstalters war das Kurt Weill Fest in Dessau in diesem Jahr ein Erfolg. Die 41 Veranstaltungen des traditionsreichen Festivals wurden von rund 10 000 Zuschauern besucht, das entspricht einer Auslastung von 90 Prozent. Der Intendant des Kurt Weill Fests, Clemens Birnbaum, erklärte in diesem Zusammenhang seinen Abschied. Birnbaum ist designierter Direktor der Stiftung Händel-Haus und designierter Intendant der Händel-Festspiele in Halle/Saale.

Witiko Adler für sein Lebenswerk ausgezeichnet
Der Chef der Berliner Konzertdirektion Adler, Witiko Adler, ist in Hamburg mit dem «Live Entertainment Award» für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Adler, der im Juli 80 Jahre alt wurde, brachte Künstler wie Daniel Barenboim, Yehudi Menuhin und Anne-Sophie Mutter auf die Bühne und gestaltete seit Ende des Zweiten Weltkriegs einen Teil des Berliner Musiklebens mit. Der Musiker Justus Frantz würdigte Adler in seiner Laudatio als Persönlichkeit, die Werte wie Nachhaltigkeit, Bedächtigkeit und Vertrauen verkörpere.

Diapason d´Or für Pepping-Einspielung des Rundfunkchores Berlin
Die renommierte französische Musikzeitschrift Diapason hat die Aufnahme des «Passionsberichts des Matthäus» von Ernst Pepping durch den Rundfunkchor Berlin und Stefan Parkman mit dem «Diapason d´Or», der goldenen Stimmgabel des Monats März ausgezeichnet.

In Gründung: eine Deutsche Sullivan Gesellschaft
Am 6. Juni soll in Schwalbach im Taunus bei der dortigen Opernakademie die Deutsche Sullivan Gesellschaft gegründet werden. Die Gesellschaft soll die Verbreitung und das Verständnis des Gesamtwerks des Komponisten, der von 1842 bis 1900 lebte, fördern. Ziel ist es, neben den populären «Savoy Operas» auf Libretti von Sir W. S. Gilbert hinaus das übrige Opernschaffen sowie die Orchester- und Kammermusik von Sullivan einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Henri Pousseur gestorben
Henri Posseur ist am 6. März gestorben. In Deutschland wurde der belgische Komponist vor allem durch seine Oper «Votre Faust» bekannt. Das Werk, an der Mailänder Scala 1969 aus der Taufe gehoben und erst dreizehn Jahre später in deutscher Erstaufführung in Gelsenkirchen zu erleben, war ein «Spiel in der Art einer Oper», zu dem Pousseur selbst und der französische Romancier Michel Butor das Libretto verfassten. Ein gewöhnliches Bühnenwerk ist diese «Faust»-Oper nicht. Der Ablauf der Szenen kann an bestimmten Punkten der Handlung durch Entscheidungen des Publikums variiert werden.  Pousseur war neben Pierre Boulez, den er 1951 kennenlernte, einer der prägenden Vertreter der seriellen Kompositionstechnik. Bei Karlheinz Stockhausen, Luciano Berio und Bruno Maderna fand er wesentliche Inspiration für seine Kompositionen elektronischer Musik. 1958 gründete er das «Studio de Musique Electronique» in Brüssel.

Würzburg einigt sich mit geschasstem GMD
Die Stadt Würzburg und der von ihr geschasste Generalmusikdirektor des Mainfranken Theaters, Jin Wang, haben sich vor einem Schiedsgericht auf eine einvernehmliche Lösung des Konflikts geeinigt. Die Vorwürfe gegen den Dirigenten wegen sexueller Nötigung werden fallen gelassen, auch von einer fristlosen Entlassung ist nicht mehr die Rede, vielmehr wird nun von einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses rückwirkend zum 31. Dezember 2008 gesprochen. Wang erhält überdies eine Abfindung in Höhe von 105 000 Euro.

Visabestimmungen gefährden Oper
Vertreter des Royal Opera House Covent Garden sind bei britischen Parlamentarierern vorstellig geworden, um sie um Hilfe zu bitten. Doch nicht einen neuen Heldentenor suchen die Damen und Herren, sie beklagen sich vielmehr darüber, dass die verschärften Visa-Regeln es unmöglich machen, kurzfristig Sängerinnen oder Sänger für Opernproduktionen des Hauses einzufliegen. Die Anforderungen der neuen biometrischen Pässe haben zur Folge, dass der Prozess der Erteilung eines Visums nun zehn Tage anstatt wie bisher 24 Stunden dauert. Aus Protest gegen die Bestimmungen hatte bereits der Pianist Grigory Sokolov einen Klavierabend in London abgesagt.

Oper für Blinde und Sehbehinderte in Heidelberg
Erstmals hat es in Deutschland eine Opernaufführung gegeben, die für Blinde und Sehbehinderte barrierefrei zu genießen war. Im Heidelberger «Titus» wurde die Aufführung mit Live-Audiodeskription versehen, zu empfangen war das Geschehen auf der Bühne durch bereitgestellte Audioguides. Am gleichen Tag wurden Bühnen-, Kostüm- und Maskenführung zum besseren Verständnis des späteren Bühnengeschehens angeboten.

Theater Erfurt ediert Reinthalers «Käthchen»
Das Theater Erfurt macht in einer «Edition Theater Erfurt» Carl Reinthalers Oper «Das Käthchen von Heilbronn» auf Kleist als Rekonstruktion des Aufführungsmaterials verfügbar. Es bricht dabei eine Lanze für den fast vergessenen Komponisten. Die Rekonstruktion ist laut Aussagen von Chefdramaturg Arne Lange nötig, weil der Verlag, der das 1881 an der Oper Frankfurt uraufgeführte Werk ursprünglich herausgab, nicht mehr existiert. Als Ausgangsmaterial dienten dabei unter anderem von Hand erstellte Stimmauszüge. Der 1822 geborene Komponist Carl Martin Reinthaler war Domorganist in Bremen.

Brand im Theater Basel
Glimpflich ist ein Brand im Theater Basel ausgegangen. Während einer privaten Hochzeitsfeier war im «Nachtcafé» Feuer ausgebrochen. Mitarbeiter des technischen Dienstes brachten dieses aber schnell unter Kontrolle. Auch die Berufsfeuerwehr der Stadt Basel rückte an und konnte zur Löschung des Brandes, bei dem niemand ernstlich verletzt wurde, beitragen. Der Grund für das
Feuer ist noch unbekannt.

Schönbergs «Gurrelieder» mit Geld-zurück-Garantie
Die Philharmonie von Birmingham will Besuchern eines Konzerts, bei dem die «Gurrelieder» von Arnold Schönberg aufgeführt werden, das Eintrittsgeld zurückerstatten, sollten diese keinen Gefallen an der Aufführung oder besser: an dem Stück finden. Man sei, so ein Sprecher der Birmingham Symphony Hall, überzeugt davon, dass diese Maßnahme ihre Wirkung beim Publikum nicht verfehlen werde. Wenig überzeugt zeigte sich ein Kommentator der Zeitung «Telegraph». Er vertrat die Meinung, man versuche dem Publikum ständig klarzumachen, Kunst habe etwas mit Risiko zu tun. Mit der Geld-zurück-Garantie werde diese wichtige Funktion von Kunst jedoch unterlaufen.

Stadt Köln muss James Conlon entschädigen
James Conlon hatte zwar keine Geld-zurück-Garantie in seinem Vertrag. Aber so etwas Ähnliches. Denn nun muss die Stadt Köln für eine kulturpolitische Nachlässigkeit von besonderer Heiterkeit büßen. Der 20. Zivilsenat des Oberlandesgerichtes Köln verurteilte die Kommune dazu, an Conlon, den früheren Generalmusikdirektor und Chefdirigenten des Gürzenich-Orchesters, exakt 1 013 149,50 Euro Schadensersatz zu zahlen, also mehr als eine Million Euro. Ferner muss die Stadt dem Dirigenten eventuelle weitere Steuerschäden vor dem Hintergrund ersetzen, dass ihm das Finanzamt Köln von 1991 bis 1995 als «Inländer» behandelte. Der amerikanische Staatsbürger Conlon, von 1989 bis 2002 in Köln engagiert, habe, so das Gericht,  «uneingeschränkt glaubhaft» machen können, dass der damalige Kulturdezernent Peter Nestler ihn zu einem Zweitwohnsitz in Köln überredet und dabei eine falsche Auskunft über die steuerlichen Konsequenzen erteilt habe. In einem ersten Verfahren im Mai 2007 waren Conlon nur schlappe 176 000 Euro zugesprochen worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil nun auf.
 

Februar 2009

Aufregung um Henzes NSDAP-Mitgliedschaft
Erinnern wir uns: Es war 1997, da wurde in der Berliner Philharmonie mit großem Aplomb die neunte Symphonie Hans Werner Henzes aus der Taufe gehoben. Ein üppiges, räsonnierendes, machtvoll ausgreifendes Opus, dessen Grundlage und politisches Rückgrat der Roman «Das siebte Kreuz» von Anna Seghers bildete. Gewidmet hatte der Komponist seine Neunte «den Helden und Märtyrern des deutschen Antifaschismus». Und beileibe war sie nicht die einzige Komposition Henzes, die sich mahnend mit der finsteren Vergangenheit Deutschlands auseinandersetzte. Sein Oeuvre, so Henze einmal, sei als Warnung vor dem Vergessen der Nazi-Verbrechen zu verstehen. Und nun das! Laut einem Bericht der Züricher Wochenzeitung «Die Weltwoche» war Henze Parteimitglied der NSDAP. Als Indiz für diese These dient eine im Bundesarchiv in Berlin befindliche Karteikarte mit der Nummer 9884828. Beantragt wurde die Mitgliedschaft demnach am 18. Januar 1944; den damaligen Usancen gemäß erfolgte die Bestätigung dann am 20. April 1944, an Hitlers Geburtstag. Hans Werner Henze war zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre jung, nolens volens Mitglied der Hitlerjugend und nach der Abstellung zum Arbeitsdienst in die Wehrmacht verpflichtet. In einer Stellungnahme sagte Henze gegenüber der «Weltwoche», es handle sich lediglich um eine «phantomatische Mitgliedschaft in der NSDAP». Es komme ihm so vor, «als ob irgendwelche bösen Geister aus der Finsternis auftauchen». Er erinnere sich nicht daran, «jemals den Wunsch verspürt zu haben, der NSDAP beizutreten». Henze geht von dem (durchaus wahrscheinlichen) Fall aus, dass seine Mitgliedschaft eine Art Geburtstagsgeschenk der zuständigen Gauleitung an Hitler gewesen sei. Eine Annahme, die durch Forschungen einiger Historiker gestützt ist, denen zufolge es Sammelaufnahmen gegeben hat, die ohne Unterschrift des Einzelnen auskamen. Eine weitere Möglichkeit: Nicht Henze selbst, sondern sein Vater Franz Henze, ein strammer Nazi, tätigte die Unterschrift für seinen Sohn. So oder so wäre Hans Werner Henze damit ein Vertreter jener «verratenen Generation», von der Heinz Bude im Bezug auf die Jahrgänge 1926/27 gesprochen hat und zu der neben Henze auch Martin Walser, Dieter Hildebrandt und Siegfried Lenz zählen; mithin einer Generation, die ohne erklärten Willen Parteimitglied der NDSAP wurde. Mit Blick auf Henzes Werk, das ohnehin klüger ist als sein Autor, mag man sich dieser Einschätzung anschließen.

Tatort Bayerische Staatsoper
Morde sind in der Oper an der Tages- oder besser, an der Abendordnung. Und so verwundert es wenig, wenn die Bayerische Staatsoper zum Schauplatz eines gar grausamen Verbrechens wird. Im Münchner Musentempel wurden Szenen zu einer neuen Folge der ARD-Serie «Tatort» gedreht. Der Fernsehfilm trägt den Titel «Täuschung» und ist bereits der 53. Fall der ermittelnden Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec). Dabei geht es, man zittert und schaudert ein bisschen, um den Mord an einem (wahrscheinlich zu neugierigen) Journalisten. Inwieweit dessen Tod in Verbindung mit der Oper und ihren Gepflogenheiten steht, war bis zum Redaktionsschluss bedauerlicherweise nicht herauszufinden.

Uraufführungen in Italien
Italiens Opernhäuser trotzen der großen Finanzkrise. Gleich zwei bemerkenswerte Uraufführungen sind im Land des massiven Kulturabbaus im April zu erleben. Im Teatro Verdi di Trieste wird die auf Puschkin basierende Oper «Il Carro e i canti» des lombardischen Komponisten Alessandro Solbiati aus der Taufe gehoben; es ist das erste Werk für Musiktheater Solbiatis, zu dem er selbst das Libretto verfasst hat. Regie führt Ignacio Garcias, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Paolo Longo. An der Mailänder Scala erlebt gut eine Woche später  «Les 33 Noms» für zwei Soprane und Orchester von Ivan Fedele seine Uraufführung. Das Opus basiert auf einer Sammlung von Kurzgedichten der französischen Schriftstellerin Marguerite Yourcenar und ist ein Auftragswerk der Scala. Die Solistinnen des Abends sind Valentina Colodonato und Julia Henning; David Robertson dirigiert das Orchestra Filarmónica della Scala. – Ärger gibt es an der Scala wegen der Oper «An Inconvenient Truth» des italienischen Komponisten Giorgio Battistelli, die auf einem Buch des ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore beruht. Der Regisseur William Friedkin hat sich aus der Produktion zurückgezogen, weil es mit dem Librettisten J. D. McClatchy zu unüberbrückbaren künstlerischen Differenzen gekommen ist. Battistelli hingegen erklärte der Tageszeit «Corriere della Sera» gegenüber, Friedkin habe das Werk mit Spezialeffekten aufpeppen wollen, die eher nach Hollywood als an die Scala passen würden.

São Paulo wirft Orchesterchef raus
Ärger gibt es auch in São Paulo: Das Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo hat sich von seinem Chefdirigenten John Neschling getrennt. Hauptgrund für den Rauswurf, der angeblich per e-mail über die Bühne gebracht wurde, soll ein Interview des Dirigenten mit der Zeitung «O Estado de S. Paulo gewesen sein, in dem Neschling den Verantwortlichen vorgeworfen hat, seine Nachfolge ab 2010 auf unverantwortliche Weise und ohne seine Beteiligung geregelt zu haben. Ein Nachfolger für Neschling steht bereits bei Fuß. Bis auf Weiteres wird Yan Pascal Tortelier das Orchester leiten.

Wiener Bundestheater machen Plus
Davon können bundesdeutsche Theater wohl nur träumen: Der österreichische Bundestheaterkonzern verzeichnete im Geschäftsjahr 2007/08 ein positives Jahresergebnis in Höhe von rund zwei Millionen Euro. Zum guten Ergebnis trugen die Wiener Staatsoper mit einem Plus von 600 000 Euro und die Volksoper Wien mit einem Plus von 1,3 Millionen Euro bei. Der Eigendeckungsgrad des Bundestheaterkonzerns betrug im gewählten Zeitraum gute 39 Prozent. Die Wiener Staatsoper lag hierbei mit 47 Prozent sogar noch weit über dem Durchschnitt.

Glamour Girl wird Opernheldin
Der britische Komponist Mark-Anthony Turnage schreibt für das Royal Opera House Covent Garden eine Oper. Doch nicht eine literarische Vorlage dient ihm als Inspiration, sondern das Leben und (tödliche) Scheitern eines der bekanntesten Glamour-Girls der USA, des sogenannten «Busenwunders» Anna Nicole Smith, die weiland im Alter von 26 Jahren den damals 90-jährigen Milliardär J. Howard Marshall heiratete und an einer Überdosis Drogen starb. Das Libretto zur Oper, die 2011 herauskommen soll, schreibt Richard Thomas, der bereits den Text zur kontrovers aufgenommenen Oper über den amerikanischen Talkmaster Jerry Springer verfasst hat.

Hauskomponist der BBC: HK Gruber
Der österreichische Tonsetzer HK Gruber, dessen Oper «Herr Nordwind» 2005 vom Opernhaus Zürich uraufgeführt wurde, wird ab September offizieller Hauskomponist der BBC Philharmonic. Gruber übernimmt das Amt von seinem schottischen Kollegen James MacMillan und wird neben seiner schöpferischen Tätigkeit auch das Orchester in mehreren Konzerten dirigieren. Zudem soll er mit Studenten des Royal Northern College of Music zusammenarbeiten.

Richard Salter gestorben
Richard Salter ist tot. Der Bayerische Kammersänger starb im Alter von 65 Jahren am 1. Februar in Karlsruhe, wo er gerade mit den Proben zur bevorstehenden Premiere von «Tod in Venedig» beginnen wollte. Im September sollte er die Hauptpartie bei der Uraufführung der Oper «Kepler» von Philip Glass übernehmen. Salter war von 1987 bis 2007 Ensemblemitglied des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München (Nachruf in OW 3/2009).

Berliner Philharmoniker trauern um Jan Diesselhorst
Jan Diesselhorst, Cellist der Berliner Philharmoniker und Mitglied des Philharmonia Quartetts und des Ensembles «Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker», ist im Alter von 54 Jahren in Berlin gestorben. Diesselhorst war lange Jahre Orchestervorstand des Klangkörpers, lehrte an der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker und war von 2003 bis 2005 Mitglied des Fünferrates. 1977, im Alter von 23 Jahren, war er Cellist des Orchesters geworden.

Klangkünstler Max Neuhaus gestorben
Der amerikanische Musiker und Klangkünstler Max Neuhaus ist gestorben. Neuhaus, 1939 im texanischen Beaumont geboren, experimentierte als einer der Ersten mit den Wirkungen akustischer Phänomene auf unsere Raumwahrnehmung und gilt als Pionier der Rauminstallation. Selbst als Musiker ausgebildet, gab er in den sechziger Jahren Konzerte mit Karlheinz Stockhausen und Pierre Boulez und tourte als Solo-Perkussionist durch die USA und Europa. Neuhaus führte den skulpturalen Klang auch in die zeitgenössische Kunst ein.

Connecticut Opera muss schließen
Schlimme Nachrichten aus den USA: Die Connecticut Opera musste schließen. Nach 67 Spielzeiten wurde die Opera Company in Hartford Opfer der heftigen Finanzkrise, die auch anderen Theatern und Opern in den USA schwer zu schaffen macht. So musste die Los Angeles Opera 17 Mitarbeiter entlassen, das Budget um 20 Prozent kürzen und geplante Premieren absagen. Das Miami City Ballett sah sich gezwungen, acht Tänzern zu kündigen, die Baltimore Opera erklärte sich sogar komplett zahlungsunfähig. Es scheint der Anfang eines weiteren Kollapses der Kunst zu sein: Die unabhängige Vereinigung «Americans for the Arts» schätzt, dass insgesamt rund 10 000 Kunstorganisationen aufgrund der Krise bis zum Ende des Jahres von der Bildfläche verschwinden werden.

Met plant acht Neuproduktionen
Glaubt man den Mitteilungen der Met, dann scheint sie nicht gar so schlimm von der Krise betroffen. Das Haus kündigte für die Spielzeit 2009/10 acht neue Produktionen an. Darunter sind vier eigene Premieren: Rossinis «Armida», Verdis «Attila», Janáceks «Aus einem Totenhaus» sowie «Die Nase» von Schostakowitsch. Neu produziert werden «Carmen» von Bizet, Offenbachs «Les Contes d´Hoffmann», Thomas´ «Hamlet» sowie Puccinis «Tosca». Mit letztgenanntem Werk eröffnet die Spielzeit 2009/10; Luc Bondy inszeniert, Met-Chef James Levine hat die musikalische Leitung, Karita Mattila singt die Titelpartie. Zudem wird es an der Met 18 Wiederaufnahmen geben. Und einige Debüts am Pult und am Regietisch: Pierre Boulez, Riccardo Muti, Andris Nelsons; Esa-Pekka Salonen und Yannick Nézet-Séguen klettern erstmals in den Met-Graben. Neben Bondy sind auch Pierre Audi, Patrice Chéreau, William Kentridge und Richard Eyre erstmals in New York, um am größten Musiktempel der Stadt zu inszenieren.

Chicago Symphony: Konzerte aus dem Netz
Auch aus Chicago kommen gute Nachrichten. Das Chicago Symphony Orchestra bietet qualitativ hochwertige Downloads seiner Konzerte an, die im sogenannten «CSO Resound Catalog» vertreten sind. Die Downloads sind iTunes- und iPod-kompatibel.

Auch Hamburgs Oper geht in den Kindergarten
Simone Young, die Philharmoniker Hamburg und Künstler der Staatsoper Hamburg gehen eine neue Kooperation ein und erweitern damit zugleich ihre pädagogische Arbeit um einen wichtigen Baustein: Durch die Zusammenarbeit mit dem Musikkindergarten Hamburg werden sich die beteiligten Künstler für Kinder und ihre musikalische Erziehung schon vor deren Schuleintritt engagieren. Details zu dem Konzept, das im Großen und Ganzen auf der in Berlin bereits realisierten Idee eines musikalischen Kindergartens basiert, finden sich auf der Website www.musikkindergarten-hamburg.com.

Siemens-Musikpreis für Klaus Huber
Der Schweizer Komponist Klaus Huber hat den diesjährigen Ernst-von-Siemens Musikpreis erhalten, die bedeutendste und mit 200 000 Euro auch höchstdotierte Auszeichung für klassische Musiker in Deutschland. Übergeben wird der Preis am 15. Mai bei einem Festakt in den Münchner Kammerspielen. Die Laudatio hält Hubers Landsmann, der Musikpublizist Max Nyffeler. An diesem Abend werden auch die drei Ernst-von-Siemens-Förderpreise vergeben. Sie gehen an die in Freiburg lebende Chinesin Lin Yang, den in Prag lebenden Tschechen Miroslav Srnka sowie an den in Paris lebenden Italiener Francesco Filidei.

Deutscher Dirigentenpreis vergeben
Simon Gaudenz hat den Deutschen Dirigentenpreis 2009 gewonnen. Beim Finale im Konzerthaus Berlin, das die mit insgesamt 35 000 Euro dotierte Auszeichnung in Zusammenarbeit mit der BHF-Stiftung und dem Deutschen Musikrat vergibt, setzte sich der Schweizer, der bereits Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Collegium Musicum Basel ist, mit einer Interpretation von Strawinskys «Le Sacre du Printemps» gegen die Kontrahenten Shi-Yeong Sung und Rasmus Baumann durch. Mit dem Preis verbunden ist die musikalische Leitung der Bad Homburger Schlosskonzerte für jeweils eine Konzertsaison und die Produktion einer CD.

Theater Nordhausen: Leitung komplett
Angela Kalms ist neue Verwaltungsdirektorin und Stellvertreterin des Intendanten der Theater Nordhausen/Loh Orchester Sondershausen GmbH.  Damit leitet Kalms, die bislang künstlerische Betriebsdirektorin und Personalleiterin war, gemeinsam mit dem Intendanten und Geschäftsführer Lars Tietje das von den Städten Nordhausen und Sondershausen sowie dem Kyffhäuserkreis und dem Landkreis Nordhausen getragene größte Nordthüringer Kulturunternehmen.

Sächsische Landesbühnen: Intendant bleibt bis 2013
Christian Schmidt hat seinen Vertrag als Intendant der Sächsischen Landesbühnen bis zum Jahr 2013 verlängert. Er übt dieses Amt seit 1991 aus. Die sächsische Kunstministerin Eva-Maria Stange sagte, sie wolle mit der Vertragsverlängerung den Sächsischen Landesbühnen die notwendige Stabilität und Planungssicherheit geben.

Was ist zeitgenössische Musik?
Der Sender SWR2 bietet eine neue Sendereihe an, in der die Frage geklärt werden soll, was zeitgenössische Musik ist und sein kann. «Zeitgenössisch werden. Ausbildungswege der Neuen Musik» heißt das Format, das ab 16. März auf Sendung geht.

Krefeld-Mönchengladbach: Theaterehe vorerst gerettet
Die älteste Theaterehe Deutschlands ist gerettet. Im zweiten Anlauf hat der Rat der Stadt Mönchengladbach den Nachtragshaushalt über 485 000 Euro genehmigt, den er, wie berichtet, noch im Dezember des Vorjahres mit der Mehrheit von CDU und FDP abgelehnt hatte. Damit wurde der Fortbestand der Vereinigten Bühnen Krefeld-Mönchengladbach gesichert und die drohende Insolvenz der beiden Doppelhaushälften der klingenden und darstellenden Kunst abwendet. Für die Spielzeit 2009/10 genehmigte der Stadtrat die Summe von 22 Millionen Euro. Damit fehlen dem Theater Krefeld-Mönchengladbach aufgrund der zu erwartenden Tarifsteigerungen etwa 600 000 Euro.

München hat ein neues Opernensemble
In München ist eine Opernkompagnie gegründet worden. «Das Andere Opernensemble» nennt sich die Truppe, ist formaljuristisch ein eingetragener Verein und will jungen begabten Sängerinnen und Sängern die Gelegenheit geben, unter professionellen Bedingungen eine Opernrolle zu erarbeiten und vorzuführen. Geplant ist jährlich eine Opernproduktion. Den Auftakt macht im Herbst Rossinis «Barbier von Sevilla». Künstlerischer Leiter der Kompagnie ist Hector Guedes.

Bonn: Beethovenhalle soll abgerissen werden
Die erst vor 50 Jahren erbaute Bonner Beethovenhalle wird abgerissen. Der Grund: Im Architektenwettbewerb für das neue Festspielhaus würden, so ein Sprecher der Stadt Bonn, vier Entwürfe weiterverfolgt, die sämtlich eines gemeinsam haben: Sie sehen den Abriss der alten Halle vor. Welche Entwürfe das sind, sagte der Sprecher nicht. Immerhin weiß man, wie teuer das Bauvorhaben voraussichtlich werden wird. Im Raum steht eine Summe von 75 Millionen Euro. Eine Entscheidung, wer den Zuschlag erhält, soll im März fallen.

Streit um GEMA-Gebühren
Die geplante höhere Beteiligung von Komponisten, Textautoren und Musikverlegern an den Konzerteinnahmen sorgt für Streit. Die GEMA in München, welche die Urheberrechte der Musikschaffenden vertritt, will die entsprechenden Abgaben auf dem Bruttoumsatz beim Konzertkartenverkauf schrittweise um zehn Prozent im Jahr 2014 erhöhen. Die Konzertveranstalter hatten gegen die ersten Erhöhungen, die Anfang Februar wirksam wurden, protestiert und verlangten die Beibehaltung der bisherigen Tarife. Sie warnten vor negativen Folgen für den Künstlernachwuchs und die Konzertvielfalt.

Linz: Kampagne gegen Zwangsbeschallung
Im Vorfeld des Kulturhauptstadtjahres 2009 ist in Linz eine Kampagne gegen Zwangsbeschallung im öffentlichen Raum gestartet worden. Die Initiative «Beschallungsfrei statt zwangsbeschallt» will das Bewusstsein der Bevölkerung für die akustische Lebensumgebung schaffen und in der Stadt neue Ruhezonen für die Bevölkerung eröffnen.

Eine Oper für den Ruhrpott
Auch im Ruhrpott wird vorausgedacht und geplant. Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2010 soll die Ruhroper für Chöre und Solisten «Das Hexenflosz» aus der Taufe gehoben werden. Die Uraufführung ist für November 2010 in der Bochumer Jahrhunderthalle vorgesehen. Komponiert hat das Werk der Tonsetzer Peter M. Gotthardt auf ein Libretto von Dorothea Renckhoff. Das szenische Konzept zu dem Abend stammt von Peter Pachl, der die Uraufführung auch inszenieren wird. «Das Hexenflosz», das in Anspielung auf alte Schreibweisen so geschrieben wird, wie es geschrieben wird, erzählt die Geschichte von Margarita, die Opfer einer Hexenverfolgung wird.

Kammerakademie Neuss: Intendant bestellt
Martin Jakubeit wird Nachfolger von Matthias Gawriloff als Intendant der Deutschen Kammerakademie Neuss. Jakubeit war zuvor Stellvertreter des nach Bern wechselnden Intendanten und wird nun gemeinsam mit Lavard Skou Larsen, dem Chefdirigenten des Ensembles, die Führung übernehmen.

Berlin: Grammys für Rundfunkchor und Philarmoniker
Der Rundfunkchor Berlin und sein Leiter Simon Halsey sowie die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle sind für ihre Einspielung von Strawinskys «Psalmensinfonie» mit einem Grammy ausgezeichnet worden. Die reine Strawinsky-Aufnahme, die neben der Psalmensinfonie auch die «Sinfonie in drei Sätzen» und die «Sinfonie in C» beinhaltet, war zuvor bereits mit dem renommierten französischen Preis «Choc de l´Année 2008» des Musikmagazins «Le Monde de la Musique» ausgezeichnet worden.


Mai 2009

Stefan Rosinski wird Chefdramaturg an der Berliner Volksbühne
Stefan Rosinski, unlängst geschasster Generaldirektor der Berliner Opernstiftung und Chef des Bühnenservices, wird ab September Chefdramaturg an der Berliner Volksbühne. Rosinski soll noch bis 2010 den weiteren Aufbau des Bühnenservices begleiten. Mit Beginn der Spielzeit 2009/10 wird Peter F-. Raddatz, bisher Geschäftsführer und kommissarischer Intendant der Bühnen Köln, an die Spitze der Stiftung Oper in Berlin treten.

New Yorker Met mit guten Auslastungszahlen
Die New Yorker Metropolitan Opera hat in ihrer 33 Wochen andauernden Jubiläumssaison (das Haus feiert wie berichtet seinen 125. Geburtstag) eine Auslastung von 87, 9 Prozent erzielt. Met-Produktionen wurden zudem in HD-Qualität weltweit in 36 Länder übertragen und von rund 1,6 Millionen Menschen wahrgenommen. Das entspricht einer Steigerung von 43 Prozent gegenüber der Vorjahresspielzeit.

Deutschsprachige Opernkonferenz diskutiert über die Möglichkeiten der Medien
Unter dem Titel „Theater und Medien“ fand vom 7. bis 9. Mai die Frühjahrstagung der Deutschsprachigen Opernkonferenz in Düsseldorf statt. Diskutiert wurden vor allem neue Verbreitungsmöglichkeiten für die Häuser. In einem Gespräch mit Vertretern der Medienindustrie wurde intensiv darüber beraten, welche Konditionen für Aufzeichnungen von Opernproduktionen angemessen sein könnten, um alle Parteien zufrieden zu stellen. Die Deutschsprachige Opernkonferenz erinnerte in diesem Zusammenhang an die vielseitigen Angebote der Theater zur ästhetischen Bildung und an die Bedeutung des Theaters als Arbeitgeber für junge Leute. In den vergangenen 15 Jahren sind durch Rationalisierungsmaßnahmen fast 7000 von 45 000 Arbeitsplätzen an deutschsprachigen Theatern verlorengegangen.

ORF erwägt Abwicklung des Rundfunk-Symphonieorchesters Wien
Angesichts akuter Finanzsorgen erwägt der ORF allen Ernstes, das einzige bestehende Rundfunk-Symphonieorchester Österreichs, das RSO Wien, aufzulösen. 2010 soll dort Cornelius Meister, der junge GMD des Theaters Heidelberg, als Chefdirigent und künstlerischer Leiter antreten. Ob er dazu noch kommt oder sich einen anderen Job suchen muss, steht vorerst in den Sternen.

Vorerst kein neues Konzerthaus in Atlanta
Das Projekt eines von Santiago Calatrava entworfenen rund 300 Millionen US-Dollar teuren Konzerthauses für das Atlanta Symphony Orchestra ist vorerst gescheitert. Laut lokalen Presseberichten sind für den futuristischen Stahlbau des Architekten, der unter anderem den Palau de les Arts in Valencia erdachte, bislang erst rund 115 Millionen Dollar eingeworben worden. Allerdings gab es am Standort des Gebäudes – es soll direkt neben der jetzigen Spielstätte des Orchesters, dem Woodruff Arts Center, errichtet werden – von Anfang an in der Kritik.

Cecilia Bartoli erhält Sonning Musik Preis
Die italienischeMezzosopranistin Cecilia Bartoli hat den renommierten dänischen Sonning Musik Preis zugesprochen bekommen. Die Jury sprach der Sängerin die Auszeichnung zu, weil sie „eine unverwechselbare Stimme, eine unübertroffene Technik und eine mit der legendären Callas vergleichbare Ausstrahlung“ habe. Überreicht wird der mit umgerechnet rund 80 000 Euro dotierte Preis erst im Juni 2010 anlässlich eines Konzerts in der italienischen Stadt Tivoli. Verbunden mit der Auszeichnung ist zudem ein Meisterkurs, den Cecilia Bartoli an der Königlich Dänischen Musikakademie abhalten wird. Der Sonning Musik Preis wird seit 1959 jährlich verliehen.  Zu den bisherigen Preisträgern gehörten unter anderem Daniel Barenboim, Leonard Bernstein, Birgit Nilsson, Janet Baker, Miles Davis und Igor Strawinsky.

Simon Rattle bleibt bis 2018 in Berlin
Weit voraus planen die Berliner Philharmoniker und ihr Chefdirigent Simon Rattle. Der Brite unterschrieb einen Vertrag, der ihn bis mindestens zum Jahr 2018 an das Orchester bindet. Laut lokalen Presseberichten ist die Verlängerung des Vertrages um sechs Jahre auf den ausdrücklichen Wunsch des Orchesters zustande gekommen. Der Zeitpunkt ist von den Musikern klug gewählt: Es stehen die Neuverhandlungen über die finanzielle Unterstützung durch den Berliner Senat an. Derzeit trägt das Land Berlin 15 Millionen Euro des Gesamtetats. Einen großen Teil ihres Budgets erwirtschaften die Berliner Philharmoniker selbst: Der so genannte Eigenwirtschaftsgrad liegt bei 62 Prozent. Die Auslastung lag 2008 bei 94 Prozent. Die Intendantin des Hauses, Pamela Rosenberg, zieht sich 2010 von ihrem Posten zurück.

Collegium Novum Zürich macht Musiktheater
Erstmals in seiner Geschichte realisiert das Collegium Novum Zürich ein Musiktheaterprojekt. In Kooperation mit dem Schauspielhaus Zürich und einigen prominenten Schauspielern wie zum Beispiel Christoph Homberger und Robert Hunger-Bühler bringt es im Zürcher Schiffbau Stefan Wolpes Kammeroper „Schöne Geschichten“ zur Aufführung. Die Auswahl ist kein Zufall, das Collegium Novum hat sich in den letzten Jahren verstärkt um das Oeuvre Wolpes verdient gemacht. Die szenische Einrichtung der Neuproduktion übernimmt Thomas Fiedler.

Polar-Preis für José Antonio Abreu und Peter Gabriel
Kinder, schafft Neues! Das könnte als Motto für das Wirken von José Antonio Abreu gelten, den Initiator des venezolanischen Musikprojektes „Sistema“, einer musikalischen Nachwuchsförderung, die landesweit Kindern aus sozial schwachen Schichten den Weg zu klassischer Musik ebnet. Für dieses Engagement wurde Abreu mit dem Polar Preis ausgezeichnet. Er teilt sich den mit umgerechnet 190 000 Euro dotierten Preis mit dem Popmusiker Peter Gabriel. Dieser wurde für seine zukunftsorientierte, Grenzen überschreitende künstlerische Arbeit ausgezeichnet.
http://www.hochdruckliga.de/

Ulf Schirmer verlängert in München
Der Dirigent Ulf Schirmer, der ab der kommenden Spielzeit Generalmusikdirektor der Oper Leipzig wird, hat seinen Vertrag als künstlerischer Leiter des Rundfunkorchesters des Bayerischen Rundfunks bis zum Jahr 2012 verlängert. Schirmer leitet die Geschicke des Orchesters seit 2006. Für die nahe Zukunft plant er Aufnahmen mit einigen Werken des 20. Jahrhunderts, die von wissenschaftlichen Publikationen begleitet werden soll.

Berner Verteilungskämpfe
Der Verwaltungsratspräsident des Berner Stadttheaters Henri Huber möchte die Ballettsparte des Hauses abschaffen. Gegen diesen geplanten Schritt haben sich viele Stimmen erhoben, auch das Berner Symphonieorchester wehrt sich nach Kräften gegen die drohende Spartenschließung. Huber hat ein Modell der Kooperation mit dem Orchester vor, wie es sie schon in Sankt Gallen gibt. Demnach soll das Symphonieorchester mit dem Stadttheater zusammengelegt werden. Derzeit erhält der Klangkörper für seine Dienste im Bereich Musiktheater per annum 4,9 Millionen Schweizer Franken. Der Direktor des Berner Symphonieorchesters, Matthias Gawriloff, befürchtet, dass das Theater die für das Orchester existenziellen Theatergelder loseisen wolle, um damit „andere Orchester billig einzukaufen“.

Britisches Festival realisiert Unterwasser-Oper
Ideen muss man haben. Zum Beispiel diese: Beim Queer Up North Festival in Manchester realisiert die amerikanische Sopranistin Juliana Snapper eine Oper in einem Schwimmbad – unter Wasser. Laut einem Bericht der Londoner „Times“ handelt es sich bei dem Werk über eine postapokalyptische und posthumane Kreatur um eine bislang nicht aufgeführte, nicht erzählerische Schöpfung. Komponiert hat es Andrew Infanti, und er nennt das Stück mit dem Tiel „And you who will emerge from the flood“ als „Operella“

Thomas Quasthoff erhält britischen Musikpreis
Die Royal Philharmonic Society verleiht dem Bassbariton Thomas Quasthoff ihre Goldmedaille. Die Medaille wird seit 1870 verliehen, Preisträger waren unter anderem Johannes Brahms und Richard Strauss, Claudio Abbado und Placido Domingo. Laut Graham Sheffield, dem Vorsitzenden der Society, stehe sie Quasthoff als 93. Träger zu, weil er einer herausragenden Sänger klassischer Musik sei.

John Axelrod wird Chefdirigent in Angers und Nantes
John Axelrod, derzeit Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters, wird ab September 2010 den Posten des Chefdirigenten beim Orchestre National des Pays de la Loire übernehmen. Laut Axelrod kann das Orchester, das in Angers und Nantes aktiv ist, auf einen Stamm von rund 11 000 Abonennten zählen; es sei damit das Orchester mit der größten festen Anhängerschar in Frankreich.

José Carreras tritt kürzer – aber nicht zurück
Der frührere Startenor José Carreras will sein künstlerisches Schaffen künftig nicht mehr auf die Oper konzentrieren. Wie die nach ihm benannte Stiftung mitteilte, bedeute dies keineswegs, er wolle sich ganz der Opernbühne zurückziehen, wie es einige Medien zu berichten wussten. Es bedeute nur, dass der Sänger weiterhin Opern singen würde, allerdings nur solange diese sich in einem Rahmen bewegten, der „ihm künstlerische und professionell optimale Bedingungen“ böte. Was das genau sein soll, teilte die Stiftung nicht mit.

Zürcher Opernhaus spielt in Palästina Bachs Weihnachtsoratorium
Das Zürcher Opernhaus gastiert am 24. Dezember 2010 in der Geburtskirche Jesu in Palästina mit einer Aufführung von Bachs „Weihnachtsoratorium“. Der Auftritt des Spezialorchesters des Opernhauses „La Scintilla“, der von palästinensischen Behörden dem Vernehmen nach genehmigt wurde, wird von Riccardo Chailly geleitet und vom Dresdner Kammerchor mitgestaltet.  Des Weitern übernehmen Ensemblemitglieder der Zürcher Oper solistische Aufgaben.

Christoph Lieben-Seutter bleibt bis 2015 in Hamburg
Der Vertrag des Generalintendanten der in Bau befindlichen Elbphilharmonie in Hamburg, Christoph Lieben-Seutter, ist bis zum Jahr 2015 verlängert worden. Unter dem Label Elbphilharmonie firmiert auch die Hamburger Laeiszhalle. Für die kommende Spielzeit sind Fazil Say, Tabea Zimmermann und Thomas Quasthoff als Artists in Residence eingeladen. Wann die neue Elbphilharmonie fertiggestellt wird, steht derzeit noch in den Sternen.

Chor in Portsmouth singt Händels „Funeral Anthem“
Der Chor der University of Portsmouth bringt Georg Friedrich Händels Werk „Funeral Anthem“ mehr als 250 Jahren nach seiner Entstehung zur mehr oder minder verbotenen Zweitaufführung. Die vierzigminütige Beerdigungsmusik war 1737 ein Auftragswerk des britischen Königs George II. für die Beerdigung seiner Frau Caroline. Nach der Uraufführung verlangte der König, Händel solle das Stück vernichten und nie wieder zur Aufführung bringen. Händel kam diesem Wunsch anscheinend nicht nach. Das Manuskript von „Funeral Anthem“ wurde vom britischen Händel-Experten Donald Burrows gefunden; sein Sohn steht nun an der Spitze des 70-köpfigen Chors, das dieses spezielle Werk der Öffentlichkeit näherbringt.

Abbas Kiarostami sagt Regie-Engagement in London ab
Der iranische Filmemacher Abbas Kiarostami hat sich geweigert, wie geplant die Regie für eine Neuproduktion der English National Opera (ENO) von Mozarts „Così fan tutte“ im Londoner Coliseum zu übernehmen, weil er seiner Ansicht nach in Sachen Einreiseerlaubnis schikaniert worden ist. Laut britischen Presseberichten erklärte eine Sprecherin der ENO, Kiarostami habe sich mit wenig Respekt behandelt gefühlt und den Prozess einer Erteilung eines Visums als sehr zeitaufwendig und kompliziert empfunden. Für ihn soll nun seine Assistentin Elaine Tyler-Hall die Inszenierung realisieren.

Angela Gheorghiu geht zu IMG Artists
Die rumänische Sopranistin Angela Gheorghiu lässt sich künftig von IMG Artists vertreten. Gheorghiu  unterzeichnete einen Exklusivvertrag mit der einflussreichen Konzertagentur für die globale Vertretung ihrer  Aktivitäten. Die sich selbst als Diva bezeichnende Sängerin soll damit noch gezielter vermarktet werden. Unterdessen hat Gheorghiu erklärt, ihr Rausschmiss an der Lyric Opera Chicago im vergangenen Jahr während der Proben zu „La Bohème“ sei ein Promotion-Gag gewesen. Ein Schelm, wer das nicht glaubt.

«Don Giovanni» kommt nicht auf die Burg Lockenhaus
Die für August geplante Produktion von Mozarts Oper „Don Giovanni“ auf Burg Lockenhaus ist abgesagt worden. Anselm Lipgens, der Obmann des Veranstalters, der „Opera Pannonica“, begründete die Absage mit den leeren Kassen seines Unternehmens. Alle bereits erstandenen Eintrittskarten und Kartengutscheine würden erstattet, so Lipgens.

Katholische Grundschule in Köln gewinnt Opernkostümwettbewerb «Wagner für Kinder»
Wenn Richard Wagner das wüsste: Ausgerechnet eine katholische Grundschule, nämlich die in der Mainzer Straße in Köln, hat den Kostümwettbewerb „Wagner für Kinder“ gewonnen. Veranstaltet wurde der Wettbewerb von der Bayreuther Festspiele Medien GmbH gemeinsam mit der Fair Play Stiftung.

Heinz Holliger zum 70.
Seinen „Scardanelli“-Zyklus kennen viele, ebenso einige seiner zahllosen Kammermusikwerke, darunter einige Vertonungen von Texten Robert Walsers, seines Lieblingsdichters. Die Anzahl derjenigen, die Heinz Holligers Oper „Schneewittchen“ gesehen oder den wunderbaren Mitschnitt der Zürcher Produktion gehört hat, dürfte hingegen schon geringer sein. Holligers Komponieren war von je her eines, das den Dogmen der Neuen Musik nicht huldigte. Mit „Schneewittchen“ aber, seinem vielleicht schon letzten Werk für das Musiktheater, wie er selbst sagte, reihte sich Holliger unter die bedeutenden Opernkomponisten unserer Zeit ein. Am 21. Mai feiert der Oboist, Dirigent und Komponist seinen 70. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich.

Kompositionswettbewerb für Kinder- und Jugendoper
Das sind doch mal gute Nachrichten: Das Landestheater Schwaben schreibt erstmals einen Komponistenwettbewerb für eine Kinder- und Jugend-Kurzoper aus. Weitere Informationen zu dem Wettbewerb gibt es im Internet unter der Adresse www.landestheater-schwaben.de

Kjell Englund wird neuer Künstlerischer Leiter der Norrlands Operan
Der Dirigent vor allem zeitgenössischer Musik und studierte Geiger Kjell Englund wird neuer Managing Director und Künstlerischer Leiter der Norrlands Operan. Englund arbeitete lange Zeit bei Norbottensmusiken.

Joscha Schaback neuer Operndirektor in Heidelberg
Joscha Schaback wird neuer Operndirektor in Heidelberg. Er tritt seinen Posten mit Beginn der Spielzeit 2009/10 an, exakt zu der Zeit, wenn die Oper aufgrund der Baumaßnahmen im Theater Heidelberg in die Interimsspielstätte «Opernzelt» umzieht, für geplante drei Jahre wird diese Hauptspielstätte.

Stefan Dörr neuer Verwaltungsdirektor in Detmold

Stefan Dörr wird ab der Spielzeit 2009/10 neuer Verwaltungsdirektor am Landestheater Detmold. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler ist seit fünf Jahren Geschäftsführer der Staatsbad Bad Oeynhausen GmbH und leitete als solcher auch das dortige Theater im Park.

Carlos Dominguez-Nieto wird neuer Chefdirigent am Landestheater Eisenach
Der spanische Dirigent Carlos Dominguez-Nieto wird neuer Chefdirigent am Landestheater Eisenach, das seit der Fusion mit Meiningen Teil des Südthüringischen Staatstheaters ist. Neuer Chefchoreograph und Leiter des Balletts in Eisenach wird  Andris Plucis.

Deutsche Orchesterkonferenz in Erfurt
250 Vertreter aus sämtlichen deutschen Kulturorchestern, aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft  haben bei der deutschen Orchesterkonferenz Anfang Mai in Erfurt unter dem Thema „Zukunftsorchester“ über die zumal wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und möglichen Entwicklungspotenzial der Klangkörper debattiert. Vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise fürchten immer mehr Orchester um ihre Zukunft. Um den drohenden Rationalisierungsmaßnahmen einen Riegel vorzuschieben, verabschiedete die Konferenz, die erstmals überhaupt in einem der fünf neuen Bundesländer stattfand, drei Zielstellungen. Erstens müsse die Finanzierung von Theatern und Orchestern aus der „Jährlichkeit“ des öffentlichen Haushaltsrechts gelöst werden. Zweitens solle die Kulturfinanzierung durch Gelder aus den Gemeinden und durch Nutzung der Finanzausgleichsgesetze gesichert werden. Und drittens wäre es dringend nötig, die nicht nur künstlerische, sondern auch gesellschaftliche Relevanz der Orchester zu vermitteln.

Berliner Philharmoniker laden erneut zum Schüler-Kompositionswettbewerb ein
Gesucht wird Musik von mutigen kreativen Köpfen: Die Education-Abteilung der Berliner Philharmoniker lädt zum vierten Mal zum Schüler-Kompositionswettbewerb ein. Erstmals dürfen und sollen sich Oberschüler, Auszubildende sowie Wehr- und Ersatzdienstleistende aus ganz Deutschland zwischen 14 und 20 Jahren bewerben und Kompositionen für Kammermusikbesetzung einreichen. Der Einsendeschluss ist der 7. September 2009. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.berliner-philharmoniker.de

Schleswig-Holstein-Festival und NDR Radiophilharmonie loben Kompositionswettbewerb aus
Gemeinsam sind sie stark: Das Schleswig-Holstein-Festival und die NDR Radiophilharmonie schreiben gemeinsam mit der Hindemith-Stiftung einen Kompositionswettbewerb für den Paul Hindemith-Preis 2010 aus. Junge Komponisten sind aufgerufen, ein Werk für Multipercussion und Symphonieorchester zu schreiben. Die prämierte Komposition wird von dem Schlagzeuger Martin Grubinger und der Radiophilharmonie im Rahmen des Schleswig-Holstein-Festivals 2010 aus er Taufe gehoben. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.shmf.de.

Projekt «Sternzeit F:A:S:» der Staatsoper Unter den Linden und Caritas
«Sternzeit F:A:S: - Kinderoper in Lichtenberg» ist der Titel eines Projektes, das die Staatsoper Unter den Linden und der Caritasverband für das Erzbistum Berlin im Mai gestartet haben. Unter Anleitung von Musik- und Tanztheater-Pädadogen der Lindenoper und begleitet von Sozialpädagogen der Caritas werden Kinder aus Berlin-Lichtenberg in einer einjährigen Projektarbeit eine Kinderoper erarbeiten. Als Vorlage dient die romantische Oper «L'Etoile» von Emmanuel Chabrier. Das Kürzel «F:A:S:» steht für den Stadtteil Frankfurter-Allee in Berlin-Lichtenberg.

Alexander Pereira wird neuer Chef der Salzburger Festspiele
Der Zürcher Operndirektor Alexander Pereira ist designierter Intendant der Salzburger Festspiele und tritt damit die Nachfolge des nach Berlin an die Lindenoper wechselnden Jürgen Flimm an. Darauf einigte sich das Festspielkuratorium in einer Sitzung. Pereira soll sein Amt im Jahr 2011 antreten. Die Bestellung erfolgt auf fünf  Jahre und soll spätestens ab Oktober 2011 wirksam werden. Die Details der Vertrages werden in den nächsten Monaten ausgehandelt.

Nicholas Maw gestorben
Der britische Komponist Nicholas Maw ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Der 1935 geborene Künstler studierte an der Royal Academy of Music bei Paul Steinitz und Lennoy Berkeley.  Große Erfolge feierte Maw in den achtziger und neunziger Jahren mit dem eineinhalbstündigen Orchesterwerk «Odyssey» und mit seinem Violonkonzert. Für die Bühne schrieb er die Oper «Sophies Choice».

Julian Patrick gestorben
Der amerikanische Bariton Julian Patrick ist im Alter von 81 Jahren in Santa Fe gestorben. Seine erste musikalischen Schritte machte Patrick im Apollo Boys Choir of Birmingham (Alabama), sein Studium absolvierte er in Cincinnati. In den sechziger Jahren trat Patrick an vielen Opernhäusern weltweit auf, unter anderem an der Met, in am Théâtre de Genéve und an der Volksoper Wien. Daneben machte er sich einen Namen als Broadway-Darsteller.


Juni 2009

Jürgen Flimm will 12 Millionen Euro zusätzlich für die Berliner Lindenoper
Noch ist er nicht in Amt und Würden. Doch das hält Jürgen Flimm, den designierten Intendanten der Berliner Staatsoper Unter den Linden, nicht davon ab, das zu tun, was alle tun. Er will mehr Geld. Laut einem Bericht der «Berliner Zeitung» verlangt Flimm für die drei Spielzeiten in der Ausweichspielstätte Schiller-Theater insgesamt zwölf Millionen Euro vom Land Berlin. Seine Begründung ist nicht ohne Talent: Die Lindenoper müsse aufgrund der im Vergleich zum Stammhaus begrenzten Platzkapazität mit geringeren Einnahmen kalkulieren. Ob Flimm mit seinem Vorstoß Erfolg haben wird, darf bezweifelt werden: Erst kürzlich wurden die Zuschüsse für das Haus auf 41 Millionen Euro erhöht, während die Deutsche Oper seit Längerem schon auf eine grundlegende Erhöhung ihrer Subventionen wartet...

Berliner Opernhäuser mit Auslastung zufrieden
Dazu passt die folgende Meldung: Die drei Berliner Opernhäuser fühlen sich bislang durch die internationale Finanzkrise nicht in Gefahr gebracht. Laut einer Mitteilung der Stiftung Oper in Berlin seien die Besucherzahlen in den Bereichen Musiktheater und Ballett mindestens stabil, sogar ein leichter Anstieg sei zu verzeichnen, hieß es. Insgesamt besuchten im ersten Quartal 2009 rund 218 000 Menschen eine der Vorstellungen in Berlins Operntempeln.

Theater Bremen wehrt sich gegen Insolvenzvorwürfe
Nicht gar so rosig ist die Lage im Norden der Republik. Das Theater Bremen sieht schweren Zeiten entgegen und sich sogar dem Vorwurf ausgesetzt, Insolvenz anmelden zu müssen. Kaum aber war die Nachricht in der Welt, dementierte das Theater Bremen: Das Szenario einer Insolvenz stehe nicht im Raum und habe auch niemals zur Diskussion gestanden, hieß es. Was aber im Raum steht, ist das Ansinnen der Bremer Kulturbehörde, dem darbenden Theater rückwirkend ein bisschen Geld in die Kasse zu pumpen, um den finanziellen Schaden, der durch das Musical «Marie Antoinette» entstanden war, auszugleichen – die Produktion hatte dem Theater eine Finanzlücke von 1,5 Millionen Euro beschert.

Bagger auf dem Grünen Hügel
Das neue Leitungsteam der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier, will Bagger und Bauarbeiter auf den Grünen Hügel holen. Doch nicht für eine Inszenierung geschieht dies, sondern um eine neue Probebühne zu errichten. Wie der Sprecher des Festivals mitteilte, gebe es die Option, dem Neubau einen Mehrzweckraum für das Kindertheater oder für Symposien anzuschließen. Unklarheit herrscht über die Kosten für das zu errichtende Gebäude. Während die Festspiele von fünf Millionen Euro sprachen, ging die Kunde durchs Land, es könnten auch mehr als 20 Millionen Euro sein. Man wird sehen.

Konjunkturspritze für Villa Wahnfried
Der Lateiner weiß es längst: Pecunia non olet. Laut der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag wird der Bund aus den Finanzmitteln des zweiten Konjunkturpakets die Sanierung von Wagners Villa Wahnfried mit einer halben Million Euro unterstützen. Das wäre allerdings nur ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein, da die Sanierung der Villa, in der ein Museum und das Wagner-Archiv beheimatet sind, auf insgesamt zwölf Millionen Euro veranschlagt sind. Nach Berichten von Lokalzeitungen sprach denn auch der bayerische Kunstminister Wolfgang Heubisch von einem «Armutszeugnis». Heubisch verlangt vom Bund deutlich mehr Geld, außerdem will er auch das Land Bayern, die Stadt Bayreuth und den Regierungsbezirk Unterfranken in die Pflicht nehmen. Als gesichert gilt hingegen die Erhöhung der Bundeszuschüsse für die Bayreuther Festspiele von 2 auf 2,3 Millionen Euro im kommenden Jahr.

Niklas Willén wird neuer Generalmusikdirektor des Volkstheaters Rostock
Der schwedische Dirigent Niklas Willén wird ab der Spielzeit 2009/10 neuer Generalmusikdirektor des Volkstheaters Rostock und Chefdirigent der Nordeutschen Philharmonie Rostock. Willén war nach Aussage des Intendanten des Hauses, Peter Leonard, schon seit Längerem der Wunschkandidat für den Posten. Im vergangenen Jahr hatte er in Rostock bereits die musikalische Leitung bei der Produktion von «Manon Lescaut» inne.

Ekaterina Shcherbachenko gewinnt den Wettbewerb BBC Cardiff Singers
Die russische Sopranistin Ekaterina Shcherbachenko hat die 14. Auflage des BBC Cardiff Singers Wettbewerb gewonnen. Sie setzte sich unter 25 Finalisten durch. Den Publikumspreis errang der italienische Tenor Giordano Lucà. Den Preis für Liedinterpretation erhielt der tschechische Bass Jan Martiník.

Opera Australia lässt Finanzen untersuchen
Opera Australia (OA) verzeichnet einen Rückgang der Ticketverkäufe um zehn Prozent und einen erheblichen Wertverlust des 1998 eingerichteten OA-Kapitalfonds: Wegen der internationalen Finanzkrise schrumpfte sein Wert um rund vier Millionen Dollar. Entsprechend geringer sind die Summen, die aus den Erträgen des Fonds in den OA-Haushalt fließen. Vor diesem Hintergrund will der Aufsichtsratvorsitzende Ziggy Switkowski Maßnahmen ergreifen, die baldmöglichst wieder einen ausgeglichenen Haushalt ermöglichen. 2007 war der Wert des Kapitalfonds von Opera Australia noch auf 12,4 Millionen Dollar beziffert worden. Opera Australia ist das größte Opernunternehmen Australiens. Es bespielt das berühmte Haus in Sydney und ein Theater in Melbourne. Knapp 22 Millionen des 70-Millionen-Dollar Jahresbudgets sind Zuwendungen der Bundesregierung sowie der Bundesstaaten New South Wales und Victoria.

New York Philharmonic engagiert Finanzspezialisten und spielt im Opernhaus von Hanoi
Das New York Philharmonic hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Der Investmentbanker Gary W. Parr soll das Orchester auf den rechten Weg bringen. Er löst den früherem PaineWebber-Group-Präsidenten Paul B. Guenther ab. Laut amerikanischen Presseberichten soll Parr sein Amt ehrenamtlich übernehmen. So gut wie fest steht das Engagement des New York Philharmonic in Vietnam. In diesem Herbst soll das Orchester im neu erbauten Opernhaus von Hanoi auftreten, unter anderem mit Samuel Barbers «Adagio for Strings», einem Stück, das als Filmmusik für Oliver Stones Antikriegs-Epos «Platoon» diente. Für Gesprächsstoff ist gesorgt.

Gustavo Dudamel und Juan Diego Floréz wollen in Machu Picchu konzertieren
Die Inka-Stadt Machu Picchu soll 2012 Schauplatz für ein Konzert mit dem venezolanischen Dirigenten Gustavo Dudamel und dem peruanischen Startenor Juan Diego Floréz sein. Welches Programm angesetzt wird, steht noch in den Sternen.

Frank Cramer übernimmt Musikdramaturgie-Professur in Graz
Der Dirigent Frank Cramer wird neuer Inhaber des Lehrstuhls für Musikdramaturgie an der Kunstuniversität Graz. Er tritt die Nachfolge des emeritierenden Wolfgang Schmid an. Derzeit ist Cramer Dozent für Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. Ebenfalls neu an der Kunstuniversität Graz sind die Ausbildungsprogramme «Performance Practice in Contemporary Music», in deren Rahmen die Kenntnisse in Sachen Interpretation von zeitgenössischer Musik vertieft werden sollen. Zu diesem Zweck hat das Klangforum Wien eine sogenannte Vorziehprofessur erhalten.

Sofia Gubaidulina erhält Bundesverdienstkreuz
Die russische Komponistin Sofia Gubaidulina wird mit dem Großen Bundesverdienstkreuz am Stern ausgezeichnet. Die Verleihung findet am 24. Juni statt und wird durch den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Carstensen vorgenommen.

Juraj Valcuha wird neuer Musikchef bei RAI-Orchester in Turin
Der slowakische Dirigent Juraj Valcuha wird ab der Spielzeit 2009/10 Chefdirigent des Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai in Turin. Der 33-Jährige tritt die Nachfolge von Rafael Frühbeck de Burgos an. Valcuha debütierte in dieser Saison unter anderem an der Bayerischen Staatsoper in München, an der Deutschen Oper Berlin und am Teatro Fenice in Venedig. In Turin erhält er einen Vierjahresvertrag.

Sängersprechstunde an der Uniklinik Münster
Der Fall von Rolando Villazón mag Vorbild gestanden haben: An der Fakultät Phoniatrie und Pädaudiologie der Uniklinik Münster wird eine speziell konzipierte Sprechstunde für Sänger, Schauspieler und Berufssprecher eingerichtet, die vor allem der Prävention und Früherkennung von Stimmstörungen dienen soll. Ziel des Angebots ist es, bereits am ersten Tag eine fundierte Einschätzung der vokalen Einsatzfähigkeit zu geben. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.paedaudiologie.de.

Jugendprojekt «Abenteuer Klassik» gewinnt Preis und geht online
Das bundesweite Education-Projekt «Abenteuer Klassik» der Deutschen Orchestervereinigung ist mit dem Musikpreis «Inventio 2008» ausgezeichnet worden. Zeitgleich hat die DOV die Internetseite www.abenteuer-klassik.de freigeschaltet, auf der man alle weiteren Informationen zu diesem ambitionierten Jugendförderprojekt erhalten kann.

Komponistin Sun-Young Pahg gewinnt Stipendium der Frankfurter Musikhochschule
Die in Paris lebende koreanische Komponistin Sun-Young Pahg ist die erste Empfängerin des Internationalen Arbeitsstipendiums der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Sie setzte sich gegen 50 andere Komponistinnen durch, die sich ebenfalls beworben hatten. Im November wird es ein erstes Konzert mit Werken Pahgs geben.

Deutsche Sullivan-Gesellschaft gegründet
Anfang Juni ist in den Räumen der Opernakademie Schwalbach im Taunus die Deutsche Sullivan-Gesellschaft gegründet worden. Ihr Namensgeber, der britische Komponist Arthur Sullivan, war vor 128 Jahren nach Schwalbach gekommen.

Joana Mallwitz erhält Praetorius Förderpreis der Landesregierung Niedersachsen
Die Zweite Kapellmeisterin des Theaters Heidelberg Joana Mallwitz ist für hervorragende muskalische Leistungen mit dem Praetorius Förderpreis 2009 der Landesregierung von Niedersachsen ausgezeichnet worden. Große Anerkennung wurde der damals 20-Jährigen zuteil, als sie im Oktober 2006 eine Premierenvorstellung von Puccinis «Madama Butterfly» rettete, für die sie nur wenige Stunden Vorbereitungszeit hatte.

Christian Eberl erhält Wiesbadener Mozartpreis
Der Bariton Christian Eberl ist mit dem diesjährigen Mozartpreis der Stadt Wiesbaden ausgezeichnet worden. Die prominent besetzte Jury würdigte den Sänger, der bei Wolfgang Brendel, Christian Gerhaher und Helmut Deutsch studierte, «wegen seiner künstlerischen Aussagekraft und seinem großen Stilwillen».

Pierre Boulez erhält Kyoto-Preis 2009
Für sein Lebenswerk ist der französische Komponist und Dirigent Pierre Boulez mit dem Kyoto-Preis gewürdigt worden. Die Ehrung, die neben Boulez die Evolutionsbiologen Peter Raymond Grant und Barbara Rosemary Grant und Isamu Akasaki erhielten, ist einer der höchst dotierten Preise für Kunst und Wissenschaft. Jeder der Preisträger erhält umgerechnet rund 370 000 Euro.

Martin Hoffmann ist neuer Intendant der Berliner Philharmoniker
Wenn das Wolfgang Stresemann wüsste: Martin Hoffmann, gegenwärtig Vorstandsvorsitzender einer Produktionsgesellschaft für Film und Fernsehen, wird neuer Intendant der Berliner Philharmoniker. Der frühere Geschäftsführer des Privatsendes SAT 1 tritt die Nachfolge von Pamela Rosenberg an, die 2010 aus dem Amt scheidet.

Wolfgang Hirschmann neuer Präsident der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft
Wolfgang Hirschmann ist neuer Präsident der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft, die ihren Sitz im Hallenser Händel-Haus hat. Er tritt die Nachfolge von Wolfgang Ruf an, der der Internationalen Vereinigung seit 1995 vorstand.

Jugendorchesterfestival Young Euro Classic sucht private Geldgeber
Besondere Zustände verlangen nach besonderen Maßnahmen: Das Orchesterfestival Young Euro Classic will mit der «Kampagne 2000 mal 30» den Folgen der gegenwärtigen Finanzkrise entgegenwirken. Um die finanziellen Einbußen auszugleichen, die durch den Rückgang der Sponsorenleistungen entstanden sind, setzt das Festival, das vom 7. bis zum 23. August in Berlin stattfindet, auf verstärktes bürgerliches Engagement. Unter dem Motto «Young Euro Classic braucht Sie persönlich!» werden 1000 Musikfreunde gesucht, die jeweils 30 Euro spenden. Weitere Informationen gibt es unter www.young-euro-classic.de

Musiktheater-Uraufführung in Prag
Das Prager Nationaltheater präsentiert im Rahmen der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft die erste Aufführung von «Golem 13», einem kabbalistischen Drama des britischen Autors George Whyte in der Vertonung des israelischen Komponisten Noam Sheriff. Premiere der unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Tschechischen Republik, Václav Klaus, stehenden Produktion soll am 29. Juni sein, parallel zu der in Prag tagenden Holocaust Era Assets Conference. Zugleich erinnert die Oper an den 400. Todestag des «Maharal», des großen Weisen und Rabbis, der im Prag des 16. Jahrhunderts den Golem erschaffen haben soll.

Michael Kaufmann wird Intendant des Kurt Weill Festivals Dessau
Michael Kaufmann wird ab 1. August neuer Intendant des Dessauer Kurt Weill Festivals. Er tritt die Nachfolge von Clemens Birnbaum an, der – wie berichtet – ab August die Intendanz der Händel Festspiele in Halle an der Saale und die Direktion der Stiftung Händelhaus in Halle übernimmt. Kaufmann war zuletzt Intendant der Philharmonie Essen.


JULI 2009


Wagner allein in Los Angeles
Eine Initiative gegen die Aufführung von Richard Wagners «Ring» an der Oper von Los Angeles ist gescheitert. Der zuständige Kreisrat stimmte gegen den Antrag eines Mitglieds, dem im kommenden Jahr geplanten Wagner-Festival Werke anderer Komponisten hinzuzufügen, um den wegen seiner antisemitischen Grundhaltung umstrittenen Komponisten aus dem Zentrum der Veranstaltungen zu rücken. Nach Angaben des Opernhauses wird es stattdessen Seminare und Diskussionen über den deutschen Komponisten geben.

Bayreuth kümmert sich um Nazi-Vergangenheit, Audi um Bayreuth
Ähnliches planen auch die Bayreuther Festspiele. Nach Angaben von Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner, soll es voraussichtlich ab 2013 eine Art öffentlichen Zwischenbericht zur Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit der Familie Wagner geben. Wer das unabhängige Forschungsprojekt durchführen werde, sei zur Stunde noch unklar, sagte Frau Wagner-Pasquier. Klar hingegen ist, dass die AUDI AG ihr, wie es so schön heißt, kulturelles Engagement ausweitet und erstmals in diesem Jahr als Hauptsponsor der Festspiele am Grünen Hügel in Erscheinung tritt.

Georg Quander sagt Stuttgarter Staatsoper ab
Nichts wird es mit der Partnerschaft zwischen Georg Quander und Stuttgart. Der Kulturdezernent der Stadt Köln, der als Nachfolger für Albrecht Puhlmann im Amt des Intendanten der Stuttgarter Staatsoper ab der Spielzeit 2011/12 im Gespräch war, sagte dem baden-württembergischen Kunstminister Peter Frankenberg «mit großem Bedauern» ab. Ihm hatten die Diskussionen um seine Person anscheinend zu sehr zugesetzt. Mit dem Luzerner Theaterdirektor Dominique Mentha wurde nun ein neuer Name ins Feld geführt.

Salzburgs Konzertchef wirft das Handtuch
Markus Hinterhäuser steht nach 2011 nicht mehr als Konzertchef der Salzburger Festspiele zur Verfügung. Nach Gesprächen mit dem designierten Intendanten Alexander Pereira entschloss sich Hinterhäuser zu diesem Schritt, weil er die Rahmenbedingungen für unzumutbar hält. Offenbar will Pereira selbst die Verantwortung für den Konzertbereich übernehmen.

Martin Kusej: Salzburger Festspiele bedeutungslos
Wenig warme Worte findet der Regisseur Martin Kusej, wenn es um die Zukunft der Salzburger Festspiele geht. Kusej, für markig-kritische Sentenzen bekannter ehemaliger Schauspielchef an der Salzach, sieht das Festival von einem «langsamen Abstieg ins künstlerische Nichts» bedroht. Weit und breit sei kein politisch Verantwortlicher in Sicht, der irgendeine Art von Plan hätte. Zwar habe man in Salzburg den Anspruch, «das beste und größte Festival der Welt zu sein. Nur leider ist man davon im Augenblick sehr weit entfernt». Kusej selbst ist unterdessen gemeinsam mit dem Dirigenten Harmut Haenchen geehrt worden. Die beiden Künstler erhielten für ihre Sicht auf Schostakowitschs Oper «Lady Macbeth von Mzensk» an der Pariser Opéra National den «Prix de la critique» für die beste Produktion in der Kategorie Oper in der Spielzeit 2008/09 in Paris.

Adrian Kelly wird Kapellmeister am Salzburger Landestheater
Und noch einmal Salzburg: Adrian Kelly tritt ab der Spielzeit 2009/10 das Amt des 1. koordinierten Kapellmeisters am Salzburger Landestheater an. Kelly, der zuvor am Royal Opera House in London, in Hamburg und Erfurt engagiert war, übernimmt in diesem Sommer bei den Festspielen die musikalische Assistenz von Ingo Metzmacher bei der Produktion von Nonos «Al gran sole» und wird in seiner ersten Spielzeit am Salzburger Landestheater unter anderem Carlisle Floyds Oper «The Passion of Jonathan Wade» dirigieren. 

Jubel für Daniel Barenboim in Ramallah
Daniel Barenboim ist in Ramallah als Gast der ersten palästinensischen Opernproduktion mit Ovationen bedacht worden. Nach Berichten über einen angeblichen Boykott des Musikers durch palästinensische Intellektuelle feierte ihn das Publikum im Kulturzentrum der Stadt mit stürmischem Beifall. Palästinensische Künstler hatten die Oper «Die Sultanin von Cadiz» des Spaniers Juan Crisóstomo de Arriaga auf die Bühne gebracht.

Opernproduktion am Teatro La Fenice gestoppt
Die Opernkrise in Italien weitet sich aus. Nachdem im Vorjahr traditionsreiche Häuser wie die in Neapel und Genua unter Zwangsverwaltung des Kulturministeriums gestellt worden waren, gibt es nun am venezianischen Teatro La Fenice Zoff. Dort sollte ursprünglich im Oktober in der Spielstätte Teatro Malibran Händels «Agrippina» zur Aufführung kommen, exakt dreihundert Jahre nach der Uraufführung. Weil die Direktion des Opernhauses das vorgesehene Spezialensemble Europa Galante (aus Kostengründen?) wieder auslud, weigert sich der Dirigent Fabio Biondi, das Opus einzustudieren. Im Graben sollte das Hausorchester des Fenice sitzen.

Späte Uraufführung eines Prokofjew-Balletts
Ein Ballett von Sergej Prokofjew, das dieser 1939 komponierte, das allerdings weiland nicht aufgeführt wurde, weil der Choreograf vor der Premiere verstarb, erlebt seine verspätete Premiere in den Vereinigten Staaten von Amerika. Es handelt sich dabei um die «Musik für Athleten», ein Stück, das der Ballettmusik zu «Romeo und Julia» stilistisch nahe ist. Der Pianist Ilya Itin wird es im Rahmen des Golandsky Institute International Piano Festival der University of Princeton uraufführen.

Erster Auftritt des Scala-Orchesters in Israel
Das Orchester der Mailänder Scala hat seinen ersten Auftritt in Israel absolviert. Laut einem Bericht der israelischen Zeitung «Haaretz» präsentierte das Orchester in einer Freilichtaufführung im Yarkon Park von Tel Aviv Verdis «Requiem» mit den Solisten Adriana Damato, Giuseppe Filianoti und René Pape. Im Tel Aviv Performing Arts Center gestaltete das Orchester zudem eine Vorstellung der Verdi-Oper «Aida».

Fünf Jahre Haft wegen Singens von Koranversen
Toleranz sieht anders aus: Der in Wien lebende Sänger Mohsen Namdschu ist im Iran in Abwesenheit zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, weil er mit einer Vertonung von Koranversen «Heiligtümer verunglimpft, den Koran veralbert und das heilige Buch der Muslime entehrt» habe. Laut österreichischen Presseberichten hat sich Namdschu «in einem Brief an seine Mutter, die muslimische Geistlichkeit und das iranische Volk für die Aufnahme entschuldigt». Diese sei gegen seinen Willen im Internet veröffentlicht worden. Namdschu, der traditionelle iranische Musik mit Pop und Jazz verbindet, stellte sich mit seiner Musik auf die Seite der Demonstranten gegen die umstrittene Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad.

Theaterdirektor des Moskauer Bolschoi Theaters gibt auf
Der Direktor des Moskauer Bolschoi Theaters, Alexander Vedernikow, hat überraschend seinen sofortigen Rücktritt bekanntgegeben. Zur Begründung sagte Vedernikow, er strecke die Waffen angesichts der Machtlosigkeit gegenüber bürokratischer Willkür. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters ist seine Demission das Ergebnis eines erbitterten Kampfes um die Zukunft des traditionsreichen Hauses, das seit Längerem saniert wird und dessen Wiedereröffnung, wie berichtet, schon mehrfach verschoben wurde. 

Britischer Dirigent Edward Downes wählt mit seiner Ehefrau den Freitod
Der britische Dirigent Edward Downes ist gemeinsam mit seiner Ehefrau mit Hilfe der Schweizer Sterbeorganisation Dignitas freiwillig aus dem Leben geschieden. Der 85 Jahre alte Musiker, der während seiner Karriere unter anderem mit dem Opernhaus von Sydney, dem niederländischen Rundfunkorchester und dem Symphonieorchester der BBC eng verbunden war, war fast blind und taub. Nachdem seine Frau unheilbar an Krebs erkrankte, entschied sich das Paar für den Freitod.

Met-Direktor Peter Gelb streicht 1,7 Millionen Dollar ein
Finanzkrise hin oder her, Peter Gelb ficht das alles nicht an. Laut einem Bericht des Wirtschafts-Nachrichtendienstes Bloomberg hat der Direktor der New Yorker Metropolitan Opera in der Spielzeit 2007/08 rund 35 Prozent mehr verdient als im Vergleichszeitrum des Vorjahres, in Zahlen ausgedrückt: 1,7 Millionen Dollar. Im Lohn inbegriffen sind ein Salär von 1,4 Millionen Dollar, Pensionskassenbeträge von 41 000 Dollar sowie Spesenbezüge von etwa 71 000 Dollar. Zugleich hat Gelb jedoch wie andere leitende Angestellte der Oper bei sich selber eine zehnprozentige Lohnkürzung vorgenommen. Die Met hat durch die Finanzkrise 35,5 Millionen Dollar an so genannten Investments verloren. 

Proteste gegen Händel-Oratorium in Edinburgh
Beinahe zum Eklat führte eine Vorstellung des Oratoriums «Judas Maccabaeus» zum Auftakt des Musikfestivals im schottischen Edinburgh. Sowohl der katholische Philanthrop Sir Tom Farmer als auch Teile des Publikums protestierten heftig gegen die Aufführung des Oratoriums, mit dem Händel dem Duke of Cumberland huldigte, der anno 1746 im Dienst des englischen Königs in der Schlacht bei Culloden die aufständigen schottischen Jakobiten besiegte.

Koen Schoots wird Musikdirektor der Vereinigten Bühnen Wien
Der niederländische Dirigent Koen Schoots, der zur Zeit musikalischer Leiter der Opernfestspiele St. Margarethen ist, wird mit Beginn der Spielzeit 2010/11 Musikdirektor der Vereinigten Bühnen Wien, die sämtliche Musical-Bühnen der österreichischen Kapitale unterhalten, und tritt damit die Nachfolge von Caspar Richter an. Schoots wirkte zuvor am Landestheater Linz, am Stadttheater Klagenfurt sowie in Gelsenkirchen und Düsseldorf.

Tony Hall übernimmt Olympia-Job
Tony Hall, Geschäftsführer des Londoner Royal Opera Houses, ist in das Organisationskomitee der Olympischen Spiele berufen worden, die 2012 in London stattfinden sollen. Halls Auftrag ist es, das kulturelle Rahmenprogramm auf den Weg zu bringen. Laut einem Bericht des «Guardian» soll Hall, der an Covent Garden gute Arbeit leistet, eine den sportlichen Wettkampf begleitende «Cultural Olympiad» initiieren und gestalten.

Orchestra della Svizzeria italiana vor dem Aus
Nicht nur in Wien droht Ungemach fürs Rundfunkorchester. Nun sieht sich auch das Orchestra della Svizzera italiana in seiner Existenz bedroht, nachdem bekannt wurde, dass die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) Ensemble und Chor ab 2013 nicht mehr unterstützen will. Dabei kann sich das Orchester, das 1933 gegründet wurde und seit 1991 in der Trägerschaft des SRG ist, auf eine lange Tradition berufen. Unter anderem standen am Pult des Klangkörpers die Komponisten Pietro Mascagni, Igor Strawinsky, Luciano Berio und Paul Hindemith.

Ferdinand Ries Gesellschaft gegründet
In Bonn hat sich eine Ferdinand Ries Gesellschaft gegründet. Ziel des eingetragenen Vereins ist es, Leben und Werk des Komponisten, der von 1784 bis 1838 lebte, zu erforschen, die Ergebnisse dieser Forschung zu publizieren und Aufführungen seiner Werke zu unterstützen. Der Beethoven-Schüler Ries, dem wir einige wissenswerte Bemerkungen über seinen Lehrer verdanken, komponierte mehr als 180 Werke aller Gattungen und war während seiner Londoner Zeit unter anderem Direktor der Philharmonic Society.

Theatervertrag in Mecklenburg-Vorpommern unterzeichnet
Das Land Mecklenburg-Vorpommern, der Theaterverbund Neubrandenburg/Mecklenburg/Strelitz und die  Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz haben einen neuen Theatervertrag unterzeichnet. Das Dokument orientiert sich an den Eckpunkten der von der Landesregierung formulierten Weiterentwicklung der Theater- und Orchesterstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 2010 und 2020 und ermöglicht eine finanzielle Grundsicherung der zukünftigen Theater Holding GmbH. Den Häusern der Region soll damit Planungssicherheit für die mittelfristige Zukunft gegeben werden.

Andreas Mölich-Zebhauser ist Präsident der Deutschen Ensemble Akademie
Andreas Mölich-Zebhauser, Intendant und Geschäftsführer des Festspielhauses Baden-Baden, ist zum neuen Präsidenten der Deutschen Ensemble Akademie e.V. (DEA) bestimmt worden. Unter dem Dach der DEA, deren Aufgabe die Pflege, Verbreitung und Weiterentwicklung der klassischen und zeitgenössischen Orchester- und Ensemblemusik ist, befinden sich das Ensemble Modern, die Internationale Ensemble Modern Akademie und die Junge Deutsche Philharmonie.

Weimar-Preis für Peter Gülke
Der international bekannnte Musikwissenschaftler und Dirigent Peter Gülke erhält in diesem Jahr den Weimar-Preis. Der in Weimar geborene Gülke habe sich, so die Stadtverwaltung, mit dem Brückenschlag zwischen Kunst und Wissenschaft weit über Weimar hinaus als «fördernder Kulturbotschafter» verdient gemacht. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung soll am 3. Oktover übergeben werden.

Rani Calderon wird Musikchef in Santiago de Chile
Der isralische Dirigent Rani Calderon (Jahrgang 1972) wird für drei Jahre Musikchef am Teatro Municipal in Santiago de Chile und ständiger Dirigent des Philharmonischen Orchesters der chilenischen Hauptstadt. Calderons Engagement beginnt am 1. Janur 2010.

 


September 2009

Hildegard Behrens ist tot

Ihre Bühnenpräsenz war unvergleichlich. In den wesentlichen Partien ihrer Laufbahn ging sie stets an die Grenzen – und manchmal auch darüber hinaus. Sie war eine der größten Wagner- und Strauss-Interpretinnen der jüngeren Vergangenheit. Nun ist Hildegard Behrens plötzlich gestorben –während eines Gastspiels in Tokio im Alter von 72 Jahren. Für den Beruf der Sängerin entschied sich Hildegard Behrens erst spät – nach einem abgeschlossenen Jura-Studium. 1972 ging sie an die Rheinoper nach Düsseldorf, wo sie unter anderem die Marie in Bergs «Wozzeck», eine ihrer Paraderollen, sang. Zum internationalen Durchbruch verhalf ihr Herbert von Karajan, der die Sopranistin eher zufällig während einer Probe hörte und sie auf der Stelle verpflichtete: für die Titelrolle der «Salome» in Salzburg. Es war der Beginn einer Karriere, die Hildegard Behrens an alle großen Opernhäuser der Welt führte. Neben Strauss und Wagner reüssierte sie auch als Mozart-Interpretin (Elettra). Als Krönung verstand sie selbst die Mitwirkung bei der Uraufführung von Luciano Berios Oper «Cronaca del luogo» im Rahmen der Salzburger Festspiele 1999. Ein Jahr zuvor war Hildegard Behrens mit dem Léonie-Sonning Musikpreis ausgezeichnet worden; 2003 erhielt sie den Prix Herbert von Karajan für ihre Darbietungen unter seiner Leitung.

 

Hans-Joachim Frey verlässt das Theater Bremen

Der als Sanierer und Reformer an das gebeutelte Theater Bremen berufene Hans-Joachim Frey verlässt das schlingernde Schiff. Zum Ende der Spielzeit 2009/10 demissioniert Frey «aus persönlichen Gründen» und löst damit vorzeitig seinen Vertrag als Generalintendant. Hauptgrund für seinen Abgang ist das Defizit in Höhe von 2,5 Millionen Euro, das durch den Misserfolg des Musicals «Marie Antoinette» aufgelaufen war. Auch eine «Aida»-Produktion für eine Freiluftbühne auf der Weser, der Frey noch bis 2012 als Künstlerischer Leiter zur Verfügung stehen will, erzielte keinen Gewinn, so dass sich das Gesamtminus auf rund vier Millionen Euro beläuft. Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen begrüßte denn auch Freys freiwilligen Rückzug. Nach dem Willen des Politikers dürfe es «mit Risiko behaftete Sonderprojekte» nicht mehr geben. Zugleich ist geplant, dass das Theater den Künstleretat sowie das Budget für Marketing reduziert und die Eintrittspreise erhöht sowie auf Aushilfen verzichtet. Das Land Bremen übernimmt einen laufenden Kredit von 2,9 Millionen Euro.

 

Riccardo Muti geht nach Rom

Alle Wege führen nach Rom. Auch Riccardo Muti zieht es nun in die italienische Kapitale. Roms Bürgermeister Gianni Alemanno gab bekannt, dass Muti von der Spielzeit 2010/11 an zwei Opern und mindestens zwei Konzerte pro Saison leiten werde. Offen ist noch die Amtsbezeichnung. Mal heißt es, Muti sei «Musikalischer Direktor»», mal nennt man ihn «Erster Dirigent». Delikat ist die Angelegenheit für italienische Verhältnisse aber allemal: Schließlich war der Maestro von 1986 bis 2005 Musikalischer Leiter der Mailänder Scala, die er im Unfrieden verließ. Ab 2010 ist Muti zudem Musikchef des Chicago Symphony Orchestra. Und für regelmäßige Auftritte in Neapels Teatro San Carlo im Wort. Viel zu tun also für den «Maestro».

 

Gesangwettbewerb in Rom

Apropos Rom: Dortselbst, genauer: in der Basilika der heiligen Catarina, findet vom 3. bis 7. November auch ein Gesangwettbewerb statt: der Wettbewerb «Sacred Music». Dortiert ist der Wettbewerb mit rund 10 000 Euro. Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.sacredmusicinternationalcompetition.org

 

Gesangswettbewerb in San Marino

Und gar nicht so weit entfernt von Rom, in der Republik San Marino, gibt es einen weiteren Wettbewerb: die dritte Renata Tebaldi International Voice Competition. Er findet statt vom 16. bis zum 27. September und wird im Wesentlichen unterstützt von der Renata Tebaldi Stiftung. Weitere Informationen gibt es unter www.renatatebaldi.info

 

Lars Tibell verlässt die Oper Malmö

Der Künstlerische Leiter der Oper Malmö, Lars Tibell, scheidet vor Ablauf seines Vertrags aus dem Amt. Tibell, der an dem Opernhaus in dieser Funktion seit 2003 tätig ist, geht zum 31. August, obwohl sein Vertrag eigentlich bis Mai 2010 lief.

 

Stefan Solyom ist Generalmusikdirektor in Weimar

Der schwedische Dirigent Stefan Solyom ist neuer Generalmusikdirektor am Deutschen Nationaltheater in Weimar. Der 1979 geborene Musiker folgt auf Carl St. Clair, der seit der Spielzeit 2008/09 in gleicher Position an der Komischen Oper Berlin tätig ist.

 

Axel Köhler neuer Operndirektor in Halle /Saale

Der Sänger und Regisseur Axel Köhler ist neuer Direktor der Oper Halle (Saale). Er tritt dieses Amt mit sofortiger Wirkung an und als «Direktor ohne wirtschaftliche Kompetenzen», wie es  Köhler selbst sagte. Verantwortlich sei er allein für künstlerische Fragen wie Premierenplanung und Besetzungen. Köhler folgt auf Joël Revelle, der zum Ende der vergangenen Saison aus dem Amt geschieden war.

 

Simon Halsey ist «International Chair in Choral Directing»

Der Chefdirigent des Rundfunkchors Berlin, Simon Halsey, hat den Posten des «International Chair in Choral Directing» am Royal Welsh College of Music & Drama in Cardiff übernommen. Die neue Position der Jane Hodge Foundation wurde eigens für ihn eingerichtet. Neben Halsey wurden Ende Juni vier weitere Musiker zu «The Jane Hedge Foundation International Chairs in Music» ernannt; darunter Barbara Bonney und Christian Lindberg. Die Ernennung fällt zusammen mit Investitionen zum Ausbau und Angebot des Colleges in Höhe von rund 22,5 Millionen Britischen Pfund.

 

Bayreuth und Opus Arte gehen Partnerschaft  ein

Opus Arte und das Festival von Bayreuth arbeiten künftig zusammen. Das erste Ergebnis dieser Kooperation ist eine DVD-Aufnahme des Bayreuther «Tristan» in der Regie von Christoph Marthaler und unter der musikalischen Leitung von Peter Schneider, die in diesem Sommer aufgezeichnet wurde und Ende des Jahres herauskommen soll. Zugleich soll der komplette «Ring des Nibelungen» aus dem Jahr 2008, dirigiert von Christian Thielemann, auf den Markt kommen.

 

Ana Maria Martinez stürzt in den Orchestergraben

Bei einer Aufführung der Dvorák-Oper «Rusalka» im britischen Glyndebourne stürzte die puertoricanische Sopranistin Ana Maria Martinez, die die Titelrolle verkörperte, in den Orchestergraben. Die Vorstellung wurde daraufhin unterbrochen, obwohl Frau Martinez darum bat, weitersingen und -spielen zu können. Laut einer Sprecherin des Festivals ist sie wohlauf.

 

Salzburger Festspiele mit mehr Lokalpublikum

Wohlauf ist auch alljährlich das Publikum in Salzburg bei den Festspielen. Nur hat sich dessen Struktur ein bisschen geändert. Das jedenfalls hat Helga Rabl-Stadler, die Präsidentin der Salzburger Festspiele festgestellt: Während auswärtige Stammgäste in diesem Jahr zum Teil ausgeblieben seien, habe sich das Interesse der einheimischen Musikbliebhaber positiv entwickelt, teilte Frau Rabl-Stadler in einem Gespräch mit den «Salzburger Nachrichten» mit. Zudem sei die Zahl der einzeln verkauften Karten im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gestiegen. Die Auslastung der Salzburger Festspiele liege bei 90 Prozent, die Einnahmen aus dem Kartenverkauf beliefen sich auf mehr als 23 Millionen Euro.

 

Rückgang der Besucherzahlen bei den Bad Hersfelder Opernfestspielen

Die Opernfestspiele in Bad Hersfeld mussten einen Rückgang der Besucherzahlen hinnehmen. Während die Festspielkonzerte einen Zuwachs verzeichneten, sank die Auslastung bei den Opernproduktionen. Die Opern «Cavalleria rusticana» und  «Der Bajazzo» kamen auf lediglich 53,4 Prozent Auslastung; die Produktion von «Die lustigen Weiber von Windsor» lockte immerhin 10 000 Gäste an, was einer Auslastung von 91,1 Prozent entspricht. Insgesamt lag die Zahl der Opernbesucher um 3400 unter der des Vorjahres.

 

Emmmanuel Villaume wird Chefdirigent der Slowakischen Philharmonie

Emmanuel Villaume, einer der Leiter des Spoleto Festivals, ist zum Chefdirigenten der Slowakischen Philharmonie ernannt worden. Das gleiche Amt hat Villaume bereits bei der in Ljubljana beheimateten Slowenischen Philharmonie inne. Seine Aufgabe bei der Slowakischen Philharmonie übernimmt er mit Beginn dieser Saison.

 

Met: Ersttags-Rekordverkauf und Gheorghiu-Absagen

Opernkrise? Ach, was: Für rund 2,5 Millionen Dollar hat die Metropolitan Opera New York nach eigenen Angaben gleich am ersten Verkaufstag Karten an den Mann und an die Frau gebracht.  Damit sei das Ergebnis des Vorjahres um 25 Prozent übertroffen worden. Die Met eröffnet die Saison mit einer Neuproduktion von Puccinis «Tosca» am 21. September. Nicht so schön ist die Tatsache, dass sich Angela Gheorghiu weitgehend aus der «Carmen» zurückzieht. Ausgerechnet jene vier Vorstellungen, bei denen sie an der Seite ihres Mannes, des Tenors Roberto Alagna, singen sollte, hat die Diva «aus persönlichen Gründen» gecancelt. Anstelle von Frau Gheorghiu soll Elina Garanca die Titelrolle singen. In den zwei Vorstellungen, in denen Jonas Kaufmann den Don José darstellt, singt Angela Gheorghiu hingegen. Verstehe einer die Frauen.

 

Järvi übernimmt estnisches Nationalorchester

In der Wiederholung liegt die Kunst, das wusste schon Kierkegaard: Neeme Järvi übernimmt 2010 das Amt des Chefdirigenten beim Estonian National Symphony Orchestra, das er bereits zwischen 1969 und 1973 verantwortlich geleitet hatte. In Tallinn tritt Järvi senior, der in diesem Jahr seinen Job als Musikalischer Leiter des New Jersey Symphony Orchestra an den Nagel gehängt hatte, die Nachfolge von Nikolai Alekseev an.

 

Erfolg für Wiener «Operimsommer 09»

Die Sommerstagione «Operimsommer 09» des Theaters an der Wien in Wien hat mit Rossinis «Il turco in Italia» und Mozarts «Don Giovanni» einen großen Erfolg erzielt. 11 000 Besucher sorgten für eine nachgerade traumhafte Auslastung von 99,51 Prozent.

 

Kirche verbietet Aufführung einer Mascagni-Oper

Was in Wien undenkbar wäre, ist in Sizilien wirklich geworden: Die lokalen Kirchenbehörden der Stadt Caltagirone habe eine Aufführung von Pietro Mascagnis «Cavalleria rusticana» verhindert. Die Oper sollte während der Feierlichkeiten zu Ehren der Stadtheiligen Maria Santissima aufgeführt werden. Das Werk aber habe, so die Herren von der Kurie, unmoralische Inhalte und stünde «im Gegensatz zu den Festlichkeiten und dem heiligen Charakter der Instititution der Familie», deswegen dürfe es nicht präsentiert werden. Der Regisseur der Produktion, Gianfranco Piluso, sagte daraufhin, die Argumentation der Würdenträger sei «kultureller Obskurantismus». 

 

Britney Spears’ Liebesleben als Opernmotiv

Was wohl die katholischen Herren erst gesagt hätten, wüssten sie dies: Der Komponist Jacob Cooper, ein Doktorand der Yale School of Music, bringt die Geschichte des Popstars Britney Spears und ihres zeitweiligen Partners Justin Timberlake auf die Opernbühne. Grundlage seiner Vertonung sind die Popsongs von Frau Spears selbst; Cooper extrahiert daraus in extremer Verlangsamung Passagen und fügt sie zu einem neuen Ganzen zusammen. Wer die Titelrollen in der noch zu schreibenden Oper übernehmen wird, ist noch offen.

 

Dame Kiri Te Kanawa verabschiedet sich in Raten

Die neuseeländische Sopranistin Kiri Te Kanawa, die bereits eine Abschiedstournee absolviert hat, hat nun ihren definitiven und unwiderruflichen Abschied auch von der Opernbühne angekündigt. Ihr letzter Auftritt soll 2010 in Köln stattfinden, wo sie die Marschallin in Strauss’ «Rosenkavalier» verkörpern wird. Zuvor ist Kiri Te Kanawa auch an der New Yorker Met zu sehen, und zwar in Donizettis «La Fille du Régiment».

 

Wiener «Ring»-Kampf zwischen Sven-Eric Bechtolf und Ioan Holender

Ganz und gar garstig geht es an der Wiener Staatsoper zu, und dies nicht nur im «Rheingold». Das berichtet der Wiener «Standard». Der Schauspieler und Regisseur Sven-Eric Bechtolf erwägt, seinen Namen von der Wiener «Ring»-Inszenierung zurückzuziehen. Aufgrund massiver Umbesetzungen seitens des Hauses erkennt Bechtolf seine Arbeit nicht wieder; zudem stößt er sich an «zu wenigen Proben» und Sängern, die «falsch besetzt» seien oder «überflüssigerweise umbesetzt wurden», ohne ihn zuvor zu konsultieren. Staatsopernchef Ioan Holender, um markige Sprüche nicht verlegen, kommentierte die Einrufung mit diesen Worten:  Bechtolf sei «ein Grünschnabel auf dem Gebiet der Oper», er möge sich zurückhalten mit seinen Äußerungen. Sie machten «seine Inszenierungen auch nicht besser».

 

Nürnberger Oper und Sponsor gehen getrennte Wege

Was im Fußball möglich ist, siehe Union Berlin, das ist auch in der hehren Kunst realistisch, nur anders herum: Weil der Sponsor der Nürnberger Oper, ein großes Versicherungsunternehmen, sich zum 125-jährigen Firmenjubiläum die Aufführung einer Gluck-Oper wünschte, das Opernhaus dies aber als nicht hilfreich ansah, sprich: den Wunsch nicht erfüllen mochte, zog sich das Unternehmen als Sponsor der Oper zurück. Welche Folgen dies zeitigt, steht derweil noch in den Sternen. Die Freiheit der Kunst aber ist gewahrt.

 

Andris Nelsons bleibt beim City of Birmingham Symphony Orchestra

Andris Nelsons hat seinen Vertrag mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra um drei Jahre verlängert und bleibt dem Klangkörper damit bis mindestens zum Ende der Spielzeit 2013/14 erhalten. Der gerade einmal 30 Jahre alte lettische Dirigent hatte das Amt 2007 von Sakari Oramo übernommen.

 

Twitter-Benutzer schreiben Opern-Libretto für Royal Opera House

Das Opernhaus an Londons Covent Garden lässt sich von den Benutzern der Internetplattform Twitter im Kollektiv ein Opernlibretto schreiben. Das Patchwork aus 140-Zeichen-Mitteilungen soll im Herbst zur Aufführung kommen; ergänzt wird der «Text» durch populäre Opernmelodien und Musik der Komponistin Helen Porter. Damit aber noch nicht genug der Neuheiten: Die Spielzeit des Royal Opera House beginnt mit zwei Abenden («Paul Hamlyn First Nights»), in deren Rahmen eine Oper und ein Ballett ausschließlich für neue Mitglieder dieser Einrichtung gegeben werden. Unterstützt wird das Ganze vom Helen Hamlyn Trust in Zusammenarbeit mit der Tageszeitung «The Sun».

 

Helmuth-Rilling-Preis für Maria Guinand

Die venezolanische Dirigentin Maria Guinand ist erste Preisträgerin des 2008 aus Anlass des 75. Geburtstags von Helmuth Rilling ins Leben gerufenen Helmuth-Rilling-Preises der Bachakademie des Musikfestes Stuttgart. Die 1953 geborene Musikerin hat maßgeblichen Anteil am Erfolg des venezolanischen Musikerziehungsmodells, kurz Sistema genannt. Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert.

 

Ipca Ramanovic gewinnt ersten Preis beim Berlin International Music Festival Gesangswettbewerb

Der Bariton Ipca  Ramanovic hat den ersten Preis beim Berlin International Music Festival Gesangswettbewerb gewonnen. Den zweiten Preis errang der Bass-Bariton Tae-Hyun Jun, den dritten Platz belegte der Tenor Min-Sub Hong. Stipendien gingen an die Sopranistinnen Soo-Young Lee und Jae-Won Yun.

 

Webers «Freischütz» kommt in die Kinos

Anfang August haben die Dreharbeiten für einen Film begonnen, der Nicht-Opernkennern vorkommen könnte wie ein Wald aus lauter Bäumen. «Hunter’s Bride» heißt der Streifen, was zu Deutsch nichts anderes heißt als «Jägers Braut». Unter nämlichem Titel hatte Carl Maria von Weber ursprünglich seine späterhin populärste Oper, den «Freischütz», komponiert. Die Liste der Akteure die in «Hunter’s Bride» auftreten, kann sich sehen lassen: Michael König spielt und singt den Max, Michael Kaspar den Kaspar, Franz Grundheber ist Oskar, Olaf Bär Kilian, Juliane Banse verkörpert die Agathe, Regula Mühlemann das Ännchen.

 

Erfolg für die 13. Ausgabe des Opernfestivals auf Gut Immling

Über 15 000 Zuschauer haben das Opernfestival auf Gut Immling besucht, das in diesem Jahr unter dem Motto «Sommernachtstraum» stand und 28 Vorstellungen bot. Hauptrenner war, wie nicht anders zu erwarten, Puccinis «La Bohème», die allein zehnmal gegeben wurde. Für nächstes Jahr sind auf Gut Immling unter anderem Bizets «Carmen» und Wagners «Der fliegender Holländer» geplant.

 

10. Maritim Musikwoche mit polnischem Schwerpunkt

Weiter droben im Norden gibt es wieder Preise zu gewinnen. Mittelpunkt der 10. Maritim Musikwoche in Timmendorfer Strand, die vom 6. bis zum 13. Dezember andauern wird und unter der Schirmherrschaft des polnischen Generalkonsuls Andrej Osiak steht, wird ein Gesangswettbewerb sein, der mit 20 000 Euro dotiert  und zu dem der internationale Nachwuchs der Musikhochschulen von Rostock, Lübeck und Hamburg geladen ist. Weitere Informationen unter www.maritim.de

 

Credit Suisse unterstützt Young Singers Project der Salzburger Festspiele

Ebenfalls um den begabten Sangesnachwuchs kümmert sich die Credit Suisse, seit 2006 ohnehin einer der Hauptsponsoren der Salzburger Festspiele. In diesem Jahr unterstützte das Bankunternehmen das Young Singers Project bei dem renommierten Festival. Junge Sängerinnen und Sänger erhielten im Rahmen des Projekts eine umfassende Ausbildung und wurden in den Produktionsprozess eingebunden.

 

Bregenzer Festspiele mit Besucherrekord

Insgesamt knapp 260 000 Zuschauer haben bei den diesjährigen Bregenzer Festspielen für einen neuen Besucherrekord gesorgt. Die Zahl entspricht einer Auslastung von rund 98 Prozent. Allein über 200 000 Opernfreunde besuchten eine der «Aida»-Vorstellungen auf der Seebühne. Auch im kommenden Jahr wird die Verdi-Oper am Bodensee zu sehen sein.

 

Axel Preuß Stellvertreter des Braunschweiger Intendanten Joachim Klement

Joachim Klement, von der Spielzeit 2010/11 an Generalintendant des Staatstheaters Braunschweig, hat Axel Preuß, bislang Schauspielchef am Theater Heidelberg, zu seinem Stellvertreter ernannt. Chef des Tanztheaters in Braunschweig wird Jan Pusch, das «Junge Stadttheater» übernimmt Andreas Steudtner, der im Potsdamer Hans Otto Theater die Sparte Kinder- und Jugendtheater aufgebaut hatte. Generalmusikdirektor Alexander Joël und Operndirektor Jens Neundorff von Enzberg bleiben dem Haus erhalten.

 

Bühnenverein kritisiert Kürzungen bei Kultur

Der Deutsche Bühnenverein hat kommunale Einsparungen im Kulturbereich scharf kritisiert. Stadt-Kämmerer rechtfertigten Kürzungen häufig damit, dass Kunst und Kultur eine freiwillige Aufgabe seien, erklärte der Direktor des Bühnenvereins, Rolf Bolwin. Auch Kultureinrichtungen gehörten aber zur allgemeinen Daseinsvorsorge, die eine vorrangige Aufgabe der Kommunen sei. «Es kann nicht sein», so Bolwin weiter, «dass die Kommunen ihr Selbstverwaltungsrecht einerseits wie eine Monstranz vor sich hertragen, sich aber bei Haushaltsschwierigkeiten auf die Pflichtaufgaben zurückziehen».

 

Schwerins Oberbürgermeisterin will geplante Kürzungen nicht hinnehmen

Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Die Linke) will die geplante Kürzung der Landeszuschüsse für das Mecklenburgische Staatstheater nicht hinnehmen. Dem Haus droht zum nächsten Jahr eine Kürzung um eine Million Euro. Die Bühne, so Frau Gramkow, zähle zu den effizientesten des Landes und sei ein Wirtschaftsfaktor, an dem nicht gerüttelt werden dürfe.

 

Frankfurter «Lear» für Schallplattenpreis nominiert

Schon die Neuproduktion der Oper Frankfurt von Aribert Reimans Oper «Lear» war ein großer Erfolg. Nun ist auch der Mitschnitt des Frankfurter «Lear» belobigt worden: Die Einspielung wurde von der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik in der aktuellen Vierteljahresliste als beste Opernaufnahme eingestuft.


Ehrung

Marcus Bosch hat den erstmals ausgelobten «Werteschöpfer»-Preis des Kantons Chur erhalten. Geehrt wurde Bosch für sein langjähriges Wirken als Künstlerischer Leiter der Kammerphilharmonie Graubünden.


Praemium Imperiale

Alfred Brendel hat den mit 111 000 Euro dotierten Praemium Imperiale in der Kategorie Musik erhalten. Weitere Preisträger waren der britische Schriftsteller Tom Stoppard (Theater/Film), der japanische Fotograf Hiroshi Sugimoto (Malerei), Ri-
chard Long (Skulptur) und Zaha Hadid (Architektur). Auch sie erhielten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 111 000 Euro. Den Nachwuchpreis (37 000 Euro) bekam das Kammerorchester Kremerata Baltica.

Erfreuliche Bilanz

Das Musikfest Stuttgart hat eine erfreuliche Bilanz gezogen. Mit seiner neuen programmatischen Ausrichtung lockte das Festival mehr als 34 000 Zuhörer an, die einer der 60 Veranstaltungen besuchten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Besucherzuwachs von rund 16 Prozent.

Amerikanische Opernwoche

Über 90 Opernkompagnien von Alaska bis Texas wollen gemeinsam die erstmals ausgerichtete National Opera Week gestalten und feiern. Die festliche Siebentagewoche, in deren Rahmen die einzelnen Kompagnien ihre Arbeit vorstellen, findet vom 13. bis 22. November in 32 Bundesstaaten der USA statt. Weitere Informationen gibt es unter www.opera- america.org/now.

Förderpreise

Dreizehn junge Tänzer, Sänger, Schauspieler und bildende Künstler haben einen der jeweils mit 5000 Euro dotierten Kunstförderpreise des Bayerischen Kunstministeriums erhalten. Geehrt werden die Preisträger am 9. November in München.

Neuer Studiengang

Die Musikhochschule Lübeck bietet einen neuen, «polyvalenten» Studiengang an. «Musik vermitteln» ist der Titel dieser Studienrichtung, der den ehemaligen Studiengang «Schulmusik» ablöst, Musiklehrer an Gymnasien ausbildet und verstärkt die Kooperation mit den Schulen sucht. Weitere Informationen gibt es im Netz unter der Adresse www.mh-luebeck. de.

Festival im Aufwind

Einen Zuschauerzuwachs hat das traditionsreiche Mosel Musikfestival verzeichnet. In diesem Jahr kamen rund 16 000 Besucher zu den 60 Veranstaltungen des Festivals. Auch die Zukunft sieht recht gut aus: Für das kommende Jahr wird mit einem Zuwachs der Sponsorenzahlungen um etwa 15 Prozent gerechnet.

Kinderoper in Berlin

«Sternzeit F:A:S – Kinderoper in Lichtenberg» ist der Name eines Projekts, das die Staatsoper Unter den Linden in Berlin gemeinsam mit dem Caritas-Verband für das Erzbistum Berlin realisiert. Unter Anleitung von Musik- und Tanztheaterpädagogen der Lindenoper und begleitet von Sozialpädagogen der Caritas werden 120 Kinder aus Berlin-Lichtenberg in einer neunmonatigen Vorbereitungsphase eine eigene Kinderoper erarbeiten. Als Vorlage dient die romantische Oper «L’Etoile» von Emmanuel Chabrier. Im Mai 2010 wird die Kinderoper als Premiere an der Staatsoper präsentiert.

Vorstand bestätigt

Dieter Gorny ist als Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie  e. V. bestätigt worden. Ebenso im Amt bleiben die Vorstandsmitglieder Edgar Berger, Frank Briegmann, Bernd Dopp und Wolfgang Hanebrink.

Neuer Posten

Frank Hänig wird mit Beginn der Spielzeit 2010/11 neuer Ausstattungsleiter am Theater Krefeld/Mönchengladbach.

Neue Aufgabe

Der Genfer Dirigent Thierry Fischer hat Ende September die musikalische Leitung der Utah Symphony übernommen. Der 52-Jährige ist Principal Guest Conductor des BBC National Orchestra of Wales und Chefdirigent der Nagoya Philharmonic. Bei der Utah Symphony folgt Fischer auf Keith Lockart, der das Orchester im Mai dieses Jahres verlassen hatte.

Internet-Zeitschrift

Mit der elektronischen Zeitschrift «Act. Zeitschrift für Musik & Performance» ruft das Forschungsinstitut für Musiktheater in Thurnau ein internationales und interdisziplinäres Publikationsorgan ins Leben. Die papierlose Zeitschrift soll eine Plattform für Aufsätze, Rezensionen und Kolumnen an der Schnittstellen der Disziplinen Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Tanzwissenschaft und Medienwissenschaft bieten.

CD des Jahres
Die «Idomeneo»-Aufnahme mit dem Freiburger Barockorchester und dem RIAS Kammerchor unter Leitung von René Jacobs ist nicht nur in der Kritikerumfrage dieser Zeitschrift zur besten CD des Jahres gekürt, sondern nun auch mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet worden. Prämiert wurden unter anderem auch die Gesamtaufnahme der Orchesterwerke Messiaens mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter Sylvain Cambreling und die Einspielung von Purcells «Dido und Aeneas» durch die Akademie für Alte Musik unter der Leitung von Attilo Cremonesi.

Nachfolge für Gatti
Jan Willem Lot, früherer Leiter des Koninklijk Concertgebouw Orkest Amsterdam, wird Künstlerischer Leiter des Orchestre National de France. Er tritt damit die Nachfolge des gegenwärtig amtierenden Chefdirigenten Daniele Gatti an.

Promis für Thielemann
Rund 40 namhafte Prominente und (prominente) Künstler haben sich in einem Offenen Brief an die Stadt München gewandt. Sie fordern den Bürgermeister der bayerischen Metropole, Christian Ude, auf, den Vertrag mit Christian Thielemann, dem derzeitigen Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker, zu verlängern. Der Stadtrat hatte zuvor entschieden, den Vertrag mit Thielemann nicht zu verlängern. «Der große Schaden, welcher der Musikstadt München und ihrem internationalen Ansehen durch diese unfassbare Entscheidung entsteht, ist nicht zu übersehen», heißt es nun in einem Schreiben, das die Akademie der Künste München formulierte. Hintergrund der Auseinandersetzungen ist ein Streit um Thielemanns Kompetenzen: Das Orchester und Intendant Paul Müller sollen nach dem Willen des Orchestervorstands künftig bei der Programmplanung und Auswahl von Gastdirigenten mehr Mitspracherechte erhalten. Thielemann lehnt dies ab.

Deutscher Theaterpreis
Für den Deutschen Theaterpreis «Faust» wurden in der Kategorie «Musiktheater» drei Regisseure nominiert: Rosamund Gilmore für ihre Inszenierung von «Der Richter und sein Henker» am Theater Erfurt, Jan-Richard Kehl für seinen «Tannhäuser» am Schleswig-Holsteinischen Landestheater sowie Barrie Kosky für die Regie von Janáceks «Aus einem Totenhaus» an der Staatsoper Hannover. Der «Faust» wird am 28. November im Staatstheater Mainz verliehen, übrigens zum vierten Mal.

Neue Oper
Opera Australia präsentiert 2010 die Weltpremiere einer neuen australischen Oper. Brett Dean und Amanda Holdens Stück «Bliss» ist eine von sechs neuen Produktionen. Ein weiteres Highlight ist die australische Erstaufführung von Bellinis «La sonnambula».

Der Freischütz im FIlm
Anfang August haben die Dreharbeiten für einen Film begonnen, der Nicht-Opernkennern vorkommen könnte wie ein Wald aus lauter Bäumen. «Hunter’s Bride» heißt der Streifen, was zu Deutsch nichts anderes heißt als «Jägers Braut». Unter nämlichem Titel hatte Carl Maria von Weber ursprünglich seine späterhin populärste Oper, den «Freischütz», komponiert. Die Liste der Akteure die in «Hunter’s Bride» auftreten, kann sich sehen lassen: Michael König spielt und singt den Max, Franz Grundheber ist Oskar, Olaf Bär Kilian, Juliane Banse verkörpert die Agathe, Regula Mühlemann das Ännchen.







 


OKTOBER 2009

 

Roberto Alagna und Angela Gheorghiu gehen getrennte Wege

Es ist ein Drama. Ach was, Drama. Es ist ein Alptraum. Das Traumpaar der Opernbühne ist nicht länger ein Paar. Das jedenfalls hat Roberto Alagna, in einem Interview mit «Figaro» gesagt. Er und Angela hätten sich getrennt, so Alagna. Allerdings sei Angela noch nicht bereit, in eine Scheidung einzuwilligen. Und weil er schon einmal beim Ausplaudern von persönlichen Dingen war, erzählt Alagna auch, dass er zwar in der Schweiz lebe, aber in Frankreich seine Steuern entrichte. Für einen Galaabend erhielte er eine Gage von 60000 Euro, und wenn er mehr Geld benötige, dann trete er eben in Abu Dhabi oder in Japan auf, wo es rund 100000 Euro für einen Abend gebe. Spärlich nimmt sich dagegen das Honorar für einen Abend in der Oper aus. Dort betrage die Gage «nur» 13000 Euro, sagte Alagna. Von diesem Geld sehe er allerdings nicht viel, weil die Hälfte für Steuern abgehe und an Agenten. Der Rest seien Spesen.

 

Christian Thielemann geht nach Dresden

Wie viel Gage Christian Thielemann für einen Abend erhält, wissen wir leider nicht. Was wir aber wissen, ist, dass er der bayerischen Kapitale 2011 den Rücken kehrt, sich also von den Münchner Philharmonikern trennt, und dass er eine neue künstlerische Ehe eingehen wird. Mit Beginn der Saison 2012/13 wird Thielemann Chefdirigent der Staatskapelle Dresden. Dort löst er Fabio Luisi ab, der 2012 als Generalmusikdirektor der Oper in Zürich wird.

 

Fabio Luisi auf Tournee durch die Schweiz

Und damit die Schweizer Musikliebhaber den Neuen gleich mal richtig gut kennenlernen, unternimmt Luisi eine ausgedehnte Tournee durch das gleichermaßen schöne wie bergige Land. Im Rahmen der Migros-Kulturproduzent-Classics (was für ein Name) gastiert er mit den Wiener Symphonikern Ende Oktober in Bern, Genf, Luzern und Zürich.

 

Zürcher Oper erleichtert Studenten den Zugang

Studenten aus der Schweiz und dem benachbarten Ausland können sich ab sofort auf der Website der Oper Zürich einloggen und online für mehrere Vorstellungen Karten zu Spezialpreisen erwerben. Bisher konnten Studenten ausschließlich an der Billettkasse und neunzig Minuten vor der jeweiligen Vorstellung kostengünstige Tickets erwerben. Weitere Information gibt es, wen wundert es, im Netz. Unter www.opernhaus.ch.

 

Genesung von James Levine verzögert sich

Länger als geplant warten müssen hingegen die Fans des amerikanischen Dirigenten James «Jimmy» Levine. Der hatte sich einer Rückenoperation unterziehen müssen und kann deshalb weder in der New Yorker Met noch an der Spitze des Boston Symphony Orchestras stehen. Eigentlich sollte er am 22. Oktober wieder dirigieren, um den Zyklus der Beethoven-Symphonien zu interpretieren. Nun wird wahrscheinlich eine weitere Woche ins Land gehen, bevor sich Levine mit Beethoven in Boston auseinandersetzt.

 

Jun Märkl verlässt Lyon

Jun Märkl will seinen 2011 auslaufenden Vertrag als Musikalischer Leiter des Orchestre National de Lyon nicht verlängern. Grund ist ein Dissens mit dem neuen Generaldirektor Laurent Langlois, der ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der Konzertprogramme einfordert, was wiederum Märkl nicht hinnehmen will. Aber wie das so ist im internationalen Geschäft: Sollte Märkl wirklich gehen, steht ein Kandidat für seine Nachfolge schon in der Spur. Wie das Internetportal LibéLyon mitteilt, soll Leonard Slatkin bereit sein, Märkls Job zu übernehmen.

 

Marek Janowski verlängert bis 2016 in Berlin

Angesichts solcher Querelen ist man schon froh, wenn man diese Meldung liest: Marek Janowski hat seinen Vertrag als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB) bis zum Jahr 2016 verlängert. Janowski ist seit 2002 im Amt und wurde vom Orchester informell bereits zum Dirigenten auf Lebenszeit ernannt.

 

Jürgen Flimm hat Vertrag unterzeichnet

Auch eine andere Berliner Personalie ist nun in trockenen Tüchern. Jürgen Flimm hat seinen Vertrag als neuer Intendant der Berliner Lindenoper unterzeichnet. Der Vertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren tritt ab dem 1. September 2010 in Kraft. Flimm, 68 Jahre jung, ist bereits seit September als Berater an dem Berliner Opernhaus tätig.

 

Oleg Caetani trennt sich vom Melbourne Symphony

Das Melbourne Symphony Orchestra hat sich vorzeitig von seinem italienischen Chefdirigenten Oleg Caetani getrennt. Grund für die Trennung, die ohne Zustimmung der Musiker erfolgte, sind laut einem Bericht von «The Age» Differenzen über die Werkauswahl für die Abonnementskonzerte und ein damit verbundener Rückgang des Zuschauerzuspruchs. Die Zahl der MSO-Abonnenten ging zurück, unter anderem weil das Publikum Symphonien von Schostakowitsch nicht mochte. Maßgeblich für den Bruch mit Caetani aber war vermutlich die Ungeduld des neuen Vorstandsvorsitzenden. Der seit einem halben Jahr amtierende Millionär Harold Mitchell gilt als Mann der schnellen Entscheidungen.

 

Michel Plasson geht nach Peking

Acht Jahre lang war Ruhe im Karton. Nun aber hat das Chinesische Nationalorchester wieder einen neuen Generalmusikdirektor. Die Wahl fiel auf Michel Plasson. Damit ist erstmals in der Geschichte der chinesischen Klangkörper ein Ausländer Chef im Ring. Ungewöhnlich ist dabei dies: Ein privater Sponsor soll das Salär Plassons entrichten.

 

Andrew Lloyd Webber will «Phantom der Oper» fortsetzen

Andrew Lloyd Webber hat eine Fortsetzung des erfolgreichen Musicals «Das Phantom der Oper» angekündigt. Die neue Produktion wird voraussichtlich am 9. März 2010 in London an den Start gehen und nicht mehr in einem Pariser Opernhaus, sondern im New Yorker Vergnügungspark auf Coney Island spielen. Ab November 2010 soll das Musical unter dem James-Bond-tauglichen Titel «Love Never Dies» auch in NewYork aufgeführt werden.

 

Santa Fe Opera ist nebenbei eine Ölbohrfirma

Ausgerechnet die den schönen Künsten zugewandte Santa Fe Opera droht die Gegend rund um das Opernhaus mit Ölbohrungen zu verwüsten. Anscheinend hatte eine Mäzenin den Tipp gegeben, es fänden sich im idyllischen San Miguel Country Ölvorhaben. Daraufhin erwarb das Opernhaus die Verwertungsrechte zu Mineralvorkommen von dieser Mäzenin, um damit ein Programm zur Nachwuchsförderung zu alimentieren. Heraus kam der Deal, als Anwohner Informationen über die Auftraggeber der Bohrungen sammelten. Nun regt sich Widerstand im Lande. Doch den Geschäftsführer der Santa Fe Opera ficht das nicht an. Charles MacKay verteidigte das Vorgehen seines Hauses. Immerhin versprach er, Wege zu finden, um den Bedenken der Bevölkerung Rechnung zu tragen.

 

Oper Leipzig bringt Neue Musik in die Schulen

Die Oper Leipzig hat das Projekt «Play Fair – Respect Music» ins Leben gerufen, das im Großraum der sächsischen Provinzstadt realisiert werden soll. Ziel des Projektes sind die Lehrerfortbildung und Schüleraktionen im Bereich des zeitgenössischen Musiktheaters. Lehrer und Schüler sollen dabei «die Bedeutung von kreativen Leistungen am Beispiel von Musiktheater-Produktionen an der Oper Leipzig erfahren und verstärkt mit dem zeitgenössischen Musiktheater vertraut gemacht werden». Initiiert wurde das Projekt von der Hochschule für Musik und Theater Hannover, dem Verband Deutscher Schulmusiker und dem Bundesverband der Musikindustrie.

 

Iren erwägen Zusammenlegung der Opernhäuser

Das Irish Art Council trägt sich mit dem Gedanken, die drei Opernhäuser des Landes in eine einzige Organisation zusammenzulegen. Ziel ist es, Kosten einzusparen. Die Zusammenlegung beträfe die Wexford Festival Opera und die beiden Dubliner Institutionen Opera Ireland und Opera Theatre Company. Sitz der neuen Organisition wäre der 33-Millionen Euro-Neubau des Wexford Opera House. Doch schon meldet sich, ziemlich prominent, Widerspruch. Der irische Kulturminister Martin Cullen will die Bühnen lieber in der Hauptstadt vereint sehen. Zudem befürchtet er, die unterschiedlichen Unternehmensstrukturen der Häuser ließen sich kaum unter einen Hut bringen.

 

Baris Teatro Petruzzelli wird wieder eröffnet

In Bari gilt es zu feiern. Das 1991 mutwillig zerstörte Teatro Petruzzelli ist nach sechs Jahren wieder eröffnet worden. Das Opernhaus war 1903 mit Meyerbeers «Hugenotten» eingeweiht worden und galt lange Zeit als eines der renommiertesten Häuser Italiens.

 

Will Humburg übernimmt künstlerische Leitung des Teatro Massimo Vincenzo Bellini

Am Teatro Massimo Bellini im sizilianischen Catania ist Will Humburg seit Beginn des Oktober Chefdirigent und Künstlerischer Leiter.

 

Jonathan Nott bis 2012 Chefdirigent in Bamberg

Jonathan Nott, seit dem 1. Januar 2000 Chefdirigent der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie, hat seinen Vertrag bis zum Ende der Spielzeit 2011/12 verlängert. An seiner Seite findet sich demnächst Robin Ticciati. Er wird von der Saison 2010/11 an drei Jahre lang Erster Gastdirigent des Orchesters.

 

Franziska Welti erhält Winterthurer Kulturpreis

Die Sängerin Franziska Welti hat den mit 10 000 Schweizer Franken dotierten Kulturpreis der Stadt Winterthur erhalten. Mit dem Preis ehrt der Stadtrat «eine Person oder Institution, die sich im kulturellen Bereich der Stadt Winterthur verdient gemacht hat». Frau Welti, die in Winterthur studierte, realisierte dort unter anderem das viel beachtete Improvisationsprojekt Musik im Reservoir.

 

Daniel Glaus erhält Musikpreis des Kantons Bern

Der Berner Organist, Komponist und Orgelforscher Daniel Glaus hat den mit 20 000 Schweizer Franken dotierten Musikpreis 2009 des Kantons Bern erhalten. Gewürdigt wird Glaus für sein langjähriges Wirken als Klangforscher und Klangschöpfer. Mit drei Anerkennungspreisen zu je 10 000 Schweizer Franken wurden die Bratschistin Anna Spina, die Berner Musikgruppe Kummerbuben sowie der Saxofinist, Klarinettist und Komponist Jan Galega Brönnimann ausgezeichnet.

 

El Sistema erhält Ableger in den USA

Die venezolanische Jugendförder-Initiative «El Sistema» erhält einen Ableger in den USA: Im Rahmen des Abreu Fellow Programs offeriert das New England Conservatory laut lokalen Presseberichten eine unentgeltliche Ausbildung für Nachwuchskräfte, welche die Ideen des Sistema-Gründes José Antonio Abreu weitertragen wollen.

 

Emma Vetter gewinnt Gesangswettbewerb in Karlsruhe

Die schwedische Sopranistin Emma Vetter hat den 6. Internationalen Gesangswettbewerb für Wagnerstimmen in Karlsruhe gewonnen. Die neunköpfige Jury unter dem Vorsitz von Eva Wagner-Pasquier, eine der beiden Bayreuth-Chefinnen, vergab darüber hinaus zwei weitere Preise: Der nach der Karlsruher Sängerin Daniela Glatt benannte Förderpreis ging zur Hälfte an den koreanischen Bariton Yoontaek Rhim und die amerikanische Sopranistin Betsy Horne. Den Publikumspreis gewann der deutsche Bariton Falko Höhnisch.

 

Durch Luhacovice auf den Spuren Janáceks

Mit dem Projekt «Luhacovice – Janáceks Inspirationsquelle» will die Kurstadt Besucher anlocken, die sich für den Lebensweg und die Musik von Leos Janácek interessieren. Janácek verbrachte viele Sommer in dem Kurort; Führungen folgen ihm auf dem imaginären Weg durchs Städtchen mitsamt seinen Anlagen.

 

Theater Erfurt ist wirtschaftlichste Bühne Thüringens

In der Spielzeit 2007/08 hat das Theater Erfurt Eigeneinnahmen in Höhe von 27,8 Prozent des Budgets erzielt. Damit ist es die wirtschaftlichste Bühne des Landes Thüringen.

 

Kairos feiert 10-jähriges Jubiläum

Das Plattenlabel Kairos ist zehn Jahre alt geworden. Das ist deswegen eine Meldung wert, weil dieses Label mit Sitz in Wien ausnahmslos keine Opernstars vermarktet, sondern sich um die Neue Musik und deren Verbreitung verdient gemacht hat. Im Jubiläumsjahr erscheint die hundertste CD, Salvatore Sciarrinos zweieinhalbstündiges Orchesterwerk  «Sui poemi concentrici» nach Dantes «Divina Commedia».

 

Digital Residency des Philharmonia Orchestra mit Esa-Pekka Salonen

Der Ort ist eine alte Londoner Lagerhalle, das Projekt zukunftsträchtig. Esa-Pekka Salonen und das Philharmonia Orchestra präsentieren mit «re-RITE: Be the Orchestra» die erste digitale Residency. Der Zuschauer kann sich über Video- und Audioprojektionen über die Arbeit des Orchesters mit dem Dirigenten informieren.

 

Kurt Weill Preis für Joshua Goldstein und Christopher Reynolds

Für seine Schrift «Drama Kings: Players and Publice in the Re-Creation of Peking Opera 1870-1937»  hat der amerikanische Musikologe Joshua Goldstein den mit 10 000 US-Dollar dotierten Kurt Weill Preis 2009 für besondere Buchpublikationen erhalten. Für seinen außerordentlichen Artikel «‹Porgy and Bess›: An American Wozzeck» wurde Christopher Reynolds ebenfalls ausgezeichnet. Er erhielt 2000 US-Dollar Preisgeld.

 

Erfolgreiches Sommerfestival in Rostock

Mit einer Zuschauerzahl von 24 000 hat das Sommerfestival in Rostock, an dem erstmals alle Sparten des Volkstheaters beteiligt waren, einen großen Erfolg erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr war ein Anstieg der Besucher um mehr als das Doppelte zu verzeichnen. Publikumsmagneten waren die Revue «That’s Broadway» und die Kinderproduktion «Emil und die Detektive».

 

Neues Leitungsteam am Schleswig-Holsteinischen Landestheater

Mit Beginn der Spielzeit 2010/11 wird der Generalintendant und Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters Peter Griesebach mit einem neuen Leitungsteam in die drei Stammhäuser des Landestheaters einziehen. In Schleswig übernimmt Andreas Stähnz die Aufgaben des Chefdramaturgen, am Theater Rendsburg wird Wolfram Apprich Schauspieldirektor, im Theater Flensburg leitet Markus Hertel die Geschicke des Musiktheaters, Katharina Torwesten übernimmt die Leitung des Balletts.

 

Krassimira Stoyanova ist Kammersängerin

In Rahmen eines Festaktes in der Wiener Staatsoper wurde Krassimira Stoyanova zur Kammersängerin ernannt.

 

Giselher Klebe verstorben

Nach dem veritablen Erfolg seiner letzten Oper «Chlestakows Wiederkehr» nach Gogols «Der Revisor», die 2007 am Landestheater Detmold uraufgeführt worden war, hatte sich Giselher Klebe zurückgezogen. Nun ist er, nach langer Krankheit, am 5. Oktober im Alter von 84 Jahren gestorben. Klebe, der an der Musikhochschule Detmold Professor für Komposition und Tonsatz war, hinterlässt ein üppiges Œuvre, vor allem Werke für das Musiktheater.

 

 


DEZEMBER 2009

Salzburger Festpiele feiern 2010 den «Mythos»

Zu den Ursprüngen zurück – das wollen die Salzburger Festspiele im kommenden Jahr. «Mythos» ist der Titel des Festivals, die ausgewählten Werke entsprechen dem: Strauss’ «Elektra», Wolfgang Rihms neue Oper «Dionysos» (mit Ingo Metzmacher am Pult), die an der Salzach seine Uraufführung erlebt, und Glucks «Orpheus und Euridice» führen in die ewig interessante alte Welt ein; selbst Bergs «Lulu» gilt den Festivalmachern als mythische Figur (der Moderne). Nikolaus Harnoncourt wird diesen Abend freilich nicht dirigieren, statt seiner leitet Marc Albrecht die von Jürgen Flimm inszenierte Aufführung mit Patricia Petibon in der Titelrolle. Das noch einmal von Markus Hinterhäuser konzipierte Konzertprogramm ist dem «Kontinent Wolfgang Rihm» gewidmet. In neun Konzerten erklingen nicht nur Rihms Werke, sondern auch Kompositionen, zu denen Rihm eine besondere Affinität besitzt, unter anderem von Darius Milhaud.

 

Britin vermacht der New Yorker Met ein Vermögen

Eine wohlhabende Britin vermachte der Metropolitan Opera in New York per Testament die erstaunliche Summe von 7,5 Millionen US-Dollar. Mona Webster, die zuletzt im Jahr 2000 eine Aufführung an der Met gesehen hatte, starb im Alter von 96 Jahren. Auch Langspielplatten von Met-Produktionen gehen jetzt nach New York. Warum keine CDs? Ganz einfach: Frau Webster verfügte über ein Grammophon. Das genügte ihr zeitlebens.

 

Finanzloch bei den Wiener Bundestheatern

Die Bundestheater-Holding, unter deren Dach in Wien die Staatsoper, das Burgtheater und die Volksoper zusammengefasst sind, leiden nämlich unter argen finanziellen Nöten. Das Geld, das bis zum Jahre 2011 hätte reichen sollen, wird bereits Ende dieses Jahres verbraucht sein. Laut lokalen Presseberichten seien die Budgets, die einen vorzeitigen Verbrauch vorsehen, vom Bund als Eigentümer der Holding abgesegnet. Somit müssen ab Januar 2011 neue Mittel zur Verfügung gestellt werden. Für die laufende Spielzeit beläuft sich das Budget der Theater auf rund 146 Millionen Euro. Davon entfallen 51 Millionen auf die Wiener Staatsoper, 48 Millionen auf das Burgtheater und 39 Millionen auf die Volksoper.

 

Deutschsprachige Opernhäuser brauchen mehr Theater- und Musikpädagogen

Dass Geld allein nicht alles ist, das wissen wir. Und nehmen deshalb auch die folgende Kunde sehr ernst: Die deutschsprachige Opernkonferenz hält die Einstellung und Beschäftigung von mehr Theater- und Musikpädagogen für dringend erforderlich. Anders seien, so das Ergebnis des dreitägigen Symposiums Anfang November in Frankfurt am Main, die in Deutschland zunehmenden bildungspolitischen Erwartungen, die an die Theater und Orchester herangetragen werden, nicht zu erfüllen. Schon heute böten die Opernhäuser wie alle anderen Theater und Orchester einen wichtigen Beitrag zur kulturellen und ästhetischen Bildung – sowohl durch die tägliche Opernarbeit als auch durch besondere pädagogische Angebote. Diese reichen von Workshops für Schüler über spezielle Informationsangebote – etwa im Internet – bis hin zu besonderen Produktionen für Kinder und Jugendliche.

 

Wasserschäden in der Straßburger Oper

Im schönen Straßburg hat man gegenwärtig ganz andere Sorgen. Ein Bruch in der Kanalisation hat das Untergeschoss der Opéra de Strasbourg rund 40 Zentimeter unter Wasser gesetzt. Rund eintausend Quadratmeter Boden des Gebäudes wurden nass; betroffen sind technische Einrichtungen, die Informatik und die Werkstätten. Zum Glück kam die Feuerwehr schnell und pumpte das Wasser weg. Auch konnten die laufenden Produktionen dennoch realisiert werden.

 

Opernbeschäftigte demonstrieren in Berlin für neuen Tarifvertrag

In Berlin haben, um ihrer Forderung nach einem für sie akzeptablen Tarifvertrag Nachdruck zu verleihen, die künstlerisch Beschäftigten der Berliner Opernstiftung sowie des Konzerthausorchesters einen Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, geschrieben, in dem sie diesen zur unmittelbaren Aufnahme von Gesprächen über die für sie geltende tarifliche Situation aufforderten, und auch gleich auf der Straße demonstriert. Gemeinsam zogen die Sänger und Musiker vor das Rote Rathaus und gaben dort den Gefangenenchor aus «Nabucco». Ungeachtet der Tatsache, dass hier seitens der Interpreten eine historische inkorrekte Parallele gezogen wurde, wurde der stimmstarke Gesang erhört. Ob die Forderung nach mehr Lohn ebenfalls erhört werden wird, steht allerdings dahin.

 

Georges Delnon verlängert bis 2014 in Schwetzingen

Georges Delnon hat seinen Vertrag als Musiktheater-Chef der Schwetzinger Festspiele bis zum Jahr 2014 verlängert. Delnon ist seit 2008 im Amt und leitet seit 2006 zudem das Theater Basel, das für die Spielzeit 2008/09 in der Kritikerumfrage von «Opernwelt» zum «Opernhaus des Jahres» gewählt wurde. Für das kommende Jahr sind in Schwetzingen zwei Premieren programmiert: die anno 1780 entstandene Tragédie lyrique «Andromaque» von André-Ernest-Modeste Grétry sowie «La Père» von Michael Jarre auf einen Text von Heiner Müller.

 

Chor von Durham Cathedral nimmt erstmals Mädchen auf

Die Emanzipation schreitet unaufhaltsam voran. Erstmals seit dem fernen Jahr 1640 hat sich der Chor der Durham Cathedral dazu entschlossen, auch Mädchen in seine Reihen aufzunehmen. An der Seite der zwanzig Knaben singen künftigt junge Nachwuchstalente im Alter von neun bis elf Jahren im Chor mit. Reverend Michael Sadgrove, Dean of Durham, zeigte sich mit der Entwicklung sehr zufrieden. Er schätze sich glücklich, sagte der Dean, Teil eines historischen Momentes zu sein.

 

Pierre Boulez erhält Kyoto Preis

Pierre Boulez erhielt – wie der Evolutionsbiologe Peter Raymond Grant und der Elektronikforscher Isamu Akasaki – den mit umgerechnet 370 000 Euro dotierten Kyoto-Preis, eine der höchsten Auszeichnungen in den Bereichen Kultur und Wissenschaft weltweit.

 

Rolando Villazón ist wieder fit

Rolando Villazón hat sich erholt, seine Stimme funktioniert wieder. Das zumindest sagt der Liebling aller Schwiegermütter und Tenorfreaks selbst. Im Rahmen einer als Home-Video getarnten Pressekonferenz (www.rolandovillazon.com) verkündete Villazón in englischer Sprache, zwei Dinge seien passiert: «Das erste Ding: Meine Haare sind gewachsen. Das zweite Ding: Meine Stimme ist zurück!»

 

Dirigenten für neues Dresdner Konzerthaus

Dirigenten aus aller Welt haben für den Bau eines neues Konzerthauses in Dresden plädiert: «Dresden ist seit Jahrhunderten eine Kultur- und Musikstadt von internationalem Rang», heißt es in einer von der Sächsischen Staatskapelle verbreiteten Erklärung. Sie ist unter anderem von Kurt Sanderling, Daniel Barenboim, Pierre Boulez, James Levine, Nikolaus Harnoncourt und Zubin Mehta unterzeichnet. Grund für die Petition besteht allemal. Zwar hat die sächsische Landeshauptstadt zwei ausgezeichnete Orchester (Sächsische Staatskapelle, Dresdner Philharmonie), aber keinen angemessenen Saal. Favorisiert wird, da die Stadt nicht genügend Finanzmittel hat, der Umbau des 40 Jahre alten DDR-Kulturpalastes zu einem klingenden Musentempel.

 

UdK-Präsident Martin Rennert bleibt im Amt

Der neue UdK-Präsident ist der alte. Mit großer Mehrheit wurde Martin Rennert im Amt bestätigt. Rennert ist seit 1985 Professor an der Universität der Künste Berlin und seit 2005 deren Präsident.

 

Simon Standage erhält Telemann-Preis 2010

Der britische Dirigent und Geiger Simon Standage erhält den mit 2500 Euro dotierten Georg-Philipp-Telemann-Preis der Stadt Magdeburg. Gewürdigt wird damit nach den Worten des Magdeburger Kulturbeigeordneten Rüdiger Koch das «umfangreiche Wirken des Interpreten und Hochschullehrers für die Verbreitung der Werke Telemanns». Standage lehrt unter anderem an der Londoner Royal Academy of Music und war Juror bei unterschiedlichen Wettbewerben, so auch beim Telemann-Wettbewerb.

 

Catherine Rückwardt verlässt Mainz

Die Dirigentin Catherine Rückwardt, Generalmusikdirektorin des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz, wird dieses Amt im Jahr 2011 aufgeben. Nach zehn Jahren am Staatstheater Mainz wolle sie sich «neuen Herausforderungen» stellen, hieß es in einer Mitteilung aus dem rheinland-pfälzischen Kultusministerium.

 

Niklas Willén leitet ab 2010 das WDR-Rundfunkorchester

Sorgen haben die einen, Planungssicherheit die anderen. Der schwedische Dirigent Niklas Willén übernimmt im September 2010 für drei Jahre die Position des Chefdirigenten beim WDR Rundfunkorchester in Köln. Willén, der seit der Spielzeit GMD am Volkstheater Rostock ist, tritt die Nachfolge von Michail Jurowski an, dessen Vertrag 2008 ausgelaufen war.

 

Juilliard School erwirbt Beethoven-Manuskript

Die New Yorker Juilliard School hat ihrer Sammlung historischer Musikmanuskripte zwei wertvolle Objekte hinzugefügt: ein Autograph von Beethovens «Kreutzersonate» und einen Auszug aus dem Oratorium «Elias» von Felix Mendelssohn Bartholdy mit Korrekturen des Komponisten. Die beiden Dokumente sind laut einem Bericht der New York Times Geschenke des Mäzens Bruce Kovner, der dem Institut bereits eine große Sammlung an historischen Dokumenten überlassen hat.

 

Sprechtheater in Luzern soll Salle Modulable weichen

Der Luzerner Stadtrat will das Theater der Stadt in die geplante Salle Modulable integrieren und aufs Musiktheater konzentrieren. Laut einer Medienmitteilung ist der Stadtrat der Meinung, dass keine zusätzlichen Subventionen seitens der Stadt und des Kantons Luzern an die Salle Modulable gehen können. Basis seien die 20,2 Millionen Schweizer Franken, die gegenwärtig dem Luzerner Theater zukommen. Aufgrund der angespannten Finanzsituation sei es angeraten, in der Salle Modulable einen aufs Musiktheater fokussierten Saisonbetrieb zu führen; das bisherige Theatergebäude solle dann aufgegeben werden.

 

Menuhin-Festival gründet eigenes Orchester

Das in Gstaad ansässige Menuhin-Festival wird ab dem Jahr 2010 ein eigenes Symphonieorchester unterhalten. Als Principal Conductor amtet Maxim Vengerov, als zweiter Dirigent Kristian Järvi. Die Basis des Ensembles bildet das derzeit 45-köpfige Kammerorchester Basel, das zum Zwecke der Erweiterung zu einem symphonischen Ensemble um 35 Musiker aufgestockt wird, die aus Klangkörpern wie dem Tonhalle-Orchester Zürich oder dem Gewandhausorchester Leipzig kommen sollen. Auch einen Namen hat die Neugründung schon: «Gstaad Festival Orchestra» soll sie heißen – und zur eigenen Finanzierung Europa-Tourneen absolvieren.

 

Mehr Oper für Blinde und Sehbehinderte

Am 5. Dezember organisiert das Hessische Staatstheater Wiesbaden eine barrierefreie Vorstellung von Verdis «Il trovatore» für Blinde und Sehbehinderte. Die visuellen Zeichen der Aufführung sind für die Besucher per Live-Audiodeskription zugänglich. Die Erläuterungen zur Oper werden von dem Berliner Autorenteam des Vereins «Hörfilm e. V.» erstellt und eingesprochen. Bundesweit zählt das Hessische Landestheater damit zu den ersten Institutionen, die solche Veranstaltungen anbieten.

 

Gesangwettbewerb in Spoleto

Mit insgesamt 43 000 Euro ist die European Community Competition «A. Belli» in Spoleto dotiert. Anmeldeschluss für die 64. Auflage des internationalen Gesangwettbewerbs ist der 17. Februar 2010. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.tls-belli.it

 

Stefan Blunier wird Erster Gastdirigent beim Orchestre National de Belgique

Der Bonner Generalmusikdirektor Stefan Blunier wird mit Beginn der Saison 2010/11 «Premier Chef Invité» des Orchestre National de Belgique. Blunier soll mit dem Orchester vor allem das französische und russische Repertoire sowie zeitgenössische Werke einstudieren. Sein Vertrag ist auf drei Jahre abgeschlossen.

 

Stradivari-Ausstellung in Köln abgesagt

Eine Ausstellung mit Instrumenten Antonio Stradivaris im Kölner Wallraf-Richartz-Museum unter dem Titel «Stradivari – Mythos und Musik» muss aus wirtschaftlichen Gründen abgesagt werden.

 

Klanginstallation von Erwin Stache in Weimar beschädigt

Eine anlässlich der 22. Tage der Neuen Musik in Weimar auf dem Goetheplatz aufgestellte Klanginstallation von Erwin Stache wurde mutwillig beschädigt. Unbekannte Täter rissen vier Klangstäbe aus ihrer geschweißten Halterung.

 

Honululu Symphony Orchestra bankrott

Die Honululu Symphony ist bankrott. Sämtliche Konzerte des Orchesters wurden gestrichen. Das 109 Jahre alte Ensemble steht vor einem Schuldenberg von einer Million US-Dollar und verfügt über keine flüssigen Mittel mehr, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

 

Jugendprojekte in Hannover und Hitzacker erhalten Förderpreis Musikvermittlung

Das für 2010 geplante Jugendprojekt «Rheingold – Der Film» von der Staatsoper Hannover, dem MusikZentrum Hannover und der TVN GROUP Film & TV Productions wird mit dem erstmalig ausgeschriebenen Förderpreis Musikvermittlung ausgezeichnet. Ausgelobt ist die Ehrung von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Initiative «Musikland Niedersachsen». Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Sommerlichen Festtage Hitzacker für ihr Projekt «Labor Orchester», das im Rahmen der Saison 2010 realisiert wird.

 

Anne-Sophie Mutter erhält den Preis der Kulturstiftung Dortmund

Anne-Sophie Mutter, die Geigen-Nestorin der Nation, wird für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Im März 2010 wird sie den mit 25 000 Euro dotierten «Preis der Kulturstiftung Dortmund» entgegennehmen.

 

Nach fünfjährigem Vorlauf ist es nun so weit: Das Ruhrgebiet wird sich ab Januar des kommenden Jahres als Kulturhauptstadt Europas präsentieren. Das Programm der «Ruhr 2010» umfasst rund 300 Projekte und 2500 Veranstaltungen. Unter anderem ist eine Hommage an den aus Westfalen stammenden Komponisten Hans Werner Henze geplant. Henze arbeitet derzeit an einer neuen Kinderoper (Arbeitstitel: «Gisela oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks»), die im September 2010 unter der Leitung von Steven Sloane und in der Regie von Pierre Audi uraufgeführt werden soll. Auch sonst wird die Auseinandersetzung mit Henzes Bühnenwerken eine große Rolle spielen: Mühlheim macht «Pollicino», Dortmund «Der junge Lord», Oberhausen «El Cimarrón», Essen die «Elegie für junge Liebende», die Deutsche Oper bereitet «Phaedra» vor, und der WDR reaktiviert die Funkopern «Ein Landarzt» und «Das Ende der Welt». Konzerte, Kinderprogramme und ein Henze-Symposium (Essen) runden den Schwerpunkt ab. Weitere Informationen unter www.ruhr2010.de

Der Kaufmännische Geschäftsführer der Niedersächsischen Staatstheater Hannover GmbH, Jürgen Braasch, hat seinen Vertrag um fünf Jahre bis 2016 verlängert. Braasch bekleidet das Amt seit 2006.

Im Alter von 82 Jahren ist in Stockholm die schwedische Sopranistin Elisabeth Söderström nach längerer Krankheit gestorben. Die Sängerin, 1927 geboren, studierte an der Royal Academy of Music sowie an der Opera School in ihrer Heimatstadt Stockholm und debütierte 1947 in Mozarts «Bastien und Bastienne» am dem in der Nähe der schwedischen Hauptstadt gelegenen Drottningholm Court Theatre. In den Folgejahren war Elisabeth Söderström Stammgast beim Opernfestival in Glyndebourne und machte sich vor allem als Strauss-Interpretin einen Namen. In den Jahren 1969/70 wirkte sie an der Aufnahme von Debussys einziger Oper «Pelléas et Mélisande» unter der Stabführung von Pierre Boulez mit.

Vierzehn Jahre war sie an der Met. Von 1936 bis 1950. Dort verkörperte Anna Kaskas sämtliche Altrollen, die auf der Bühne erschienen: die Maddalena in «Rigoletto», das Kindermädchen im «Boris Godunow» und viele weitere Partien, auch im zeitgenössischen Bereich. 1907 als Kind litauischer Eltern in Connecticut geboren, studierte die Sängerin in Hartford, Litauen und Italien, bevor sie eine der Met-Auditions siegreich beendete, die ihr den Weg zur Oper ermöglichten. Nach ihrem Abschied von der Met 1950 sang sie vor allem Recitals. Am 4. Januar wäre Anna Kaskas 100 geworden.

Ein Messerschleifer, der singen kann? Wer es nicht glaubt, kannte den 1909 geborenen Sohn Solingens, Friedrich Eugen Engels nicht, und vor allem seine Stimme nicht. Ausgestattet mit einem Stipendium, ging Engels 1930 an die Kölner Musikhochschule und wurde gleich danach, man schrieb das Jahr 1933, als erster lyrischer Tenor an den Reichssender Köln engagiert. Fortan machte er Karriere, als «Sänger vom Bergischen Land». In über 900 Rundfunksendungen wirkte Engels mit. Während des Zweiten Weltkriegs tourte er über die Kriegsfelder – als
Unterhaltungskünstler für die Soldaten. Mitte der 1960er Jahre beendete er seine Karriere. Am 4. Januar wäre Engels, der 1994 verstarb, 100 geworden.

Das Royal Opera House of London hat einen ungewöhnlichen Kompositionsauftrag erteilt: Junge Talente zwischen elf und 14 Jahren sind aufgefordert, eine Fanfare zu komponieren, die als Ersatz für das nüchterne Pausenzeichen dienen soll, das wie eine Schulglocke klingt. Die neue Komposition soll eine Dauer von einer halben Minute haben; die Instrumentation ist frei zu wählen.

Christoph Schlingensief hat die Festspielleitung der Bayreuther Festspiele scharf kritisiert. In einem Interview mit der «Rheinischen Post», das er im Rahmen einer Lesereise gewährte, sagte der Regisseur und Filmemacher, er empfinde «die ganzen Vermarktungsmätzchen in Bayreuth und die Geschichten rund um die Familie als mickrig». So hält Schlingensief beispielsweise die Übertragungen aus dem Festspielhaus auf eine Großleinwand open air für falsch. «Das Magengefühl, das man in Bayreuth, in diesem Klangkörper von Opernhaus empfinden kann, ist einmalig, das kann man nicht übertragen.»

Die gemeinsame Internetseite der Berliner Bühnen (www.berlin-buehnen.de) hat ihr fünfjähriges Bestehen gefeiert. Nach Informationen der beteiligten Institutionen informieren sich jeden Monat etwa 45 000 kulturinteressierte Zuschauer, darunter auch Fachjournalisten, auf dem Portal über die Aktivitäten der einzelnen Häuser.

Mehr als 50 Design-Entwürfe für das neue Theater in Ljubljana sind seit Ende November auf der Internetseite www. theatre-architecture.eu/student-competition zu besichtigen. Beteiligt an dem Architekturwettbewerb waren Studenten aus Tschechien, Ungarn, Polen, der Slowakei und Slowenien. Besucher der Internetseite können noch bis zum 10. Januar ihr Votum über den ihrer Ansicht nach gelungensten Entwurf abgeben.

Am 30. Januar laden die Deutsche Oper am Rhein und die Deutsche AIDS-Stiftung zur festlichen AIDS-Operngala ins Opernhaus Düsseldorf. Die Gala steht unter der Schirmherrschaft des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Dirk Elbers.

Die Schweizer Privatbank Julius Bär wird neuer Sponsor des Verbier Festivals. Für zunächst vier Jahre ist die finanzielle Unterstützung unter Dach und Fach. Presenting Sponsor des Festivals, das in diesem Jahr vom 16. Juli bis 1. August stattfindet, bleibt die Firma Rolex.

Peter Schwenkow, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Entertainment AG (DEAG), ist zum Professor für Veranstaltungswesen und multimediale Vermarktung am Institut für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater Hamburg ernannt worden.

Zehn Wochen dauert das «Ring Festival LA», das am 15. April an der Oper von Los Angeles mehr als einhundert kulturelle und erzieherisch wirkende Institutionen zusammenbringt und inspiriert wurde durch die erste «Ring»-Produktion am Hause. Nach offiziellen Angaben soll das Unternehmen das wichtigste Kunst-Festival seit dem Olympic Arts Festival 1984 sein. Neben Opernaufführungen und Konzerten gibt es beim «Ring Festival LA» rund um das Motto Seminare, Konferenzen, Workshops und Filme, darunter die USA-Premiere eines Dokumentarfilms über die Familie Wagner von Tony Palmer.

Die Internationale Bachakademie und ihr musikwissenschaftlicher Leiter Norbert Bolín haben sich, wie es so schön heißt, in gegenseitigem Einvernehmen getrennt. Zugrunde liegt eine strukturelle Veränderung innerhalb der Bachakademie. Künftig wird der Bereich Musikwissenschaft mit dem Bereich Dramaturgie verschmolzen. Neuer Leiter ist Michael Gassmann, der bereits seit dem Oktober 2008  als Dramaturg für das Musikfest Stuttgart arbeitet.

Simon Rattle hat seinen Vertrag mit dem Plattenlabel EMI Classics um vier Jahre verlängert. Zu den Aufnahmeplänen des Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker zählen eine integrale Einspielung von Tschaikowskys Ballettmusik «Der Nussknacker», eine Auftragsarbeit für den Jazzer Wynton Marsalis sowie eine CD mit Arnold Schönbergs «Begleitmusik zu einer Lichtspielszene».

Stephen Layton wird neuer Künstlerischer Leiter und – neben Michael Collins – Principal Conductor der City of London Sinfonia. Der 42-Jährige, gegenwärtig Leiter der Musikabteilung am renommierten Trinity College von Cambridge, übernimmt den Posten beim Orchester offiziell im September dieses Jahres. Sein Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren, ebenso der Vertrag von Collins. Die City of London Sinfonia war 1971 vom inzwischen verstorbenen Richard Hickox gegründet worden und hat ihren Schwerpunkt auf der britischen und zeitgenössischen Musik. Mit der Einspielung von Brittens «Death of Venice» gewann das Orchester 2006 einen Grammy.

Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz baut ihr Education-Programm «Listen to our future» aus – mit dem interaktiven Musikmuseum «KlangReich». Das Programm stellt innerhalb der deutschen Orchesterlandschaft ein absolutes Novum dar. Im Museum werden klasssische Musik und ihre Instrumente durch multimediale Darstellung und Experimente in allen Facetten aktiv erfahrbar. So können etwa in einer Percussion-Ecke Schlaginstrumente ausprobiert und in Experimenten physikalische Grundlagen des Schalls erkundet werden. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit für die Benutzer, sich mit Musikgeschichte und Musiktheorie zu beschäftigen. Geöffnet ist das «KlangReich» für Gruppen aller Altersklassen nach Voranmeldung. Um eine optimale Nutzung des Angebots zu gewährleisten, werden die Besucher von fachkundigem Personal durch die Räumlichkeiten geführt.

Am Ries-Haus in Bad Godesberg ist eine Gedenktafel zu Ehren des Komponisten Ferdinand Ries angebracht worden. Diese war anlässlich des 225. Geburtstags Ries’ von der soeben gegründeten Ferdinand-Ries-Gesellschaft gestiftet worden.

Werke von 21 Komponisten, 10 Uraufführungen, volle Häuser – das ist die Bilanz des Festivals für Neue Musik in Sachsen-Anhalt IMPULSE. Bei der zweiten Auflage des Festivals stand das Jugendprojekt IMPULS-BACKSTAGE im Mittelpunkt, das unter dem Titel «Odysseus» eine Musiktheater-Adaption der Homerischen Odyssee realisierte.

Die in Sachsen-Anhalt beheimatete Hans und Eugenia Jütting-Stiftung hat erneut Stipendien für Nachwuchskünstler in den Bereichen Streich-/Klavierquartett, Gesang, Cembalo, Oboe und Jazz-Ensemble vergeben. Unter den Geförderten befindet sich auch die Mezzosopranistin Anna Bineta Diouf, die an der Musikhochschule in Detmold studiert.

Cameron Poole, der frühere Finanzchef des London Philharmonic Orchestra, soll das Ensemble mit Unterschlagungen in Höhe von umgerechnet 620 000 Euro geschädigt haben. Laut einem Bericht des «London Evening Standard» habe Poole, der ein Jahressalär von rund 100 000 Euro bezog, damit seinen aufwändigen Lebensstil (inklusive einer teuren Immobilie im Süden Londons) finanziert. Der 35-jährige Manager hatte das Orchester im August verlassen. Nun hat ihn sein früherer Arbeitgeber verklagt, um zumindest einen Teil des Geldes zurückzuerhalten. Entdeckt wurde der finanzielle Missstand im Zuge einer internen Buchprüfung.

Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates, hat den Beschluss der Kultusministerkonferenz, die Schulfächer Musik, Kunst und Sport zuzusammenzulegen, scharf kritisiert. Der Beschluss dürfe nicht umgesetzt werden, so Höppner, «weil dadurch die Kinder und Jugendlichen noch weniger qualifizierten Musikunterricht erhalten würden, als das bisher schon der Fall ist». Die wünschenswerte Zusammenarbeit der künstlerischen Fächer in der allgemeinbildenden Schule könne unter dem Blickwinkel der musisch-ästhetischen Erziehung nur gelingen, wenn die Eigenständigkeit und inhaltliche Profilierung des Faches Musik gewährleistet sei.

Der deutsche Musikrechte-Vermittler GEMA hat höhere Abgaben der Konzertveranstalter zugunsten von Komponisten, Textern und Musikverlagen durchgesetzt. Die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt billigte die Tariferhöhung. Danach müssen künftig bei Konzerten mit mehr als 15 000 Besuchern – also einer Zahl, die auf den Opernbühnen hierzulande nie je erreicht wird – nach Abzug sämtlicher Nachlässe rund 6,12 Prozent statt bisher 3,58 Prozent der Bruttoeinnahmen an die Inhaber der Musik-Urheberrechte abgeführt werden. Auch zu-
sätzliche Einnahmen durch Sponsoring und Werbung stellen nach dem Urteil der Schiedsstelle künftig einen geldwerten Vorteil dar und sind deswegen ebenfalls in die Berechnung der Vergütungshöhe mit einzurechnen. Gegen den Schiedsspruch können nach Angaben der GEMA, die in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 60 000 Komponisten, Textautoren und Musikverlegern vertritt, beide Seiten binnen eines Monats Widerspruch einlegen. 

 


Januar 2010

Dietmar Schwarz wird Intendant der Deutschen Oper Berlin

Wie heißt es so schön? Die Kuh ist vom Eis. Und das ist sie in der Tat. Das Bild besitzt gerade im Fall der Deutschen Oper Berlin beträchtlichen Symbolcharakter. Wer auch immer in den letzten Jahren dieses Haus betrat, um Intendant zu werden, bewegte sich auf glattem Grund. Was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet war, dass der Patriarch Götz Friedrich post mortem einen Musentempel zurückgelassen hatte, in dem man überall ausrutschen oder einbrechen konnte – finanziell wie künstlerisch. Udo Zimmermann, sein Nachfolger, besaß veritable ästhetische Visionen, aber kein griffiges administratives Konzept – und zudem mit Christian Thielemann einen unbequemen, inkompatiblen Generalmusikdirektor. Zimmermanns Nachfolgerin, die aparte Kirsten Harms, durfte zwar ihr Team aus Kiel mitbringen, hatte aber erstens kaum Zeit, um ihre Ideen in die Wirklichkeit zu übersetzen, und zweitens wenig Fortune bei der knallharten Berliner Lokalpresse. Nun, nachdem sie ihren Rückzug zum Ende der Spielzeit 2010/11 angekündigt und der richtige (gefühlt siebenundsiebzigste) Kandidat endlich sein Jawort gegeben hat, herrscht in Musik-Berlin trotz eisiger Januartemperaturen wieder einmal Aufbruchstimmung. Mit dem Operndirektor des Theaters Basel, Dietmar Schwarz, kommt ein gestandener Opernmacher an die Spree. Ab der Spielzeit 2012/13 bekleidet Schwarz den Posten des Intendanten an der Deutschen Oper Berlin. Die Lücke zwischen seinem Amtsantritt und dem Rückzug von Kirsten Harms überbrückt das Haus an der Bismarckstraße mit einem kommissarisch agierenden Leitungsdreigestirn, bestehend aus Generalmusikdirektor Donald Runnicles, dem Kaufmännischen Geschäftsführer Axel Baisch und Operndirektor Christoph Seuferle.

Staatsoper Berlin mit Rekordauslastung

Die Berliner Opern verzeichnen für das abgelaufene Jahr 2009 einen leichten Zuschauerzuwachs. Vor allem die Staatsoper Unter den Linden hat noch einmal zugelegt. 244 861 Besucher bei insgesamt 288 Veranstaltungen sorgten für eine Rekordauslastung von 87,4 Prozent; das ist eine Steigerung um 0,3 Prozent. Die beiden anderen Häuser liegen deutlich dahinter, haben aber ebenfalls ein leichtes Plus erzielt. Die Auslastung der Deutschen Oper Berlin betrug 2009 bei einer Zuschauerzahl von 229 000  68,8 Prozent, die der Komischen Oper Berlin bei einer Zuschauerzahl von gut 183 000 knapp 64 Prozent.

 «La Traviata» ist die schönste Oper aller Zeiten

Man hätte es sich denken können. «La Traviata», GiuseppeVerdis schmachtende Oper über die Schwindsucht ist die schönste aller Opern. Das zumindest ist das Ergebnis einer TV-Umfrage, die im Sommer gestartet wurde, unter Zuhilfenahme einer Statistik des Deutschen Bühnenvereins, aus der hervorging, welche 30 Opern die beliebtesten seien, will sagen: die meistaufgeführten. Daraus wählten die Zuschauer zunächst zehn Bühnenwerke aus, die dann im Kultursender 3sat, dem ZDF-Theaterkanal sowie dem Abosender Classica ausgestrahlt wurden (jener Sender, der zur Firma Unitel zählt, die wiederum viele Rechte hält, unter anderem an der «La Bohème»-Produktion mit Anna Netrebko und Rolando Villazon). Am Ende siegte jenes Werk, welches auf der Bühne lediglich den sechsten Platz belegt, aber im Fernsehen anscheinend die größte Wirkung zu entfalten mochte. Und dreimal dürfen Sie jetzt raten, wer die Hauptdarsteller der siegreichen Inszenierung sind: richtig, Netrebko und Villázon, das inzwischen verblühte Traumduo.

 Weltpremiere der Urfassung von Prokofjews «Krieg und Frieden» an der Glasgower Oper

Anlässlich des sich 2010 zum einhundertsten Male jährenden Todestages von Leo Tolstoi wartet die Royal Scottish Academy of Music and Drama mit einer Weltpremiere auf: An der Glasgower Oper wird am 22. Januar erstmals die «entsowjetisierte» Urfassung von Prokofjews Oper «Krieg und Frieden« aus dem Jahr 1942 zu sehen sein. Die dreistündige Fassung wurde anhand von Originalmanuskripten von der Prokofjew-Expertin Rita McAllister realisiert. Sie enthält Duette und komödiantische Elemente, die auf Druck der stalinistischen Kunstwächter entfernt wurden.

 Otmar Suitner ist tot

Die Kombination war reizvoll, wenngleich nicht einmalig. Ein österreichischer Künstler mit Hauptwirkungsort Berlin/Ost. Doch nicht nur in der DDR war der Dirigent Otmar Suitner ein begehrter Mann. Auch in Bayreuth, wo er zwischen 1964 und 1967 den «Ring», «Tannhäuser» und den «Fliegenden Holländer» dirigierte, war der 1922 in Innsbruck geborene Musiker ein gern gesehener Gast. Sein Handwerk hatte er noch bei Clemens Krauss erlernt und so gut, dass er mit nur 38 Jahren bereits Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle wurde, bevor er dann nach Berlin wechselte. Das war 1964 und der Beginn einer lange währenden Künstler-Partnerschaft. Bis 1991 war Suitner Generalmusikdirektor der Staatskapelle Berlin, somit direkter Vorgänger von Daniel Barenboim. Berühmt wurde seine Zusammenarbeit mit Ruth Berghaus und deren Ehemann, dem Komponisten Paul Dessau. Drei Bühnenwerke dieses Komponisten geleitete Suitner musikalisch auf die Bühne: «Puntila» (nach Brecht), «Einstein» sowie «Leonce und Lena» (nach Büchner). Mit der Berliner Staatskapelle reiste er um die Welt, daneben trat er als Gastdirigent unter anderem an der Wiener Staatsoper und in San Francisco auf. Bis 1990 wirkte er zudem als Professor in Wien. Am 8. Januar ist Otmar Suitner im Alter von 87 Jahren verstorben.

 Diskreter Arbeitskampf an der Scala

Laut lokalen Presseberichten haben etliche Musiker des Scala-Orchesters die letzte «Carmen»-Vorstellung genutzt, um ihrem Protest visuellen Ausdruck zu verleihen. Die Musiker trugen während der Aufführung Straßenkleidung. Damit wollten sie ein Zeichen gegen eine angebliche Verletzung arbeitsrechtlicher Bestimmungen bei Auslandseinsätzen setzen. So beklagten sich die Musiker, dass eine Probe in Paris deutlich überzogen worden sei. Das traditionell gut gekleidete Mailänder Opernpublikum war über diese Maßnahme wenig amüsiert und deckte die Musiker mit «Schande»-Rufen ein.

New York Philharmonic mit Rekorddefizit, Streik in Cleveland

Sorgenfalten bei New Yorks Philharmonikern: Nach den neuesten Zahlen beläuft sich das Defizit des Orchesters für die Saison 2008/09 bei einem Budget von 64,5 Millionen US-Dollar auf 4,6 Millionen Dollar. Damit nicht genug der tristen Kunde: Für die laufende Spielzeit rechnen die Verantwortlichen bei einem Budget von 68,9 Millionen Dollar mit einem weiteren Minus von vier Millionen Dollar. Nach Aussagen des Orchestersprechers Eric Latzky ist der Fehlbetrag auf Rückgänge bei den Sponsorengeldern zurückzuführen. Von den vorgesehenen 25 Millionen Dollar hätten lediglich 22,25 Millionen eingeworben werden können. Das Orchester hat auf die missliche Situation bereits reagiert: Die Saläre sind eingefroren, die Anzahl der Freiluftkonzerte wurde reduziert, der Einsatz von Ersatzspielern restriktiver gehandhabt. Gleichwohl steht das große Gejammer noch aus: Ende der Spielzeit 2010/11 laufen die Verträge der Musiker aus. Ein Arbeitskampf  ist dann nicht ausgeschlosssen. Zumal schon jetzt die Kollegen aus Ohio vormachen, wie es gehen kann: Weil Musiker des Cleveland Orchestra in den Streik gegangen sind, können Gastauftritte in Indiana und Florida mit Chefdirigent Franz Welser-Möst nicht absolviert werden. Als Grund für die Aktion nannten Sprecher die zunehmend schlechte Situation der Orchestermusiker: Sie seien nun nicht weiter bereit, Konzessionen zu machen und weitere Lohnkürzungen und Stellenstreichungen hinzunehmen.

Plácido Domingo steht in den USA in der Kritik

Einen Arbeitskampf der besonderen Art führt gegenwärtig Plácido Domingo. Ihm werfen amerikanische Zeitungen nämlich vor, dass er zuviel arbeite. Sowohl die «New York Times« als auch die «Washington Post» äußerten Bedenken am Hyperaktivismus des jüngst auch baritonal engagierten Tenors, der neben zahlreichen Auftritten als Sänger noch versuche, zwei Opernhäuser zu managen: die Los Angeles Opera und die Washington National Opera. Die «New York Times« zitierte dazu Kenner der Brancher, die erklärten, es sei schwierig, von Domingo klare Entscheidungen zu erhalten; zudem hätten seine künstlerischen Ambitionen den Boden der ökonomischen Realitäten verlassen. Domingo hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Vermutlich aus Zeitgründen.

Türkischer Industrieller sponsert die Salzburger Festspiele

Der türkische Industrielle Ahmet Kocabiyik, in seinem Heimatland großzügiger Förderer klassischer Musik und Gründer eines privat finanzierten Orchesters, hat den Salzburger Festspielen von 2011 bis 2013 finanzielle Hilfe zugesagt. Schon vorher kann man Kocabiyiks Orchester an der Salzach hören: Zum Auftakt der diesjährigen Festspiele gastiert das Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra mit Werken von Fazil Say und Mozart.

Roger Norrington wird «Principal Conductor» des Zürcher Kammerorchesters

Das Zürcher Kammerorchester (ZKO) ändert seine künstlerische Führungsstruktur. Ab der Saison 2011/12  wird Roger Norrington, derzeit noch Musikchef des Stuttgarter Radio-Symphonieorchesters, «Principal Conductor» des Ensembles. Der bisherige Chefdirigent Muhai Tang, der zunehmend durch internationale Verpflichtungen gebunden ist, bekleidet dann die Position des Ersten Gastdirigenten. Norringtons Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren; inklusive Wiederholungen soll er das ZKO 15- bis 25-mal pro Saison dirigieren.

Essens Intendant Stefan Soltesz kritisiert die kommunale Politik

Dirigieren, das sollte eigentlich auch Stefan Soltesz. Doch so wütend ist der Intendant und Generalmusikdirektor des Aalto-Musiktheaters Essen, dass er sich genötigt sah, einen Offenen Brief  zu schreiben, der gleichlautend an den Oberbürgermeister der Stadt Essen, Reinhard Paß, den Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Düsseldorf, Jürgen Büssow, sowie an den Kämmerer der Stadt Essen, Lars Martin Klieve, gerichtet war. Darin wirft Soltesz der Politik schwere Versäumnisse vor, was die Erhaltung von (Musik)Theatern betrifft; vor allem aber kritisiert er die Haltung der Politiker, der Kunst generell Verschwendungssucht zu attestieren. Die Kultur, deren Staatsausgaben lächerliche 0,8 Prozent des Gesamtetats betrage, werde zum Sündenbock gemacht. Das, so Soltesz, wolle und werde er nicht hinnehmen: «Die ständige Thematisierung der Kultur im Zusammenhang mit der Finanznot der Städte empfinde ich als unrichtig, beinahe demagogisch», schreibt Soltesz am Ende des Briefes.

 Neuer Konzertsaal für Kent Nagano in Montréal

Kent Nagano und sein Orchestre Symphonique de Montréal eröffnen die Saison 2011/12 in einem neuen Konzertsaal, der eigens für das Orchester errichtet wird. Möglich wurde die Realisierung des Projekts durch ein Partnerschaftsabkommen zwischen der Regierung von Québec und dem kanadischen Baukonzern Groupe Immobilier Ovation. Der Saal wurde nach Plänen des unlängst gestorbenen Akustikers Russell Johnson zusammen mit den Architekturfirmen Diamond & Schmitt Architects und Aedificia erbaut und bietet Platz für 1900 Besucher. Schön ist der Saal obendrein: 70 Prozent der verwendeten Bauteile sind aus Holz.

 Johann-Joseph-Fux-Opernkompositionswettbewerb neu ausgeschrieben

Gemeinsam mit der Steiermärkischen Landesregierung veranstaltet die Universität Graz den  5. Internationalen Johann-Joseph-Fux-Opernkompositionspreis. Bis zum 15. März können Tonsetzer, die das 35. Lebensjahr noch nicht überschritten haben, ihre Libretti respektive ihre Gesamtkonzepte einreichen. Als erster Preis winken 7200 Euro sowie eine Uraufführung des Werkes in Graz. Weitere Informationen über den Wettbewerb gibt es unter der Intenetadresse www.kug.ac.at

 Daniel Huppert gewinnt den Deutschen Operettenpreis für Junge Dirigenten

Der Student der Hochschule für Musik «Franz Liszt» in Weimar, Daniel Huppert, hat den Deutschen Operettenpreis für Junge Dirigenten in Leipzig gewonnen. Er setzte sich vor der in Madrid lebenden Koreanerin Eun Sun Kim, dem in Wien studierenden Lam Tran Dinh sowie Seokwon Hong von der Hochschule «Hanns Eisler» in Berlin durch. Huppert wurde 2009 in die 1. Förderstufe des «Dirigentenforums» des Deutschen Musikrates aufgenommen.

Opéra Royal de Wallonie präsentiert Live-Übertragungen von Opernaufführungen

An der Opéra Royal de Wallonie ist man in der digitalen Neuzeit angekommen. In Zusammenarbeit mit Belgacom und Finale Communication & Events führt das Opernhaus erstmals Live-Übertragungen von Opernaufführungen im Format High Definition durch. Den Auftakt macht am 2. Februar eine Vorstellung von Bellinis Shakespeare-Oper «I Capuleti i Montecchi».

Opéra de Lyon präsentiert Uraufführung von Kaija Saariahos dritter Oper

An der Opéra de Lyon ist am 1. März die Uraufführung der dritten Oper von Kaija Saariaho zu erleben : «Émilie». Das Werk, von Francis Girard in Szene gesetzt und von Kazushi Ono, dem Lyoner Chefdirigenten, musikalisch geleitet, handelt von Madame du Châtelet, einer der wichtigsten Frauen der Aufklärung.

Puccini-Villa von Hochwasser bedroht

Der Ort atmet Aura. Nun aber droht die langjährige Heimstätte des italienischen Komponisten Giacomo Puccini in Torre del Lago das Opfer der Natur zu werden. Nach winterlichem Dauerregen musste die Liegenschaft gegen eindringendes Wasser mit Sandsäcken geschützt werden. In dem Haus am See unterhält Simonetta Puccini, die Enkelin des Komponisten, ein Museum, das zu den beliebtesten Pilgerorten für Opernfans aus aller Welt zählt.

 

Jubilare

Wolfgang Schöne zum 70.

Seine Heimat, könnte man sagen, ist das Schwäbische. Seit 1973 war Wolfgang Schöne Mitglied im Solistenensemble der Stuttgarter Staatsoper, die ihm 2007 die Ehrenmitgliedschaft verlieh. Sein Repertoire umfasst rund 70 Partien; von Barak in «Die Frau ohne Schatten» über Hans Sachs in den «Meistersingern» und Dr. Schön in «Lulu» reicht es bis hin zu Al Radschi in Henzes «L’Upupa», den er erst kürzlich in Dresden verkörperte, und den Titelrollen in «Der fliegende Holländer» und Szymanowskis «Król Roger». Auch im Konzertbereich feiert Schöne seit Jahrzehnten Erfolge; hier vor allem in den Passionen Bachs und den Oratorien von Haydn und Mendelssohn. Am 9. Februar feiert der große Bariton seinen 70. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich.

Christoph Eschenbach zum 70.

Sein Debüt als Dirigent gab er 1972, mit Bruckners Dritter; da war er bereits ein gefeierter Pianist. Doch der Taktstock reizte den in Breslau geborenen Christoph Eschenbach zu sehr, als dass er auf diesen Teil seines enormen Talents zugunsten einer glänzenden Solistenkarriere hätte verzichten wollen. Also wandte er sich verstärkt dem Dirigieren zu, wobei das symphonische Repertoire ihn stets weit mehr anzog als der Operngraben. Bereits 1982 wurde Eschenbach Chefdirigent des Tonhalle Orchesters Zürich; es folgten Chefstationen in Houston und beim Ravinia Festival und in Hamburg beim NDR sowie in Paris und Philadelphia. Sein Repertoire reicht vom Barock bis zur zeitge-nössischen Musik, wobei der Schwerpunkt in der späten Romantik und frühen klassischen Moderne liegt. Am 20. Februar wird Christoph Eschenbach 70. Wir gratulieren herzlich.

Jesús López Cobos zum 70.

Ein Philosoph, der dirigieren kann? Wer es nicht glaubt, hat den 1940 geborenen Jesús López Cobos nicht erlebt, an den sich vor allem die Berliner Opernfreunde aus seiner Zeit als Generalmusikdirektor der Deutschen Oper von 1981 bis 1990 noch erinnern werden. Nach einem Philosophiestudium mit anschließender Dissertation ging López Cobos unter anderem zu Hans Swarowsky nach Wien, wo er sich den Feinschliff holte. Neben seiner Berliner Operntätigkeit war er von 1986 bis 2000 Chefdirigent des Cincinnati Symphony Orchestra und ein Jahrzehnt lang Chefdirigent des Lausanner Kammerorchesters. Nach langer Wanderung ist der Spanier 2003 in seiner Heimat eingetroffen. Seit diesem Jahr ist er Musikdirektor am Teatro Real in Madrid. Am 25. Februar feiert Jesús López Cobos seinen 70. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich.

Helga Thiede zum 70.

Sie hat die großen Alten unter den Regisseuren noch erlebt. Sowohl bei Ruth Berghaus wirkte Helga Thiede in diversen Inszenierungen mit als auch bei Joachim Hertz und Harry Kupfer. Zu ihren wichtigsten Partien zählen die Leonore in «Fidelio», die Leonora in Verdis «La forza del destino» sowie fast alle weiteren dramatischen Verdi-Partien, ferner Wagner-Rollen wie Elisabeth, Ortrud und die Strauss’schen Frauen: Salome, Chrysothemis, Arabella, Marschallin. Nach ihrem Studium kam Helga Thiede zunächst ans Studio der Lindenoper, bevor sie feste Engagements in Schwerin, Dessau und schließlich Dresden erhielt. Am 6. Februar feiert die Sopranistin ihren 70. Geburtstag, zu dem wir herzlich gratulieren.

Rainer Süß zum 80.

Sein Wirken ist unmittelbar mit der Staatsoper Unter den Linden verbunden. Seitdem er 1962 einen Kollegen vertrat und den Ochs im «Rosenkavalier» sang, war Rainer Süß aus dem Haus in Berlins Mitte nicht mehr wegzudenken. Hier verkörperte der gebürtige Chemnitzer alle wichtigen Basspartien und das über die Maßen lange. Erst 1991 nahm er seinen offiziellen Bühnenabschied, um für den Berliner Bezirk Hellersdorf ins Abgeordnetenhaus einzuziehen, wirkte aber noch bis 1998 als freier Sänger. Nach dem Besuch der Leipziger Thomasschule studierte Süß unter anderem bei Hans Lissmann und war danach zunächst Mitglied des Leipziger Rundfunkchors. Sein Bühnendebüt gab er in Bernburg als Njegus in der «Lustigen Witwe».  Ein Jahr später wurde er an das Landestheater Halle (Saale) verpflichtet. 1962 wurde Süß zum Kammersänger ernannt. Am 2. Februar feiert der Bass seinen 80. Geburtstag. Dazu herzlichen Glückwunsch!

 

Todesfälle

 Abschied von Alexandru Ionitza

Der rumänische Tenor Alexandru Ionitza ist am 2. Januar im Alter von 61 Jahren gestorben. Der Sänger, der erste Bühnenerfahrungen in seiner Heimat sammelte und dann an den Städtischen Bühnen Münster sowie am Münchner Gärtnerplatztheater angestellt war, war seit 1984 Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein, wo er als Henry Morosus in Strauss’ Oper «Die schweigsame Frau» seinen Einstand gab. Weitere wichtige  Rollen des Tenors waren die Titelpartie in «Hoffmanns Erzählungen» und Des Grieux in Massenets «Manon».

Zum Tod von Volker Horn

Der Tenor Volker Horn ist im Alter von 66 Jahren am 20. November 2009 einem Gehirntumor erlegen. Am 13. März 1943 in Klagenfurt geboren, verbrachte er seine Kindheit in Bayreuth, wo er 1954 – damals Mitglied der Regensburger Domspatzen – die Partie des Hirtenknaben in Wieland Wagners «Tannhäuser»-Inszenierung übernahm. An der Wiener Musikhochschule studierte er Gesang und Violine und kam nach Zwischenstationen 1976 an die Deutsche Oper Berlin, der er über mehr als drei Jahrzehnte angehörte. Allerdings wusste man hier seine Fähigkeiten nicht richtig einzuschätzen und setzte ihn überwiegend in Comprimario-Rollen ein. Seine Fachpartien sang er vor allem an großen Bühnen des Auslands: Steuermann am Teatro Bellini in Catania, Loge an der Opéra de Lyon, Lohengrin an der Prager Nationaloper, Parsifal am Teatro La Fenice in Venedig. Große Erfolge hatte er auch als Florestan und vor allem als Max, den er in zahlreichen Produktionen der Oper im In- und Ausland verkörperte. Einigen Nachruhm sichert ihm seine Mitwirkung in Opern von Siegfried Wagner. In nicht weniger als sechs Produktionen von Peter P. Pachl («Der Bärenhäuter», «Banadietrich», «Sternengebot», «Die heilige Linde», «Der Heidenkönig», «Der Kobold») hat er zentrale Rollen gesungen. Alle diese Produktionen liegen bei Marco Polo als CD vor, Letztgenannte auch als DVD. Horn war ein Zwischenfachtenor mit beträchtlichen heldischen Ressourcen, der auch bei Wagner dem Legato-Gesang verpflichtet blieb und immer durch makellose Textverständlichkeit hervorstach. (E. P.)

 Gustavo Becerra-Schmidt ist tot

Der chilenische Komponist Gustavo Becerra-Schmidt ist im Alter von 84 Jahren am 3. Januar in Oldenburg gestorben. Becerra-Schmidt, der 1971 als Kultur- und Presseattaché der chilenischen Botschaft nach Deutschland kam und zwei Jahre später, während des Pinochet-Putschs, um politisches Ayl bat, lebte seit 1974 in der niedersächsischen Stadt und lehrte an der dortigen Hochschule Komposition, Analyse und Musiktheorie. Seine bekannteste Komposition ist das 1985 uraufgeführte «Carl-von-Ossietzky-Oratorium».

Massimo Bogianckino gestorben

Im Alter von 87 Jahren ist Mitte Dezember in Paris der ehemalige Direktor der Opéra de Paris und spätere Bürgermeister von Florenz, Massimo Bogianckino verstorben. Der gebürtige Römer studierte am Konservatorium seiner Heimatstadt und unterrichtete in den fünfziger Jahren in Pittsburgh und Pesaro Klavier, bevor er 1960 die Leitung der Accademia Filarmonica Romana übernahm. Danach ging er als Direktor an die Oper in Rom und an das Teatro Comunale nach Florenz. Seine größte Tat vollbrachte Bogianckino 1983. In diesem Jahr verantwortete er die Uraufführung von Olivier Messiaens Oper «Saint François d’Assise» im Pariser Palais Garnier, die mit Seiji Ozawa als Dirigent Musikgeschichte schrieb.

Dirigent Vjekoslav Sutej gestorben

Im Alter von 58 Jahren ist am 2. Dezember 2009 nach langer, schwerer Krankheit der Dirigent Vjekoslav Sutej gestorben. Sutej war von 1979 bis 1989 Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Kroatischen Nationaltheaters in Split sowie von 1986 bis 1990 Künstlerischer Leiter des Hollybush-Festivals in New Jersey. Dort hatte die internationale Karriere des in Rijeka geborenen Musikers begonnen. Zwischen 1990 und 1993 war er Musikdirektor des Teatro La Fenice in Venedig, von 1992 an fünf Jahre lang in gleicher Position an der Grand Opera Houston tätig; von 2002 bis 2005 leitete Sutej das Dubrovnik-Musikfestival, bis zu seinem Tod stand er an der Spitze des Zagreb Philharmonic Orchestra. Gastdirigate führten ihn unter anderem beim Verdi-Festival in Pesaro, nach San Francisco, München, Berlin, Frankfurt, Wien, Budapest, Rom und Moskau. 

Rainer Zepperitz gestorben

Im Alter von 79 Jahren ist am 23. Dezember 2009 in Berlin der ehemalige Solobassist der Berliner Philharmoniker und Orchestervorstand  Rainer Zepperitz gestorben. Der in Java geborene Musiker studierte am Düsseldorfer Konservatorium und kam 1951 zu den Philharmonikern, wo er bis zum Jahre 1995 spielte und zwei Mal – von 1966 bis 1978 sowie von 1981 bis 1984 – als Orchestervorstand tätig war. Von 1958 an unterrichtete er parallel an der Hochschule für Musik in Westberlin, heute UdK.

Isaac Schwartz ist tot

Der russische Film- und Theaterkomponist Isaac Schwartz ist Ende Dezember 2009 im Alter von 86 Jahren gestorben. Er komponierte die Musik zu mehr als 100 Filmen, darunter «Die weiße Sonne der Wüste» von Vladimir Motyl (der in der ehemaligen Sowjetunion Kultstatus genießt), und 35 Theaterproduktionen. Den Weg ins Filmgeschäft ebnete ihm weiland kein Geringerer als Dmitri Schostakowitsch. 

Wettbewerbe

Ungar gewinnt «Sacred Music»-Wettbewerb

Der ungarische Bass Levente Pàll hat den ersten Preis beim mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Internationalen Musikwettbewerb «Sacred Music» in Rom gewonnen. Der zweite Platz ging an die junge französische Sopranistin Melissa Laura Petit, auf Rang drei landete der italienische Countertenor Flavio Ferri Benedetti. Spezialpreise gingen an den israelischen Sänger David Feldmaan sowie Maximilian Lika aus Deutschland. «Sacred Music» ist weltweit der einzige Wettbewerb, der sich ausschließlich geistlichen Werken widmet. 

Korea dominiert Maritim Musikpreise

Der südkoreanische Bariton Dong Hwan Lee hat den mit insgesamt 20 000 Euro dotierten 10. Maritim Musikpreis gewonnen. Der Student der Hamburger Musikhochschule erhielt 2000 Euro. An dem Wettbewerb am Timmendorfer Strand nahmen junge Nachwuchsänger aus 14 Nationen teil, die an den Hochschulen von Hamburg, Rostock und Lübeck studieren. Den zweiten Platz (1500 Euro) erreichte Dongs Landsfrau, die Sopranistin Yun-Jeong Lee, Rang drei belegten gemeinsam Jungdom Kim aus Südkorea und Szymon Chojnacki aus Polen.

 Die beste Musicalsängerin kommt aus Berlin

Die 23-jährige Berlinerin Julia Gámez Martin hat den ersten Preis beim Bundeswettbewerb Gesang Berlin in der Kategorie Musical gewonnen. Die junge Sängerin siegte im Finale vor dem zweitplatzierten Florian Soyka (26) aus München. In der Sparte Chanson teilten sich Gisa Flake und Sebastian Strehler den Sieg. Den ersten Preis im Juniorwettbewerb und gleichzeitig den Preis des Deutschen Bühnenvereins für die beste Darstellung einer Musical-Szene erhielt die 20-jährige Nachwuchssängerin Johanna Spantzel aus Berlin. 

Meldungen

Gould und Westbroek sind «Tristan und Isolde» in Bayreuth 2015

Das Titelpaar für die Bayreuther Neuinszenierung von «Tristan und Isolde» 2015 ist gefunden. Katharina Wagner, die für die Inszenierung verantwortlich sein wird, gab jetzt bekannt, dass Stephen Gould und Eva-Maria Westbroek die Hauptpartien übernehmen sollen. Dirigent ist Christian Thielemann.

Villazón kündigt Comeback an

Rolando Villazón feiert sein Comeback. Laut österreichischen Medienberichten kehrt der mexikanische Tenor, der sich wegen einer Erkrankung an den Stimmbändern einer Operation unterziehen und pausieren musste, am 22. März anlässlich einer Aufführung von Donizettis «Liebes-trank» an der Wiener Staatsoper auf die Bühne zurück. Anschließend soll und will Villazón an der Berliner Lindenoper (in «Eugen Onegin») sowie bei Konzerten in Paris und Baden-Baden singen. Für die Salzburger Festspiele ist ein Liederabend mit der französischen Pianistin Hélène Grimaud geplant.

 Holger Schultze geht nach Heidelberg

Holger Schultze, Intendant des Osnabrücker Theaters, wird im Herbst 2011 in gleicher Position das Theater in Heidelberg leiten. Der 47-jährige Kulturmanager, der seit 2005 in Osnabrück erfolgreich arbeitet (unter anderem mit einem 2007 von den deutschen Theaterverlagen prämierten Spielplan, der junge, noch unerprobte Autoren protegiert), folgt auf Peter Spuhler, der seinerseits als General-intendant an das Badische Staatstheater nach Karlsruhe wechselt.

Theaterehe Rostock-Parchim perfekt

Die Theaterehe zwischen Rostock und Parchim ist endgültig unter Dach und Fach. Im November hatte das Mecklenburgische Landestheater in Parchim einem Zusammengehen mit dem Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin eine Absage erteilt. Der Parchimer Intendant Thomas Ott-Albrecht sieht in dem Volkstheater Rostock ein passenderes, großstädtischeres und damit attraktiveres Publikum für seine Bühne, das zumal dem in Parchim angesiedelten Kindertheater stärker zugeneigt sei, wie Ott-Albrecht erklärte. Die Vereinbarung zwischen beiden Häusern sieht nun vor, dass die Parchimer Bühne vollständig über ihre 1,15 Millionen Euro an Landeszuschüssen verfügen kann. Im Fall von Einsparungen ist jedes Haus auf sich selbst und seine (möglichen) eigenen Ressourcen angewiesen. Unterdessen hat der Intendant des Rostocker Volkstheaters, Peter Leonard, heftige Kritik an den finanziellen Folgen der vom Kabinett in Schwerin beschlossenen Neugliederung der Theaterlandschaften geübt. Den Planungen zufolge drohen Rostock in diesem Jahr bei den Landeszuschüssen erhebliche Einbußen. Falls die Zuschauerzahlen, an denen sich die Subventionen künftig orientieren werden, sich nicht erhöhen (wovon wohl auszugehen ist), muss sich das Haus auf ein Minus von knapp einer Million Euro einstellen.

 Louis-Spohr-Preis für Olga Neuwirth

Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth ist mit dem Louis-Spohr-Musikpreis der Stadt Braunschweig 2010 ausgezeichnet worden. Die mit 10 000 Euro dotierte Ehrung wird alle drei Jahre vergeben. Neuwirths Arbeiten, befand die zuständige Jury, seien durchzogen von einem Grundton skeptischer Spannung. Die Komponistin sei eine scharfe und kritische Beobachterin ihrer von Massen-medien geprägten Umwelt und suche die Auseinandersetzung sowohl mit der Musikgeschichte als auch mit der Medien- und Popkultur.

 Detmold: Landestheater vorerst gesichert

Zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Landestheater Detmold ist erstmalig eine Zielvereinbarung abgeschlossen worden, die dem Haus Planungssicherheit zumindest bis Ende 2011 gibt. Das Landestheater Detmold stimmt darin seine künstlerischen und wirtschaftlichen Konzepte mit der Staatskanzlei ab. Diese schreibt im Gegenzug die institutionelle Förderung in Höhe von 8,2 Millionen Euro für den Vereinbarungszeitraum fest. Der Intendant des Theaters, Kay Metzger, sieht darin ein positives Signal seitens der Politik für die kommenden Träger des Landestheaters und einen großen Vertrauensbeweis für die künstlerische Arbeit seines Hauses, das zuletzt mit einem kompletten «Ring» punkten konnte.

Schlingensief arbeitet wieder am Operndorf

Christoph Schlingensief geht es offiziellen Verlautbarungen zufolge wieder wesentlich besser. Wie der 49-jährige  Film- und Opernregisseur in einem vom Goethe-Institut veröffentlichten Brief mitteilte, haben die Medikamente angeschlagen und die Metastasen im verbliebenen rechten Lungenflügel vorerst verschwinden lassen. Damit stehen auch Schlingensiefs neuestem Projekt keine unüberwindlichen Hürden mehr im Wege: einem Operndorf in Afrika. In Burkina Faso hat Schlingensief unterdessen einen Ort gefunden, an dem er noch in diesem Jahr das Projekt entwickeln will. Bereits im Januar soll auf einem Areal von sechs Hektar Größe mit dem Bau begonnen werden. Zunächst soll eine Schule für 500 Kinder und Jugendliche entstehen, die ihren Schwerpunkt auf Film- und Musikklassen legen wird.

LA Opera in Nöten?

Laut einem Bericht der «Los Angeles Times» steht der Los Angeles Opera das Wasser bis zum Hals. Um zumindest bis zum kommenden Sommer liquide zu bleiben, hat das Los Angeles County einen Sonderkredit von 14 Millionen Dollar bewilligt; ansonsten hätte das Opernhaus schon ab Mitte Dezember seine Rechnungen nicht mehr begleichen können.

Heike Hoffmann übernimmt Salzburg Biennale

Die Kulturmanagerin Heike Hoffmann wird als Nachfolgerin von Hans Landesmann Intendantin der Salzburg Biennale. Laut einem Bericht des ORF will Frau Hoffmann, die in Berlin die Musikbiennale leitete, an der Salzach weniger Uraufführungen forcieren, als vor allem neue Aufführungsformen ausprobieren und Tanz, Literatur, Theater und elektronische Medien integrieren. Die nächste Salzburg Biennale findet im März 2011 statt.

Met: «Tosca» in zwei Inszenierungen?

Laut einem Bericht der «New York Times» erwägt die Metropolitan Opera New York, die umstrittene «Tosca»-Inszenierung von Luc Bondy parallel zur populären Version Franco Zeffirellis derselben Oper zu zeigen. Eine definitive Entscheidung stehe allerdings noch aus, sagte Met-Chef Peter Gelb.

Semperoper sucht Dokumente

Die Dresdner Semperoper sucht Informationen zur Aufführungsgeschichte der Oper «Notre Dame» von Franz Schmidt. Es geht dabei um die Frage, ob die 1914 in Wien uraufgeführte Oper im Mai des Jahres 1916 in einer Dresdner Inszenierung zu sehen war, oder ob die avisierte Premiere am 18. April dieses Jahres eine Dresdner Erstaufführung ist. In der Fachliteratur gibt es Hinweise darauf, dass «Notre Dame» am 2. Mai 1916 an der Semperoper gegeben wurde; beweisen ließ sich diese These jedoch bislang nicht.

Oper Zürich: Ausgeglichener Haushalt

Die Oper Zürich hat für die Spielzeit 2008/09 eine ausgeglichene Rechnung vorgelegt. Bei einem Gesamtvolumen von 131 Millionen Schweizer Franken weist das Opernhaus ein Plus von rund 54 000 Franken auf; dies ist nicht zuletzt auf höhere Zuschüsse der öffentlichen Hand zurückzuführen. Die Beiträge der Sponsoren und Gönner waren hingegen in der Saison 2008/09 rückläufig. Sie beliefen sich auf rund 9,7 Millionen Franken; das sind knapp 200 000 Franken weniger als in der Vorsaison. Die Besucherzahlen erhöhten sich in der Sparte Oper/Operette um ein Prozent, so dass die Auslastung 78,6 Prozent betrug.

 Wien: Meyer stellt Pläne vor

Mehr Mozart, Janácek und Dominique Meyer, designierter Direktor der Wiener Staatsoper, setzt zu seinem Dienstantritt in der Spielzeit 2010/11 mit der Präsentation der da Ponte-Opern einen Mozart-Schwerpunkt. Laut einem Bericht der österreichischen Zeitung «News» plant Meyer insgesamt sechs Opern- und drei Ballettpremieren. Den Auftakt bildet die Übernahme von Jean-Louis Martinotys «Figaro»-Inszenierung aus Paris. Einen weiteren Schwerpunkt sollen die Opern von Janácek bilden. In diesem Zusammenhang hat Meyer mehr Geld für die Wiener Staatsoper gefordert. Das Haus sei im Vergleich zur Opéra de Paris unterfinanziert. In einem Interview mit dem «Standard» erklärte Meyer, die Staatsoper erhalte als Basisfinanzierung mit 51 Millionen Euro lediglich zwei Millionen Euro mehr als das Burgtheater; die Pariser Oper dagegen werde mit 110 Millionen Euro alimentiert. Die hohe Auslastung von gegenwärtig 97 Prozent will der Nachfolger von Ioan Holender mit hochklassigen Mozart- und Strauss-Produktionen halten. Zudem plant er – anscheinend nach dem Vorbild der Berliner Lindenoper – per annum fünf bis sechs Aufführungen einer Barockoper, die mit Hilfe eines Gastorchesters realisiert werden sollen und zwar dann, wenn die Wiener Philharmoniker auf Tournee sind.

Orchester: Tarifeinigung

Der Deutsche Bühnenverein und die Deutsche Orchestervereinigung haben einen neuen Tarifvertrag für Musiker in Kulturorchestern (TVK) unterzeichnet. Damit haben gut fünfjährige Verhandlungen, die zum Teil von Streiks begleitet waren, ihr Ende gefunden. Zum einen knüpft der TVK an viele bislang schon geltende Vorschriften an. Andererseits sind zahlreiche Neuerungen übernommen worden; so wurde insbesondere die Gestaltung der Arbeitszeit flexibilisiert, die Regelung der Medienrechte der notwendigen Nutzung moderner Informationstechnologien angepasst und die Kooperationsmöglichkeiten zwischen einzelnen Orchestern verstärkt. Zugleich wird durch den Tarifvertrag sichergestellt, dass sich die Vergütungen der Musiker der Lohnentwicklung des öffentlichen Dienstes anpassen.

 Thielemann hat in Dresden unterschrieben

Christian Thielemann hat am 18. Dezember 2009 seinen Vertrag als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden ab 2012 unterschrieben. Der Vertrag beginnt am 1. April 2012 und läuft über sieben Jahre bis zum 31. Juli 2019. Er beinhaltet pro Spielzeit mindestens 45 Dirigate im Konzert- und Opernbereich, davon zwölf Symphoniekonzerte (vier Programme) in Dresden, drei Sonderkonzerte und zwölf Opernaufführungen. Zudem sieht der Vertrag mindestens 18 Tourneekonzerte mit der Staatskapelle Dresden pro Saison vor.

Gelsenkirchener Theater wiedereröffnet

Nach einer Umbauzeit von acht Monaten ist das Gelsenkirchener Theater mit einer Operngala wiederöffnet worden. Umgestaltet wurden in der Sanierungsphase die Foyers; zudem erhielt das Theater eine neue Glasfassade, sämtliche Asbestanteile wurden beseitigt. Wichtigster Punkt aber ist die Verbesserung der Akustik: Die Saaldecke wurde um (sage und schreibe) sechseinhalb Meter angehoben und mit steuerbaren Elementen versehen. Alles in allem kostete die aufwändige Sanierung 6,5 Millionen Euro.

Hommage an Hans Werner Henze

Die Kulturhauptstadt Ruhr hat sich im Rahmen des Festivals «Ruhr 2010» für eine umfassende Hommage an den Komponisten Hans Werner Henze zu einem Netzwerk für Neue Musik zusammengeschlossen. Über 40 Partner präsentieren bis zum Dezember Henzes Œuvre und sein gesellschaftliches Handeln von den frühen Anfängen bis zur Gegenwart. Im Zentrum der Werkschau steht ein Auftragswerk der Kulturhauptstadt «Ruhr.2010» und der Semperoper Dresden: «Gisela oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks». Die Uraufführung dieser Oper ist eine Eigenproduktion der Ruhrtriennale; Regie führt Pierre Audi.

Bund erhöht Kulturetat

Der Kulturetat des Bundes erhöht sich in diesem Jahr um 17 Millionen Euro auf insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von eineinhalb Prozent. Der Bund, erklärte dazu Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), gehe so «mit gutem Beispiel für Länder und Kommunen» voran. Von der Erhöhung profitieren besonders die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die 3,75 Millionen Euro mehr erhält als im Vorjahr, die Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH, deren Etat um 2,1 Millionen Euro aufgestockt wird, sowie die Nationalbibliothek (plus 2 Millionen Euro). Für den Schwerpunkt kulturelle Bildung gibt der Bund künftig eine Dreiviertelmillion Euro zusätzlich aus. Die Bayreuther Festspiele erhalten 600 000 Euro, die Projekte der «Initiative Musik» 500 000 Euro mehr.

 Freunde von Bayreuther haben neuen Vorsitzenden

Georg von Waldenfels, ehemaliger bayerischer Finanzminister, ist neuer Vorsitzender der «Gesellschaft der Freunde von Bayreuth». Zum Jahreswechsel löste er Peter Gloystein ab, der erst im Frühjahr 2009 die Nachfolge von Karl-Gerhard Schmidt angetreten hatte. Die Gesellschaft der Freunde ist wie der Bund, der Freistaat Bayern und die Stadt Bayreuth seit dem Rückzug des langjährigen Festspielleiters Wolfgang Wagner zu einem Viertel an der Festspiele GmbH beteiligt.

Göttinger Händel-Festspielchef wechselt nach Hannover

Der Intendant der Händel-Festspiele Göttingen, Benedikt Poensgen, wird ab Sommer dieses Jahres Leiter des Kulturbüros der Stadt Hannover. Poensgen leitet das renommierte Festival seit zwölf Jahren. Zu seinem neuen Aufgabenbereich in der niedersächsischen Landeshauptstadt zählen die städtische Kunst-, Theater-, Musik- und Literaturförderung, das Kommunale Kino, das Künstlerhaus Kubus sowie die Betreuung der Städtepartnerschaften Hannovers. Poensgen steht an der Spitze eines Teams aus 31 Mitarbeitern.

Komponist Husmann ausgezeichnet

Der Hamburger Komponist und Dirigent Mathias Husmann hat im finnischen Hämeenlinna die Jean-Sibelius-Geburtshaus-Medaille erhalten. Er wurde für seine 2009 uraufgeführte Oper «Zugvögel» ausgezeichnet, in deren Verlauf die Entstehungsgeschichte der achten Symphonie von Sibelius beschrieben wird. Weiterer Preisträger ist Simon Rattle. Der britische Dirigent wurde für seine Einspielungen der Sibelius-Symphonien geehrt.

Niklas Willén ist neuer Chef des WDR-Orchesters


März 2010

 

Preis des Westfälischen Friedens für Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra

 

Der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim und die Musiker des West-Eastern Divan Orchestra erhalten in diesem Jahr den mit 50 000 Euro dotierten Preis des Westfälischen Friedens.

 

 

Komponistenwettbewerb am Royal Opera House

Junge Komponisten haben nun die Gelegenheit, eines ihrer Werke an prominenter Stätte zu hören. Im Auftrag des Londoner Royal Opera House und des studentischen Online-Dienstes numu (www.numu.org) sind alle Tonsetzer zwischen elf und 14 Jahren aufgefordert, eine Fanfare zu komponieren, die aber nicht länger als 30 Sekunden dauern soll. Eine Jury, in der unter anderem ROH-Musikchef Antonio Pappano sitzt, entscheidet über das gelungenste Stück, das dann vom Orchester des ROH aufgeführt wird.

 

Philip Langridge gestorben

 

Vor wenigen Monaten erst hat die Musikwelt seinen 70. Geburtstag gefeiert. Nun ist der britische Tenor Philip Langridge am 8. März gestorben. Er erlag einem Krebsleiden. Die Karriere des 1939 in Kent geborenen Künstlers führte diesen an zahlreiche große Opernhäuser. Er interpretierte sowohl Mozart- als auch Janácek- und Wagner-Partien. Einen großen Namen machte sich Langridge auch als Liedsänger (siehe Opernwelt 4/2010).

 

 


Deutscher Musikrat stellt Forderungen

 

Der Deutsche Musikrat und die Konferenz der Landesmusikräte haben ein Papier erstellt, in dem sie unter dem Titel «Kinder brauchen Musik» eine verbesserte Nachwuchsförderung verlangen. Diese sieht in erster Linie den Erhalt und die Qualitätssicherung des Schulfachs Musik vor. In den vergangenen Jahren ist der Musikunterricht an deutschen Schulen immer weiter reduziert worden. An manchen Schulen gibt es nicht einmal mehr eine Stunde Musik pro Woche. Gegen den kontinuierlichen Abbau des Musikunterrichts speziell an Berliner Schulen haben nun federführend Simon Rattle, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, und Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Lindenoper, protestiert. In einem offenen Brief an Bildungssenator Jürgen Zöllner forderten sie einen Musikunterricht von mindestens 1,5 Stunden in der Woche. Die bisherigen Einschränkungen hätten, so heißt es in dem Offenen Brief, eine fatale Wirkung auf die Musikkultur der Stadt.

 

 

 

 

Neues Musikprojekt für die ganze Welt

Anlässlich des Europäischen Jahres 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung hat die European Festivals Association (EFA) ihr neues Projekt «Open the Door» ins Leben gerufen. Festivals aus aller Welt sind aufgerufen, allen Interessierten den Zugang zu diesen Festivals zu erleichtern. Die Initiative wurde in Stockholm gemeinsam mit 13 nationalen Festivalverbänden vorgestellt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.Open-the-Door.eu

 

 

Kenji Sakai gewinnt Luzerner Kompositionswettbewerb

Der japanische Komponist Kenji Sakai ist Gewinner des erstmals und gemeinsam von der Art Mentor Foundation Lucerne und dem Luzerner Sinfonieorchester ausgetragenen Kompositionswettbewerbs. Neben 10 000 Schweizer Franken Preisgeld ist mit der Auszeichnung die Aufführung des prämierten Werkes verbunden. Diese wird im Frühjahr 2011 vom Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Jonathan Nott realisiert.

 

Anja Harteros erhält Kölner Opernpreis

Die Sopranistin Anja Harteros ist mit dem erstmals vergebenen Kölner Opernpreis ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung, die vom Verein der Freunde und Förderer Kölner Kultur e. V. vergeben wird, ist mit 10 000 Euro dotiert und ehrt herausragende künstlerische Persönlichkeiten aus dem Bereich des Musiktheaters.

 

Ainars Rubikis gewinnt Bamberger Dirigentenwettbewerb

Der 1978 geborene lettische Dirigent Ainars Rubikis hat den Internationalen Gustav-Mahler Dirigentenwettbewerb in Bamberg gewonnen. Rubikis, der ein Preisgeld von 20 000 Euro erhielt, setzte sich im Finale gegen Aziz Shokhakimov aus Usbekistan (2. Preis, 10 000 Euro) und den Bulgaren Yordan Kamdzhalov (3. Preis, 5000 Euro) durch.

 

Gesangswettbewerb Julián Gayarre in Pamplona

Gewöhnlich steht die Stadt im Rampenlicht, wenn die Stiere durch die Gassen laufen. Vom 10. bis 18. September wird das etwas anders sein. In dieser Zeit findet in Pamplona der Gesangswettbewerb «Julian Gayarre» statt, der für junge Sängerinnen und Sänger im Alter von 18 bis 30 Jahren zugänglich ist. Den Juryvorsitz hat in diesem Jahr Teresa Berganza, der Anmeldeschluss ist der 5. Mai. Weitere Informationen unter www.cfnavarra.es/gayarre

 

 

Fünf Nachwuchssänger für die National Council Auditions an der Met nominiert

 

Die Jury hat entschieden: Die Gewinner der National Council Auditions an der New Yorker Met, bei der Marco Armiliato das Met Orchestra dirigierte, sind in diesem Jahr die Sopranistin Leah Crocetto aus Oxford, Connecticut, die Sopranistin Lori Guilbea aus Golden Meadow, Louisiana, der Bariton Elliot Madore aus Toronto, der Tenor Nathaniel Peak aus Humble, Texas, und die Sopranistin Rachel Willis-Soerensen aus Tri-Cities, Washington. Sie alle erhalten eine Prämie in Höhe von 15 000 US-Dollar.

 

 

Michael Helmbold neuer Geschäftsführer der Ruhrtriennale

 

Michael Helmbold, seit Januar 2009 bereits Künstlerischer Betriebsdirektor der Ruhrtriennale, ist dort auf Wunsch des Intendanten Willy Decker zum Geschäftsführer ernannt worden. Unterstützt wird er durch den Prokuristen und Verwaltungsdirektor Uwe Peters. Helmbold war zuvor unter anderem an der Berliner Volksbühne und bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen tätig.

 

 

 

 

Heiko C. Reissig Intendant des Festivals der heiteren Muse

 

Heiko C. Reissig, langjähriger Intendant der Elblandfestspiele Wittenberge, ist zum neuen Intendanten und Künstlerischen Leiter des internationalen «Festivals der heiteren Muse» ernannt worden. Er tritt sein Amt mit sofortiger Wirkung an. Das Festival ist eine EU-Kulturkooperation von Deutschland, Österreich, der Slowakei, Ungarn und Rumänien und hat sich zum Ziel die Unterstützung der Kunstgattung Operette sowie die Förderung ihres künstlerischen Nachwuchses gesetzt.

 

 

Intendant Ulrich Peters soll Münchner Gärtnerplatz 2012 verlassen

 

Kulturpolitik in München wäre der Stoff für einen Roman. Nach der Causa Thielemann hat sich dies ein weiteres Mal bestätigt. Ohne den Betroffenen über die Gründe für die Entscheidung aufzuklären, hat der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst Wolfgang Heubisch dem Intendanten des Münchner Gärtnerplatztheaters, Ulrich Peters, mitgeteilt, dass sein 2012 auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. Die Amtszeit von Peters endet somit am 31. August 2012. Das Ministerium stellte Gespräche in Aussicht.

 

 

28. Sommerfestspiele Xanten im August

Gute Aussichten für Xanten. Die in der Region beliebten Xantener Sommerfestspiele finden dies Jahr zum 28. Mal statt, und zwar vom 13. bis 19. August. Eröffnet wird das Festival mit einer Aufführung von Puccinis «Turandot» sowie dem traditionellen Feuerwerk. Weitere Höhepunkte sind eine «Gala-Nacht der Oper», die Elvis-Presley-Hommage «ELVIS – The Show», das Musical «Die Schöne und das Biest» und eine Aufführung von Orffs «Carmen». Wer nach Xanten reisen möchte, kann sich auf der Website der Festspiele (www.sommerfestspiele.de) informieren.

 

Neue Leitung am Badischen Staatstheater

 

Schauspiel und Oper am Badischen Staatstheater Karlsruhe bekommen ab 2011 eine neue Leitung. Jan Linders wird Schauspieldirektor, Joscha Schaback Operndirektor. Linders ist derzeit in Heidelberg tätig, wo auch der ab der Spielzeit 2011/12 berufene Intendant Peter Spuhler amtet, und arbeitete vor Jahren unter anderem mit Theatermachern wie Robert Wilson, George Tabori und Heiner Müller zusammen. Auch Schaback ist ein Partner von Spuhler.

 

 

Telemann-Preis für Simon Standage

 

Der britische Geiger und Pädagoge Simon Standage hat den Georg-Philipp-Telemann-Preis der Stadt Magdeburg erhalten. Mit der Auszeichnung würdigen die Telemann-Festtage das umfangreiche Wirken des Interpreten und Hochschullehrers für die Verbreitung der Werke des barocken Komponisten.

 

 

Salonen kommt nach Dortmund

 

Ein Finne in Dortmund. Hübsche Vorstellung. Die nun Realität wird. Denn der finnische Dirigent und Komponist  Esa-Pekka Salonen wird Exklusivkünstler am Konzerthaus Dortmund. Ab der Saison 2010/11 trägt  er den Titel eines «Residenzkünstlers». Zu Beginn seines Wirkens gestaltet Salonen ein «Zeitinsel»-Festival, in dessen Mittelpunkt am 17. September die halbszenische Aufführung von Wagners Liebes(tod)-Oper «Tristan und Isolde» in der Regie von Peter Sellars steht.

 

 

Praetoris Musikpreis für Thomas Quasthoff

 

Der Bassbariton Thomas Quasthoff sammelt weiter fleißig Preise und dürfte damit nach Daniel Barenboim und Anne-Sofie Mutter für die Bronzemedaille unter den ewigen Preisträgern prädestiniert sein, obwohl Pierre Boulez ihm auf den Spuren ist. Quasthoff hat nun vorgelegt und den mit 10 000 Euro dotierten Praetorius Musikpreis Niedersachsen erhalten. Er sei, so die Begründung der Jury, eine der bemerkenswertesten Sängerpersönlichkeiten der Zeit und breche spielerisch die Grenzen zwischen ernster und unterhaltender Musik. Ebenfalls ausgezeichnet (und ebenfalls mit 10 000 Euro behängt) wurde der spanische Musiker Jordi Savall. Er erhielt den Internationalen Friedensmusikpreis Niedersachsen für seine Beschäftigung mit Musikkulturen im Schnittpunkt christlicher, jüdischer und islamischer Traditionen. Der Musikinnovationspreis (8000 Euro) ging an den Instrumentalisten Gunter Hampel, der Kompositionspreis (8000 Euro) an Charlotte Seither.

 

 

Klassische Musik auf dem Vormarsch

 

And the winner is – classical music! Wie der Bundesverband Musikindustrie mitteilt, konnte klassische Musik sowohl beim Umsatz wie auch beim Absatz anno 2009 zweistellige Zuwachsraten verbuchen. Dank zahlreicher Jubiläumsveröffentlichungen (Händel, Haydn, Mendelssohn Bartholdy) stieg die Zahl der verfügbaren Klassik-Produkte von rund 54 000 auf etwa 62 000 an.

 

 

Fonds Experimentelles Musiktheater sucht Ideen

Für die Initiative «Fonds Experimentelles Musiktheater» des NRW KULTURsekretariats und der Kunststiftung NRW werden wieder Projektideen gesucht. Die Projekte entstehen in Zusammenarbeit mit Theater- und Opernhäusern Nordrhein-Westfalens. Ziel des Fonds ist es, zeitgenössische Musiktheater-Produktionen zu initiieren, zu erproben und zu fördern. Die nächste Uraufführung ist für den Dezember 2011 an den Städtischen Bühnen Münster geplant. Dafür werden rund 80 000 Euro aus Mitteln des Kultursekretariats und der Kunststiftung bereitgestellt. Bewerbungen können bis zum 15. Mai an das NRW KULTURsekretariat gerichtet werden. Informationen gibt es unter www.nrw-kultur.de 

 

Dmitri Jurowski neuer Chefdirigent der flämischen Oper

 

Der junge russisch-deutsche Dirigent Dmitri Jurowski wird ab dem 1. Januar 2011 neuer Chefdirigent der Flämischen Oper in Antwerpen und Gent. Sein Vertrag hat eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren. Bereits im März dirigiert Jurowski, der aus der international bekannten Dirigentenfamilie stammt,  die  Premiere von «Eugen Onegin». Regie führt Tatjana Gürbaca.

 

 

Carmen kommt nach Schenkenberg

Mit gleich neun Open-Air-Aufführungen von Bizets Oper «Carmen» lockt die schweizerische Oper Schenkenberg Besucher im August 2010 in ihr Freilichttheater nach Schinznach-Dorf. Für die Vorstellungen verwandelt sich dieses in eine echte Stierkampfarena, in der die Zuschauer hautnah miterleben, wie es der schönen Carmen und ihrem Don José ergeht. Angst muss man aber nicht haben. Die Stiere sind zahm. Nur Carmen soll, wie wir gehört haben, sehr, sehr temperamentvoll sein. Premiere ist am 11. August. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.regionbrugg.ch

 

 

Großer Besucherandrang beim Kurt Weill Fest in Dessau

 

Die Veranstalter können zufrieden sein. Mit einer Auslastung von 88 Prozent war das 18. Kurt Weill Fest in Dessau ein Erfolg. Rund 9200 Besucher kamen zu den 36 Veranstaltungen.

 

 

Jonas Kaufmann beim Dortmunder Opernball, Jens-Daniel Herzog übernimmt die Oper

 

Am 8. Mai, also am Tag der Befreiung, feiert Dortmund seinen Opernball. Doch bevor es aufs Parkett geht, kommt erstmal die Kunst zu ihrem Recht. Christine Mielitz, Noch-Intendantin der Oper Dortmund, hat ein hübsches Programm zusammengestellt. Und mit Jonas Kaufmann einen hochkarätigen Gast eingeladen, der für den entsprechenden Wirbel wohl sorgen wird. Wer es miterleben will, sollte sich unter der Web-Adresse www.theaterundkonzertfreunde.de kundig machen. Nachfolger von Christine Mielitz wird übrigens der Regisseur Jens-Daniel Herzog. Er tritt sein Amt im August 2011 an, zunächst für fünf Jahre.

 

 

Köln wird Opernstadt

 

Noch bunter treiben sie es im fast benachbarten Köln. Weil die Kölner Oper zu Beginn der kommenden Spielzeit aus ihrem baufälligen Domizil ausziehen muss, zieht sie notgedrungen als Vagabund durch die Rheinmetropole. Spielorte sind unter anderem ein Filmstudio, eine alte Maschinenhalle und die verlassene Zentrale eines Versicherungskonzerns. Vielleicht sollte ein Komponist rasch eine zeitgemäße «Kafka»-Oper für diesen Zweck schreiben.

 

 

Schwetzingen und Bayreuth für Weltkulturerbe nominiert

Die kurfürstliche Sommerresidenz in Schwetzingen ist wie das markgräfliche Opernhaus in Bayreuth (wir berichteten) von der Bundesrepublik Deutschland für die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste nominiert worden. Das entschied die Kultusministerkonferenz in einer entsprechenden Sitzung. Die offizielle Nominierung ist Voraussetzung für das Evaluationsverfahren, das ein Antrag durchlaufen muss, um dem jährlich einmal tagenden Welterbekomitee zur Entscheidung vorgelegt werden zu können.

 

Mutig-Preis an Kurt Masur

 

Der Dirigent Kurt Masur ist mit dem Aschaffenburger Mutig-Preis ausgezeichnet worden. Masur erhielt die Ehrung für seinen couragierten Einsatz während der Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989.

 

 

James Conlon erhält Lifetime Achievement Award

 

Der Dirigent James Conlon hat den Lifetime Achievement Award des Italienischen Kulturinstituts in Los Angeles erhalten. Ausgezeichnet wurde der Musikdirektor der Los Angeles Opera für seinen lebenslangen Einsatz für die klassische Musik und seine herausragenden dirigentischen Leistungen.

 

 


April 2010

 

Werner Schroeter ist tot

Der deutsche Film-, Opern- und Theaterregisseur Werner Schroeter erlag am 12. April einem schweren Krebsleiden. Schroeter, der noch vor Wochen an der Berliner Volksbühne das Stück «Quai West« von Bernard-Marie Koltès inszeniert hatte, starb kurz nach seinem 65. Geburtstag in Kassel. Bekannt geworden war er 1969 mit dem Opernfilm «Eika Katappa». Seine entscheidende Förderung erhielt er durch Peter Zadek zu Beginn der 1970er Jahre. Nach einer großen Karriere als Filmemacher, in deren Rahmen er unter anderem mit dem Streifen  «Palermo oder Wolfsburg» 1980 den Goldenen Bären der Berlinale gewann,  erwarb sich Schroeter auch als Opernregisseur einen internationalen Namen.

 

Gedenkfeier für Wolfgang Wagner

Freunde und Weggefährten haben am 11. April Abschied von Wolfgang Wagner genommen. Der langjährige Leiter der Bayreuther Festspiele war, wie berichtet, am 21. März im Alter von 90 Jahren gestorben. Bei einer Gedenkfeier im Festspielhaus würdigten Künstler und Politiker das Lebenswerk des Richard-Wagner-Enkels. Zu den Gästen gehörten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. Auf dem Platz vor dem Festspielhaus verfolgten mehrere hundert Bürger der Stadt die Trauerfeier über Lautsprecher. Zum Festakt, bei dem neben Seehofer auch der Dirigent Christian Thielemann eine kurze Ansprache hielt, waren aus Platzgründen nur rund 1000 geladene Gäste zugelassen. Verschattet wurde die Gedenkfeier von der Absage von Wolfgang Wagners Sohn Gottfried und der Familie seines 1966 verstorbenen Bruders Wieland Wagner. Dessen Tochter Nike, Leiterin des Kunstfestes Weimar, zählte jahrelang zu den heftigsten Kritikern des Festspielchefs. Sie selbst, ihre Geschwister Iris, Wolf Siegfried und Daphne sowie Gottfried Wagner hatten sich darüber beklagt, ihnen seien keine angemessenen Plätze für die Trauerfeier angeboten worden (Nachruf in «Opernwelt» 05/2010).

 

WDR Sinfonieorchester erhält BBC Music Magazine Award

Nicht alles, was mit der Familie Wagner zu tun hat, riecht nacht Kabale und Hieben. So wurde die Aufnahme des WDR Sinfonie-Orchesters und seines scheidenden Chefdirigenten Semyon Bychkov der romantischen Oper «Lohengrin» bei den BBC Music Magazine Awards in London zur «Disc of the Year» gekürt.

 

Mariss Jansons muss «Carmen»-Premiere in Wien absagen

Die Großen der Zunft scheinen von einem Bann beladen. Nachdem bereits Seiji Ozawa wegen Krankheit sämtliche Termine in den kommenden Wochen stornieren musste, hat es nun auch Mariss Jansons erwischt. Der Chefdirigent des Symphonieorchesters und Chores des Bayerischen Rundfunks hat bis Juni alle Auftritte abgesagt. Damit entfällt auch sein Debüt an der Wiener Staatsoper als Dirigent der «Carmen»-Produktion am 3. Mai. Für ihn soll nun sein Schüler und Landsmann Andris Nelsons am Pult stehen. Fraglich ist überdies die Mitwirkung von Anna Netrebko. Die russische Diva hat sich eine fiebrige Kehlkopfentzündung zugezogen und ist bereits von ihren Verpflichtungen an der Wiener Staatsoper im April als Elvira in Vincenzo Bellinis «I puritani» zurückgetreten. Für diese Partie springt die italienische Sopranistin Desiree Rancatore ein.

 

Sylvain Cambreling geht nach Stuttgart

Bester Gesundheit erfreut sich hingegen Sylvain Cambreling. Und einen lukrativen Posten hat er nun auch noch. Ab der Spielzeit 2012/13 wird der Dirigent die musikalische Leitung der Staatsoper Stuttgart übernehmen. Damit wurde ein Wunsch des designierten Intendanten Jossi Wieler Wirklichkeit. Bereits in der Eröffnungsspielzeit Wielers 2011/12 werden der Intendant und sein Chefdramaturg mit Cambreling zusammenarbeiten und gemeinsam eine Neuproduktion stemmen.

 

Festspielhaus Baden-Baden plant alleine

Stemmen, das will auch das Festspielhaus Baden-Baden, und zwar künftig in Eigenregie alle Musiktheaterproduktionen in der schmucken Kurstadt. Mit der Entscheidung, Opern nur noch in künstlerischer Alleinverantwortung zu konzipieren, erreicht das vor zwölf Jahren gegründete und privat betriebene Opernhaus eine neue Stufe seiner Entwicklung. Neben zwei Neuinszenierungen – Mozarts «Cosi fan tutte» (Regie: Philipp Himmelmann) und Strauss’ «Salome» (Nikolaus Lehnhoff) –  soll es in der nächsten Spielzeit vier konzertante Premieren geben: gleich zu Beginn der Spielzeit Verdis «Otello» mit Ben Heppner und Anja Harteros in den Hauptrollen, danach eine Händel’sche «Ariodante» mit Joyce DiDonato sowie die Mozart-Opern «Idomeneo» und «Don Giovanni», Letzterer mit einer erlesenen Solistenschar: Diana Damrau, Elina Garanca, Rolando Villazón, Ildebrando d’Arcangelo und Thomas Quasthoff singen die Hauptrollen.

 

Singende Manager für den LeaderChor Berlin 2010 gesucht

Nicht gar so prominent, aber doch auch besonders, das soll die Besetzung für den LeaderChor 2010 in Berlin sein. Vier Tage lang können Manager und Führungskräfte aus Wirtschaft und Gesellschaft ihr Büro mit dem Probensaal tauschen und gemeinsam mit Mitgliedern des Rundfunkchores Berlin und unter Leitung von dessen Chefdirigent Simon Halsey – der soeben seinen Vertrag bis zum Jahr 2016 verlängert hat – ein Konzertprogramm einstudieren. Für den Workshop vom 28. bis zum 31. Oktober gibt es noch freie Plätze. Wer den Teilnehmerbetrag von 795 Euro zu berappen sich imstande sieht, kann sich noch bis zum 15. Mai anmelden. Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.rundfunkchor-berlin.de/leaderchor.

 

Howard Arman wird Musikdirektor am Luzerner Theater

Howard Arman, seit Mai 1998 Künstlerischer Leiter des MDR Rundfunkchors, übernimmt ab der Spielzeit 2012/13 zusätzlich zu diesem Amt für drei Jahre die Funktion des Musikdirektors am Luzerner Theater. Dabei teilt er sich die musikalische Leitung des Luzerner Sinfonieorchesters mit Chefdirigent James Gaffigan, der wiederum bereits mehrfach Konzerte des MDR Chores leitete. Nach der Berufung Armans zum Generalmusikdirektor der Theater & Philharmonie Thüringen ab der Spielzeit 2010/11 ist die Verpflichtung in Luzern sein zweites Engagement als Musikdirektor eines Opernhauses.

 

Kent Nagano erhält den Furtwängler-Preis

Mehrer Ämter innezuhaben, gehört ja längst zum guten Ton. Der Musikchef der Bayerischen Staatsoper, Kent Nagano, der zudem Music Director des Orchestre symphonique de Montréal ist, weiß das natürlich auch. Nun erhält Nagano beim Beethoven-Fest in Bonn den Wilhelm-Furtwängler-Preis für besonders herausragende Leistungen auf dem Gebiet der – richtig: Musik. Die Auszeichnung wird seit zwei Jahren vergeben.

 

BMW Kompositionspreis vergeben

Schon etwas länger, nämlich seit der Spielzeit 1997/98, gibt es den BMW Kompositionspreis, der im Rahmen von musica viva verliehen wird. Heuer erhält ihn der italienische Komponist Valerio Sannicandro für sein Opus «Forces Motrices» für Orchester und Live-Elektronik. Den zweiten Preis errang der japanische Tonsetzer Toru Naktani für seine Komposition mit dem nachgerade prosaischen Titel  «For 54 Players», Rang drei belegte der deutsche Komponist Caspar De Gelmini  mit dem Stück «Nightline» für Orchester.

 

Sächsischer Mozartpreis an Niksa Bareza

Bleiben wir bei den Ehrungen: Niksa Bareza, langjähriger Generalmusikdirektor der Robert-Schumann-Philharmonie und der Oper Chemnitz erhält im Rahmen des sächsischen Mozartfestes den nämlichen Preis, und zwar für seine Verdienste um die Pflege des Mozart’schen Werkes und sein künstlerisch prägendes Wirken für die sächsische Musiklandschaft.

 

Schlossfestspiele in Schwerin präsentieren Verdis «La forza del destino»

Vom 25. Juni bis zum 1. August dauern die Schlossfestspiele Schwerin des Mecklenburgischen Staatstheaters. Im Mittelpunkt steht die Produktion der Verdi-Oper «La forza del destino». Premiere der Inszenierung von Peter Lotschak unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Matthias Foremny ist am 25. Juni auf dem Alten Garten.

 

Vittorio Grigolo unterschreibt Exklusivvertrag bei Sony Classical

In trockenen Tüchern ist auch der Exklusivvertrag von Vittorio Grigolo bei Sony Classical. Der junge italienische Tenor setzte seine Unterschrift unter einen Vertrag, der eine unbefristete Laufzeit hat. Als erste Aufnahme wird Grigolo im Herbst 2010 eine CD mit Arien von Puccini, Donizetti und Verdi veröffentlichen.

 

China finanziert in Algier ein Opernhaus

Nicht mehr warten müssen die Verantwortlichen des in Algier geplanten Opernhauses. Wie jetzt bekannt wurde, haben offizielle Vertreter Chinas in der algerischen Hauptstadt eine Vereinbarung unterzeichnet, derzufolge das Reich der Mitte ein 43 Millionen Dollar teures Opernhaus für Algier finanziert. Mit dieser noblen Geste will China seine Beziehungen zu dem reich mit natürlichen Öl- und Gasvorkommen gesegneten nordafrikanischen Land stärken.

 

Marcus Bosch wird GMD in Nürnberg

Glückwunsch an Marcus Bosch. Ab der Spielzeit 2011/12 wird der Dirigent Generalmusikdirektor an der Staatsoper Nürnberg. Der Vertrag hat eine Laufzeit von sechs Jahren. Bosch, der gegenwärtig das gleiche Amt in Aachen bekleidet, tritt die Nachfolge von Christof Prick an. Damit aber nicht genug der neuen Positionen: Mit Beginn dieser Saison hat der Dirigent zudem die Opernfestspiele Heidenheim übernommen.

 

Maazel geht nach München

Lorin Maazel wird ab der Spielzeit 2012/13 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker und damit Nachfolger des nach Dresden wechselnden Christian Thielemann. Maazel wurde für eine dreijährige Interimszeit gewonnen, damit das Orchester und die Stadt München in aller Ruhe einen neuen Chefdirigenten suchen können.

 

Slatkin wirft an der Met hin

Leonard Slatkin, Künstlerischer Leiter des Detroit Symphony Orchestra und langjähriger Chef des National Symphony Orchestra in Washington D. C., ist nach seinem «Traviata»-Debüt als Dirigent an der New Yorker Met abgelöst worden. Slatkin waren von Publikum und Kritik eklatante Defizite in der Koordination von Orchester und Bühne vorgeworfen worden. Der gebürtige Kalifornier, der unter anderem auch in der Wiener Staatsoper und bei den Berliner Philharmonikern gastierte, hatte Verdis Opernhit zuvor noch nie geleitet. Er selbst führte nach dem Eklat «persönliche Gründe» für die plötzliche Dienstentpflichtung an – was eher auf atmosphärische Störungen zwischen Dirigent und Solisten und/oder dem Ensemble deutet. Schließlich ist ein «Traviata»-Dirigat keine unlösbare Aufgabe, zumal für einen erfahrenen Orchestererzieher.

 

Anna Prohaska ausgezeichnet

Anna Prohaska hat den mit 15 000 Euro dotierten Schneider-Schott-Musikpreis Mainz 2010 erhalten. Die Sopranistin, Ensemblemitglied der Berliner Lindenoper, wurde für ihre musikalisch und intellektuell gleichermaßen herausragenden Interpretationen sowie für ihre künstlerische Reife ausgezeichnet.

 

Debüts in Bayreuth

Bei den diesjährigen Richard WagnerFestspielen Bayreuth wird wieder eine Reihe von Sängern ihr Debüt auf dem Grünen Hügel geben. So ist der südafrikanische Tenor Johan Botha als Siegmund vorgesehen. Jonas Kaufmann wird nach seinem Münchner Rollendebüt als Lohengrin auf der Bühne stehen, Annette Dasch stellt sich als Elsa dem Bayreuther Publikum. Der Brite James Rutherford erweitert als Hans Sachs den Kreis der Neulinge.

 

Berkeley vertont McEwan

Der Roman «Abbitte» des britischen Schriftstellers Ian McEwan wird von dem mit ihm befreundeten Komponisten Michael Berkeley vertont. Nachdem es bereits eine Verfilmung des Stoffes gibt, hat nun ein deutsches Opernhaus den Auftrag dazu erteilt. Das neue Opus soll 2013 in Koproduktion mit einer englischen und einer amerikanischen Bühne aufgeführt werden, meldete die britische Tageszeitung The Times. Das Libretto verfasst der Dichter Craig Raine.

 

Covent Garden huldigt Sex-Ikone

Der britische Komponist Mark-Anthony Turnage schreibt eine Oper über das amerikanische Fotomodell Anna Nicole Smith, das 2007 im Alter von 39 Jahren an einer Überdosis Medikamente gestorben war. Das Werk mit dem Titel «Anna Nicole», dessen Text der Autor Richard Thomas verfasst, soll im Februar 2011 an der Londoner Covent Garden Opera uraufgeführt werden. Richard Jones führt Regie, Antonio Pappano, Musikdirektor des Royal Opera House, dirigiert. Die Titelrolle verkörpert die niederländische Sopranistin Eva-Maria Westbroek, die in der kommenden Saison neben dem südafrikanischen Tenor Johan Botha auch in einer Neuinszenierung von Wagners «Tannhäuser» durch den Regisseur Tim Albery und unter der musikalischen Leitung von Semyon Bychkov auf die Londoner Bühne tritt. Zu den anderen Erstaufführungen gehört Alexander Goehrs in Zusammenarbeit mit Frank Kermode entstandene Oper «Promised End», der Shakespeares «King Lear» zugrundeliegt.

 

Laurence Olivier Award für Loy

Der Regisseur Christof Loy hat für seine Inszenierung von Wagners Oper «Tristan und Isolde» an der Covent Garden Opera in London den Laurence Olivier Award erhalten. Die Arbeit, die ihre Premiere 2009 feierte, wurde als «best new opera production» des vergangenen Jahres ausgezeichnet. Ebenfalls mit dem Laurence Olivier Award prämiert wurde die Sopranistin Nina Stemme für ihre Interpretation der Isolde (in der Kategorie «outstanding achievement in opera»).

 

Deutsche Musikindustrie schrumpft weiter

Die deutsche Musikindustrie musste 2009 ein Umsatzminus von 2,1 Prozent hinnehmen. Der Umsatz fiel von 1,842 Milliarden Euro 2008 auf 1,803 Milliarden Euro, teilte der Bundesverband Musikindustrie mit. Wenn man die erstmals berücksichtigten Erlöse aus Merchandising, Lizenzhandel und Künstlermanagement nicht berücksichtigt, gingen die Musikverkäufe sogar um 3,3 Prozent zurück. Einen Lichtblick bot das Geschäft mit Musik-Downloads: Hier stieg der Umsatz kräftig an – um 34,6 Prozent auf 118,3 Millionen Euro.

 

Klavier-Festival Ruhr speckt ab

Das Klavier-Festival Ruhr muss 2011 mit einem geringeren Etat auskommen. Man komme zwar im Vergleich zu anderen kommunalen Kultureinrichtungen mit einer «moderaten Verringerung» davon, denke aber über die Überführung des Festivals in eine Stiftung nach, um dieses dauerhaft zu sichern, gab sein Träger, der Initiativkreis Ruhr, bekannt. 2010 liegt die Summe der Grundfinanzierung bei 1,3 Millionen Euro.

 

Elbphilharmonie noch teurer

Das größte Bauprojekt der Hansestadt Hamburg sorgt weiterhin für Furore. Die Arbeiten an dem von den Stararchitekten Herzog & Meuron entworfenen Prestigeprojekt Elbphilharmonie sind ein Jahr hinter dem Soll, die Kosten ins Astronomische gestiegen – von zuletzt 114 Millionen Euro (Stand: Ende 2008) auf jetzt 323 Millionen Euro. Nun gibt es schon wieder Auseinandersetzungen um Geld und Fristen. Inzwischen muss sich sogar die Justiz mit der Elbphilharmonie befassen: Der Hamburger Senat hat eine Klage gegen den Baukonzern Hochtief eingereicht. Das Essener Unternehmen sollte bis zum 6. April einen Terminplan über den weiteren Bauverlauf vorlegen. Die Frist verstrich ohne Ergebnisse, woraufhin der Senat vor Gericht zog. Ziel der Klage sei ein vertraglich fixierter Zeitplan für den Baufortschritt in der Hafencity. Hochtief behauptet, man habe die Verzögerungen rechtzeitig per Fax angekündigt. Kosten und Zeitplan weichen erheblich von den ursprünglichen Planungen ab. Nun werden unter Umständen zusätzlich stattliche Gerichtskosten auf die Stadt Hamburg zukommen. Die verspätete Fertigstellung des Konzerthauses ist nun für 2013 angekündigt.

 

Frantz verliert

Nach längeren Auseinandersetzungen um die Zukunft der «Philharmonie der Nationen» haben sich die Gegner des bislang amtierenden Intendanten Justus Frantz durchgesetzt. Frantz, dem eine undurchsichtige Geschäftspraxis vorgeworfen wurde, muss das Amt niederlegen. Neuer Geschäftsführer und Intendant des privat geführten Orchesters ist Christoph Caesar.

 

Villazón inszeniert

Rolando Villazón wird im Januar 2011 sein Debüt als Opernregisseur geben. An der Opéra de Lyon inszeniert er Jules Massenets Goethe-Oper «Werther». Die musikalische Leitung übernimmt Johannes Willigen. Unterdessen hat er sein Comeback als Tenor gegeben. An der Wiener Staatsoper trat Villazón in Donizettis «L’elisir d’amore» auf die Bühne. Im Mai singt er am Opernhaus Zürich den Alfredo in Verdis «La traviata».

 

Barenboim gewinnt

Der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim erhält den Herbert-von-Karajan Musikpreis. In der Begründung der zuständigen Jury hieß es, Barenboim habe die klassische Musikwelt in den vergangenen 60 Jahren nicht nur entscheidend geprägt, sondern auch versöhnend weiterentwickelt. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis wird am 4. November in Baden-Baden verliehen.

 

Riesenspende für die Met

Die New Yorker Metropolitan Opera  hat die größte private Spende in ihrer über 125-jährigen Geschichte erhalten. Wie die New York Times berichtete, hat die 63-jährige Opernliebhaberin und Verlegerwitwe Ann Ziff dem Opernhaus 30 Millionen Dollar zukommen lassen. Für das Haus ein Segen, rechnet es doch allein in dieser Saison mit einem Defizit von rund vier Millionen Dollar. Die jährlichen Betriebskosten der Met liegen bei 300 Millionen Dollar; jede neue Opernproduktion kostet im Schnitt zwei bis vier Millionen Dollar. Ein weiterer üppiger Zuschuss in Höhe von 1,1 Millionen Dollar kommt der Met aus dem Topf der Lauritz Melchior Stiftung zu.

 

Wuppertal: Proteste gegen Theatertod

Am Welttheatertag haben in Wuppertal mehrere Tausend Menschen gegen die Gefährdung von Bühnen in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern protestiert. Theaterschaffende von 60 Theaterstandorten aus ganz Deutschland und rund 5000 Bürger bildeten zwischen dem von der Schließung bedrohten Wuppertaler Schauspielhaus und der Oper eine drei Kilometer lange Menschenkette. Einem Vertreter der Stadt wurden Listen mit 36 000 Protestunterschriften überreicht. Neben dem Schauspiel Wuppertal sind die Theater in Oberhausen, Hagen, Moers, Essen, Schleswig, Dessau und Neubrandenburg/Neustrelitz sowie die Symphoniker in Brandenburg akut gefährdet.

 

Kein Staatstheater in NRW

In Nordrhein-Westfalen wird es bis auf Weiteres kein Staatstheater und keine Staatsphilharmonie geben. Die Landesregierung verwarf in diese Richtung zielende Vorschläge der Expertenkommision «Kunst NRW». Stattdessen erhalten die für diesen Status vorgesehenen Theater in Essen und Köln drei Jahre lang zusätzliche Finanzspritzen in Höhe von jährlich je 300 000 Euro. Man habe gegenwärtig andere Sorgen als Staatstheater zu errichten, sagte der Kulturstaatssekretär des Landes, Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff.

 

Osnabrück kürt neuen Intendanten

Ralf Waldschmidt, seit 2007 Operndirektor am Theater Augsburg, wird mit Beginn der Spielzeit 2011/12 Intendant des Osnabrücker Theaters. Der 49-Jährige wurde von der Findungskommision einstimmig ins Amt berufen. Er wird damit zum ersten Mal ein Theater leiten – als Nachfolger von Holger Schultze, der, wie berichtet, 2011 ans Theater Heidelberg wechselt. Waldschmidt hatte vor seinem Engagement in Augsburg als Dramaturg in Mannheim, Düsseldorf (Schauspielhaus), Darmstadt und an der Berliner Staatsoper sowie als Stellvertreter des Generalintendanten am Bremer Theater gearbeitet.

 

Bolschoi: Wiedereröffnung 2011

Das Moskauer Bolschoi Theater soll nach etlichen Verzögerungen nunmehr im Oktober 2011 wiedereröffnet werden. Das Haus ist seit 2005 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

 

Charleston Symphony gibt auf

Das Charleston Symphony Orchestra hat wegen finanzieller Schwierigkeiten den Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Auslöser für das Aus war nach Berichten einer lokalen Zeitung ein signifikanter Rückgang der privaten finanziellen Zuwendungen. Das Management des Orchesters will nun die Zahl der Mitarbeiter reduzieren und einen Rettungsplan ausarbeiten, damit der endgültige Konkurs vermieden werden kann. Der Klangkörper verfügt über ein jährliches Budget von 2,3 Millionen Dollar. Chefdirigent ist seit 1984 der deutsche Dirigent David Stahl, der in gleicher Position am Münchner Gärtnerplatztheater amtiert.

 

Mozartfest 2013 in Reutlingen

Das von der Deutschen Mozartgesellschaft ausgerichtete Mozartfest 2013 findet in Reutlingen statt. Laut einer Mitteilung der Württembergischen Philharmonie Reutlingen votierte das Präsidium der Gesellschaft einstimmig für Reutlingen als Austragungsort. Voraussetzung für den Zuschlag ist die Existenz eines geeigneten Konzertsaals. Ein solcher wird mit der neuen Stadthalle in Reutlingen zur Verfügung stehen.

 

Kein Operetten-Neubau in Dresden?

Die Staatsoperette Dresden ist nach Ansicht ihres Intendanten Wolfgang Schaller in ihrer Existenz bedroht. Grund für seine Sorge ist die Absicht der Stadt Dresden, am Ferdinandplatz ein kommerzielles Musical-Theaterhaus zu errichten; dies irritiere all jene, die «dem Politikerwort vom Willen zu einem Neubau der Staatsoperette im Zentrum Glauben geschenkt haben». Schaller befürchtet, dass das Musicalhaus die Realisierung des geplanten Operetten-Neubaus gefährden könnte. Während der Diskussion um notwendige Sparmaßnahmen der Stadt könnte ein Unterhaltungstempel schnell als Alternativlösung zum Operettenneubau fehlgedeutet werden, so der Intendant.

 

Geyer verlängert an der Wien

Roland Geyer, Intendant des Theaters an der Wien, hat seinen Vertrag um fünf Jahre bis 2016 verlängert. Geyer, der auch als Intendant für die Nachfolge von Kirsten Harms als Intendant der Deutschen Oper Berlin gehandelt worden war, hat die Auslastung seines Hauses kontinuierlich gesteigert; zuletzt betrug sie 93,4 Prozent. Das Theater an der Wien realisiert neben eigenen Neuinszenierungen auch etliche Koproduktionen.

 

Schumannfest in Düsseldorf

Anlässlich des 200. Geburtstages von Robert Schumann ehrt die Stadt Düsseldorf von Ende Mai bis Mitte Juni den Komponisten mit Konzerten und Projekten in der Tonhalle sowie im Robert-Schumann-Saal. Genauere Informationen über das Schumannfest Düsseldorf 2010 gibt es im Intenet unter www.schumannfest-duesseldorf.de

 

Musik-Sonderzug nach Eisenach

Das Netzwerk Neue Musik gestaltet in der Zeit vom 25. August bis zum 12. September das bundesweite Musikereignis «sounding D.». Über zwei Wochen fährt ein klingender Sonderzug in einer großen Spiralbewegung durch ganz Deutschland und bewegt sich auf dessen Mitte zu. In jeder der angesteuerten Städte finden eigene Veranstaltungen mit Neuer Musik statt, die den Besuchern über das pure Klangerlebnis hinaus auch Einblicke in die Musiklandschaft Deutschland bieten sollen. «Sounding D.» endet in Eisenach mit einem dreitägigen Abschlussfest.

 

Bundesförderung für Händel

Die Stiftung Händel-Haus in Halle (Saale) erhält für die Ausrichtung der Händel-Festspiele 2010 eine Bundesförderung in Höhe von 100 000 Euro. Das beschloss der Haushaltsausschuss des deutschen Bundestages. In der Händelstadt werden dieses Jahr rund 40 000 Besucher erwartet. Informationen über das Festivalprogramm gibt es im Internet unter der Adresse www.haendelhaus.de

 

Raimund Bauer ausgezeichnet

Raimund Bauer hat für das Bühnenbild zu der Produktion «Król Roger» bei den Bregenzer Festspielen den diesjährigen OPUS Bühnenbildpreis erhalten. Mit dem Preis, der jedes Jahr vergeben wird, werden künstlerische Arbeiten ausgezeichnet, die besondere Kreativität und Intelligenz in der Verwendung von Bühnentechnik gezeigt haben.

 

Oper für Migranten

Die Staatsoper Hannover startet mit dem von der Deutsche Bank Stiftung initiierten Projekt «opernStART» an ihrem Haus einen Workshop, der jungen Zuwanderern neue kulturelle Erfahrungsräume eröffnen, den Zugang zu europäischer Kultur ermöglichen und die Integration fördern soll. Die Workshops finden im Rahmen des Bildungsprogramms von START statt, dem größten deutschen Stipendienprogramm für engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Nähere Informationen dazu gibt es im Internet unter den Adressen www.start-stiftung.de, www.deutsche-bank-stiftung und www. staatstheater-hannover.de

 

Halffter in Grafenegg

Der spanische Komponist Cristóbal Halffter, der am 24. März seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, ist Composer in Residence beim diesjährigen Grafenegg Musik-Festival. Am 5. September wird er in dieser Funktion dortselbst die Uraufführung seines neuen Werks «Ritual» leiten.

 

Goldener Löwe für Rihm

Der Komponist Wolfgang Rihm hat den Goldenen Löwen der Biennale Venedig für sein Lebenswerk erhalten. In der Abteilung Tanz wurde der Choreograf William Forsythe ausgezeichnet.

 

Meisterklasse für Chordirigenten

Simon Halsey und der Rundfunkchor Berlin laden zur ersten Internationalen Meisterklasse Berlin für Chordirigieren ein. Hochqualifizierte junge Chordirigenten sind gebeten, mit dem Rundfunkchor zusammenzuarbeiten. Angeleitet werden sie vom Chefdirigenten des Ensembles, Simon Halsey, und dem amerikanischen Chordirigenten Joe Miller. Bewerbungsschluss für die aktive Teilnahme ist der 14. Mai. Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.rundfunkchor-berlin.de

 

Bühnenbilder und Camera Obscura

Die Gesellschaft für Musiktheater zeigt in ihren Wiener Räumen (Türkenstraße 19, 1090 Wien) bis Anfang Juli Camera Obscura-Bilder von Arbeiten des Bühnenbildners Gottfried Pilz. Fotografiert hat sie Karen Stuke (siehe auch www.iti-arte.at/ musiktheater).

 

Berliner MaerzMusik zieht Bilanz

Mehr als 12000 Musikinteressierte haben das Festival für aktuelle Musik Maerzmusik in Berlin besucht. Das Festival stand in diesem Jahr unter dem Motto «Utopie [verloren]» und präsentierte neben vielen instrumentalen Konzerten Werke des Musiktheaters, unter anderem von Salvatore Sciarrino und Beat Furrer (siehe «Opernwelt» 05/2010).

 

Mehr Geld für Theater Basel

Die Subventionen für das Theater Basel werden erhöht; das ist Ergebnis der bisherigen Verhandlungen zwischen den Regierungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Demnach wird Basel-Landschaft für eine vierjährige Periode während der Spielzeiten 2011/12 bis 2014/15 insgesamt 17 Millionen Schweizer Franken zusätzlich zu dem bisherigen (und weiter zu zahlenden) Betrag von jährlich vier Millionen Franken aus der Kulturvertragspauschale bereit stellen. Der Kanton Basel-Stadt kommt für die Kosten der Pensionskasse des Theaters Basel sowie teuerungsbedingte Mehrkosten auf.

 

Lucerne Festival feiert den Eros

Das diesjährige sommerliche Lucerne Festival widmet sich dem Thema «Eros». Im Fokus stehen zwischen dem 12. August und dem 18. September Musiktheater-Produktionen von Beethovens «Fidelio», Wagners «Tristan und Isolde» und Debussys «Pelléas et Mélisande». Weitere Informationen gibt es unter www.lucerne festival.ch.

 

Integration durch Musik?

Die bundesweite Initiative «Integration durch Musik» fördert zum dritten Mal vorbildliche Projektideen, die das Miteinander von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher kultureller Herkunft stärken sollen. Bis zum 30. Juni sind Kindergärten, Schulen, Vereine und Institutionen oder auch individuelle Initiativen und Akteure mit gemeinsamer Zielsetzung eingeladen, musische Integrationsprojekte zu entwickeln. Weitere Informationen bietet die Website www.kultur- und-musikstiftung.de

 

Neuer Kapellmeister in Mainz

Der Dirigent Andreas Hotz wird ab der kommenden Spielzeit Erster Kapellmeister am Staatstheater Mainz. Bereits in dieser Saison dirigiert er in Mainz die Produktion von Smetanas «Verkaufter Braut».

 

Sängerförderung in Salzburg

Die renommierte Mezzosopranistin Marjana Lipovsek übernimmt das Young Singers Project bei den diesjährigen Salzburger Festspielen. Das Projekt, in dessen Rahmen die Sängerin Meisterkurse anbietet, schließt mit einem Konzert ab. Ziel des Projekts ist es, während des Festivals interessante und viel versprechende Nachwuchstalente zu fördern und auf eine spätere Karriere vorzubereiten.

 

Dortmund honoriert Anne-Sophie Mutter

Die Geigerin Anne-Sophie Mutter ist gleich zweimal innerhalb kürzester Zeit geehrt worden. Einmal erhält sie den mit 25 000 Euro dotierten «Preis der Kulturstiftung Dortmund» für ihr Lebenswerk. Des Weiteren wurde sie mit dem Brahms-Preis 2011 der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein geehrt. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert. Diesjähriger Preisträger ist die Forschungsstelle der Johannes-Brahms-Gesamtausgabe des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Kiel.

 

Neue Kammersänger in Berlin

Auf Vorschlag von Intendantin Kirsten Harms sind drei Mitglieder der Deutschen Oper Berlin vom Berliner Senat mit dem Titel Kammersänger ausgezeichnet worden. Geehrt wurden der Tenor Clemens Bieber, der Bariton Lenus Carlson und der Bassist Reinhard Hagen für ihre langjährigen Verdienste um das Berliner Musikleben.

 

20 Jahre Musical an der UdK

Der Studiengang Musical/Show der Universität der Künste in Berlin begeht in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass veranstalten die UdK und das Deutsche Musicalarchiv am 28. und  29. Mai ein Symposium zum Thema «Remigration im unterhaltenden Musiktheater der 50er Jahre». Zu den Referenten gehören Norbert Abels, Stefan Frey, Nils Grosch, Wolfgang Jansen, Peter Lund und Dörte Schmidt.

 

Dortmund: Mielitz geht, Herzog kommt

Jens-Daniel Herzog wird 2011 Intendant der Oper Dortmund. Er ist Nachfolger von Christine Mielitz, die das Haus Ende 2010 verlässt. Herzog, Jahrgang 1964, war von 2000 bis 2006 Schauspieldirektor in Mannheim und hat Oper vor allem in Zürich inszeniert, darunter «Tannhäuser», «Pique Dame», «Königskinder» und jüngst «Der ferne Klang».

 

Levine fällt für Monate aus

James Levine muss abermals wegen eines Rückenleidens ins Krankenhaus. Der Dirigent werde sich einer weiteren Operation unterziehen, teilte die Metropolitan Opera in New York mit. Levines Konzerte in New York und Boston wurden für den Rest der Saison abgesagt. Besonders die Met, der Levine seit 40 Jahren eng verbunden ist, musste während der letzten Jahre immer wieder Absagen des heute 66-Jährigen verkraften. Erst im Spätsommer 2009 war Levine auf Grund eines Bandscheibenvorfalls operiert worden. Vor dem Hintergrund seiner akuten gesundheitlichen Probleme wird er auch die nächsten beiden mit ihm am Pult avisierten Opernproduktionen an der Met nicht leiten können – Puccinis «Tosca» und Bergs «Lulu». Man rechne mit einem längeren Klinikaufenthalt, hieß es. Mit einem «Tosca»-Dirigat hatte Levine 1971 sein Debüt an der Metropolitan Opera gegeben.

 

Instrumente für Afghanistan

Ende März wurden mit Hilfe der Society of Music Merchants (SOMM) und mit

Unterstützung des Auswärtigen Amtes sowie der Bundeswehr rund 500 Musik-

instrumente nach Afghanistan gebracht. Bei der Ausbildung von Musikern in Kabul will unter anderen das Goethe-Institut helfen. SOMM fördert das Projekt ANIM (Afghanistan National Institute of Music) und betreibt in Kabul den Aufbau der ersten Musikschule des Landes.

 

Schlingensief in Herrenhausen

Das erste Projekt aus dem von Christoph Schlingensief initiierten Operndorf in Burkina Faso, «Via Intolleranza II», wird im Mai (23.-26.) in der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel seine deutsche Erstaufführung erleben. Das Stück basiert auf Luigi Nonos azione teatrale «Intolleranza 1960», die 1961 bei der Biennale in Venedig uraufgeführt wurde. Das neue Werk fragt nach dem Verhältnis Deutschlands und Europas zu Afrika. An dem Projekt sind deutsche und afrikanische Darsteller und Musiker beteiligt. Weitere Aufführungsstationen sind für die Münchner Opernfestspiele geplant. In Burkina Faso war im Februar dieses Jahres der Grundstein für Schlingensiefs «Festspielhaus für Afrika» gelegt worden. Neben einem Theater soll auch eine Schule für bis zu 500 Kinder entstehen.

 

Streichkonzert am Gärtnerplatz

Das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz soll 2010 mit 500 000 Euro weniger auskommen als geplant. Das gab Intendant Ulrich Peters bekannt. Das bayerische Finanzministerium habe die Kürzung ohne Vorwarnung verfügt. «Wir sollen gefälligst schauen, wo das Geld eingespart werden kann», sagte Peters, dessen Vertrag 2012 ausläuft.

 

Komponierstunde für Kinder

Die in Berlin lebende russische Komponistin Tatjana Komarova plant ein Kompositionsatelier für Kinder. Unter dem Titel «Notenfänger» will sie dort mit Kindern und Jugendlichen den Fragen nachgehen, was «komponieren» bedeutet, wie mit Klängen Bilder gestaltet, wie mit Noten Geschichten erzählt werden können oder wie eine Melodie, eine Harmoniefolge und ein ganzes Orchesterwerk entstehen. Ziel ist es, die Kreativität der Kinder zu fördern und sie für Neue Musik zu begeistern. Darüber hinaus sollen in den unter dem Namen «Salon 11» firmierenden Räumen am Ludwigkirchplatz Ausstellungen, Konzerte und Begegnungen zwischen Musikern, Komponisten und Künstlern stattfinden. Weitere Informationen unter www.worteuebermusik.de

 

Glimmerglass Opera: Leitung komplett

Die neue Leitung der Glimmerglass Opera ist komplett. Nachdem die im Bundesstaat New York ansässige Festival-Oper unlängst mit Francesca Zambello eine Nachfolgerin für den scheidenden Künstlerischen Leiter Michael MacLeod gefunden hatte, steht nun auch eine neue Geschäftsführerin zur Verfügung: Linda Jackson. Jackson blickt auf 25 Jahre Erfahrung im Bereich des Kulturmanagements zurück. Auf dem Programm der Glimmerglass Opera stehen 2010 Puccinis «Tosca», Coplands «The Tender Land», Mozarts «Figaro» und Händels «Tolomeo». Das Festival läuft vom 9. Juli bis 24. August im Alice Busch Opera Theater in Cooperstown, New York. Weitere Informationen unter www.glimmerglass.org

 

Puccini-Festival in Torre del Lago

Vor hundert Jahren wurde «La fanciulla del West» (an der Met in New York) uraufgeführt. Aus diesem Anlass bringt das Puccini-Festival in Torre del Lago eine Neuproduktion des Stückes heraus. Regie führt Kirsten Harms, Intendantin der Deutschen Oper Berlin. Das Bühnenbild stammt von dem bildenden Künstler Franco Adami. Die Aufführungen unter der musikalischen Leitung von Alberto Veronesi finden am 16. und 23. Juli sowie am 7. August statt. Außerdem stehen «Tosca», «Butterfly» und «Turandot» auf dem Programm des 56. Puccini Festivals: www.puccinifestival.it

 

La Monnaie 2010/11

Die neue Spielzeit der Brüsseler La Monnaie Oper wird um das Thema «Toleranz/ Intoleranz» kreisen. Unter diesem Motto präsentiert Intendant Peter de Caluwe zum Saisonauftakt die belgische Erstaufführung der jüngsten Oper von Philippe Boesmans: «Yvonne, Princesse de Bourgogne». Zu sehen ist die Pariser Produktion aus dem Jahr 2009 (am Pult steht Patrick Devin, die Regie stammt von Luc Bondy, die Bühne von Richard Peduzzi). Sodann ist René Jacobs mit einer konzertanten Aufführung von Mozarts «Così fan tutte» vertreten, als erste Neuproduktion des Hauses steht Janáceks «Katja Kabanová» auf dem Programm (Leon Hussain, Andrea Breth). Andreas Homoki darf in der Euro-Kapitale seine für die Komische Oper in Berlin 2008 entstandene «Bohème»-Produktion recyclen (es dirigieren Carlo Rizzi und José Miguel Esandi), schließlich wird Hartmut Haenchen Wagners «Parsifal» entschlacken (Regie: Romeo Castelluci). Karl-Ernst und Ursel Herrmann hat Caluwe gebeten, ihre 25 Jahre alte Inszenierung von Mozarts «La finta giardiniera» aufzuarbeiten (als Dirigent assisitiert Jérémie Rohrer). Konzerte, Liederabende (mit Marie-Nicole Lemieux, Sally Matthews, Christine Schäfer, Mark Padmore, Stéphane Degout), Ballettabende (Anne Teresa De Keersmaeker) und ein von Caluwe in Auftrag gegebenes «Brussels Requiem» des britischen Komponisten Howard Moody runden das Programm ab. Weitere Informationen unter www.lamonnaie.be (eine kommentierende Übersicht über die Vorhaben der Wiener und Berliner Staatsoper, der Dresdner Semperoper sowie des Teatro Real in Madrid lesen Sie in «Opernwelt» 5/2010).

 

Klavierbauer kann weitermachen – vorerst

Der Braunschweiger Klavierbauer Schimmel hat den drohenden Konkurs vorerst abwenden können. Nachdem das Unternehmen im Sommer 2009 Insolvenz anmelden musste, akzeptierten die Gläubiger nun den ihnen vorgelegten Sanierungsplan. Damit ist auch die Gefahr einer Übernahme durch auswärtige Investoren zunächst gebannt. Der Financial Times Deutschland zufolge sollen durch eine neue Tarifstruktur mehr als 500 000 Euro pro Jahr eingespart werden. Die Arbeitsplätze seien für die nächsten Jahre garantiert.

 

Medaille für Masur

Kurt Masur erhält die Urania-Medaille 2010. Der Dirigent wird in Anerkennung seiner besonderen Verdienste für Demokratie und Freiheit in Deutschland und für sein außerordentliches künstlerisches Lebenswerk ausgezeichnet, teilte die Berliner Urania mit.

 

Regie-Wettbewerb in Turin

Das Turiner Teatro Regio veranstaltet erstmals in seiner Geschichte einen Wettbewerb für Regie, Bühnenbild, Kostüme und Licht. Teilnehmer aus aller Welt sind aufgefordert, sich Gedanken zu einer Neuinszenierung von Verdis Klassiker «Rigoletto» zu machen. Der beste Einfall wird mit 200 000 Euro honoriert, die für die dann erfolgende Produktion bereitstehen. Einsendeschluss für die Bewerbungen ist der 5. Juni, weitere Informationen bietet die Website www.teatro regio.torino.it

 

Junge Regisseur/inn/e/n, bewerbt Euch!

Bereits zum sechsten Mal wird in diesem Jahr der mit 30 000 Euro dotierte Europäische «Opernregie-Preis» ausgeschrieben. Nachwuchsregisseure oder Regieteams bis 35 Jahre sind aufgerufen, ihre Ideen zur Konzeption der Oper «I Capuleti e i Montecchi» von Vincenzo Bellini in einem Inszenierungskonzept einzureichen. Auf die Sieger wartet eine Aufführung im Teatro Sociale im italienischen Como 2012. Das Konzept muss schriftlich und mit Skizzen, ggf. mit einem Bühnenbildmodell, bis zum 1. Oktober eingehen. Nähere Informationen gibt es unter www. camerata-nuova.com

 

Montserrat Caballé bittet zum Wettsingen

Vom 5. bis zum 11. September findet in diesem Jahr der 48. Internationale Gesangwettbewerb «Montserrat Caballé» in Zaragoza statt. Anmeldeschluss ist der

30. Juni. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.concurso caballe.org.

 

Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau

Vom 14. Juni bis zum 2. Juli findet in Moskau der 14. Internationale Tschaikowsky Wettbewerb statt. Er ist in diesem Jahr in den Kategorien Gesang, Klavier, Violine und Violoncello ausgeschrieben. Weitere Informationen gibt es unter www.tschaikowsky-competition.com

 

Heather Harper zum 80.

Geboren wurde sie in Belfast. Zunächst machte sie sich einen Namen als Pianistin. Doch spätestens nach dem Unterricht bei Helen Isepp und Frederic Husler stand für Heather Harper fest, dass sie Sängerin werden wollte. Ihr Debüt gab sie gleich als Verdis Lady Macbeth, das war 1954. Zwanzig Jahre lang war die Sopranistin dann Mitglied der English Opera Group, bevor sie große Partien ihres Fachs an der Covent Garden Opera, in Glyndebourne und später in Bayreuth übernahm; darunter die Elsa in «Lohengrin». Auch an der Met ist sie aufgetreten, ihr dortiges Debüt gab sie 1977 als Gräfin in «Le nozze di Figaro». Später vermittelte sie ihr Wissen als Professorin am Royal College of Music in London. 1994 betrat Heather Harper noch einmal bei den Proms die Bühne, an der Seite von Simon Rattle und dem City of Birmingham Symphony Orchestra. Am 8. Mai feiert sie ihren 80. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

 

Nan Merriman wird 90

Ihr richtiger Vorname war Katherine-Ann. Weil das aber zu umständlich klang, änderte die amerikanische Mezzosopranistin Nan Merriman das Gegebene kurzerhand. Und machte unter diesem Namen eine ebenso beachtliche wie (relativ) kurze Karriere. Diese begann mit kleinen Nummern aus Purcells «Dido and Aeneas» und führte über «La Gioconda» an der Oper in Cincinnati direkt in die väterlichen Arme Arturo Toscaninis, der sie im Radio gehört und sogleich für sie geschwärmt hatte. Nan Merriman nahm mit ihm Glucks «Orfeo» auf, «Falstaff», «Rigoletto» und (die Emilia in) «Otello». Nach dem Zweiten Weltkrieg sang Nan Merriman verstärkt in Europa. Unter anderem war sie als Dorabella in Aix und in Glyndebourne zu erleben. Schon 1965 beendete sie ihre Karriere. Die Familie hatte für sie Vorrang. Vergessen ist die Künstlerin dennoch nicht. Am 28. April feiert Nan Merriman ihren 90. Geburtstag. Dazu gratulieren wir herzlich.

 

Karl Anton Rickenbacher zum 70.

Das Vergessene hat ihn stets gereizt. Seit Jahrzehnten setzt sich der schweizerische Dirigent Karl Anton Rickenbacher für Werke ein, die am Rande des Kanons oder sogar außerhalb davon liegen. Nach dem Studium am Städtischen Konservatorium Berlin und dem Besuch von Dirigierkursen bei Herbert von Karajan und Pierre Boulez begann Rickenbacher seine Opernkarriere – zunächst als Korrepetitor an der Oper Zürich, später als Erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor an den Städtischen Bühnen Freiburg. Internationales Renommee erwarb er sich im symphonischen Bereich mit der Ernennung zum Chefdirigenten des BBC Scottish Symphony Orchestra. Höhepunkt seiner umfassenden Diskografie ist die Serie «Der unbekannte Richard Strauss», ein Projekt, das sich über 14 CDs erstreckt. Am 20. Mai feiert Rickenbacher seinen 70. Geburtstag, zu dem wir ihm herzlich gratulieren.

 

Blanche Thebom gestorben

Sie war die erste Amerikanerin, die zu Sowjetzeiten im Bolschoi Theater die Rolle der Carmen sang. Bekannt wurde Blanche Thebom aber vor allem als Wagner-Interpretin. An der New Yorker Met hatte sie zwischen 1944 und 1967 insgesamt 350 Auftritte, unter anderem als Bran­gäne und Fricka. Doch nicht mit Wagner verabschiedete sie sich von der Bühne, sondern mit der Rolle der Mutter Maria in Poulencs «Dialogues des Carmélites». In ihrer leider nur spärlichen Diskografie finden sich zwei Schätze: «Tristan und Isolde» unter Furtwängler und «Les Troyens» unter Kubelik aus dem Londoner Royal Opera House. Im Alter von 94 Jahren ist Blanche Thebom nun gestorben.

 

Pater Roman Bannwart ist tot

Der Einsiedler Benediktiner-Pater Roman Bannwart ist im Alter von 91 Jahren  gestorben. Er war einer der bedeutenden Lehrer und Bewahrer der Gregorianik. Bannwart wurde 1919 in Gossau geboren. Schon während des Theologiestudiums begann seine musikalische Ausbildung bei Mitbrüdern im Kloster Einsiedeln. Nach der Priesterweihe wurde er 1947 Choralmagister, 1953 übernahm er die Leitung der Studentenmusik und in den folgenden Jahren Lehraufträge für Gregorianik in Luzern, Zürich und Bern.

 

Ole Schmidt gestorben

Im Alter von 82 Jahren ist der dänische Komponist und Dirigent Ole Schmidt gestorben. Er studierte an der Royal Danish Academy of Music Klavier und Komposition, später erlernte er bei Rafael Kubelik und Sergiu Celibidache die Kunst des Dirigierens. 1974 nahm er mit dem London Symphony Orchestra erstmals sämtliche Symphonien von Carl Nielsen auf. Später wurde sein Engagement für die Musik Nielsens mit dem gleichnamigen Preis belohnt. Seine erste größere Komposition war ein Klavierkonzert (aus dem Jahr 1954).

 

Einen Nachruf auf Wolfgang Wagner, der am 22. März 2010 im Alter von 90 Jahren gestorben ist, finden Sie in «Opernwelt» 5/2010.


Young Singers Project bei den Salzburger Festspielen

So funktioniert gute Nachwuchsförderung: Als Resultat des letztjährigen «Young Singers Project» bei den Salzburger Festspielen werden bereits zu Pfingsten zwei Absolventen in einer Aufführung von Mozarts «Betulia liberata» unter der Leitung von Riccardo Muti zu hören sein: die junge russische Mezzosopranistin Alisa Kolosova und der argentinische Bass Nahuel di Pierro. Im Sommer wird das Young Singers Project wieder Teil der Festspiele sein. Mit Marjana Lipsovsek konnte eine prominente Künstlerin gewonnen werden, die das Projekt verantwortlich betreut.

 

Regisseur Peter Brenner wird 80

Studiert hat er in Wien, an der Akademie für Musik und ebenso an der Universität. Mit der Folge, dass er gleich zwei Examen ablegte; eines in Musik, eines in Jura. Bald darauf entschied sich Peter Brenner aber für die klingende Kunst. Bei den Salzburger Festspielen wurde er 1964 Assistent von Günther Rennert, ab 1965 war er vier Jahre lang Abendspielleiter an der Deutschen Oper am Rhein. In gleicher Position wirkte er an den Theatern von Freiburg und Bremen, bevor er Intendant in Darmstadt und Mainz wurde und auch als Dozent an verschiedenen Musikhochschulen sein Wissen weiterleitete. Seine Berufung war die Regie; was wiederum wenig verwundert, wenn man weiß, dass er der zweite Sohn von Walter Felsenstein war. Gast-Inszenierungen führten ihn an die Bayerische Staatsoper, nach Hamburg, San Francisco und Köln, ans Opernhaus Zürich und nach Hannover. Zur Eröffnung der Salzburger Osterfestspiele inszenierte Brenner 1988 Mozarts «La clemenza di Tito», zwei Jahre später an gleicher Stelle Beethovens «Fidelio». Seine musikalischen Partner waren unter anderem Riccardo Muti, Wolfgang Sawallisch, Christian Thielemann, Sir Colin Davis, Horst Stein und Peter Schneider. Am 8. Mai feiert Peter Brenner seinen 80. Geburtstag. Dazu herzlichen Glückwunsch.

 

Diana Damrau sagt Auftritte ab

Wie die Oper in Washington mitteilte, hat die Sopranistin Diana Damrau sämtliche Auftritte als Ophelia abgesagt. Der Grund ist ein durch und durch schöner, man bezeichnet ihn gern mit dem Begriff «in anderen Umständen». Und Sorgen machen muss man sich um diese fabulöse Stimme ebenfalls nicht. Schon Anna Netrebko hat soeben erst bei ihrem Auftritt als Micaëla in der Wiener «Carmen» bewiesen, dass nach einer Babypause die Stimme noch wärmer klingen kann als zuvor.

 

Hintergründe für Zinmans Abschied von Aspen

Gar nicht schön sind, glaubt man den Medienberichten, die Umstände des abrupten Abgangs des Dirigenten David Zinman als Leiter des Aspen Music Festivals. Laut einem Bericht der gut informierten «Aspen Times» divergierten die Vorstellungen Zinmans und des Geschäftsführers Alan Fletcher derart drastisch, dass der Dirigent keinen anderen Ausweg sah, als zu demissionieren. Er wolle, so Zinman wörtlich, nicht «in einer Atmosphäre von Anspannung, Unsicherheit und mangelndem Respekt» weiterarbeiten.

 

Franz Bauer-Theussl gestorben

Im Alter von 81 Jahren ist am 30. April der österreichische Dirigent Franz Bauer-Theussl gestorben. Das Ehrenmitglied der Volksoper Wien war Mitbegründer der Seefestspiele Mörbisch und wirkte in den sechziger Jahren als Generalmusikdirektor an der Oper in Amsterdam. Sein Debüt hatte Bauer-Theussl 1957 an der Wiener Volksoper mit Lehárs «Das Land des Lächelns» gegeben. In den Folgejahren dirigierte er zahlreiche weitere Operetten, aber auch Werke wie «Tiefland», «Hoffmanns Erzählungen» oder «Die verkaufte Braut». Nach seiner Amsterdamer Zeit leitete der Dirigent ab 1969 das Wiener Johann-Strauß-Orchester.

 

Éva Illés gestorben

Ebenfalls mit 81 Jahren ist am 28. April die ungarische Sopranistin Éva Illés gestorben. Sie wurde in Budapest geboren und erhielt ihr erstes Engagement am Nationaltheater Pécs in Südwest-Ungarn. Dort sang sie bereits Partien wie Gilda und Violetta sowie die Titelrollen in Puccinis «Madama Butterfly» und «Lady Macbeth von Mzensk». Ende der sechziger Jahre verließ Éva Illés ihre Heimat und sang unter anderem die «Holländer»-Senta, die «Lohengrin»-Elsa und die «Tannhäuser»-Elisabeth, ebenso Ortrud und Puccinis Turandot. Nach Engagements in Regensburg und Freiburg war sie von 1971 bis 1975 Mitglied des Opernhauses von Zürich sowie von 1974 bis 1981 im Ensemble der Staatsoper Hannover. Gastspiele führten die Künstlerin an die Opernhäuser von London, Barcelona und an die Wiener Staatsoper. Als ihre Paraderollen bezeichnete sie selbst Tosca, die Strauss’sche Ariadne und die «Fidelio»-Leonore. Nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn wirkte Éva Illés als Lehrerin an der Universität Mozarteum Salzburg.

Manfred Angerer gestorben

Der Musikwissenschaftler Manfred Angerer ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Nach seinem Studium in Wien (Klavier, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie) promovierte er 1979 mit einer Studie über Skrjabins Spätwerk. Danach wirkte Angerer als Redakteur der Österreichischen Musikzeitschrift und als Lektor; 1981 wurde er Assistent von Walter Pass am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Wien. 1990 habilitierte er sich mit einer Arbeit über Joseph Haydn und wirkte dann als Professor an diesem Institut.

 

Anton Knüsel gestorben

Im Alter von 86 Jahren ist der Schweizer Chorleiter Anton Knüsel gestorben. Er studierte an der Kirchenmusikschule und am Konservatorium von Luzern und war danach von 1952 bis 1991 Studienleiter, Chordirektor und Kapellmeister am Stadttheater Bern. Zudem wirkte er als Leiter des Oratorienchors der Stadt Bern und als Lehrer am dortigen Konservatorium.

 

Arthur Winograd ist tot

Arthur Winograd, eines der Gründungsmitglieder des legendären Juilliard String Quartet, ist am 26. April, dem Tag seines 90. Geburtstags, gestorben. Winograd studierte am New England Conservatory und am Curtis Institute und war der erste Cellist des 1946 formierten Streichquartetts.  Zehn Jahre später verließ er die Juilliards, um eine Karriere als Dirigent zu verfolgen. Zwischen 1960 und 1964 war er Musikalischer Leiter der Birmingham Symphony in Alabama, von 1965 zwanzig Jahre lang in gleicher Position beim Hartford Symphony Orchestra tätig. Nach seinem Rückzug aus dem Konzertleben unterrichtete Winograd an der Hart School der Universität von Hartford das Fach Kammermusik.

Royal Opera House London stellt Saisonpläne vor

Das Royal Opera House London plant für die kommende Spielzeit acht Weltpremieren sowie zwei England-Premieren. Darunter finden sich eine neue Oper von Mark-Anthony Turnage mit dem Titel «Anna Nicole» sowie ein neues Werk des britischen Komponisten Alexander Goehr mit dem Titel «Promised End» auf Shakespeares «King Lear». Vom schottischen Komponisten James MacMillan steht die Oper «Parthenogenesis» auf dem Programm, Premiere ist im Mai 2011. Weitere Werke im Spielplan 2010/11 sind unter anderem Agostino Steffanis «Niobe» (eine Übernahme aus Schwetzingen mit Thomas Hengelbrock und dem Balthasar-Neumann-Ensemble), Francesco Cileas «Adriana Lecouvreur» mit Angela Gheorghiu in der Titelrolle, Wagners «Tannhäuser» sowie Massenets «Cendrillon» (die Titelpartie singt hier Joyce DiDonato).

 

English National Opera mit vielfältigem Programm

Ebenso ansprechend gibt sich das Programm des zweiten großen Londoner Opernhauses. Gleich zur Eröffnung präsentiert die English National Opera in einer Koproduktion mit der New Yorker Met Gounods Meisterwerk «Faust», Des MacAnuff führt Regie, Edward Gardner hat die musikalische Leitung. Weitere Premieren sind Händels «Radamisto» (Inszenierung: David Alden, musikalische Leitung: Laurence Cummings), Mozarts «Don Giovanni» (Rufus Norris, Kirill Karabis), «Lucrezia Borgia» von Donizetti (Mike Finnis, Paul Daniel), Monteverdis «Ulisse» (Benedict Andrews, Jonathan Cohen), «La Damnation de Faust» von Berlioz (Terry Gillam, Edward Gardner), Brittens «A Midsummer Night’s Dream» (Christopher Alden, Leo Hussain), «Simon Boccanegra» von Verdi (Dmitri Tscherniakov, Edward Gardner) und die Uraufführung einer neuen Oper von Nico Muhly sowie die englische Erstaufführung von Alexander Raskatovs Musiktheater «A Dog’s Heart» (Simon McBurney, Garry Walker)

 

Letzte Spielzeit von Kirsten Harms and der Deutschen Oper Berlin

In ihrer letzten Spielzeit als Intendantin der Deutschen Oper Berlin setzt Kirsten Harms die Strauss-Reihe mit ihrer Inszenierung von dessen Oper «Die Liebe der Danae» fort. Am Pult steht Andrew Litton. Der Generalmusikdirektor des Hauses, Donald Runnicles, dirigiert die Premieren von «Les Troyens» (Inszenierung: David Pountney) und «Tristan und Isolde» in der Regie von Graham Vick. Weitere Neuproduktionen in der Berliner Bismarckstraße sind Francesco Cileas «Adriana Lecouvreur» (konzertant), ein neuer «Don Giovanni» (Roland Schwab, Roberto Abbado), als Koproduktion mit dem Grand Théâtre de Genève «Samson und Dalila» (Patrick Kinmonth, Alain Altinoglu) sowie Verdis «Macbeth» in der Inszenierung von Robert Carsen und unter musikalischer Leitung von Maurizio Benini. Wirtschaftlich ist die Deutsche Oper Berlin gegenwärtig gut aufgestellt: Bei einer Auslastung von 77,5 Prozent und rund 185 000 Besuchern werde das Haus voraussichtlich einen Rekord bei den Eigeneinnahmen erzielen, erklärte Kirsten Harms.

 

Oper Leipzig setzt Gluck-Zyklus fort

An der Oper Leipzig rückt (sich) Chefregisseur Peter Konwitschny mehr und mehr ins Rampenlicht. Die kommende Spielzeit bringt unter anderem die Fortsetzung seines Gluck-Zyklus – mit «Iphigenie in Aulis». Auch Mozarts «Così fan tutte« und die Strauss’sche «Elektra» übernimmt Konwitschny selbst. Weitere Neuproduktionen sind Wagners «Meistersinger von Nürnberg» (Axel Kober, Jochen Biganzoli), Humperdincks «Hänsel und Gretel» (Ulf Schirmer, Birgit Eckenweber), die erste szenische Aufführung des «Deutschen Miserere» von Brecht und Dessau, die Märchenoper «Die arabische Prinzessin» sowie Wagners «Walküre».

 

Wagner und Nono in Hannover

In seiner fünften Spielzeit als Intendant der Staatsoper Hannover präsentiert Michael Klügl sieben Opernpremieren. Zum Saisonauftakt inszeniert Benedikt von Peter Nonos Musiktheater «Intolleranza», das erstmals in Hannover zu sehen ist; die musikalische Leitung liegt in den Händen von Stefan Klingele. Barrie Kosky vollendet seinen «Ring» mit «Siegfried» und «Götterdämmerung»; sein Partner ist der demnächst scheidende GMD Wolfgang Bozic. Ingo Kerkhof inszeniert «Die Entführung aus dem Serail». Der neue Erste Kapellmeister Ivan Repusic gibt hier am Pult sein Debüt und wird auch die Premiere von Verdis «Falstaff» in der Regie von Oliver Tambosi leiten. Sein Vorgänger Lutz de Veer, der nach neun Jahren als Generalmusikdirektor ans Theater Plauen-Zwickau wechseln wird, dirigiert die Premiere von Prokofjews Oper «Die Liebe zu den drei Orangen». Regie führt hier Balász Kovalik. Die siebte Opernpremiere in Hannover ist eine konzertante: Die designierte Generalmusikdirektorin Karen Kamensek dirigiert Donizettis «La Fille du Régiment». Damit aber nicht genug: Mit Alexandra Holtschs Bearbeitung der «Beggar’s Opera» in der Inszenierung von Dagmar Schlingmann, bei der Jugendliche aus Hannover auf der Bühne stehen werden, wird Anfang November im Ballhof die Sparte «Junge Oper» gegründet. Die Leitung übernimmt Dramaturgin Dorothea Hartmann. Zwei weitere Premieren sind hier geplant: die Kinderoper «Die Schneekönigin» von Daan Maneke und, als Uraufführung, das Musiktheater «Freunde!» von Peter Androsch.

 

Aufwind in Saarbrücken

26 Premieren präsentiert das Saarländische Staatstheater Saarbrücken in der Spielzeit 2010/11, davon sind  sieben Neuproduktionen am Dreispartenhaus der Oper vorbehalten. Im Programm finden sich Puccinis «Turandot», Offenbachs «Schöne Helena», «Phaeton» von Jean-Baptiste Lully, der «Fidelio», Rossinis «La Cenerentola», die deutsche Erstaufführung von Michel van der Aas Pessoa-Musiktheater «Das Buch der Unruhe» sowie, als Uraufführung in der Reihe «echtzeit», «Der Cid» von Théodore Gouvy.

 

Ausstellung im Händel-Haus Halle

Bis zum 30. Dezember ist im Händel-Haus in Halle (Saale) die Ausstellung «Menschenbilder bei Johann Mattheson» zu sehen. In zwei Räumen erhalten die Besucher Informationen über eines der ältesten Lexika der Welt: die anno 1740 von Mattheson verfasste «Ehrenpforte», darin der Publizist Mattheson rund 150 wichtigen Persönlichkeiten seiner Zeit ein literarisches Denkmal setzt.  Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es im Internet unter der Adresse www.haendel-haus.de

Dmitri Jurowski – neuer Musikchef in Antwerpen

Neuer Chefdirigent der Flämischen Oper in Antwerpen und Gent wird Dmitri Jurowski. Er wird das Amt zum 1. Januar 2011 antreten und damit Ivan Törsz beerben, der das Haus bereits Ende 2008 verließ. Jurowski ist der jüngste Spross einer russischen Musikerfamilie: Michael Jurowski ist sein Vater, Vladimir Jurowski (Glyndebourne) sein Bruder.

 

Gala für Ioan Holender

Am 26. Juni 2010 feiert die Wiener Staatsoper ihren scheidenden Intendanten Ioan Holender mit einer Benefizveranstaltung zugunsten der Concordia Sozialprojekte in Moldawien. Dabei werden Ausschnitte aus rund 40 der insgesamt 97 Premierenproduktionen der Direktionszeit von Holender präsentiert. Unter den Künstlern wirken mit: Plácido Domingo, Siegfried Jerusalem, Thomas Quasthoff, Soile Isokoski, Thomas Hampson, Fabio Luisi, Diana Damrau, Thomas Moser, Leo Nucci, Angelika Kichschlager, Franz Welser-Möst, Michael Schade, Zubin Mehta, Angela Denoke, José Cura, Violeta Urmana, Antonio Pappano, Waltraud Meier, Johan Botha, Simone Young, Anna Netrebko, Ferruccio Furlanetto, Krassimira Stoyanova, der Solotänzer Vladimir Malakhov und viele andere.

 

Nino Sandow als Professur an die «Hanns Eisler»-Hochschule berufen

Nino Sandow ist zum Sommersemester 2010 als Professor für szenischen Unterricht im Bereich Musiktheater-Regie an die Hochschule für Musik Hanns Eisler berufen worden. Der gebürtige Berliner studierte selbst Operngesang und absolvierte ein Grundlagenstudium an der renommierten Schauspielschule «Ernst Busch» sowie das Fach «Regie» an der Hanns Eisler. Sandow inszenierte unter anderem am Berliner Ensemble und im Saalbau Neukölln, Gastspiele führten ihn in mehrere europäische Städte sowie in die USA.

 

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin sucht Entscheidung

Bis zum Sommer will das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin einen Nachfolger für den aus dem Amt scheidenden Chefdirigenten Ingo Metzmacher präsentieren. Erster Kandidat ist der ossetische Dirigent Tugan Sokhiev, Chefdirigent des Orchestre National du Capitole de Toulouse.

 

Christoph Schlingensief bespielt Deutschen Pavillon in Venedig

Erst kürzlich hat er sein auf Luigi Nonos Musiktheater «Intolleranza 1960» fußendes Projekt «Via Intolleranza II» in Brüssel und Hamburg präsentiert. Nun ist Christoph Schlingensief eingeladen worden, den deutschen Pavillon bei der Biennale 2011 in Venedig zu bespielen. Der Regisseur und Filmemacher war dort bereits 2003 mit seiner «Church of Fear» in Erscheinung getreten.

 

Oper und Schauspielhaus in Köln werden weiter genutzt

Nach längeren Auseinandersetzungen und eingehender Prüfung haben sich  die Bühnen der Stadt Köln dazu entschieden, sowohl die Oper als auch das Schauspielhaus in der kommenden Saison als Spielstätten zu nutzen. Jedoch werden die Werkstätten und Lager im Opernhaus wie geplant in der Sommerpause geräumt, sie beziehen in der Spielzeit 2010/11 ihren neuen Standort im Kölner Schanzenviertel. Der Rat der Stadt Köln hatte zuvor beschlossen, dass die Sanierungsarbeiten in beiden Musentempeln nicht vor dem Sommer 2011 beginnen werden.

 

Sylvain Cambreling wird Musikchef an der Stuttgarter Staatsoper

Sylvain Cambreling wird ab der Spielzeit 2012/13 die musikalische Leitung der Staatsoper Stuttgart übernehmen und tritt damit die Nachfolge von Manfred Honeck an. Damit wurde ein Wunsch des designierten Intendanten Jossi Wieler Wirklichkeit. Bereits in der Eröffnungsspielzeit Wielers 2011/12 werden der Intendant und sein Chefdramaturg mit Cambreling zusammenarbeiten und gemeinsam eine Neuproduktion stemmen.

 

Francois Xavier Roth wird Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters

Francois Xavier Roth wird neuer Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Der 1971 in Frankreich geborene Musiker tritt zur Spielzeit 2011/12 die Nachfolge von Sylvain Cambreling an, der an die Stuttgarter Staatsoper wechselt. Mit seinen visionären Ideen werde Roth das Profil des Klangkörpers weiter schärfen, erklärte der Intendant des Südwestdeutschen Rundfunks, Peter Boudgoust.

 

Rekordergebnis beim Heidelberger Frühling

Mit einem Rekordergebnis endete der diesjährige Heidelberger Frühling. Mehr als 31 000 Zuschauer besuchten die 14. Saison des Internationalen Musikfestivals. Das sind 6000 mehr als im Vorjahr.

 

Bonn erhält kein neues Festspielhaus

Die ehemalige bundesdeutsche Haupstadt Bonn wird vorerst kein Beethoven-Festspielhaus erhalten. Deutsche Post, Telekom, Postbank sowie die Stadt selbst nahmen von entsprechenden Plänen vorerst Abstand. Der Neubau hätte rund 75 Millionen Euro gekostet. Für die jährlichen Betriebskosten von etwa fünf Millionen Euro hätte eine Stiftung aufkommen sollen.

 

Verträge von Simon Halsey und Hans-Christoph Rademann verlängert

Die Chefdirigenten der beiden Chöre in der Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH (ROC),  Simon Halsey und Hans-Christoph Rademann, haben ihre Verträge verlängert. Halseys Vertrag als Chef des Rundfunkchors wurde um fünf Jahre bis 2016 verlängert, Rademann tritt als Leiter des RIAS Kammerchors seine zweite Amtszeit 2011 für vier Jahre an.

 

Stadttheater Trier mit vielfältigem Programm

Am Stadttheater Trier wird es in der kommenden Spielzeit sechs Musiktheaterpremieren geben.

Eröffnet wird die Saison mit Verdis «Macbeth», einer Koproduktion mit dem Opéra-Théâtre de Metz. Es folgen die Lehár-Operette «Der Graf von Luxemburg», «Lakmé» von Léo Delibes, das Musical «My Fair Lady» von Frederick Loewe und Alan Jay Lerner, die deutsche Erstaufführung der Oper «The Voyage» von Philip Glass sowie, in der Reihe «Extratheater», die Oper «Trouble in Tahiti» von Leonard Bernstein.

 

Alois Seidlmeier geht nach Mannheim

Ab der kommenden Spielzeit wird Alois Seidlmeier, derzeit Generalmusikdirektor am Landestheater Coburg, Erster Kapellmeister und Stellvertreter von Generalmusikdirektor Dan Ettinger am Nationaltheater Mannheim. Seidlmeier studierte an der Hochschule für Musik in Würzburg Gesang und Dirigieren und wurde noch während des Studiums als Solorepetitor an das Stadttheater Würzburg berufen. In Coburg arbeitet er seit der Spielzeit 2001/2002.

 

Bolschoi Theater erhält prunkvolle historische Fassade

Das Moskauer Bolschoi Theater, das, wie berichtet, nach etlichen Verzögerungen nunmehr im Oktober 2011 wiedereröffnet werden soll, hat seine historische Prunkfassade wiedererhalten. Das Säulenportal sei so hergestellt, wie es der russisch-italienische Architekt Alberto Calvos anno 1856 entworfen habe, teilte ein Sprecher des Hauses mit. Das Bolschoi ist seit 2005 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, die Kosten werden auf rund 330 Millionen Euro geschätzt.

 

Kurt Masur geehrt

Der Dirigent Kurt Masur ist mit der Berliner Urania-Medaille geehrt worden. Der 82-Jährige erhielt die Auszeichnung für seine «besonderen Verdienste für Demokratie und Freiheit in Deutschland und für sein außerordentliches künstlerisches Lebenswerk», teilte die Urania mit.

 

Deutsche Orchestervereinigung sieht Berliner Orchester und Chöre bedroht

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) befürchtet eine erhebliche Gefährdung der vier Klangkörper, die unter dem Dach der Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH musizieren. Grund für die Sorge ist der Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestages, der neben dem DeutschlandRadio, dem Land Berlin und dem rbb Gesellschafter der ROC ist, die bereits zugesagten Zuschusserhöhungen von zwei Millionen Euro vorerst zu sperren. Schon jetzt führe die unzureichende finanzielle Ausstattung der Klangkörper dazu, dass diese im bundesdeutschen Vergleich mit gleichrangigen Ensembles nicht mehr konkurrenzfähig seien, monierte DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens. Die Sperre sei ein «ärgerlicher Betriebsunfall» und müsse im Eilverfahren aufgehoben werden, sagte Mertens. Dessen ungeachtet hat das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin seine Spielzeit 2010/11 präsentiert: Im Mittelpunkt steht der Auftakt zum Wagner-Zyklus, in dessen Rahmen bis 2013 die zehn bedeutenden Opern von Richard Wagner konzertant zur Aufführung gelangen.

 

Isabel Mundry ausgezeichnet

Die Komponistin Isabel Mundry erhält den Heidelberger Künstlerinnenpreis 2011. Die Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Kulturpreisen des Landes und ist weltweit der einzige Preis, der nur an Komponistinnen vergeben wird.

 

Oper Frankfurt stellt Jahresprogramm vor

Insgesamt 13 Premieren präsentiert die Oper Frankfurt in der kommenden Spielzeit. Davon entfallen acht Neuinszenierungen auf das Opernhaus, drei Produktionen sind in der Spielstätte Bockenheimer Depot zu sehen, hinzu kommen zwei konzertante Opernaufführungen. Den Auftakt bildet die deutsche Erstaufführung von Aribert Reimanns «Medea» in der Regie von Marc Arturo Marelli und unter musikalischer Leitung von Erik Nielsen; es folgt die Neuinszenierung von Offenbachs «Hoffmanns Erzählungen» (Dale Duesing, Roland Böer). Generalmusikdirektor Sebastian Weigle und Vera Nemirova führen den soeben begonnenen Ring-Zyklus mit der «Walküre» fort, Barrie Kosky inszeniert den von Constantinos Carydis dirigierten Doppelabend «Dido and Aeneas»/«Herzog Blaubarts Burg». Andreas Kriegenburg führt Regie in Puccinis «Tosca»; die musikalische Leitung liegt hier in den Händen von Kirill Petrenko. Auch Christof Loy arbeitet wieder am Main. Er inszeniert «Die Fledermaus» (Musikalische Leitung: Sebastian Weigle).

 

Fabio Luisi wird Principal Guest Conductor an der Met

Fabio Luisi, kürzlich erst aus seinem Amt als Generalmusikdirektor der Staatsoper Dresden geschieden, wird ab der kommenden Spielzeit Principal Guest Conductor an der Metropolitan Opera von New York. Luisi, der sein Met-Debüt 2005 mit einem «Don Carlo» gab und seither öfter dort zu erleben war, soll dann «Ariadne auf Naxos» und «Rigoletto» dirigieren sowie mögliche Vakanzen, die durch die Rückenerkrankung von James Levine entstehen könnten, füllen. Nach Valery Gergiev ist der italienische Dirigent erst der zweite Principal Guest Conductor an der Met überhaupt.

 

Deutsche Oper am Rhein mit ausgewogenem Programm

Neun Opernproduktionen, darunter eine Oper für junges Publikum und eine Produktion des hauseigenen Opernstudios, gibt es in der Saison 2010/11 an der Deutschen Oper am Rhein. Den Auftakt macht – in Koproduktion mit der Vlaamse Opera Antwerpen – Puccinis «La Bohème» in der Inszenierung von Robert Carsen. Es folgen Francis Poulencs «Dialogues des Carmélites». Hier führt, wie auch im Fall der «Frau ohne Schatten», Guy Joosten Regie. Sabine Hartmannshenn bringt Henzes «Phaedra» auf die Bühne, Karoline Gruber setzt die Rameau-Reihe mit dessen Oper «Platée» fort. Immo Karaman inszeniert Brittens Musikdrama «Billy Budd», Nicolas Brieger zeichnet für Mozarts «Così fan tutte» verantwortlich. Für den Opernnachwuchs gibt es – auf den großen Bühnen der beiden Spielstätten Düsseldorf und Duisburg – die Premiere der Zauberoper «Der gestiefelte Kater» von Xavier Montsalvatge (Regie: Svenja Tiedt), das Opernstudio präsentiert Domenico Cimarosas Buffo-Oper «Il matrimonio segreto».

 

Musikfest Stuttgart widmet sich dem Thema «Nacht»

Vom 28. August bis zum 19. September widmet sich das Musikfest Stuttgart dem Thema «Nacht». Im Zentrum des Festivals stehen dabei die Aspekte «Träume und Märchen», «Schlafes Bruder» und «Liebe und Wahnsinn». Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.bachakademie.de

 

Große Ausstellung bei den Salzburger Festspielen

«Das Große Welttheater. 90 Jahre Salzburger Festspiele» ist der Titel einer Austellung in der Kunsthalle des Salzburg Museums, die vom 17. Juli bis zum 26. Oktober andauert und sich mit der Geschichte des renommierten Festivals befasst. Realisiert wird sie vom Museum in Kooperation mit den Salzburger Festspielen und der checkpointmedia AG. Anhand von Originalobjekten und Architektur wird eine multimediale Geschichtsschreibung versucht. Als Ausstellungsfläche eine sogenannte begehbare Enzyklopädie; ihre «Buchstaben» sind als Informationsstationen in der Stadt Salzburg verteilt. An bestimmten Orten, so etwa im Rupertinum, im Dommuseum, in Mozarts Geburtshaus oder im Foyer des Großen Festspielhauses, werden kleinere, themenspezifische Ausstellungen gezeigt.

 

Berliner Tempodrom will Philharmonie Konkurrrenz machen

Das Berliner Tempodrom soll künftig als Veranstaltungsort der Philharmonie im Tiergarten Konkurrenz machen. Das jedenfalls kündigte vollmundig der Großaktionär des neuen Besitzers, der Firma CTS Eventim AG, Klaus-Peter Schulenburg, in einer lokalen Zeitung mit. Mit seinen 3500 Plätzen sei das Tempodrom bei Konzerten, die diese Kapazität nutzen würden, besser geeignet als die Philharmonie, sagte er. Sein Engagement begründete er damit, dass Berlin neben Hamburg und München der interessanteste Live-Entertainment-Markt in Deutschland sei.

 

Erstmals eine Oper von Richard Wagner auf Gut Immling

Erstmals wird es beim traditionellen  Opernfestival Gut Immling im Chiemgau eine Oper von Richard Wagner geben. Verena von Kerssenbrock inszeniert den «Fliegenden Holländer», am Pult der Münchner Symphoniker steht Cornelia von Kerssenbrock. Sie wird auch die neue Produktion von Bizets «Carmen» (Regie: Tassilo Tesche) musikalisch betreuen. Passend dazu gibt es bei dem Festival, das vom 20. Juni bis zum 15. August andauert, eine «Spanische Nacht». Weitere Informationen zum Opernfestival auf Gut Immling gibt es unter der Internet-Adresse www.gut-immling.de

 

Rossinis Barbiere» auf Schloss Hallwyl

Beim Opernsommer auf Schloss Hallwyl steht dieses Jahr eine Neuproduktion von Rossinis Oper «Il barbiere di Siviglia» auf dem Programm.

 

Staatstheater Mainz stellt die Krise zur Debatte

«Krise als Chance?» – diese Frage steht im Fokus der nächsten Saison am Staatstheater Mainz. Zum Auftakt der Spielzeit inszeniert Sandra Leupold Wagners «Tannhäuser», die musikalische Leitung liegt in den Händen der Generalmusikdirektorin Catherine Rückwardt.

 

Gute Mischung am Staatstheater Braunschweig

In seiner ersten Saison als Intendant des Staatstheaters Braunschweig präsentiert Joachim Klement im Bereich Musiktheater neben den Klassikern «Die Fledermaus», «Don Giovanni» und «Falstaff» zwei außergewöhnliche Projekte: die Uraufführung des Stückes «der einfluss des menschen auf den mond» von Klaus Lang (Musik) und Klaus Händl (Text) sowie Neuproduktionen der selten gespielten Opern «Isabeau» von Mascagni und «Amadigi di Gaula» von Händel.

 

Theater Bielefeld steigert Besucherzahlen

Das Theater Bielefeld steuert in der laufenden Saison auf ein Rekordergebnis zu. Bis Ende April besuchten über 160 000 Gäste Aufführungen, das entspricht einer Steigerung von knapp elf Prozent. 

 

Richard-Strauss-Quellen gesucht

Das Richard-Strauss-Quellenverzeichnis im Richard-Strauss Institut Garmisch-Partenkirchen bittet um Mithilfe bei der Suche nach Quellen, die für das Verständnis der Werke des Komponisten nützlich sein können. Seit Oktober 2009 laufen am Institut die Arbeiten an dem Quellenverzeichnis, das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Ziel ist es, sämtliche weltweit erreichbaren Quellen zum Werk von Richard Strauss zu erschließen. Unter Strauss-Quellen werden insbesondere eigenhändiges Notenmaterial verstanden sowie Abschriften davon, Korrekturfahnen, Druck- bzw. Stichvorlagen, ferner Briefe und Postkarten von bzw. an Richard Strauss. Die so gewonnenen Daten sollen in einem musikwissenschaftlichen Internet-Fachportal als Datenbank veröffentlicht werden. Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bietet die E-Mail-Adresse quellen-rsi@gapa.de.

 

Italiens Opernhäuser droht der Kollaps

Die Kulturvernichtungskampagne Silvio Berlusconis nimmt weiter Konturen an. Und so sind Italiens Opernhäuser erneut von einer schweren Krise betroffen. Grund ist der Eilbeschluss der Regierung, die Zuwendungen noch einmal zu senken. Laut italienischen Presseberichten gehen die Gewerkschaften von Lohneinbußen und einem engeren Spielraum für Verhandlungen aus. Betroffen ist insbesondere die Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. Aber auch die Mailänder Scala zog bereits Konsequenzen: Die für den 13. Mai angekündigte Premiere der Wagner-Oper «Rheingold» wurde abgesagt. Und erst wenn das letzte Opernhaus geschlossen ist, werdet ihr merken, dass ohne Kultur der Mensch wieder zum Barbaren wird.

 

Garsington Opera hat neues Domizil

Die Garsington Opera hat ab 2011 offenbar ein neues Zuhause. Als künftiges Domizil hofft Rosalind Ingrams, Präsidentin der Garsington Opera, Wormsley Estate benennen zu können. Das Anwesen befindet sich im Besitz der Getty Familie. Zunächst einigte man sich auf eine Bespielung im Sommer 2011. Verhandlungen über eine weitere Nutzung sind im Gang.

 

Konzerthaus Dortmund präsentiert die «Tristan»-Inszenierung von Peter Sellars

Zum Auftakt der kommenden Saison, in der Esa-Pekka Salonen seine Zeit als Artist in Residence beginnt, präsentiert das Konzerthaus Dortmund eine Aufführung der «Tristan»-Inszenierung von Peter Sellars mit der Videoinstallation von Bill Viola. Bislang war diese Regiearbeit in Deutschland nicht zu sehen. Im Rahmen des «Zeitinsel»-Festivals wird unter der künstlerischen Federführung Iván Fischers mit dem Budapest Festival Orchestra zudem ein repräsentativer Ausschnitt aus dem Œuvre von Béla Bartók gezeigt. Im Mittelpunkt steht hierbei die konzertante Aufführung des Einakters «Herzog Blaubarts Burg».

 

Fonds Darstellende Künste fördert 45 Projekte

Das Kuratorium des »Fonds Darstellende Künste» fördert in diesem Jahr 45 Projekte freier Gruppen aus allen Sparten der darstellenden Künste mit einer Gesamtsumme von knapp 600 000 Euro. Zur Bewertung lagen dem mit Fachleuten besetzten Gremium insgesamt 284 Einzelprojektanträge und 34 Konzeptionsförderungen aus 79 Kommunen mit einem Antragsvolumen von 5,3 Millionen Euro vor.

 

Wagner-Verband ehrt Simone Young

Der Richard-Wagner-Verband Hamburg verleiht Simone Young die Ehrenmitgliedschaft. Seit 2005 ist die Australierin Intendantin und Generalmusikdirektorin  der Staatsoper Hamburg und hat hier seither zahlreiche Werke Richard Wagners dirigiert, darunter «Parsifal» und «Tristan und Isolde». Seit 2008 schmiedet sie gemeinsam mit Claus Guth und Christian Schmidt einen neuen Hamburger «Ring des Nibelungen», den sie im Oktober 2010 mit der «Götterdämmerung» vollendet.

 

Bundeswettbewerb Gesang

10 000 Euro beträgt der erste Preis des Regierenden Bürgermeisters von Berlin beim 39. Bundeswettbewerb Gesang Berlin. Der bedeutendste nationale Gesangswettbewerb Europas ist 2010 für Oper/Operette/Konzert ausgeschrieben. Insgesamt werden Preise in Höhe von rund 50 000 Euro vergeben. In der Jury sitzen unter anderem: Philip Bröking, Operndirektor der Komischen Oper Berlin, und Uwe Eric Laufenberg, Intendant der Oper Köln, Dirigent Lothar Zagrosek sowie ausgewählte Fachjournalisten und renommierte ehemalige Preisträger. Den Vorsitz hat Gerd Uecker, Intendant der Dresdner Semperoper. Teilnehmen können zwischen 1980 und 1993 geborene Talente mit deutscher Staatsangehörigkeit oder einem in Deutschland erworbenen deutschen Schulabschluss. Die Anmeldefrist läuft vom 1. Juni bis 1. September. Im Oktober finden bundesweite Vorauswahlen statt. Die öffentlichen Finalrunden schließen sich im November in Berlin an. Das Finalkonzert des Hauptwettbewerbs am 6. Dezember in der Komischen Oper Berlin wird von Roger Willemsen moderiert und von Deutschlandradio Kultur aufgezeichnet. Medienpartner sind Deutschlandradio Kultur und die «Opernwelt». Das Preisträgerkonzert des Juniorwettbewerbs findet am 13. November im Foyer der Deutschen Oper Berlin statt. Anmeldung, Termine und weitere Informationen: www.bundeswettbewerbgesang.de

 

Competizione dell’Opera feiert Jubiläum

Der internationale Sängerwettstreit «Competizione dell’Opera» feiert 2010 sein zehnjähriges Jubiläum. Nach mehreren Vorsingen in Europa, Russland, Lateinamerika, den USA und Asien treffen sich die Vorrundensieger am 26. und 27. August zum Semifinale in den Landesbühnen in Dresden-Radebeul und am 29. August im Theater Bremen. Die zehn besten Sänger stehen dann im Finale. Dieses findet am 5. September in der Semperoper in Dresden statt. Karten für diese Gala gibt es direkt bei der Semperoper.

 

Gesangswettbewerb «Debut» lockt junge Künstler

Bis spätestens 30. Juni müssen sich alle Sängerinnen und Sänger, die am Europäischen Gesangswettbewerb «Debut» teilnehmen wollen, bewerben. Der Wettbewerb, der vom 26. September bis 2. Oktober in Weikersheim und Bad Mergentheim ausgetragen wird, ist mit 25 000 Euro dotiert und zugänglich für Nachwuchsängerinnen bis 32 und Nachwuchssänger bis 34 Jahren. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.debut.de

 

Gesangswettbewerb «Das Lied» in Berlin

Vom 23. bis zum 27. Februar 2011 findet der von Thomas Quasthoff initiierte Internationale Gesangswettbewerb «Das Lied» in Berlin statt. Neben hohen Geldpreisen, die als Stipendien vergeben werden, erhalten die Gewinner Auftrittsmöglichkeiten in bedeutenden Konzerthäusern. Auf dem Programm stehen 2011 Lieder von Johannes Brahms und Hugo Wolf. Die Ausschreibung läuft seit dem 1. Mai und bis zum 31. Oktober 2010. Ausführliche Informationen gibt es auf der Homepage www.das-lied.com

 

Susanna Phillips gewinnt Beverly Sills Artist Award

Die amerikanische Sopranistin Susanna Phillips hat den mit 50 000 Dollar dotierten diesjährigen Beverly Sills Artist Award gewonnen, der von der Metropolitan Opera in New York ausgerichtet wird. Die 28-jährige Sängerin überzeugte die Jury mit ihrer Interpretation der Musetta aus Puccinis «La Bohème» und der Pamina aus Mozarts «Zauberflöte».

 

Rebekah Camm siegt bei der «Lotte Lenya Competition»

Die Sopranistin Rebekah Camm aus Chicago hat den mit 15 000 Dollar dotierten ersten Preis bei der Lotte Lenya Competition gewonnen. Sie debütierte bereits 2005 als Micaëla in Bizets «Carmen» an der Houston Grand Opera und wird im Oktober die «Figaro»-Susanna in Los Angeles singen. Den zweiten Preis teilten sich unter den 15 Finalisten die New Yorker Mezzosopranistin Margaret Gawrysiak und der Berliner Bariton David Arnsberger. Beide erhielten jeweils 9000 Dollar.

 

Sonne, Singen und Siegen beim Wettbewerb «Stella Maris»

Unter der Leitung von Michael Schade steht der diesjährige Gesangswettbewerb «Stella Maris». Während einer Kreuzfahrt, die am 6. November in Istanbul startet und zehn Tage später in Akaba endet, entscheidet eine Jury über den begabtesten Nachwuchssänger. Die Reisegäste auf dem Schiff stimmen darüber ab, wer den Publikumspreis in Höhe von 15 000 Euro erhält. Weitere Informationen gibt es unter www.stella-maris.competition

 

Sonya Yoncheva und Stefan Pop gewinnen erste Preise bei «Placido Domingo´s Operalia 2010»

Die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva und der rumänische Tenor Stefan Pop haben die ersten Preise beim Internationalen Gesangswettbewerb «Placido Domingo’s Operalia 2010» gewonnen und jeweils 30 000 US-Dollar Siegprämie eingestrichen. Das Finale fand in der Mailänder Scala statt. Zweite Preise und damit je 20 000 Dollar gingen an die italienische Sopranistin Rosa Feola (sie gewann auch den mit 10 000 Dollar dotierten Zarzuela Preis für Frauen «Pepita Plácido Domingo») ihren Landsmann, den Tenor Giordano Luca sowie den ukrainischen Bass Ievgen Orlov. Auf Rang drei kamen die russische Sopranistin Dinara Alieca und der südkoreanische Bass Chae Jun Lim; beide erhielten noch 10 000 Dollar. Den Zarzuela Preis für Männer «Don Plácido Domingo» und damit 10 000 Dollar gewann der amerikanische Tenor Nathaniel Peake, den «Operalia Birgit Nilsson Preis» (15 000 Dollar) sein Landsmann Ryan McKinny.

 


Mai 2010

Großes Finale an der Lindenoper

Die Tage sind gezählt. Am 6. Juni gibt es in der Berliner Staatsoper Unter den Linden die unwiderruflich letzte Vorstellung vor der für Sanierungsarbeiten erforderlichen Schließung des Hauses. Daniel Barenboim und sein Orchester, die Staatskapelle Berlin, verabschieden sich mit einem Live-Konzert auf dem Bebelplatz. Am gleichen Ort ist tags zuvor ein letztes Mal Tschaikowskys «Eugen Onegin» zu erleben, als Live-Übertragung aus dem Opernhaus, mit Barenboim am Pult und Artur Rucinski in der Titelrolle. Nach der Vorstellung lädt die Lindenoper zur Abschiedsparty im Kulissen-Magazin.

Deutsche Bank setzt Partnerschaft mit den Berliner Philharmonikern fort

Auch an anderer Stelle geht die Party weiter, allerdings in streng künstlerischem Sinn: Die Deutsche Bank, seit 2002 exklusiver Förderer der Berliner Philharmoniker, setzt die Partnerschaft mit dem Orchester um fünf Jahre bis 2015 fort. Damit sind Projekte wie das Education-Programm und d